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Krankheiten: Ursachen

Wer geschädigt wird, will die Ursache des Schadens kennen, damit er weiterem Schaden vorbeugen kann. Wer krank wird, würde gerne die Krankheitsursache kennen. Dann wüsste man, wie Heilung möglich ist (Therapie) und wie der Ausbruch einer chronischen Krankheit verhindert werden kann (Prophylaxe). Leider gibt es in der Schulmedizin kaum diagnostische Methoden zur Ursachenfindung und es wird für unmöglich gehalten, die Ursache einer chronischen Krankheit zu finden: Man weiß es nicht. Eine Therape steht immer zur Verfügung, aber sie dient im Allgemeinen lediglich der Linderung der Symptome, nicht der Heilung.

Wenn chronisch wirksame Umweltgifte eine Rolle im Krankheitsgeschehen spielen, dann als Ursache. Umweltgifte verursachen beim gesunden Menschen im Allgemeinen nicht sofort sichtbare Krankheitssymptome. Das verleitet die Schulmedizin zu der Annahme, Umweltgifte seien generell nicht schädlich, also quasi ungiftig. Chronische Giftbelastung kann Erkrankungen verursachen.

Die folgende Aufzählung zeigt, dass es nicht einfach ist, der Ursache einer Krankheit auf die Spur zu kommen; hier ist der kompetente Umweltmediziner gefragt. Wird die Krankheit durch Giftbelastung verursacht, muss dann noch gefunden werden, um welches Gift es sich handelt und wo dessen Quelle ist, damit die weitere Gifteinwirkung gestoppt werden kann. Außerdem ist es wichtig zu wissen, welche reversiblen und irreversiblen Schäden die Gifte im Körper angerichtet haben. Schließlich sollte eine Methode existieren, um das im Körper angesammelte Gift aus dem Körper hinauszubefördern.

Würde sich der Arzt bei einer chronischen Erkrankung die Mühe machen, jeweils im Einzelfall die Ursache zu finden, würde sich die Gefährlichkeit der Umweltgifte schnell für Ärzte und medizinische Fachgesellschaften herausstellen.

 

1. Der Körper

Alle Menschen haben unterschiedliche körperliche Eigenschaften. Deshalb muss im Fall einer Erkrankung der Mensch individuell untersucht und behandelt werden.

  • Körpereigene Engiftung

    Manche Umweltgifte, z.B. Glyphosat, schädigen oder blockieren die körpereigene Engiftung, etwa durch Hemmung des Proteins Cytochrom P450 (CYP) in Phase I oder des Enzyms Glutathion (GSH) in Phase II der Entgiftung.

  • Übergewicht und Fettleibigkeit
    erhöhen das Risiko für einige chronische Erkrankungen: Depressionen, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
  • Ausscheidungsorgane

    Die Organe, die für die Ausscheidung der Gifte zuständig sind - Darm, Leber, Nieren, Haut -, könnten nicht optimal funktionieren. Dann wird weniger Gift ausgeschieden als nötig, und es werden mehr Gifte im Körper zurückgehalten. Die Fehlfunktion kann durch Giftbelastung verursacht oder verstärkt werden.

 

1.1 Das Immunsystem

Zellen des Immunsystems befinden sich an vielen Stellen im Körper. Etwa 70 % der immunologisch aktiven Zellen befinden sich in der Darmschleimhaut. Das Immunsystem des gesunden Menschen versucht, das Eindringen von pathogenen Keimen und anderen Substanzen zu verhindern und eingedrungene pathogene Keime und Umweltgifte wieder loszuwerden. Das gelingt bei manchen Menschen gut, bei anderen schlecht.

Bei Umweltgiften kann es passieren, dass es dem Körper nicht gelingt, die Gifte auszuscheiden. Dann werden sie zu einer permanenten Belastung des Immunsystems. Es gerät an seine Belastungsgrenze, reagiert mit chronischer Entzündung, wird geschädigt und ist dann mit der Abwehr anderer schädigender Einflüsse überfordert. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem birgt jede Infektion ein erhöhtes Risiko für ernste Komplikationen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab.

Mit einem Immunsystem, das durch

geschwächt ist, kann eine Impfung oder eine bakterielle oder Virus-Infektion schwere Komplikationen nach sich ziehen.

Eine chronische Giftbelastung kann durch Schwermetalle, antibakterielle Reinigungs- und Körperpflegemittel, Gifte in Atemluft, Lebensmitteln und Trinkwasser und durch Medikamente, z.B. Schmerzmittel, Antibiotika, Chemotherapeutika, Desinfektionsstoffe sowie Konservierungsmittel und Adjuvantien in Impfstoffen verursacht werden.

 

Weitere Informationen und Studien

  • Beim Coronavirus spielt das Immunsystem ‒ wie bei allen Infektionskrankheiten ‒ eine wichtige Rolle.
  • Alfons Meyer: Grundlagen der Immunologie ‒ Eine kurzweilige Einführung (2008)
  • Zentrum der Gesundheit
    • So stärken Sie Ihr Immunsystem

      Angeblich, laut Schulmedizin, sind Impfungen die einzige Maßnahme, um das Immunsystem zu stärken. Weit gefehlt! Der Beitrag zählt viele Tipps auf, wie man eine Schwächung des Immunsystems vermeidet, wie man es entlasten und aktiv stärken kann.

    • So funktioniert das Immunsystem (11.2020)

      Leicht verständliche Erklärung des Immunsystems und seiner Komponenten.

  • Autoimmunität

    Antikörper sind Zellen des Immunsystems, die sich an körperfremde Zellen oder Strukturen binden, um diese zu beseitigen. Autoantikörper binden sich an körpereigene Zellen oder Strukturen. Sie sind bei allen Menschen mit gutem Immunsystem vorhanden und können im Verlauf einer Infektion, Erkrankung oder Verletzung zunehmen. T- und B-Zellen mit potenziell autoreaktiven Antigenrezeptoren werden auch in gesunden Menschen gefunden. Normalerweise zerstört das Immunsystem nicht die eigenen Strukturen.

    Autoimmunität meint, dass das Immunsystem sich oder den Körper selbst (griechisch auto = selbst) angreift. Erst wenn dieser Vorgang außer Kontrolle gerät, ist das mit einer Schädigung, einer Autoimmunkrankheit, verbunden.

  • Irina Lehmann:
    Umweltschadstoffe als Adjuvanzien und Co-Faktoren einer immunologischen Erkrankung, auf englisch (7.2017)

    Umweltschadstoffe können [...] Störungen auslösen, indem sie die Funktion von Zellen des Immunsystems so modifizieren, dass diese entweder übersensibel auf Allergene oder körpereigene Strukturen reagieren oder Pathogene nicht mehr adäquat bekämpfen können. Eine derartige indirekte Wirkung bezeichnet man auch als einen adjuvanten Effekt.

    Um zu verhindern, dass in dieser hochsensiblen Phase der frühen Kindheit Krankheitsrisiken unter dem Einfluss von Umweltbelastungen geprägt werden, sind Kinder deshalb besonders zu schützen. Ist das bekannt, wenn einem Kleinkind im Rahmen einer Impfung ein Gift-Coctail injiziert wird?
  • Arthur Cassa Macedo, André Oliveira Vilela de Faria, and Pietro Ghezzi:
    Boosting the Immune System, From Science to Myth: Analysis the Infosphere With Google (7.2019)

    Die Studie geht der Frage nach, welche Einflüsse auf das Immunsystem und dessen Stärkung die Menschen für wichtig halten. Dazu wurden Google-Suchergebnisse und Webseiten untersucht. Antwort: als die 5 wichtigsten Einflüsse gelten die Ernährung, Obst, Vitamine, Antioxidantien und Probiotika. Impfungen kommen nur auf Platz 27.

  • DGUHT: Das Corona Virus: weltweite Gefahr oder völlig übertriebene Hysterie?

    Das Immunsystem hat die Aufgabe, den Menschen vor Angriffen auf seine Gesundheit zu schützen. Wie gut das gelingt, hängt vom Zusand des Immunsystems ab. Die Corona-Krise sollte Anlass sein, darüber nachzudenken, was jeder Einzelne für sein Immunsystem tun kann.
    In diesem Beitrag finden Sie eine Beschreibung des Immunsystems, was es bedroht und wie man es stärkt.

  • Anna-Lena Kollos: Das Immunsystem und seine Bedeutung für den Darm (13.1.2021)
  • Hao Wu, Xiufeng Zhao, Sophia M. Hochrein, Miriam Eckstein, Gabriela F. Gubert, Konrad Knöpper, Ana Maria Mansilla, Arman Öner, Remi Doucet-Ladevèze, Werner Schmitz, Bart Ghesquière, Sebastian Theurich, Jan Dudek, Georg Gasteiger, Alma Zernecke, Sebastian Kobold, Wolfgang Kastenmüller & Martin Vaeth:
    Mitochondrial dysfunction promotes the transition of precursor to terminally exhausted T cells through HIF-1a-mediated glycolytic reprogramming (27.10.2023)

    Pressemitteilung von der Universität Würzburg: Die Erschöpfung von T-Zellen verhindern (2.11.2023)

    Eine Schwächung des Immunsystems wird seit langem auf Alterung und falsche Lebensgewohnheiten zurückgeführt. Gemäß dieser Studie ist der Hauptgrund die Fehlfunktion der Mitochondrien, insbesondere in den T-Zellen, die Bestandteil des Immunsystems sind. Wenn die mitochondriale Atmung ausfällt, wird eine Kaskade von Reaktionen ausgelöst, die in der genetischen und metabolischen Neuprogrammierung von T-Zellen gipfelt, ein Prozess, der deren funktionelle Erschöpfung vorantreibt. Dann können sowohl akute Infektionen als auch chronische Krankheiten wie Krebs nicht abgewehrt werden.

    Abhilfe könnte künftig möglich werden durch Behandlungen, die auf die Mitochondrienfunktion abzielen.

  • MedLinePlus: Immune System and Disorders

    Grundlegende Infos zum Immunsystem.

  • Infos auf dieser Webseite zu freien Radikalen und oxidativem Stress und zur endothelialen Dysfunktion

 

1.2 Schwangerschaft und frühe Kindheit

Schwangerschaft und frühe Kindheit sind besonders sensible Lebensphasen. Deshalb kann Giftbelastung in diesen Abschnitten des Lebens besonders schwerwiegend für das weitere Leben sein. In der Schwangerschaft ist der Zeitpunkt (Schwangerschaftswoche) der Gift-Exposition entscheidend für die Wirkung auf den Fötus. In einem speziellen Zeitpunkt kann kurzzeitige Gifteinwirkung irreversible, lebenslange Schäden verursachen.

Während Schwangerschaft (pränatal) und früher Kindheit (postnatal) entwickeln sich allmählich die einzelnen Organe und Körperfunktionen, u.a. das zentrale Nervensystem und das Immunsystem. Giftbelastung verhindert eine normale, gesunde Entwicklung. Leider gibt es keine Diagnostik, um später beobachtete Körperschäden oder sonstige gesundheitliche Einschränkungen auf Schadstoffe in der Entwicklungsphase zurückzuführen.

Kinder sind gegenüber gesundheitsschädlichen Chemikalien empfindlicher als Erwachsene. Zudem bewegen sie sich in der Umwelt anders: sie lernen durch Berühren, mit Hand und Mund. Kinder haben auch einen aktiveren Stoffwechsel, d.h. sie nehmen mehr Wasser, Nahrung und Luft (pro kg Körpergewicht) auf. Und ihr Körper ist weniger gut imstande, zu entgiften und schädliche Stoffe auszuscheiden. Ergebnis: Kinder nehmen mehr Umweltgifte auf und sind schlechter vor ihnen geschützt. Kinder in ländlicher Umgebung sind wegen des Einsatzes von Pestiziden und Insektiziden, die in den Wohn- und Aufenthaltsbereich der Kinder abdriften, besonders gefährdet.

Weitere Informationen

 

1.3 Einfluss der Sexualhormone auf die Giftwirkung

Gifte können bei Anwesenheit bestimmter Sexualhormone besonders wirksam sein. Dadurch ist die Wirkung der Gifte unterschiedlich bei Männern und Frauen.

Beispiel: Testosteron verstärkt die Giftwirkung von Quecksilber, Östrogene schwächen dessen Giftwirkung ab.

 

1.4 Die innere Uhr, Jet Lag

Tierversuche haben gezeigt: durch die Belastung mit einem Umweltgift wird die innere Uhr, der circadiane Rhythmus, gestört; dadurch wird das Immunsystem geschwächt und es entsteht eine erhöhte Anfälligkeit für Zivilisationskrankheiten. Besonders betroffen sind Schichtarbeiter, speziell Mitarbeiter in Wechselschicht, weil ihre innere Uhr in kurzen Zeitabständen umgestellt und dadurch die Anpassungsfähigkeit des Körpers permanent herausgefordert wird.

Auch der Jetlag ist ein Angriff auf die innere Uhr. Er entsteht, wenn die innere Uhr durch das schnelle Reisen (im Flugzeug) durch mehrere Zeitzonen verstellt wird. Besonders betroffen sind das fliegende Personal der Fluggesellschaften, aber auch die Passagiere. Jetlag-Symptome sind:

  • Schläfrigkeit und Lethargie am Tag, gefolgt von nächtlicher Schlaflosigkeit,
  • Angst, Reizbarkeit, Verwirrung und Konzentrationsschwäche,
  • Kopfschmerzen, Übelkeit, Dehydrierung und/oder allgemeines Unwohlsein,
  • Verdauungsstörungen (Verstopfung oder Durchfall),
  • eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit.

Weitere Informationen zum circadianen Rhythmus

 

1.5 Einfluss der Gene

Die Gene legen die biologischen Eigenschaften des Menschen fest, machen ihn zu einem unverwechselbaren Individuum. Kaum zwei Menschen haben exakt dieselben Gene. In seltenen Fällen kann ein Gendefekt zu einer angeborenen Krankheit führen. Sehr viel häufiger kommt es jedoch vor, dass genetische Varianten die Ausscheidung von Umweltgiften erleichtern oder erschweren. Ist die Giftausscheidung erschwert, dann sammeln sich die Umweltgifte eher an und verursachen chronische Krankheiten. In diesem Fall wäre der Mensch gut beraten, Umweltgifte zu meiden, wo immer das möglich ist.

Die Gene (genauer: die genetischen Polymorphismen) eines Menschen könnten es erschweren, dass er die aufgenommenen Gifte wieder ausscheiden kann, so dass sie sich im Körper ansammeln. Hier gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Menschen. Sie werden bei der Festlegung der Grenzwerte durch einen konstanten Faktor pauschal berücksichtigt. Ob der Faktor bei allen Giften und bei allen Menschen ausreicht, wird nicht überprüft. Bei vorliegender Erkrankung wird im Rahmen der Diagnostik nicht überprüft, ob die genetisch bedingte Entgiftungskapazität ausreicht; Entgiftungs-Therapien gibt es in der Schulmedizin nicht.

Wegen der Speicherung der Gifte im Körper nimmt die Giftbelastung im Laufe des Lebens immer weiter zu. Ältere Menschen tragen mehr Gifte in sich als junge Menschen. Folge: altersbedingte Krankheiten wie Krebs, Demenz, Alzheimer.

Beispiel:
Die Ausscheidung des Schwermetalls Quecksilber wird entscheidend beeinflusst von den genetischen Varianten der Glutathion-S-Transferase und des Apolipoprotein-E. Welche Krankheiten sich dann im Einzelfall entwickeln, hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

Warnung:
Manche Ärzte behaupten, dass alle möglichen Krankheiten, deren Ursachen sie nicht verstehen, familiär oder genetisch bedingt seien, ohne das im Einzelfall nachzuweisen. Sie wollen damit lediglich den Patienten veranlassen, seine Krankheit als schicksalhaft und unvermeidlich hinzunehmen. Patienten sollten sich auf diesen Unsinn nicht einlassen.

Pharmakogenetik und Arzneimittelnebenwirkungen
Auch die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten variiert von Mensch zu Mensch. Einige Patienten benötigen von einem Arzneimittel deutlich mehr oder weniger als die Standarddosis, bei anderen versagt die Therapie vollständig oder es treten unerwünschte Nebenwirkungen auf. Die Pharmakogenetik befasst sich mit den unterschiedlichen Arzneimittelwirkungen auf unterschiedliche Menschen durch Labormessung einzelner individueller genetischer Enzymvarianten.

Weitere Informationen

  • Beiträge zum Zusammenhang von Umweltgiften und Genetik als Ursache von chronischen Erkrankungen.
  • amalgam-informationen.de: Entgiftung und genetische Disposition
  • Cornelius Hess: Toxikogenetik (21.10.2015)

    Anwendung von Kenntnissen über Genetik und Entgiftung in der Rechtsmedizin (Forensik).

  • Edward D. Levina, Michael Aschner, Ulrike Heberlein, Douglas Ruden, Kathleen A. Welsh-Bohmer, Selena Bartlett, Karen Berger, Lang Chen, Ammon B. Corl, Donnie Eddins, Rachael French, Kathleen M. Hayden, Kirsten Helmcke, Helmut V.B. Hirsch, Elwood Linney, Greg Lnenicka, Grier P. Page, Debra Possidente, Bernard Possidente and Annette Kirshner:
    Genetic aspects of behavioral neurotoxicology (9.2009)

    In Einzelbeiträgen, die auf einer Fachtagung gehalten wurden, wird erläutert, wie durch das Zusammenwirken von Genen und Umweltgiften die Psyche beeinflusst und verändert wird.

 

2. Moderne Lebensweise

2.1 Hautpflege und Kosmetika

Die Haut bildet eine gute Schutzbarriere gegen vielerlei Einwirkungen. Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, Kosmetika, Deodorants (Aluminium), Sonnenschutzmittel usw. werden nicht nur eingeatmet und gelangen so in Gehirn und Blutkreislauf. Die Gifte dringen auch tief in die Haut ein, können sie schädigen und in den Blutkreislauf gelangen. Viele dieser Mittel enthalten ungesunde bzw. giftige Substanzen. Durch die geschädigte Haut können weitere Gifte, Bakterien usw. in den Körper eindringen.

Hautpflegemittel und Kosmetika sollen häufig den Eindruck einer natürlichen, pflanzlichen Herkunft erwecken und angenehm riechen, können aber dennoch synthetisch hergestellt sein. Deshalb ist der Geruchssinn und andere Sinne kein zuverlässiger Maßstab für Verträglichkeit oder Gefährlichkeit eines Produkts. Zudem dürfen die Hersteller die Zusammensetzung ihrer Produkte, vor allem der Düfte, als Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis betrachten und sind deshalb nicht verpflichtet, alle Bestandteile auf der Verpackung zu nennen.

  • Siehe auch
  • Bahi Takkouche, Carlos Regueira-Méndez, Agustín Montes-Martínez:
    Risk of cancer among hairdressers and related workers: a meta-analysis, auch hier (14.9.2009)

    F. Perry Wilson: The Surprising Occupations With Higher-Than-Expected Ovarian Cancer Rates (10.7.2023)

    Wegen des Umgangs mit Haarfärbe- und pflegemitteln haben Friseure ein erhöhtes Risiko für Krebs: für Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Blasenkrebs und für multiples Myelom (vom Knochenmark ausgehende Krebserkrankung des blutbildenden Systems).

  • Erika Chow and Shruthi Mahalingaiah:
    Cosmetics use and age at menopause: Is there a connection?, auch hier (18.8.2016)

    Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten weiblichen Menstruation und signalisiert das Ende der Fruchtbarkeit, ausgelöst durch hormonelle Veränderungen. Das Alter in der Menopause kann durch eine Vielzahl von Mechanismen beeinflusst werden, darunter hormonelle Störungen, Versagen der DNA-Reparatur, oxidativer Stress, verkürzte Telomerlänge und Giftbelastung der Gebärmutter. Kosmetika enthalten giftige Chemikalien, von denen nur wenige ein bisschen reguliert werden: Parabene, Phthalate, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Siloxane. Viele Chemikalien in Kosmetika werden allerdings nicht oder kaum reguliert: Butylhydroxyanisol/Butylhydroxytoluol, Kohlenteerfarbstoffe, Diethanolamin, Formaldehyd freisetzende Konservierungsmittel, 1,4-Dioxan, Puder/Asbest und Triclosan. Diese Chemikalien werden in großer Menge hergestellt und eingesetzt, ohne dass sie zuvor gründlich auf ihre biologischen Wirkungen untersucht wurden.

  • Che-Jung Chang, Katie M O'Brien, Alexander P Keil, Symielle A Gaston, Chandra L Jackson, Dale P Sandler, Alexandra J White:
    Use of Straighteners and Other Hair Products and Incident Uterine Cancer, auch hier (17.10.2022)

    Spiegel Online: Chemische Haarglättung könnte Gebärmutterkrebsrisiko erhöhen (18.10.2022)

    Gebärmutterkrebs ist eine der häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen. Haar-Chemikalien, die z.B. das Glätten der Haare (Beseitigung von krausem, gewelltem Haar) unterstützen oder die Haare färben, enthalten hormonschädigende und krebserregende Substanzen und dringen über die Kopfhaut in den Körper ein. Das können Formaldehyd und Formaldehyd freisetzende Chemikalien, oxidiertes Paraphenylendiamin und 4-Aminobiphenyl in Haarfärbemitteln, Bleichmittel, Strähnchen, Bügelprodukte und Dauerwellen sein. Hier wird der Zusammenhang dieser Chemikalien mit der Entstehung von Gebärmutterkrebs untersucht.
    Ergebnis: der Einsatz der Chemikalien erhöht das Risiko für Gebärmutterkrebs. Fettleibigkeit, geringe körperliche Aktivität und besonders frühe erste Menstruation sind zusätzliche Risikofaktoren.

  • The Defender:
    Chemicals in Cosmetics May Interfere With Fertility, Fetal Growth and Infant Development (7.6.2023)

    In Kosmetikprodukten enthaltene Chemikalien können durch den Körper wandern, das Hormon-, Nerven- und Herz-Kreislauf-System angreifen und hormonelle Veränderungen auslösen, die zu Fortpflanzungsproblemen, einschließlich schlechter Spermienqualität und Fehlgeburten, führen können.

 

2.2 Desinfektionsmittel

Unser Körper beherbergt 30% mehr Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze) als er Körperzellen hat. Auch in unserer Umwelt sind wir von ihnen umgeben. Sie leben zum Teil in Symbiosen und unterstützen oder bekämpfen sich gegenseitig. Sie werden auch bei der Lebensmittel-Herstellung verwendet, z.B. bei Sauerkraut, Joghurt und weiteren Milchprodukten, zur Hefegärung usw. Ohne Mikroorganismen brechen Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem des Menschen zusammen.

Desinfektionsmittel enthalten biozide Wirkstoffe, also Gifte zur Bekämpfung von Mikroorganismen, seien sie nützlich oder schädlich:

  • Desinfektionsmittel sind zytotoxisch, d.h. sie schädigen die Zellen.
  • Desinfektionsmittel töten die Organismen, die nützlich und lebensnotwendig für den Menschen sind und bei vielen biochemischen Prozessen benötigt werden.
  • Desinfektionsmittel begünstigen durch die Selektion ‒ ähnlich wie Antibiotika ‒ die Züchtung von schädlichen, resistenten Organismen, die nicht mehr bekämpft werden können.

Es ist ein verhängnisvoller Irrglaube, dass gute Hygiene in erster Linie durch Desinfektionsmittel zu realisieren sei. Dieser Irrglaube wurde in der Corona-Pandemie propagiert und ist Grundlage der Hygiene-Hypothese, die besagt, ein Mangel an Mikroorganismen schade dem Immunsystem, weil es ihm dadurch an Training fehle. Richtig ist: nicht der Mangel schadet, sondern die giftigen Desinfektionsmittel, die den Mangel verursachen. Mikroorganismen ‒ mal mehr, mal weniger ‒ schaden nicht, solange das Immunsystem sie bewältigen und unter Kontrolle halten kann. In der Corona-Pandemie wurden Vorschriften zum Einsatz von Desinfektionsmitteln erlassen.

Das Immunsystem ist, anders als Desinfektionsmittel und Antibiotika, in der Lage, die lebensnotwendigen von den gesundheitsschädlichen Keimen zu unterscheiden. Es bekämpft die schädlichen Keime gezielt und selektiv und unterstützt die lebensnotwendigen Keime. Das Immunsystem ist also für die Bekämpfung schädlicher Keime hervorragend vorbereitet. Es lohnt sich deshalb, das Immunsystem bei der Bewältigung dieser Aufgabe zu unterstützen.

Beispiele für Desinfektionsmittel:

  • Isopropanol (Propan-2-ol, Isopropylalkohol) wird häufig für die Handdesinfektion verwendet. Es gehört zu den flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), wird inhaliert, verursacht allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen. Es ist als Gefahrstoff wie folgt eingestuft:
    • H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar,
    • H319: verursacht schwere Augenreizung,
    • H336: kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen.
  • Quartäre Ammoniumverbindungen (QAV, Quat, engl.: QAC)

    Es gibt hunderte unterschiedliche QAV. Im Tierversuch zeigten sie sich reproduktionstoxisch, also gesundheitsschädlich für die Fortpflanzung und für das Gehirn des sich entwickelnden Kindes. Sie werden vielfältig in Gewerbe und Haushalt als Desinfektionsmittel eingesetzt, etwa im Flugzeug, in Weichspülern, als Invertseifen oder als Antistatika (z. B. in Shampoos). Aufgrund ihrer Desinfektionswirkung werden sie auch zu den Bioziden gezählt. Im öffentlichen und industriellen Bereich findet man sie in Krankenhäusern, bei der Lebensmittelverarbeitung, in der Landwirtschaft, im Holzschutz, in Reinraumapplikationen und in Antialgenmitteln (Algiziden) für Schwimmbäder und Pools.

  • Triclosan wird wegen seiner desinfizierenden, bioziden Wirkung in Medizin und Haushalt eingesetzt. Weitere Informationen unter Hormonstörende Stoffe.
Desinfektionsmittel können auch Verdünnungsmittel, Vergällungsmittel, Tenside, Schaum- und pH-Wert-Regulatoren, Komplexbildner, Farb- und Duftstoffe enthalten; auch Verunreinigungen sind möglich. Leider werden diese Zusatzstoffe nur selten deklariert oder sie werden mit allgemeinen Begriffen so undeutlich umschrieben, dass nicht klar ist, was genau enthalten ist.

Leider werden während der Corona-Pandemie deutlich mehr Desinfektionsmittel eingesetzt, obwohl sie das Risiko für Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma erhöhen, aber das Risiko für Virusinfektionen nicht reduzieren.

Empfehlung:
Vermeiden Sie, wann immer möglich, die Anwendung von Desinfektionsmitteln. Wasser und Seife sind für die persönliche Hygiene völlig ausreichend. Bakterien sind unsere Freunde und nicht so schlimm, wie viele denken.

Weitere Informationen zu Desinfektionsmitteln

2.3 Schlechte Atemluft, Feinstaub

Feinstaub in der Atemluft ist gesundheitsschädlich. Schädliche Substanzen können sich an den kleinen Feinstaub-Partikeln ansetzen, die wir einatmen und die so in unseren Blutkreislauf kommen. Zahlreiche Studien belegen das erhöhte Risiko für neurologische Schäden, Atemwegsinfektionen, Allergien und Krebserkrankungen. Über den noch feineren Ultrafeinstaub (Partikelgröße bis zu 0,1 µm) gibt es bisher wenig sichere Erkenntnisse. Sicher ist: die ultrafeinen Partikel dringen noch tiefer in die Lunge ein als gewöhnlicher Feinstaub. Von dort gelangen sie in den Blutkreislauf und in das Gehirn, wo sie chronische Entzündungen auslösen können. Ultrafeinstaub stammt z.B. aus Flugzeugen im Start- und Landebereich und tritt in Flughafennähe in sehr hoher Konzentration auf.

  • s. auch Infos zu belasteter Innenraumluft, Mikroplastik
  • Das bessere Müllkonzept:
    Tod vom Allerfeinsten - Auswirkungen der lufthygienisch wichtigsten Schadstoffe auf die Gesundheit (2001), auch hier: _1_ _2_ _3_
    Feinstäube und ultrafeine Partikel dringen tief in den Körper und in die Lunge ein. Es gibt keine Wirkungsschwelle; auch geringste Mengen können chronische Krankheiten wie Krebs verursachen. Quecksilber verursacht irreversible Schäden im Nervensystem.
  • WHO: 9 out of 10 people worldwide breathe polluted air, Datenbank
    Die WHO warnt: 9 von 10 Menschen weltweit atmen verschmutzte Luft. Jährlich sterben 7 Millionen Menschen daran.
  • Internationale Krebsforschungsagentur (IARC): Die Luftverschmutzung im Außenbereich ist krebserregend (Gruppe 1, das gilt mit hoher Sicherheit). Dieselbe Einstufung gilt für Feinstaub. Es entstehen vor allem Lungen- und Blasenkrebs.
  • Pressemitteilung der Deutschen Lungenstiftung e.V.: Neue WHO Air Quality Guidelines (24.9.2021)
    Lungenärzte fordern zielführende Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität

    Gesundheitliche Schäden durch Luftverschmutzung werden bereits durch niedrigere Konzentrationen verursacht als bislang angenommen. Für sechs wichtige Luftschadstoffe wurden deshalb die empfohlenen Luftqualitätswerte (AQG-Werte) nach unten korrigiert.

  • Bundesverband Bauberater kdR: Schadstoffe in der Luft ‒ Übersicht, Messung und Maßnahmen
  • Han-Bin Huang, Ching-Huang Lai, Guan-Wen Chen, Yong-Yang Lin, Jouni J. K. Jaakkola, Saou-Hsing Liou and Shu-Li Wang:
    Traffic-Related Air Pollution and DNA Damage: A Longitudinal Study in Taiwanese Traffic Conductors, auch hier (5.2012)

    Die Luftverschmutzung im Straßenverkehr ist deutlich höher als im Innenbereich. Die verschmutzte Luft enthält Feinstaub (PM2.5), bestehend aus polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), was u.a. DNA-Strangbrüche verursacht.

  • Martha Patricia Sierra-Vargas and Luis M Teran: Air pollution: Impact and prevention (9.2012)

    Luftverschmutzung ist die Ursache von Atemwegs- und anderen Erkrankungen. Durch Reduktion der Diesel-Abgase gäbe es in den USA jährlich 12.000 weniger Todesfälle, 15.000 weniger Herzinfarkte und 8.900 weniger Krankenhaus-Einweisungen.

  • Philip J Landrigan, Richard Fuller, Nereus J R Acosta, Olusoji Adeyi, Robert Arnold, Niladri (Nil) Basu, Abdoulaye Bibi Baldé, Roberto Bertollini, Stephan Bose-O'Reilly, Jo Ivey Boufford, Patrick N Breysse, Thomas Chiles, Chulabhorn Mahidol, Awa M Coll-Seck, Maureen L Cropper, Julius Fobil, Valentin Fuster, Michael Greenstone, Andy Haines, David Hanrahan, David Hunter, Mukesh Khare, Alan Krupnick, Bruce Lanphear, Bindu Lohani, Keith Martin, Karen V Mathiasen, Maureen A McTeer, Christopher J L Murray, Johanita D Ndahimananjara, Frederica Perera, Janez Potocnik, Alexander S Preker, Jairam Ramesh, Johan Rockström, Carlos Salinas, Leona D Samson, Karti Sandilya, Peter D Sly, Kirk R Smith, Achim Steiner, Richard B Stewart, William A Suk, Onno C P van Schayck, Gautam N Yadama, Kandeh Yumkella, Ma Zhong:
    The Lancet Commission on pollution and health (10.2017)

    Kommentare:

    Einer von 6 Todesfällen weltweit geht auf die Folgen von Umweltverschmutzung zurück, 2015 waren das 9 Millionen Tote. Dabei ist die Verschmutzung der Luft mit 6,5 Millionen Todesfällen am schädlichsten, die Verschmutzung von Wasser (1,8 Millionen Todesfälle) und Schadstoffe am Arbeitsplatz (0,8 Millionen Todesfälle) folgen auf Platz 2 und 3. Verursacht werden vor allem Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Lungenleiden. Es trifft die armen Länder am stärksten: 92 Prozent dieser Todesfälle ereignen sich in Ländern mit geringem Einkommen.

    Bezogen auf Deutschland gehen die Studien-Autoren davon aus, dass die Umweltbelastung zum Tod von mehr als 62.000 Menschen beitrug, das entspricht etwa jedem 15. Todesfall. 44.000 dieser Todesfälle entfallen auf die Verschmutzung der Außenluft.

  • Holger Schulz, Stefan Karrasch, Georg Bölke, Josef Cyrys, Claudia Hornberg, Regina Pickford, Alexandra Schneider, Christian Witt, Barbara Hoffmann (HelmholtzZentrum München, Institute of Epidemiology):
    Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit, pdf-Datei (11.2018)
    (Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.)

    Die Lungenfachärzte stellen fest: In Deutschland liegt die Krankheitslast durch Luftverschmutzung an zehnter Stelle der Risikofaktoren und ist damit auch hierzulande der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor.

  • Annette Peters, Barbara Hoffmann, Bert Brunekreef, Nino Künzli, Meltem Kutlar Joss, Nicole Probst-Hensch, Beate Ritz, Holger Schulz, Kurt Straif, Erich Wichmann:
    Die Rolle der Luftschadstoffe für die Gesundheit, auch hier (1.2019)
    dazu Bundestags-Drucksache 19/6335

    D. Köhler, M. Hetzel, M. Klingner, T. Koch, S. Ewig, G. Becher, H. Lindemann, T. Voshaar, U. Costabel:
    Die Rolle der Luftschadstoffe für die Gesundheit: Eine Replik auf die Expertise der Internationalen Gesellschaft für Umweltepidemiologie (ISEE) und der European Respiratory Society (ERS), auch hier (6.2019)

    Die Experten der European Respiratory Society stellen die wichtigsten Fakten bezüglich der gesundheitsschädlichen Wirkung der Luftschadtstoffe zusammen und erläutern die Grenzwerte. Der Grenzwert für Feinstaub-Partikel bis zu einer Größe von 2,5 µm ist in der EU zu hoch und sollte verschärft werden. Die Autoren nehmen zu vielen Gegenargumenten Stellung, mit denen die Luftschadtstoffe verharmlost werden. Der Autoindustrie und den mit ihr befreundeten Lungenfachärzten gefällt diese Bewertung nicht, und sie schreiben deshalb eine Replik.

  • Meng Wang, Paul D. Sampson, Lianne E. Sheppard, James H. Stein, Sverre Vedal, and Joel D. Kaufman:
    Long-Term Exposure to Ambient Ozone and Progression of Subclinical Arterial Disease: The Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis and Air Pollution (5.2019)

    Ozon in der Atemluft verursacht Atherosklerose.

  • Studie: Feinstaub schädigt die weibliche Fruchtbarkeit (6.2019)
  • Spiegel Online:
    • Luftverschmutzung verkürzt das Leben von Milliarden Menschen (1.9.2021)

      Schadstoffe und Feinstaub beeinträchtigen die Gesundheit von Millionen Menschen laut einer Untersuchung stärker als Krankheiten oder Kriege. Dabei könnte die Politik leicht Abhilfe schaffen.

      Gemeint ist vermutlich: Krankheiten durch Umweltgifte in der Luft schädigen die Menschen mehr als Krankheiten durch Viren und Bakterien. Aber auch das wäre nicht das vollständige Bild. Denn die Umweltgifte schwächen das Immunsystem fördern dadurch die übertragbaren Krankheiten wie Covid-19.

    • Wo die Luft am schmutzigsten ist ‒ und wie sie sauberer werden kann (23.4.2023)

      Die stärksten Risikofaktoren für die Gesundheit weltweit im Jahr 2019 sind, in dieser Reihenfolge:
      hoher Blutdruck, Rauchen, Luftverschmutzung, hoher Blutzuckerwert, Übergewicht, Alkoholkonsum. Infektktionskrankheiten sind nicht dabei.

  • Beate Ritz, Barbara Hoffmann, Annette Peters:
    Auswirkungen von Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid auf die Gesundheit, als pdf (12.2019)

    Luftschadstoffe haben Auswirkungen auf den gesamten Körper, von der menschlichen Entwicklung im Mutterleib bis zu vorzeitiger Sterblichkeit vor allem aufgrund von Lungen- und Herzerkrankungen. Pro zusätzlichen 5 µg/m3 PM2,5 erhöht sich die Sterblichkeit um 7%.

  • Interview mit Prof. Thomas Münzel:
    Feinstaub: Mehr Tote als durch Covid oder Rauchen (Video, 12.10.2022)
    So, wie wir Menschen momentan leben, schaden wir unserer Gesundheit massiv.
  • 2023 IQAir World Air Quality Report (19.3.2024)

    Spiegel Online: Nur sieben Länder bleiben unter WHO-Richtwerten für Feinstaub (19.3.2024)

    Durch Auswertung von weltweit über 30.000 Stationen für die Luftqualität-Überwachung ergibt sich: nur 7 Länder unterschreiten den WHO-Richtwert von 5 µg PM2.5 pro m³ Luft im Jahresmittel. Deutschland gehört nicht dazu.
    PM2.5 = alle Partikel mit einer Größe von maximal 2,5 µm.

 

2.3.1 Laserdrucker und Fotokopierer

Der Feinstaub im Toner von Laserdruckern und Fotokopierern enthält Mikro- oder Nanopartikel. Sie sind toxisch, genschädigend und krebserregend. Als Trägersubstanz wird meistens ein Harz verwendet: Styrolacrylatpolymer, in seltenen Fällen auch Polyester- oder Epoxidharze. Weiterer Inhalt des Feinstaubs: Eisen, Aluminium, Arsen, Blei, Cadmium, Kobalt, Kupfer, Chrom, Mangan, Nickel, Antimon, Zinn, Strontium, Titan, Gadolinium, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), flüchtige organische Verbindungen (VOC), Benzol, Phenol, Styrol, Toluol, Xylol, Ethylbenzol, Ketone, Karbonsäuren, Siloxane, halogenierte Kohlenwasserstoffe und Organozinnverbindungen.

Pressemitteilung von nano-Control: Wir haben ein Recht auf saubere Luft im Innenraum! (12.2020)
zu einer parlamentarischen Anfrage der Fraktion die Linke, der Antwort der Bundesregierung und der Stellungnahme der Stiftung nano-Control

 

2.3.2 Stickoxid (NOx)

 

2.3.3 Feinstaub schädigt das Gehirn

Wer Feinstaub einatmet, schädigt sein Gehirn. Akut merken das die Betroffenen kaum, denn die schädliche Wirkung auf die geistige Leistungsfähigkeit, auf Gedächtnis und Stimmung, stellt sich nur allmählich, schleichend ein. Besonders verhängnisvoll ist die Wirkung auf das entstehende Kind einer Schwangeren und auf das sich entwickelnde Gehirn des Kindes.

 

2.3.4 Schädigung des Hormonsystems

 

2.3.5 Schädigung der Telomere

Telomere, die Enden der DNA, zeigen das biologische Alter und das Risiko einer Krebserkrankung an.

 

2.3.6 Atherosklerose und Herzkrankheiten

 

2.3.7 Schädigung des Immunsystems

Die im Feinstaub gebundenen Gifte schädigen das Immunsystem. Dadurch steigt die Anfälligkeit gegenüber Allergien und Infektionskrankheiten, besonders der Atemwege, auch gegenüber Covid-19 (Coronavirus).

  • Xiao Wu, Rachel C. Nethery, Benjamin M. Sabath, Danielle Braun, Francesca Dominici:
    Exposure to air pollution and COVID-19 mortality in the United States: A nationwide cross-sectional study, auch hier (4.2020)
    Kommentar: People who live in areas with higher levels of air pollution are 11 per cent MORE likely to die if they catch Covid-19, study warns

    Es wird untersucht, ob Erkrankungen, die durch hohe Luftverschmutzung (Feinstaub PM2,5) verursacht werden, das Sterberisiko bei COVID-19 erhöhen. Als Korrekturfaktoren werden die Bevölkerungsgröße und -dichte, die Altersverteilung, die Zeit seit Beginn der Corona-Pandemie, die Zeit seit Beginn der Quarantäne, die Krankenhausbetten, die Anzahl der getesteten Personen, das Wetter, Übergewicht und Rauchen berücksichtigt. Ergebnis: ein Anstieg um nur 1 µg/m3 PM2,5 in der Atemluft ergibt eine 8%-ige Erhöhung der COVID-19-Todesrate.

  • Arvind Kumar, Jane Burston, Josh Karliner (World Economic Forum):
    The deadly link between COVID-19 and air pollution (4.2020)

    90 % aller Menschen weltweit leben in Städten mit hoher Luftverschmutzung. Sie haben ein höheres Risiko für eine Schädigung der Atemwege, des Herzens und anderer Systeme und sind deshalb empfindlicher gegen Covid-19. Während der SARS-Epidemie in China zeigte eine kalifornische Studie, dass Patienten mit SARS ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, an der Krankheit zu sterben, wenn sie aus Gebieten mit hoher Luftverschmutzung stammten.

  • Karl Hecht: Die wirkliche Pandemie (11.2020)

    Der Mobilfunk-Experte kritisiert das hohe Ausmaß an Luftverschmutzung, dem wir ausgesetzt sind. Mehr als 90 Prozent der Menschen weltweit sind verschmutzter Luft ausgesetzt. Das geht aus Daten hervor, die die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht hat. Demnach sterben sieben Millionen Menschen pro Jahr an den Folgen von giftigen Partikeln in der Luft.

    Die Bevölkerung ist anzuregen, die persönliche Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und durch eine gesunde Lebensweise, vor allem mit viel Bewegung und gutem Schlaf, einen hohen Grad an Resistenz und Resilienz zu erreichen, wodurch ein starkes Immunsystem entsteht, welches gegen Virusinfektionen schützt.

  • Bert Brunekreef, George Downward, Francesco Forastiere, Ulrike Gehring, Dick J. J. Heederik, Gerard Hoek, Marion P. G. Koopmans, Lidwien A. M. Smit, Roel C. H. Vermeulen:
    Air pollution and COVID-19, pdf (1.2021)

    Diese Studie wurde im Auftrag des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments erstellt. Darin geht es um den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und COVID-19-Infektion. In Europa sterben jährlich mehr als 400.000 Menschen ‒ in Deutschland über 70.000 ‒ vorzeitig an Krankheiten, die durch Luftverschmutzung ausgelöst werden: Asthma, chronische Lungenerkrankungen, Lungenkrebs, Herzkrankheiten und Diabetes. Die Luftverschmutzung schädigt das Immunsystem und verringert dadurch die Widerstandsfähigkeit gegen bakterielle und virale Infektionen. Menschen mit geringem Einkommen haben oft schlechten Zugang zur Gesundheitsvorsorge und erkranken deshalb eher. Durch den Lockdown in Europa ist zwar die Stickoxidbelastung erheblich, aber die Feinstaubbelastung nur wenig gesunken.

  • Hannah Klauber, Felix Holub, Nicolas Koch, Nico Pestel, Nolan Ritter, Alexander Rohlf:
    Killing Prescriptions Softly: Low Emission Zones and Child Health from Birth to School, auch hier, als pdf (3.2021)

    Spiegel Online: Kinder aus Umweltzonen haben seltener Asthma (15.5.2024)

    In dieser Studie werden Krankenkassendaten analysiert, um herauszufinden, ob Menschen in Umweltzonen und mit entsprechend weniger Feinstaub in der Atemluft gesünder leben. Ergebnis: weniger Feinstaub nützt der schwangeren Frau und dem Kind, das sie gebärt. Den Kindern, die in der gesünderen Umgebung leben, werden in den ersten fünf Lebensjahren 13 Prozent weniger Asthma-Medikamente verschrieben.

  • Maciej Strak, Gudrun Weinmayr, Sophia Rodopoulou, Jie Chen, Kees de Hoogh, Zorana J Andersen, Richard Atkinson, Mariska Bauwelinck, Terese Bekkevold, Tom Bellander, Marie-Christine Boutron-Ruault, Jørgen Brandt, Giulia Cesaroni, Hans Concin, Daniela Fecht, Francesco Forastiere, John Gulliver, Ole Hertel, Barbara Hoffmann, Ulla Arthur Hvidtfeldt, Nicole A H Janssen, Karl-Heinz Jöckel, Jeanette T Jørgensen, Matthias Ketzel, Jochem O Klompmaker, Anton Lager, Karin Leander, Shuo Liu, Petter Ljungman, Patrik K E Magnusson, Amar J Mehta, Gabriele Nagel, Bente Oftedal, Göran Pershagen, Annette Peters, Ole Raaschou-Nielsen, Matteo Renzi, Debora Rizzuto, Yvonne T van der Schouw, Sara Schramm, Gianluca Severi, Torben Sigsgaard, Mette Sørensen, Massimo Stafoggia, Anne Tjønneland, W M Monique Verschuren, Danielle Vienneau, Kathrin Wolf, Klea Katsouyanni, Bert Brunekreef, Gerard Hoek, Evangelia Samoli:
    Long term exposure to low level air pollution and mortality in eight European cohorts within the ELAPSE project: pooled analysis, auch hier (2.9.2021)

    Pressemitteilung der Uni Ulm:
    Wie sinnvoll sind die Feinstaub-Grenzwerte? Studie zeigt: Luftverschmutzung auch unterhalb des Limits gefährlich

    Kommentar von DocCheck: Schmutzige Landluft verkürzt das Leben

    Auch Feinstaubbelastungen unterhalb der gültigen Grenzwerte erhöhen die Sterblichkeit. Untersucht wurde die Belastung mit Feinstaub (PM2.5), Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Rußpartikeln.

  • Basak B. Ural, Daniel P. Caron, Pranay Dogra, Steven B. Wells, Peter A. Szabo, Tomer Granot, Takashi Senda, Maya M. L. Poon, Nora Lam, Puspa Thapa, Yoon Seung Lee, Masaru Kubota, Rei Matsumoto & Donna L. Farber:
    Inhaled particulate accumulation with age impairs immune function and architecture in human lung lymph nodes (21.11.2022)

    Schadstoffe, die über Jahrzehnte eingeatmet werden und sich im Lymphsystem der Lunge ansammeln, verschlechtern die Funktion der dortigen Immunzellen und führen zu einer Schwächung des Immunsystems und zu Atemwegserkrankungen. Das gilt besonders für ältere Menschen. Die Lymphknoten in der Lunge werden durch die Feinstaub-Belastung schwarz gefärbt, während andere Lymphknoten ihre typische beige Farbe behalten. Die Feinstaub-Partikel wandern in die Makrophagen, die deshalb eine verringerte Aktivierung und veränderte Zytokinproduktion aufweisen. Auch die Strukturen der B-Zell-Follikel und der Lymphdrainage sind gestört.

  • Zhenchao Zhou, Xinyi Shuai, Zejun Lin, Xi Yu, Xiaoliang Ba, Mark A Holmes, Yonghong Xiao, Baojing Gu, Hong Chen:
    Association between particulate matter (PM)2·5 air pollution and clinical antibiotic resistance: a global analysis (8.2023)

    Anke Aufmuth, DocCheck: Resistenzen dank Feinstaub: Grober Unfug (10.8.2023)

    Durch Auswertung statistischer Daten wird gefunden, dass Feinstaub-Belastung die Antibiotika-Resistenz erhöht. Die Anzahl an Todesfällen, an verlorenen Lebensjahren und die verursachten Kosten durch Feinstaub werden berechnet.

    Der kausale Zusammenhang zwischen Feinstaub und Antibiotika-Resistenz ist allerdings nicht bekannt. Die Studie beruht auf der Theorie, dass die antibiotika-resistenten Bakterien sich an Feinstaub-Partikel anheften und dadurch in die Welt hinaus getragen werden. Eine andere, hier nicht behandelte Theorie wäre, dass die Gifte im Feinstaub das Immunsystem so sehr schwächen, dass es auch nach Unterstützung durch Antibiotika nicht mehr in der Lage ist, die Bakterien abzuwehren.

  • Nathalie Raffier, Medscape:
    Fine Particulate Matter Affects EGFR-Mutated Lung Cancers (4.3.2024)

    Uniklinik Aachen: Bestimmung des EGFR-Mutations-Status

    Nichtraucher haben ein erhöhtes Lungenkrebs-Risiko durch Feinstaub, wenn sie im EGFR-Gen eine spezielle Mutation haben. Man schätzt weltweit 200.000 bis 300.000 Todesfälle durch Lungenkrebs pro Jahr. Ist die EGFR-Mutation bekannt, gibt es für den Erkrankten eine spezifische Therapie.

 

2.4 Stress

Stress entsteht z.B. durch Lärm, ungenügenden Schlaf, psychische Zwangslagen (Probleme im Job oder in der Familie), Ängste oder ungewollte Einsamkeit.

Bei Stress steigt der Verbrauch an Energiereserven. Das setzt einen guten Vorrat an Nährstoffen (Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Mineralstoffe, Vitamine und Wasser) sowie die Fähigkeit, diese in der Stress-Situation zu mobilisieren, voraus. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, dann werden auch kleine Stress-Ereignisse schlecht bewältigt; der Stress könnte chronisch werden.

Psychischer Stress verstärkt den oxidativen Stress und bewirkt höheren Blutdruck, höheren Blutzuckerspiegel ‒ Risikofaktoren für Schlaganfall und Herzinfarkt. Stress verschlechtert die Abwehrleistung des Immunsystems ‒ Risikofaktor für Infektionskrankheiten und Krebs. Stress beschleunigt den Alterungsprozess.

Abhilfe
bzw. Kompensation der Stress-Wirkungen ist teilweise möglich durch reichliche Versorgung mit Vitamin C und anderen Antioxidantien.

Weitere Informationen

 

2.5 Lärm

Lärm verursacht Stress und kann deshalb die Ursache von Krankheiten sein.

 

2.6 Licht

Licht spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Tagsüber ist Sonne und Helligkeit gut, nachts im Schlaf sollte es dunkel sein. Beides wirkt primär auf Psyche und Nervensystem und auf die innere Uhr.

  • Angus C. Burns, Daniel P. Windred, Martin K. Rutter, Patrick Olivier, Céline Vetter, Richa Saxena, Jacqueline M. Lane, Andrew J. K. Phillips & Sean W. Cain:
    Day and night light exposure are associated with psychiatric disorders: an objective light study in >85,000 people, auch hier (9.10.2023)

    Tageslicht stärkt den Rhythmus der inneren Uhr und Nachtlicht stört ihn. Eine Störung dieses Rhythmus ist eine Quelle vieler psychiatrischer Erkrankungen. Es geht um ein erhöhtes Risiko für schwere depressive Störungen, generalisierte Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, Psychosen, bipolare Störungen und selbstverletzendes Verhalten.

 

2.7 Schlaf

Jeder wünscht sich eine gute Schlafqualität. Körperliche Aktivität tagsüber und eine gute Versorgung mit Vitalstoffen (Vitamine A, B12, C, D und Folsäure) erhöht die Schlafqualität.

 

2.7.1 Zu wenig Schlaf

Zu wenig Schlaf schädigt die Gesundheit.

Das glymphatische System ist ein Entsorgungssystem für Abfallstoffe im Zentralnervensystem (ZNS), also in Gehirn und Rückenmark. Ähnlich dem lymphatischen System, das nicht im ZNS vorkommt, dient das glymphatische System dem Abtransport von überflüssigem und schädlichem Material, etwa zur Beseitigung fehlgefalteter Proteine, die das Kennzeichen neurodegenerativer Krankheiten wie der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), von Alzheimer und Parkinson sind. Die Transportflüssigkeit wird in das lymphatische System abgegeben. Das glymphatische System ist nur im Schlaf funktionsfähig, d.h. der Schlaf ist notwendig, damit die Abfallstoffe das Gehirn verlassen. Schlafmangel erhöht das Risiko für neurodegenerative Krankheiten.

Licht und Dunkelheit beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Für einen guten Schlaf muss es dunkel sein. Die suprachiasmatischen Kerne im Gehirn synchronisieren die circadiane Uhr und werden von Licht und Dunkelheit beeinflusst. Das Tragen einer Schlafmaske kann die Herzfrequenz senken und die morgendliche Insulinsensitivität verbessern. Auch körperliche Aktivität tagsüber und eine gute Versorgung mit Vitalstoffen (Vitamine A, B12, C, D und Folsäure) erhöht die Schlafqualität.

Chemisch-pharmazeutische Schlafmittel sind eine schlechte Idee: sie wirken nicht gut, und sie haben Nebenwirkungen. Das allgemeine Gesundheitsrisiko, z.B. für Krebs, wird erhöht.

Folgen des Schlafmangels:

  • Schlafmangel wirkt ähnlich wie körperlicher Stress.
  • Schlafmangel verstärkt die Expression von Genen, die mit Entzündungen, Immunerregbarkeit und Stress in Zusammenhang stehen, und erhöht deshalb das Risiko für chronische Krankheiten wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Insulinresistenz, Diabetes, Krebs und Alzheimer.
  • Schlafmangel beeinträchtigt die körperlichen Bewegungen und die geistige Konzentrationsfähigkeit ähnlich wie Alkohol im Blut. Das Unfallrisiko steigt.
  • Schlafmangel verringert die Lern- und Gedächtnis-Fähigkeiten und die Kreativität, auch bei Kindern.
  • Guter Schlaf ist wichtig für die Aufrechterhaltung des emotionalen Gleichgewichts. Müdigkeit beeinträchtigt die Fähigkeit des Gehirns, Emotionen zu regulieren. Dadurch wird man anfälliger für Depressionen, Launen, Ängste und Gefühlsausbrüche.

Studien und weitere Informationen:

  • MedicalNewsToday: Sleep helps 'detox' your brain (18.10.2013)

    Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass ein kürzlich entdeckter Mechanismus, der Abfallprodukte aus dem Gehirn entfernt, hauptsächlich im Schlaf aktiv ist. Diese Entdeckung könnte das wissenschaftliche Verständnis darüber, wozu Schlaf dient und wie er funktioniert, verändern und neue Wege für die Behandlung von Hirnerkrankungen eröffnen.

  • A Fisher, L McDonald, CHM van Jaarsveld, C Llewellyn, A Fildes, S Schrempft and J Wardle:
    Sleep and energy intake in early childhood (26.3.2014)

    Pressemitteilung:
    University College London: Shorter sleepers are over-eaters, auch hier (25.3.2014)

    Kleine Kinder, die weniger schlafen, essen mehr, was später im Leben zu Fettleibigkeit und damit verbundenen Gesundheitsproblemen führen kann. Die Untersuchung bezieht sich auf 16 Monate alte Kinder.

  • Mari Hysing, Ståle Pallesen, Kjell Morten Stormark, Reidar Jakobsen, Astri J Lundervold, Børge Sivertsen:
    Sleep and use of electronic devices in adolescence: results from a large population-based study (2.2.2015)

    Jugendliche nutzen immer mehr elektronische Geräte (PC, Tablet, Smartphone), auch in der Nacht und auch im Bett. Helle Lichter und elektronische Bildschirme sind Schlafdiebe, die schnelles Einschlafen verhindern. Je mehr Zeit man tagsüber und insbesondere nachts mit elektronischen Geräten verbringt, desto länger dauert das Einschlafen und desto weniger Schlaf bekommt man insgesamt.

  • Zhilei Shan; Hongfei Ma; Manling Xie; Peipei Yan; Yanjun Guo; Wei Bao; Ying Rong; Chandra L. Jackson; Frank B. Hu; Liegang Liu:
    Sleep Duration and Risk of Type 2 Diabetes: A Meta-analysis of Prospective Studies (12.2.2015)

    Der Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und dem Risiko für Typ-2-Diabetes wird untersucht. Es ergibt sich ein Optimum (geringstes Risiko) bei 7-8 Stunden Schlafdauer pro Tag.

  • Alicja R. Rudnicka, Claire M. Nightingale, Angela S. Donin, Naveed Sattar, Derek G. Cook, Peter H. Whincup, Christopher G. Owen:
    Sleep Duration and Risk of Type 2 Diabetes, auch hier (15.8.2017)

    In der Studie werden britische Kinder im Alter von 9 bis 10 Jahren untersucht. Sie schlafen durchschnittlich 10,5 Stunden pro Nacht. Ergebnis: je weniger Schlaf, desto mehr Anzeichen (Biomarker) für künftiges Diabetes Typ 2.

  • Francisco Lopez-Jimenez, Mayo Clinic: Sleep deprivation: A cause of high blood pressure? (9.8.2022)

    Stimmt es, dass Schlafmangel zu Bluthochdruck führen kann? Ja. Man sollte jede Nacht 7 bis 8 Stunden schlafen. Weniger als sechs Stunden Schlaf schaden der Gesundheit. Stress, Jetlag, Schichtarbeit und andere Schlafstörungen erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen, Fettleibigkeit und Diabetes. Regelmäßiger Schlafmangel kann bei Kindern und Erwachsenen zu Bluthochdruck (Hypertonie) führen.

  • Li-Feng Jiang-Xie, Antoine Drieu, Kesshni Bhasiin, Daniel Quintero, Igor Smirnov, Jonathan Kipnis:
    Neuronal dynamics direct cerebrospinal fluid perfusion and brain clearance, auch hier (28.2.2024)

    Kommentar von Samantha Anderer: Brain Waves Appear to Wash Out Waste During Sleep (15.3.2024)

    Neuronen erzeugen im Schlaf elektrische Signale, die rhythmische Gehirnwellen auslösen und so das Liquor cerebrospinalis (auch Gehirnwasser genannt) durch das Gehirn treiben. Diese elektrischen Wellen steigern die Funktion des glymphatischen Systems und tragen dazu bei, dass das Gehirnwasser in tiefere Schichten des Gehirns eindringt und Abfallstoffe aufnimmt, was den Reinigungsprozess unterstützt.

 

2.7.2 Zu viel Schlaf

Auch das Gegenteil, sehr viel Schlaf, kann gesundheitsschädlich sein.

  • Lue Zhou, Kuai Yu, Liangle Yang, Hao Wang, Yang Xiao, Gaokun Qiu, Xuezhen Liu, Yu Yuan, Yansen Bai, Xiulou Li, Handong Yang, Meian He, Chongjian Wang, Tangchun Wu, Xiaomin Zhang:
    Sleep duration, midday napping, and sleep quality and incident stroke, auch hier (11.12.2019)
    The Dongfeng-Tongji cohort

    Lange Schlafdauer, langes Mittagsschläfchen und schlechte Schlafqualität sind unabhängig voneinander und gemeinsam mit einem höheren Risiko für einen Schlaganfall verbunden. Anhaltend lange Schlafdauer oder der Wechsel von durchschnittlicher zu langer Schlafdauer erhöhen das Schlaganfallrisiko. Als besonders lang gilt Schlaf in der Nacht von mehr als 9 Stunden und tagsüber, etwa nach dem Mittagessen, von mehr als 90 Minuten. Normal und gesund sind 7 bis 8 Stunden nachts und bis zu 30 Minuten tagsüber.

    Das erhöhte Schlaganfallrisiko könnte damit zusammenhängen, dass Viel-Schläfer meistens einen erhöhten Bauchumfang und einen bewegungsarmen Lebensstil haben, beides bekannte Risikofaktoren für Schlaganfall. Weitere mögliche Ursachen sind noch zu erforschen.

  • Rui Liu, Yifei Ren, Tingting Hou, Xiaoyan Liang, Yi Dong, Yongxiang Wang, Lin Cong, Xiang Wang, Yu Qin, Juan Ren, Shireen Sindi, Shi Tang, Yifeng Du, Chengxuan Qiu:
    Associations of sleep timing and time in bed with dementia and cognitive decline among Chinese older adults: A cohort study (21.9.2022)

    Lange Schlafdauer (mehr als 8 Stunden) und frühes Zubettgehen (vor 9 Uhr abends) hängt mit der Entstehung von Demenz zusammen.

  • Barbara Vizmanos, Ana Isabel Cascales, María Rodríguez-Martín, Diego Salmerón, Eva Morales, Aurora Aragón-Alonso, Frank A. J. L. Scheer, Marta Garaulet:
    Lifestyle mediators of associations among siestas, obesity, and metabolic health (26.4.2023)

    Cara Murez, drugs.com: Midday Naps & Health: How Long You Nap May Be Key

    Menschen, die einen längeren Mittagsschlaf (mehr als 30 Minuten) halten, neigen eher zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck und dem metabolischen Syndrom. Bei kürzerer Dauer des Mittagsschlafs (unter 30 Minuten) werden die negativen Effekte nicht beobachtet.- Es wird leider nicht klar, welchen Anteil der Zeitpunkt des Schlafens in der Nacht, der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme, die Energieaufnahme beim Mittagessen, das Rauchen von Zigaretten und der Ort des Mittagsschlafs haben. Untersucht wurde das in Spanien, wo die Siesta verbreitet ist.

 

2.8 Mangelnde körperliche Aktivität

Viele Menschen verbringen einen großen Teil des Tages im Sitzen. Das ist nicht gesund. Körperliche Aktivität unterstützt die körperliche und die seelische Gesundheit und verringert das Krankheitsrisiko. Empfehlenswert sind Ausgleichssport und Waldlauf oder Radfahren in gesunder Luft. Maßvoll eingesetzt, wird das Risiko für Krebs, Diabetes, Depressionen, Bluthochdruck, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Osteoporose, Sarkopenie (Muskel-Abbau), Stürze und mehr sinken und die Lebenserwartung erhöht, wenn man bisher einen bewegungsarmen Lebensstil hatte und anfängt, Sport zu treiben.

Bewegung nützt auch der geistigen Gesundheit und der Psyche. Dazu gehören eine bessere Stimmungslage, weniger Ängste und ein geringeres Risiko für Demenz und Depressionen. Leider bewegen sich die meisten Menschen zu wenig.

Hochleistungssport und intensives Krafttraining von mehr als 75 Minuten pro Woche nützen der Gesundheit nicht und können schaden. Bei moderatem Training ‒ grob definiert als Training bis zu dem Punkt, an dem man außer Atem ist, ‒ gilt, dass mehr Training besser ist und nicht übertrieben werden darf. Die Aktivität sollte Spaß machen und kein Wettbewerb sein. Aktivität draußen im engen Kontakt mit der Natur (Park, Wald) ist für die geistige und körperliche Gesundheit besser als ein Training in geschlossenen Räumen.

 

2.9 Weitere Ursachen

 

3. Bakterien und Darmflora

Ein gesundes Mikrobiom im Darm besteht aus über 1000 Arten von Bakterien, die beim Abbau von Nahrung und der Aufrechterhaltung des Verdauungssystems helfen. Bakterien sind ein wesentlicher Baustein für gute Gesundheit. Fast alle Bakterien, viele Viren und Pilze nützen dem Menschen; manche sind gar lebensnotwendig. Sie spielen besonders im Darm (Darmflora) eine wichtige Rolle und sollten deshalb pfleglich behandelt werden. Durch probiotische und fermentierte Nahrung werden sie gefördert, durch Umweltgifte, Medikamente (z.B. Antibiotika) und Fast-Food-Produkte der Lebensmittelindustrie werden sie geschädigt. Die Darmflora beeinflusst speziell das enterische Nervensystem und über die Darm-Hirn-Achse, den Vagusnerv, auch das zentrale Nervensystem.

Bisher wird bei fast jedem Verdacht auf bakterielle Infektion ein Antibiotikum verschrieben. In der Schulmedizin wird fälschlicherweise vermutet, dass sich die geschädigte Darmflora schnell wieder erholt, wenn das Antibiotikum abgesetzt wird. Das trifft leider nur selten zu. Zudem wird der Darm nach der Schädigung oft stärker als zuvor von schädlichen Bakterien besiedelt. Wegen der zunehmenden Resistenz der Bakterien gegen Antibiotika werden immer wieder neue Antibiotika entwickelt. Inzwischen zeichnet sich ab, dass in zu vielen Fällen die schädlichen Bakterien diesen Wettlauf gegen die nützlichen Bakterien gewinnen.

Eine geschädigte Darmflora kann sehr unterschiedliche Krankheiten verursachen:
  • akut im Darm: Verstopfung oder Durchfall,
  • Schwächung des Immunsystems und chronische Entzündungen,
  • neurologische Erkrankungen, z.B. Parkinson oder Gehirntumore,
  • psychisch/psychiatrisch: negativer Einfluss auf Stimmung, Ängste, Wahrnehmungsfähigkeit und Depressionen
  • Fettleibigkeit und das metabolische Syndrom,
  • Bluthochdruck,
  • Darmkrebs.

Es ist möglich, dass diese Krankheitssymptome und die geschädigte Darmflora eine gemeinsame Ursache haben.

Was schädigt die Darmflora?

Studien und Informationen

  • Franz Daschner: Wir fürchten und wir brauchen sie (6.2008)

    99,99999 und noch mehr Prozent der Bakterien in uns, auf uns und um uns herum sind gute, notwendige Bakterien.
    Prof. Dr. Franz Daschner war 1992 - 2006 Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene in Freiburg.

  • André Gessner:
  • Charles H. King, Hiral Desai, Allison C. Sylvetsky, Jonathan LoTempio, Shant Ayanyan, Jill Carrie, Keith A. Crandall, Brian C. Fochtman, Lusine Gasparyan, Naila Gulzar, Paul Howell, Najy Issa, Konstantinos Krampis, Lopa Mishra, Hiroki Morizono, Joseph R. Pisegna, Shuyun Rao, Yao Ren, Vahan Simonyan, Krista Smith, Sharanjit VedBrat, Michael D. Yao, Raja Mazumder:
    Baseline human gut microbiota profile in healthy people and standard reporting template (9.2019)
    Kommentar: Microbiome profiling: Study uncovers 'comprehensive' list of organisms that make a healthy gut

    Die Studie enthält eine Liste gesunder menschlicher Referenzmikroorganismen und eine Liste von 157 Organismen, die das Basisbiom bilden und daher als gesunde Kontrollen für Studien im Zusammenhang mit Dysbiose verwendet werden können. Die Liste kann auf 863 Organismen erweitert werden. Alle Daten sind frei verfügbar.

  • Caroline J. K. Wallace and Roumen Milev:
    The effects of probiotics on depressive symptoms in humans: a systematic review (2.2017)
    Kommentar: Can probiotics help treat depression and anxiety?

    Der Darm hat sein eigenes Nervensystem, in dem viele von denselben Neurotransmittern wie im Gehirn, etwa Acetylcholin und Serotonin, produziert werden. Sie sind wichtig für die Darmbeweglichkeit; zu wenig oder zu viel kann zu Verstopfung oder Durchfall führen. Die Studie ergab, dass Stimmung, Ängste und Wahrnehmungsfähigkeit durch Probiotika positiv beeinflusst werden können.

  • Albert Palleja, Kristian H. Mikkelsen, Sofia K. Forslund, Alireza Kashani, Kristine H. Allin, Trine Nielsen, Tue H. Hansen, Suisha Liang, Qiang Feng, Chenchen Zhang, Paul Theodor Pyl, Luis Pedro Coelho, Huanming Yang, Jian Wang, Athanasios Typas, Morten F. Nielsen, Henrik Bjorn Nielsen, Peer Bork, Jun Wang, Tina Vilsbøll, Torben Hansen, Filip K. Knop, Manimozhiyan Arumugam & Oluf Pedersen:
    Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure, auch hier: _1_ _2_ (10.2018)

    Kommentar: The composition of gut bacteria almost recovers after antibiotics

    Nach Antibiotika-Gabe erholen sich fast alle Bakterien innerhalb von 6 Wochen; neun Bakterien haben sich allerdings auch nach 6 Monaten nicht wieder erholt.

  • Abigail J. Johnson, Pajau Vangay, Gabriel A. Al-Ghalith, Benjamin M. Hillmann, Tonya L. Ward, Robin R. Shields-Cutler, Austin D. Kim, Anna Konstantinovna Shmagel, Arzang N. Syed, Jens Walter, Ravi Menon, Katie Koecher, Dan Knights:
    Daily Sampling Reveals Personalized Diet-Microbiome Associations in Humans, auch hier (6.2019) Kommentar: Foods with similar nutrition content affect the gut differently

    Die gleiche Nahrung wirkt sich auf das Mikrobiom der einzelnen Menschen sehr unterschiedlich aus. Das bedeutet: Nahrung, die dem einen gut tut, mag sich bei einem anderen Menschen ganz anders auswirken.

  • Arnau Vich Vila, Valerie Collij, Serena Sanna, Trishla Sinha, Floris Imhann, Arno R. Bourgonje, Zlatan Mujagic, Daisy M. A. E. Jonkers, Ad A. M. Masclee, Jingyuan Fu, Alexander Kurilshikov, Cisca Wijmenga, Alexandra Zhernakova, and Rinse K. Weersma:
    Impact of commonly used drugs on the composition and metabolic function of the gut microbiota (1.2020)
    Kommentar: Many common drugs messing with our microbiomes

    Viele häufig verwendete Medikamente verschlechtern die Vielfalt unserer Mikroorganismen. Daraus folgen Nebenwirkungen: erhöhtes Risiko von Darminfektionen, Fettleibigkeit und anderen schweren Erkrankungen. Medikamente, die das Mikrobiom besonders schädigen, sind:

    • Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpeninhibitor, PPI) zur Behandlung von Magengeschwüren, H. Pylori-Eliminierung, gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD, Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre), Barrett-Ösophagus (Schädigung der unteren Speiseröhre) sowie Dyspepsie (Verdauungsstörung im Oberbauch), von denen zwischen 11% und 24% der europäischen Bevölkerung betroffen sind;
    • Metformin zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, von dem 10% der europäischen Erwachsenen betroffen sind;
    • Antibiotika, die von 34% der europäischen Bevölkerung eingenommen werden;
    • Statine als Cholesterinsenker;
    • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (selective serotonin reuptake inhibitors, SSRI) als Antidepressiva gegen Depressionen;
    • ACE-Hemmer (Angiotensin Converting Enzyme inhibitor) bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz;
    • Abführmittel.
  • Spiegel:
    • Wie Bakterien im Darm unsere Gesundheit beeinflussen (10.2018)

      Interview mit Stephan C. Bischoff, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

    • Wie die westliche Lebensweise unsere wichtigsten Bakterien zerstört (23.2.2022)
      Darmbakterien halten den Menschen gesund, aber ihr Artenreichtum geht verloren. Jetzt wollen Forscher die kostbaren Mikroben in einer Biobank bewahren ‒ und daraus Medikamente gegen Zivilisationskrankheiten entwickeln.

      Die Forscher verirren sich im Business-Dschungel. Statt den Artenreichtum im Darm mit allen Möglichkeiten zu erhalten, macht man daraus ein Geschäftsmodell. Dann kann sich jeder, das Wissen und die finanziellen Mittel vorausgesetzt, bei Interesse die gewünschte Artenvielfalt kaufen. Aber das wird nicht funktionieren. Wer steuert die Wissenschaft?

 

3.1 Die gesunde Darmflora

Eine geschädigte Darmflora kann die Entstehung einer Vielzahl von chronischen Krankheiten fördern. Allergien, z.B. Asthma bronchiale, und Autoimmunkrankheiten, z.B. Multiple Sklerose und die Rheumatoide Arthritis, hängen stark von der Zusammensetzung und Vielfalt des Mikrobioms ab. Bakterielle Liganden und Metabolite, die die Differenzierung und Proliferation von T-Helferzellen und regulatorischen T-Zellen beeinflussen, stimulieren Zelltypen des angeborenen und adaptiven Immunsystems. (entnommen aus Das Mikrobiom von André Gessner)

Im Menschen haben die Bakterien und andere Mikroben ungefähr 3,3 Millionen Gene. In der gesamten Population des Menschen gibt es knapp 10 Millionen verschiedene mikrobielle Gene; nicht jeder Mensch hat alle Gene. Außerdem hat der Mensch 22.000 bis 25.000 chromosomale Gene (diese Gene wurden im Rahmen des Humangenomprojekts analysiert), was bedeutet, dass Sie nur etwa 2.000 chromosomale Gene mehr haben als ein Regenwurm. Die mikrobiellen Gene machen also mehr als 99% der Gene des Menschen aus.

Es lohnt sich, den Darm und seine Darmflora zu pflegen und gut zu behandeln. Hilfreich sind eine basische und entzündungshemmende Ernährung, fermentierte Lebensmittel (s.u.), Ballaststoffe und Probiotika. Ein geschädigter Darm verursacht kaum Schmerzen, allenfalls gelegentlich Durchfall oder Verstopfung. Leider wird der Darm deshalb von vielen Menschen zu Unrecht vernachlässigt.

Zum Begriff Darmflora:
Mit Darmflora sind die Mikroorganismen, also Bakterien, gemeint, die den Darm besiedeln. Eigentlich ist Flora falsch, denn es handelt sich um Mikroorganismen, nicht um Pflanzen. Mit Mikrobiom (oder Mikrobiota) ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen gemeint, die den gesunden Menschen (oder ein anderes vielzelliges Lebewesen) natürlicherweise besiedeln.

  • Alfons Meyer: Die oftmals vergessene Darmflora (18.6.2009)

    Im Darm werden alle lebenswichtigen Stoffe in den Organismus aufgenommen und zum Teil vorher gebildet wie die Vitamine B1, B2, B6, B12 und K. Allerdings bietet die riesige Oberfläche des Magen-Darm-Traktes auch den Hauptangriffspunkt für zahllose Krankheitserreger und Schadstoffe.

  • Hannah C. Wastyk, Gabriela K. Fragiadakis, Dalia Perelman, Dylan Dahan, Bryan D. Merrill, Feiqiao B. Yu, Madeline Topf, Carlos G. Gonzalez, William Van Treuren, Shuo Han, Jennifer L. Robinson, Joshua E. Elias, Erica D. Sonnenburg, Christopher D. Gardner, Justin L. Sonnenburg:
    Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status, auch hier (12.7.2021)

    In dieser Studie wird ermittelt, wie zwei Ernährungsvarianten, pflanzliche Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel, das Mikrobiom (die Darmflora) und das Immunsystem gesunder Erwachsener beeinflussen. Folgende fermentierte Lebensmittel werden in dieser Studie verwendet: Kombucha, Joghurt, Kefir, Buttermilch, Kwas (Getränk, das durch Gärung aus Brot hergestellt wird), Kimchi (Gemüse fermentiert durch Milchsäuregärung), Sauerkraut, anderes fermentiertes Gemüse, Gemüse-Salzlake-Getränk. Ergebnis:

    • Eine ballaststoffreiche Ernährung verändert das Mikrobiom und löst individuelle Immunreaktionen aus.
    • Eine Ernährung mit fermentierten Lebensmitteln erhöht die Vielfalt des Mikrobioms und verringert Entzündungen.

 

3.2 Die geschädigte Darmflora

Die Schädigung des Darm-Mikrobioms (Darmflora) kann eine Vielzahl von Erkrankungen verursachen, z.B. Depressionen, Bluthochdruck, Virus-Infektionen und Krebs.

 

3.3 Antibiotika

Antibiotika werden gegen schädliche Bakterien eingesetzt. Aber sie nützen nicht nur, sie schaden auch: sie töten die nützlichen Bakterien und schädigen dadurch die Darmflora. Ihr übermäßiger Einsatz in Medizin und Massentierhaltung verursacht die Entstehung von Keimen, die gegen alle existierenden Antibiotika resistent sind. Besonders gefährlich sind Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone.

Es gibt auch pflanzliche Antibiotika, die die Darmflora unterstützen und dennoch schädliche Keime bekämpfen.

  • Katie J. Suda, Gregory S. Calip, Jifang Zhou, Susan Rowan, Alan E. Gross, Ronald C. Hershow, Rose I. Perez, Jessina C. McGregor, Charlesnika T. Evans:
    Assessment of the Appropriateness of Antibiotic Prescriptions for Infection Prophylaxis Before Dental Procedures, 2011 to 2015, auch hier (5.2019)
    Kommentar: Most preventive antibiotics prescribed by dentists are unnecessary

    Die meisten Antibiotika-Anwendungen vor der Zahnarztbehandlung (81%) zur Prophylaxe gegen Infektionen sind überflüssig und im Widerspruch zu den Leitlinien, die Antibiotika nur für Herz-Patienten vorsehen. Am häufigsten wurde das Antibiotikum Clindamycin angewandt, das die Entwicklung des Bakteriums Clostridioides difficile begünstigt; dieses schädigt den Darm, verursacht Durchfall und erfordert den Einsatz weiterer Antibiotika.

  • Megan Cully: Antibiotics alter the gut microbiome and host health (6.2019)

    Das Darmmikrobiom, die Darmflora, und folglich die Gesundheit des Menschen kann auch durch eine kurzfristige oder niedrig dosierte Antibiotika-Behandlung dauerhaft geschädigt werden. Ergebnis: chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), Diabetes Typ 1, Psoriasis, Asthma. Antibiotika sollten deshalb gar nicht oder möglichst zurückhaltend eingesetzt werden, insbesondere bei Kleinkindern und Schwangeren.

  • S. Perrott, R. McDowell, P. Murchie, C. Cardwell, L. Samuel:
    SO-25 Global rise in early-onset colorectal cancer: An association with antibiotic consumption? (1.7.2021)

    Kommentare:

    Antibiotika erhöhen das Risiko von Dickdarmtumoren, insbesondere im Bereich des Blinddarms. Das gilt in allen Altersgruppen, insbesondere bei den unter 50-Jährigen. Die Verschreibung von Antibiotika sollte reduziert werden, zumal sie häufig unnötig ist.
  • Lenka Dohnalová, Patrick Lundgren, Jamie R. E. Carty, Nitsan Goldstein, Sebastian L. Wenski, Pakjira Nanudorn, Sirinthra Thiengmag, Kuei-Pin Huang, Lev Litichevskiy, Hélène C. Descamps, Karthikeyani Chellappa, Ana Glassman, Susanne Kessler, Jihee Kim, Timothy O. Cox, Oxana Dmitrieva-Posocco, Andrea C. Wong, Erik L. Allman, Soumita Ghosh, Nitika Sharma, Kasturi Sengupta, Belinda Cornes, Nitai Dean, Gary A. Churchill, Tejvir S. Khurana, Mark A. Sellmyer, Garret A. FitzGerald, Andrew D. Patterson, Joseph A. Baur, Amber L. Alhadeff, Eric J. N. Helfrich, Maayan Levy, J. Nicholas Betley & Christoph A. Thaiss:
    A microbiome-dependent gut-brain pathway regulates motivation for exercise (14.12.2022)

    Kommentar von Denny Watkins, Medscape:
    Science Reveals Link Between Gut Health and Exercise Motivation

    Antibiotika schädigen die Darm-Bakterien, was über die Darm-Hirn-Ache Auswirkungen auf das Gehirn hat. Dort wird daraufhin weniger Dopamin produziert, was sich negativ auf die Lust an körperlicher Bewegung auswirkt. Bewegungsarmut und Fettleibigkeit könnte also durch eine geschädigte Darmflora (mit-)verursacht werden. (Tierversuch mit Mäusen)

  • Adam S Faye, Kristine Højgaard Allin, Aske T Iversen, Manasi Agrawal, Jeremiah Faith, Jean-Frederic Colombel, Tine Jess:
    Antibiotic use as a risk factor for inflammatory bowel disease across the ages: a population-based cohort study, auch hier (9.1.2023)

    Antibiotika verursachen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen ‒ Colitis ulcerosa (Dickdarm-Entzündung) und Morbus Crohn (Entzündung des gesamten Magen-Darm-Trakts von der Mundhöhle bis zum After). Nach Einnahme von Antibiotika ist innerhalb von 1-2 Jahren besonders bei

    • Personen ab 40 Jahren,
    • mehrfacher Antibiotika-Einnahme,
    • Antibiotika, die auf Krankheitserreger des Magen-Darm-Trakts abzielen,
    mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko zu rechnen.
  • Aminoglykoside

    Die Aminoglykoside sind von besonderer Bedeutung und hohem Risiko in der Anwendung. Sie haben nur eine geringe therapeutische Breite, d.h. die Nische zwischen Nutzen und Schaden dieser Medikamente ist sehr gering, und sie müssen deshalb sorgfältig dosiert werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in der Schulmedizin schädliche Nebenwirkungen von pharmazeutischen Produkten manchmal ignoriert werden. Aminoglykoside reichern sich besonders in Niere und Innenohr an und wirken dort stark giftig (Nephrotoxizität, Ototoxizität). Besonders Neomycin, das auch in Impfstoffen eingesetzt wird, ist stark ototoxisch, also Gift fürs Ohr mit der möglichen Folge von dauerhaftem Hörverlust, Taubheit und Tinnitus.

    • Wikipedia: Aminoglykoside
    • Lawrence R. Lustig: Arzneimittelinduzierte Ototoxizität

      Aminoglykoside können das Gehör beeinflussen. Neomycin gehört zu den Aminoglykosiden und wirkt von allen Antibiotika am stärksten toxisch auf die Cochlea. Die Cochlea ist ein Teil des Innenohrs und der Sitz der eigentlichen Schallempfindung.

  • Fluorchinolone

    Die Fluorchinolone sind eine Gruppe besonders wirksamer Antibiotika, haben aber auch besonders starke Nebenwirkungen. Sie können schwere, zum Teil irreversible Schäden am Gehirn (Neurotransmitter, Selbstmord-Neigung, Fatigue), Nervensystem (Neuropathie) und Bewegungsapparat (Sehnen, Kollagen, Gefäße) hervorrufen, bei manchen Patienten schon nach einer Tablette. Trotz offizieller Anwendungsbeschränkung werden sie viel zu oft verschrieben.

 

3.3.1 Antibiotika-Resistenz

Jeder Einsatz eines Antibiotikums trägt per Evolution zur Entstehung von Mikroben bei, die gegen das Antibiotikum resistent sind. Der übermäßige Einsatz in der Humanmedizin und in der Massentierhaltung hat dieses Problem verschärft und bedroht inzwischen Gesundheit und Leben der Menschen, vor allem, wenn sie das Krankenhaus aufsuchen müssen und dort als immungeschwächte Patienten von einem Krankenhauskeim infiziert werden. Die Medizin ist in einer Sackgasse und findet nicht heraus. Die Entwicklung immer weiterer Antibiotika ist keine Lösung.

Leider werden daraus nicht die richtigen Konsequenzen gezogen: Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes auf ein absolut notwendiges Minimum. Stattdessen soll das Problem dadurch gelöst werden, dass der falsche Weg noch intensiver beschritten wird und immer mehr und bessere (?) Antibiotika entwickelt werden.

  • Interview mit Dr. Herman Focke, Tierarzt und ehemaliger Leiter des Veterinärsamts im Landkreis Cloppenburg:
    Antibiotika in der Tiermast: Viertel nach zwölf (1.2012)

    Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Tiermast ist in Politik und Wissenschaft bekannt, aber es wird nicht gehandelt.

  • Laura J Shallcross: Antibiotic overuse: a key driver of antimicrobial resistance (12.2014)

    Der breite Einsatz von Antibiotika führte in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Zunahme der Lebenserwartung um rund 20 Jahre; sie ermöglichten bis dahin unmögliche medizinische Techniken und Therapien. Aber nach jeder Einführung eines Antibiotikums folgte die Resistenz der Bakterien dagegen. Die Anzahl der Pharma-Unternehmen, die Antibiotika entwickeln, fiel in den letzten 20 Jahren von 18 auf nur noch vier. Krankenhäuser sind die bedeutendsten Brutstätten resistenter Bakterien. In der Intensiv-Tierhaltung werden Antibiotika als Ersatz für fehlende Hygiene eingesetzt.

  • Film: Resistance (2015)

    Infektionen mit resistenten Bakterien töten jedes Jahr Hunderttausende von Menschen auf der ganzen Welt, und es gibt inzwischen Dutzende so genannter Superbugs, die alle ihre eigenen Probleme mit sich bringen. Wie konnte das passieren? Anhand von mikroskopischen Aufnahmen, erschütternden persönlichen Geschichten und Erkenntnissen von Experten klärt der Film über das Problem der Antibiotikaresistenz auf, wie es dazu kam und was wir tun können, um das Ruder herumzureißen.

  • The Review on Antimicrobial Resistance, Chaired by Jim O'Neill:
    Tackling Drug-Resistant Infections Globally: Final Report and Recommendations (5.2016)

    Untersuchung des Problems der Antibiotika-Resistenz unter gesundheitlichen und wirtschaftlichen Aspekten. Das Problembewusstsein ist zu gering, deshalb werden sie zu häufig eingesetzt, in der Medizin und vor allem in der Landwirtschaft. WHO und andere internationale Organisationen schauen tatenlos zu, obwohl Lösungen nur durch internationale Kooperation möglich sind. Zur Zeit sterben jährlich ca. 700.000 Menschen wegen der Resistenz, und diese Zahl wird bis 2050 auf 10 Millionen steigen.

  • WHO Die WHO erklärt die Antibiotika-Resistenz als eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit des Menschen. Denn momentan sterben dadurch jährlich mindestens 700.000 Personen; 2050 könnten es 10 Millionen Todesfälle pro Jahr sein. Die WHO drängt alle Staaten, aktiv zu werden. Was sollen sie tun?
  • CDC (USA)
    • AR Threats Report

      Durch antibiotika-resistente Bakterien werden in USA jährlich über 3 Millionen Infektionen und 48.000 Todesfälle verursacht.

    • Combating antimicrobial resistance, a global threat

      Die CDC könnten den Antibiotika-Markt regulieren. Aber sie wollen lediglich durch Empfehlungen den Antibiotika-Gebrauch und die Verbreitung der Antibiotika-Resistenz eindämmen. Man verzichtet auf weitergehende Einschränkungen, weil der ungebremste Antibiotika-Einsatz wirtschaftliche Vorteile für die Hersteller bietet.

    • Pseudomonas aeruginosa

      Spiegel:
      Drei Menschen in den USA nach Gebrauch von Augentropfen gestorben, mehrere erblindet (24.3.2023)

      Infos zu dem gefährlichen Bakterium Pseudomonas aeruginosa, das nach einer Operation Infektionen im Blut, in der Lunge (Lungenentzündung) oder in anderen Körperteilen verursachen kann. Im Jahr 2017 wurden in USA 32.600 Infektionen und 2.700 Todesfälle allein durch dieses Bakterium verursacht.

  • Spiegel: 35.000 US-Bürger sterben jährlich durch Superkeime (14.11.2019)

    Die Menschen sterben an Antibiotika-resistenten Keimen (Superbugs). Das Bakterium Clostridioides difficile ist besonders gefährlich und für 12.800 Todesopfer verantwortlich.

  • Victoria Ballén, Yaiza Gabasa, Carlos Ratia, Raquel Ortega, Marc Tejero and Sara Soto:
    Antibiotic Resistance and Virulence Profiles of Klebsiella pneumoniae Strains Isolated From Different Clinical Sources (1.9.2021)

    21,05 % bis 64,91 % der Klebsiella-pneumoniae-Infektionen sind gegen mehrere Antibiotika resistent. Das macht die Behandlung dieser Infektionen äußerst schwierig.

  • Antimicrobial Resistance Collaborators:
    Global burden of bacterial antimicrobial resistance in 2019: a systematic analysis (19.1.2022)

    Kommentar von Sharin Santhiraraja-Abresch, DocCheck: MRE: Der ignorierte Killer (17.2.2022)

    2019 wurden weltweit fast 5 Millionen Todesfälle durch Antibiotika-Resistenz verursacht, davon 1,5 Millionen durch Infektionen der unteren Atemwege. Die wichtigsten Erreger sind Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae, Streptococcus pneumoniae, Acinetobacter baumannii und Pseudomonas aeruginosa.

  • Weltwirtschaftsforum:

    Antibiotika haben sich zu einem problematischen Produkt entwickelt. Die Ärzte sehen die Gefahr, dass für lebensbedrohliche Keime bald kein wirksames Gegenmittel mehr zur Verfügung steht. Und die Pharma-Konzerne sehen die Gefahr, dass der Antibiotika-Markt schrumpft und es sich andererseits künftig kaum noch lohnen könnte, weitere patentgeschützte Produkte zu entwickeln. Was tun? Auf dem Weltwirtschaftsforum werden neue Ideen präsentiert.

    Einerseits steigert der übermäßige Einsatz der existierenden Antibiotika die Antibiotika-Resistenz, und andererseits lohnt sich die Entwicklung neuer Antibiotika kaum noch. Denn der Markt für Antibiotika funktioniert nicht wie gewünscht: neue Antibiotika werden mit hohem Aufwand entwickelt und teuer verkauft, aber sie finden keinen breiten Einsatz, sondern nur im Notfall, so dass das Umsatzziel nicht erreicht wird.

    Der Wellcome Trust, die Novo Nordisk Foundation und die Boston Consulting Group haben daraus eine Geschäftsidee entwickelt, ein Abonnement-Modell: die Staaten sollen in den Markt eingreifen und den Pharma-Konzernen jährlich eine bestimmte Summe als Anreiz für den Entwicklungsaufwand zahlen, unabhängig vom Geschäftserfolg, von der Menge der verkauften und eingesetzten Antibiotika.

    Dass die Staaten während der Corona-Pandemie riesige Summen aus Steuermitteln der Pharma-Industrie gegeben haben, macht Mut: so könnte es bei der Antibiotika-Resistenz auch funktionieren. In den USA wurden bereits entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen; Schweden, Großbritannien und die EU arbeiten daran.

 

3.4 Wie entsteht eine gesunde Darmflora?

Es gibt inzwischen kaum eine chronische Krankheit ‒ Allergien und Autoimmunerkrankungen eingeschlossen ‒, die man nicht mit einer kranken Darmflora in Verbindung bringen würde. Selbst psychische Beschwerden entwickeln sich offenbar besonders gut, wenn die Darmflora gestört ist. Der Aufbau der Darmflora ist in der Naturheilkunde eine wichtige Komponente einer jeden Therapie und gehört überdies zu den effektivsten präventiven Maßnahmen, die man kennt. Besonders nach der Einnahme von Antibiotika sollte umgehend die Darmflora wieder aufgebaut werden.

Fördern Sie das Wachstum nützlicher Bakterien durch Ernährung mit

  • Vollwertkost, die reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen ist, z.B. Vollkornprodukte, Obst mit Schalen, Gemüse, Bohnen und Hülsenfrüchte,
  • probiotischen und fermentierten Lebensmitteln, z.B. Joghurt, Sauerkraut. Diese Lebensmittel enthalten lebende Bakterien-Kulturen.
  • pflanzlichen Antibiotika
    • Oregano-Öl ist wirksam gegen Bakterien wie Streptococcus mutans, die Karies verursachen, sowie gegen 11 verschiedene multiresistente Bakterien, einschließlich MRSA, und deren Biofilme. Es ist eines der wirkungsvollsten natürlichen Antibiotika und fungizid, also gut gegen Pilz-Infektionen aller Art.
    • Olivenblattextrakt: der etwas bitter schmeckende Wirkstoff Oleuropein hat antioxidative, antimikrobielle und anti-entzündliche Eigenschaften.
    • Ingwer wirkt gegen die Bakterien Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Streptococcus mutans, Candida albicans und Enterococcus faecalis. Mehr als ein Dutzend anderer Bakterien sind ebenfalls anfällig für seine Auswirkungen, ebenso wie eine Reihe von Biofilmen. Ingwer ist für Kinder unter 2 Jahren nicht geeignet. Erwachsene sollten nicht mehr als 4 Gramm Ingwer pro Tag zu sich nehmen. Schwangeren wird empfohlen, ihre Aufnahme auf 1 Gramm pro Tag zu begrenzen.
    • Honig wird seit Jahrtausenden wegen seiner antiseptischen und antibiotischen Eigenschaften geschätzt;
    • Knoblauch wird seit Jahrhunderten gegen bakterielle und parasitäre Infektionen eingesetzt, weil es schlechte Bakterien hemmt und gute Bakterien in Ruhe lässt. Der Wirkstoff Allicin hat sich als wirksam gegen eine Vielzahl grampositiver, gramnegativer und säurefester Bakterien erwiesen, darunter Salmonellen, E. coli, Klebsiella, Clostridien und Vancomycin-resistente Enterokokken. Koblauch hilft gegen resistente Bakterien und bei chronischer Außen- und Mittelohrentzündung.
    • Echinacea wirkt antibakteriell und stärkt das Immunsystem. Es kann zur Behandlung von Harnwegsinfektionen, vaginalen Hefepilzinfektionen (Candida), Mittelohrentzündung, Fußpilz, Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), Heuschnupfen sowie bei langsam heilenden Wunden verwendet werden. Allgemeine Empfehlung bei Infektionen: dreimal täglich für maximal 10 Tage einnehmen.
    • Apfelessig wirkt antiseptisch und antimikrobiell, außerdem blutstillend und entzündungshemmend;
    • Kurkuma (Gelbwurzel) mit dem Wirkstoff Curcumin, bekannt aus der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin, wird gegen Entzündungen und bakterielle Infektionen und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt;
    • Cayenne-Pfeffer mit den Wirkstoffen Capsaicin and Dihydrocapsaicin stimuliert die Blutzirkulation, stoppt das Bakterien- und Pilzwachstum und wirkt auch gegen Virus-Infektionen;
    • natives Kokosöl wirkt gegen mikrobielle Infektionen, stärkt das Immunsystem und stabilisiert den Blutzuckerspiegel.
    • Gelbwurzel: ihr Hauptbestandteil ist Berberin, das für seine starken antibakteriellen Eigenschaften bekannt ist. Berberin tötet hauptsächlich grampositive Bakterien, auch MRSA. Es wird nicht für schwangere oder stillende Frauen empfohlen. Personen mit hohem Blutdruck, Leber- oder Herzerkrankungen sollten die Verwendung mit ihrem Arzt besprechen, da die Gelbwurzel diejenigen Medikamente, die für diese Erkrankungen verschrieben werden, beeinträchtigen kann. Mögliche Nebenwirkungen sind Reizungen der Haut, des Mundes, des Rachens und der Vagina sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht.

Vorzug aller pflanzlich-natürlichen ‒ im Gegensatz zu den pharmazeutisch-synthetischen ‒ Antibiotika ist, dass sie nur die schädlichen, nicht die nützlichen Bakterien angreifen.

Weitere Informationen:

  • Zentrum der Gesundheit:
    • Aufbau der Darmflora: Anleitung und Tipps

      Die Darmflora wird mit Probiotika wieder aufgebaut. Dazu werden Medikamente und ein Einahmeschama empfohlen. Bentonit (oder Zeolith oder Mumijo) und Flohsamenschalen oder Akazienfaser werden erwähnt. Nebenwirkungen und Empfehlungen zur richtigen Ernährung werden angesprochen.

    • Oregano ‒ Natürliches Antibiotikum

      Oregano zählt zu den kraftvollsten Kräutern und den wirkungsvollsten natürlichen Antibiotika, die jemals untersucht wurden. Oregano ist darüber hinaus ein stark fungizides Mittel. Daher wirkt er gut bei Pilz-Infektionen aller Art.

    • Wie Sie nach Antibiotika Ihre Darmflora wieder aufbauen

      Viele Antibiotika greifen nicht nur die Krankheitserreger an, sondern auch die nützlichen Bakterien der körpereigenen Flora, etwa die Darm- und Scheidenbakterien. Diese Bakterien sind jedoch sehr wichtig für ein leistungsstarkes Immunsystem, für einen gesunden Darm, eine gute Nährstoffverwertung und vieles mehr.

  • Schrot & Korn: Welches Essen ist gut für den Darm? (10.2021)
    Darmbakterien sind wichtig für unsere Gesundheit. Wie Freundschaften muss man die Bakterien pflegen, etwa mit gesundem Essen.

 

3.5 Darmreinigung

Eine Darmreinigung kann von Vorteil sein, um nicht nur schwer lösliche Kotsteine (verhärteter Stuhl), sondern auch Umweltgifte, nutzlose Stoffwechselprodukte, schädliche Viren, Bakterien und Fremdproteine aus dem Körper zu entfernen, die sich im Darm und an anderen Stellen ansammeln. Darmreinigung ist angezeigt bei Entzündung der Darmschleimhaut, bei gestörter Darmflora und beim Leaky Gut Syndrom.

Mit der Darmreinigung wird die Autophagie (oder: Autophagozytose) unterstützt. Das ist ein natürlicher, selbstheilender, intrazellulärer Prozess, mit dem der Körper nicht mehr benötigte Zellbestandteile abbaut oder ggf. umbaut. Unnützes und schädliches Zellmaterial, fehlerhafte Proteine, krankhafte oder schädliche Strukturen, eingedrungene Viren und Bakterien werden aus dem Körper entfernt. Dieser Prozess findet in allen Organen statt und wird durch Nährstoffmangel (Fasten) und z.B. Kaffee stimuliert. Er nimmt im Alter ab, was die Entstehung chronischer Krankheiten (Tumore, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen) begünstigt.

  • Zentrum der Gesundheit
    • Falschmeldungen über Darmreinigungen

      Gründliche Beschreibung des Nutzens einer Darmreinigung und der sinnvollen Methoden. Was sind Schlacken in der Alternativmedizin ‒ jedenfalls nicht das, was Schulmediziner vermuten. Sie lehnen die Darmreinigung ab, weil es für ihren Nutzen keine evidenzbasierten Nachweise gibt.

    • Autophagozytose, die Gesundheitsgarantie Ihres Körpers

      Autophagozytose oder Entschlackung ist ein notwendiger körperlicher Vorgang, dessen Aktivität in höherem Alter nachlässt und dann die Entstehung chronischer Krankheiten begünstigt.

    • Darmreinigung - Die kostenlose Anleitung

      Ziel der Darmreinigung sind (u.a.) die Regeneration der Darmschleimhaut, der Abbau von Entzündungsprozessen im Darm, die Regulierung der Darmflora, die Eliminierung von schädlichen Darmbakterien und Darmpilzen, die Ausleitung von Stoffwechselabfallprodukten und Kotsteinen, die Aktivierung oder Beruhigung der Peristaltik und die Entlastung von Leber, Nieren und Lymphsystem.

    • Darmreinigungen: Wie man gute Qualität erkennt

      Auf dem Markt werden auch unnütze Produkte verkauft.

    • Das sagen Wissenschaftler zur Darmreinigung

      Darmreinigung spielt in der Schulmedizin keine Rolle, aber in der Wissenschaft und in der Naturheilkunde.

    • Hausmittel zur Darmreinigung

      Geeignet sind Leinsamen, Mineralerden, Wasser, Apfelsaft und Apfelessig, Zitronensaft, Bitterstoffe, Sauerkraut, Trockenpflaumen und -feigen, Ingwer, Senfköner, einige Heilkräuter, Glaubersalz, Kaffee-Einlauf, Bauchmassage.

  • DocCheck Flexikon: Autophagie
  • Federico Pietrocola, Shoaib Ahmad Malik, Guillermo Mariño, Erika Vacchelli, Laura Senovilla, Kariman Chaba, Mireia Niso-Santano, Maria Chiara Maiuri, Frank Madeo, Guido Kroemer:
    Coffee induces autophagy in vivo (25.4.2014)

    Im Tierversuch (Maus) wird gezeigt, dass Kaffee (mit oder ohne Koffein) in allen Organen die Autophagie stimuliert.

  • Fasten mit Prof. Andreas Michalsen & Dr. Gros

    Erläuterung des Salufast-Programms und Verkauf von Produkten, die das Fasten unterstützen.

 

4. Nahrung und Ernährung

4.1 Nährstoffe - Lebensmittel

Aus den Nährstoffen beziehen wir die Energie für alle Körperfunktionen sowie die Bausteine für den Aufbau von Zellen, Gewebe, Organen, Knochen usw. Kohlenhydrate (Saccharide), Fette und Eiweiße sind Nährstoffe, die der Mensch benötigt und die er in einem ausgewogenen Verhältnis zu sich nehmen sollte.

  • Mahshid Dehghan, Andrew Mente, Xiaohe Zhang, Sumathi Swaminathan, Wei Li, Viswanathan Mohan, Romaina Iqbal, Rajesh Kumar, Edelweiss Wentzel-Viljoen, Annika Rosengren, Leela Itty Amma, Alvaro Avezum, Jephat Chifamba, Rafael Diaz, Rasha Khatib, Scott Lear, Patricio Lopez-Jaramillo, Xiaoyun Liu, Rajeev Gupta, Noushin Mohammadifard, Nan Gao, Aytekin Oguz, Anis Safura Ramli, Pamela Seron, Yi Sun, Andrzej Szuba, Lungiswa Tsolekile, Andreas Wielgosz, Rita Yusuf, Afzal Hussein Yusufali, Koon K Teo, Sumathy Rangarajan, Gilles Dagenais, Shrikant I Bangdiwala, Shofiqul Islam, Sonia S Anand, Salim Yusuf, Prospective Urban Rural Epidemiology (PURE) study investigators:
    Associations of fats and carbohydrate intake with cardiovascular disease and mortality in 18 countries from five continents (PURE): a prospective cohort study, auch hier (29.8.2017)

    Zu viele Kohlenhydrate sind ungesund. Fette, soweit man sie in ausgewogenem Umfang zu sich nimmt, sind notwendig und führen nicht zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herzinfarkten. (Sie sollten nicht wegen einer Schlankheitsdiät reduziert werden.) Gesättigte Fette reduzieren das Risiko für Schlaganfall.

  • Milch

    Milch ist ein Lebensmittel mit gesundheitsförderlichen Wirkstoffen. Durch die Behandlung in der Molkerei ‒ Pasteurisierung (kurzzeitige Erhitzung), Homogenisierung, Ultra-hoch-Erhitzung (h-Milch, UHT) ‒ gehen die gesundheitlichen Vorteile teilweise verloren, die die unbehandelte, rohe Milch hat. Manche befürchten, Rohmilch könnte mit Krankheitserregern kontaminiert sein, die von der Kuh, der Umwelt oder der Melkausrüstung kommen. Das Risiko dafür ist sehr gering.

    In einigen Staaten ist der Vetrieb von Rohmilch an Endverbraucher verboten, in Deutschland und anderen Staaten unter speziellen Bedingungen erlaubt.

    • Wikipedia: Rohmilch
    • Peg Coleman, Weston A. Price Foundation: A Campaign for Real Milk

      Eine genauere Betrachtung der gemeldeten Erkrankungen nach Verzehr von Rohmilch zeigt, dass das Erkrankungs- und Sterberisiko weitaus geringer ist als oft dargestellt.

  • Fleisch

 

4.2 Ungesunde Lebensmittel

Mehrere Entwicklungen tragen zum Rückgang des Nährwerts in Pflanzen, Gräsern und Getreide bei, darunter Monokulturen, gentechnisch veränderte Nutzpflanzen, ertragreiche Praktiken und die Zerstörung der Bodengesundheit. Mit sinkendem Nährwert sinkt auch die öffentliche Gesundheit. Chronische Erkrankungen werden immer häufiger.

Der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit wird von vielen gesehen. Junk- und Snack-Food-Unternehmen treiben deshalb durch Korruption der Wissenschaft und der internationalen Gesundheitsinstitutionen (WHO etc.) einen hohen Aufwand, um die Gesundheitsgefahren durch ungesunde Lebensmittel kleinzureden. Sie versuchen auch, das Interesse der Verbraucher für ihre Bio-Produkte zu wecken. Aber Bio-Zutaten machen Junk-Food nicht gesund. Wichtig wäre eine biodynamische und regenerative Landwirtschaft. Denn die auf Chemikalien basierende Landwirtschaft schädigt den Ackerboden, erhöht die Luft- und Wasserverschmutzung, zerstört Bestäuber und Artenvielfalt und verstärkt die Bodenerosion.

Ungesunde Lebensmittel sind gekennzeichnet durch

Tausende von chemischen Zusatzstoffen werden in der Lebensmittelindustrie eingesetzt, und viele von ihnen verursachen Stoffwechselstörungen, Schäden am Hormonsystem, neurologische und Verhaltensprobleme, Krebs, Herz- und Lebererkrankungen und Schäden am Mikrobiom im Darm (Darmflora). Die Lebensmittel-Zusatzstoffe werden vor der Zulassung nicht daraufhin untersucht.

Weitere Informationen und Studien

 

4.2.1 Ungesunde Ernährung

Gesunde Ernährung bedeutet: ausgewogenes Verhältnis von guten Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen (Aminosäuren) sowie gute Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und anderen Vitalstoffen. Diese Ziele sind nur erreichbar, wenn weitgehend auf Produkte der Lebensmittelindustrie verzichtet wird. Stark verarbeitete Lebensmittel, die viele Verarbeitungsstufen in der Lebensmittelindustrie durchlaufen haben, sind ungesund.

Leider wird ungesunde Ernährung stark beworben und sie ist beliebt. Das Problem heißt Junkfood, wörtlich übersetzt: Abfall-Nahrung. Tatsächlich ist es Nahrung mit hohen Anteilen an Salz, Zucker, minderwertigen Fetten und künstlichen Aromen und mit einem Mangel an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen.

  • Zentrum der Gesundheit: Wie das Essen von Junk Food Ihr Gehirn verändert

    Amy Reichelt: Five ways junk food changes your brain (19.9.2016)

    Junkfood verändert das Gehirn und erzeugt ein Glücksgefühl. Kinder und Jugendliche haben nur geringe Möglichkeiten, sich gegen diese Manipulation zu wehren. Zu viel Zucker verursacht Entzündungen im Gehirn. Das Gedächtnis wird schlechter, der Mensch hat Schwerigkeiten, Neues zu lernen, und er wird geistig schwerfälliger.

  • Vanessa Las Heras, Adam G. Clooney, Feargal J. Ryan, Raul Cabrera-Rubio, Pat G. Casey, Cara M. Hueston, Jorge Pinheiro, Justine K. Rudkin, Silvia Melgar, Paul D. Cotter, Colin Hill and Cormac G. M. Gahan:
    Short-term consumption of a high-fat diet increases host susceptibility to Listeria monocytogenes infection, auch hier (1.2019)
    Kommentar: High fat diet increases risk of food poisoning from Listeria monocytogenes

    Eine besonders fettreiche Ernährung beeinträchtigt die Fähigkeit des Immunsystems, Infektionen abzuwehren, speziell die Listerien im Darm. Hinsichtlich einer Listerien-Infektion sind besonders Menschen mit geschwächter Immunabwehr ‒ Kleinkinder, ältere Menschen, frisch Operierte, Aids- oder Krebspatienten und Diabetiker ‒ gefährdet. Allerdings ist es nicht einfach, Listerien als Krankheitsursache zu erkennen.

  • GBD 2017 Diet Collaborators:
    Health effects of dietary risks in 195 countries, 1990-2017: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2017, auch hier (5.2019)
    Pressemitteilung: Despite growing burden of diet-related disease, medical education does not equip students to provide high quality nutritional care to patients

    Ein Fünftel aller Todesfälle weltweit infolge nichtübertragbarer Krankheiten wird durch mangelhafte, ungesunde Ernährung verursacht und könnte mit einer gesunden Ernährung verhindert werden. An der Spitze stehen zu viel Natrium, zu wenig Vollwertkost und zu wenig Obst. Leider ist die Ernährung weltweit nur unzureichend in die medizinische Ausbildung integriert, was bedeutet, dass es Medizinstudenten an Selbstvertrauen, Fähigkeiten und Wissen mangelt, um Patienten mit Informationen über gute Nahrungsmittel zu versorgen.

  • Sachin A. Shah, Andy H. Szeto, Raechel Farewell, Allen Shek, Dorothy Fan, Kathy N. Quach, Mouchumi Bhattacharyya, Jasmine Elmiari, Winny Chan, Kate O'Dell, Nancy Nguyen, Tracey J. McGaughey, Javed M. Nasir and Sanjay Kaul:
    Impact of High Volume Energy Drink Consumption on Electrocardiographic and Blood Pressure Parameters: A Randomized Trial, auch hier (5.2019)
    Kommentar: Energy Drinks Bad for Your Heart and Blood Pressure, Study Says

    In einer prospektiven Studie wurde die Wirkung von Energy drinks untersucht, die hohe Mengen an Koffein und Zucker enthalten. Ergebnis: erhöhter Blutdruck, Herzrhythmusstörungen und die Gefahr dauerhafter Schäden am Herzen. Die Forscher vermuten, dass die schädlichen Wirkungen nicht nur von Koffein, sondern auch von weiteren Getränke-Zusätzen verursacht werden. Empfehlung: lieber nicht trinken; besonders gefährdet sind Menschen mit Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck.

  • 14 Tage essen nach Lust und Laune:
    Lebensmittel: stark verarbeitet / unverarbeitet
    oben: Kalorienaufnahme   unten: Körpergewicht

  • Kevin D. Hall, Alexis Ayuketah, Robert Brychta, Hongyi Cai, Thomas Cassimatis, Kong Y. Chen, Stephanie T. Chung, Elise Costa, Amber Courville, Valerie Darcey, Laura A. Fletcher, Ciaran G. Forde, Ahmed M. Gharib, Juen Guo, Rebecca Howard, Paule V. Joseph, Suzanne McGehee, Ronald Ouwerkerk, Klaudia Raisinger, Irene Rozga, Michael Staglian:
    Ultra-Processed Diets Cause Excess Calorie Intake and Weight Gain: An Inpatient Randomized Controlled Trial of Ad Libitum Food Intake (5.2019); Korrektur (7.2019)
    Interview mit dem Studienleiter: Die Testpersonen haben spontan zu viel gegessen

    Wer viele stark verarbeitete Lebensmittel isst, nimmt mehr Kalorien zu sich als nötig, und wird dick. Das ist gut für die Umsätze der Lebensmittelindustrie (Essen macht Spaß), aber schlecht für die Gesundheit der Menschen: Gewichtszunahme und Fettleibigkeit (Adipositas) sind die Folge.

    Fast Food macht dick und dumm!

  • Zentrum der Gesundheit:
    Immer mehr Darmkrebs bei unter 45-Jährigen: Das ist der Grund! (28.9.2022)

    Grund der wachsenden Häufigkeit von Darmkrebs ist die ungesunde Ernährung mit zu vielen verarbeiteten Lebensmitteln.

  • Natalia Gomes Gonçalves, Naomi Vidal Ferreira, Neha Khandpur, Euridice Martinez Steele, Renata Bertazzi Levy, Paulo Andrade Lotufo, Isabela M. Bensenor, Paulo Caramelli, Sheila Maria Alvim de Matos, Dirce M. Marchioni, Claudia Kimie Suemoto:
    Association Between Consumption of Ultraprocessed Foods and Cognitive Decline (5.12.2022)

    Wer über viele Jahre stark verarbeitete Produkte der Lebensmittelindustrie isst, hat im Alter ein höheres Risiko für die Abnahme der geistigen Kräfte (Neurodegeneration) und für Demenz.

  • Kiara Chang, Marc J. Gunter, Fernanda Rauber, Renata B. Levy, Inge Huybrechts, Nathalie Kliemann, Christopher Millett, Eszter P. Vamos:
    Ultra-processed food consumption, cancer risk and cancer mortality: a large-scale prospective analysis within the UK Biobank (31.1.2023)

    Weltweit ist Krebs die Ursache von einem Sechstel aller Todesfälle. Mindestens 50% aller Krebsfälle wären vermeidbar, und eine gesündere Ernährung wäre dabei ein Schlüsselfaktor. Industriell hoch verarbeitete Lebensmittel bestehen aus industriell gewonnenen Substanzen und Zusatzstoffen und werden in umfangreichen industriellen Prozesse hergestellt. Sie enthalten kaum Vollwertkost, sind reich an Kohlenhydraten und Salz, Zucker und Fett, aber arm an Ballaststoffen und anfällig für übermäßigen Konsum. Sie werden aggressiv vermarktet und verdrängen nach und nach die traditionelle Ernährung, die auf frischen und minimal verarbeiteten Lebensmitteln basiert.

    Die britische Studie bestätigt, dass durch Ernährung mit hoch verarbeiteten Lebensmitteln das Risiko signifikant ansteigt, an Krebs zu erkranken und daran zu sterben. Das gilt besonders für den Krebs der Eierstöcke.

  • FAO: The State of Food and Agriculture 2023, Erläuterung (6.11.2023)
    Ermittlung der wahren Lebensmittelkosten zur Umgestaltung der Agrar- und Ernährungssysteme

    Spiegel Online: »Versteckte Kosten« unserer Ernährung sind extrem hoch

    Durch ungesunde Ernährung und eine umweltschädliche Landwirtschaft entstehen pro Jahr weltweit Kosten in Billionenhöhe. Die Uno will Strategien entwickeln, um diese »hidden costs« zu verringern.

    Im Bericht der UNO-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) werden die vielen extrem verarbeiteten Lebensmittel kritisiert sowie die Tatsache, dass der Anteil von Fett und Zucker immer größer wird. Das führt zu Fettleibigkeit und anderen Krankheiten, was die Gesundheitssysteme hoch belastet.

  • Melissa M Lane, Elizabeth Gamage, Shutong Du, Deborah N Ashtree, Amelia J McGuinness, Sarah Gauci, Phillip Baker, Mark Lawrence, Casey M Rebholz, Bernard Srour, Mathilde Touvier, Felice N Jacka, Adrienne O'Neil, Toby Segasby, Wolfgang Marx:
    Ultra-processed food exposure and adverse health outcomes: umbrella review of epidemiological meta-analyses (19.1.2024)

    Wer häufiger hochverarbeitete Lebensmittel isst, hat ein höheres Krankheitsrisiko, insbesondere für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Störungen und Tod, auch für Krebs, Atemwegs- und Magen-Darm-Erkrankungen.

  • Anna M R Hayes, Logan Tierno Lauer, Alicia E Kao, Shan Sun, Molly E Klug, Linda Tsan, Jessica J Rea, Keshav S Subramanian, Cindy Gu, Natalie Tanios, Arun Ahuja, Kristen N Donohue, Léa Décarie-Spain, Anthony A Fodor, Scott E Kanoski:
    Western diet consumption impairs memory function via dysregulated hippocampus acetylcholine signaling, auch hier (8.3.2024)

    Eating junk food during childhood may lead to long-term, irreversible memory issues (16.4.2024)

    Der Verzehr von Junkfood in der Kindheit kann zu langfristigen, irreversiblen Gedächtnisproblemen führen. Könnte es sein, dass Schokoriegel genauso schlimm sind wie Bierdosen? Eine Studie mit Nagetieren ergibt, dass Ratten, die während der Pubertät fett- und zuckerreich ernährt werden, über lange Zeit Gedächtnisstörungen haben, die lange bis ins Erwachsenenalter anhalten und die intellektuelle Entwicklung des Menschen stören.

    Die Forscher haben die schädlichen Veränderungen im Gehirn genauer untersucht. Ergebnis: durch die ungünstige Ernährung kommt es zu einer dauerhaften Verringerung des cholinergen Tonus im Hippocampus. Dadurch wird die durch Neuheiten ausgelöste Freisetzung von Acetylcholin im Hippocampus und die Acetylcholinsignalisierung beeinträchtigt.

  • Varun M. Bhave, Carol R. Oladele, Zsuzsanna Ament, Naruchorn Kijpaisalratana, Alana C. Jones, Catharine A. Couch, Amit Patki, Ana-Lucia Garcia Guarniz, Aleena Bennett, Michael Crowe, Marguerite R. Irvin, and W. Taylor Kimberly:
    Associations Between Ultra-Processed Food Consumption and Adverse Brain Health Outcomes, auch hier (22.5.2024)

    Megan Brooks, Medscape:
    Ultraprocessed Foods an Independent Risk Factor for Poor Brain Health (23.5.2024)

    Der regelmäßige Verzehr von Lebensmitteln, die in der Lebensmittelindustrie stark verarbeitet wurden, erhöht das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen (also Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit) und für Schlaganfall.

 

4.2.2 Stillen + Säuglingsnahrung

Muttermilch ist die beste Nahrung, die ein Säugling in den Wochen und Monaten nach der Geburt erhalten kann. Sie enthält alles, was der Säugling braucht: angepasste Nährstoffe, Vitalstoffe, Stoffe zur Entwicklung des Immunsystems und vieles mehr. Mutter und Kind haben gesundheitliche Vorteile. Das alles gefällt der Lebensmittelindustrie nicht, die Säuglingsnahrung herstellt.

In einer besonderen, sensiblen Lebensphase der Eltern versucht die Lebensmittelindustrie mit hohem Werbeaufwand, mit unbewiesenen und falschen Behauptungen über den gesundheitlichen Nutzen ihrer Produkte und mit dem Appell an die Bequemlichkeit, die Mütter vom Stillen abzubringen. Der Staat unterstützt die kommerziellen Interessen der Lebensmittelindustrie. Für den Arbeitgeber bedeutet das Stillen, dass er längeren Mutterschutz, also die ‒ ggf. bezahlte ‒ Abwesenheit der Mutter von der Arbeitsstelle, gewähren muss. Für die Mutter bedeutet es ggf. Verzicht auf Einkommen und Karriere.

  • The Lancet: Breastfeeding 2023

    In mehreren Artikeln wird über die Vorteile des Stillens und die Taktiken der Lebensmittelindustrie berichtet, um den Müttern das Stillen auszureden.

  • The Lancet, Editorial: Unveiling the predatory tactics of the formula milk industry (11.2.2023)

    Obwohl es sicher ist, dass Stillen das Beste für Mutter und Kind ist, werden weniger als die Hälfte der Säuglinge gestillt. Hingegen steigt der weltweite Umsatz mit Säuglingsnahrung jedes Jahr, inzwischen auf 55 Milliarden US-Dollar. Die Marketingstrategien beeinflussen Familien, Politik und Wissenschaft. Ohne Nachweis wird behauptet, dass die Produkte eine Lösung für allgemeine Gesundheits- und Entwicklungsprobleme von Säuglingen darstellen. Regierungen räumen den Handelsinteressen, auch durch Drohung mit Sanktionen, Vorrang vor der Gesundheit von Säuglingen ein.

  • Ka Yan Cheung, Loukia Petrou, Bartosz Helfer, Erika Porubayeva, Elena Dolgikh, Sana Ali, Insaf Ali, Lindsay Archibald-Durham, Meredith Merilee Brockway, Polina Bugaeva, Rishma Chooniedass, Pasquale Comberiati, Erika Cortés-Macías, Sofia D'Elios, Gavriela Feketea, Peter Hsu, Musa Abubakar Kana, Tatiana Kriulina, Yuzuka Kunii, Comfort Madaki, Rihab Omer, Diego Peroni, Jana Prokofiev, Melanie Rae Simpson, Naoki Shimojo, Linda P Siziba, Jon Genuneit, Sohini Thakor, Marium Waris, Quan Yuan, Sadia Zaman, Bridget E Young, Brighid Bugos, Matthew Greenhawt, Michael E Levin, Jonathan Zheng, Robert J Boyle, Daniel Munblit:
    Health and nutrition claims for infant formula: international cross sectional survey, auch hier (15.2.2023)

    Study Finds Most Baby Formula Health Claims Not Backed by Science (29.3.2023)

    Auf den Etiketten der Säuglingsnahrung werden irreführende Behauptungen zum gesundheitlichen Nutzen aufgestellt, die nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen. Untersucht werden 757 Produkte aus 15 Ländern, darunter die USA, Großbritannien, Norwegen, Nigeria, Russland, Deutschland, Kanada, Italien, Japan und Australien. Ohne Nachweis wird behauptet, dass die Inhaltsstoffe der Muttermilch ähneln. Oder auf dem Lebensmittel-Etikett bezieht man sich auf Studien, in denen gar nicht das steht, was auf dem Etikett über die Studie behauptet wird.

  • Moms Across America: Baby Formula Toxic Metals Results Released (21.5.2024)

    Die Untersuchung von Säuglingsnahrung in USA hat erschreckendes gezeigt: alle Produkte sind kontaminiert mit sehr hohen Werten (einem Vielfachen der erlaubten Werte) von giftigen Metallen (Aluminium, Blei, Arsen, Quecksilber und Cadmium).

  • Nutzen des Stillens und der Muttermilch
    • DocCheck: Die Muttermilch-Kapitalisten kommen

      Muttermilch ist das unübertroffene Nahrungsmittel, ein Superfood für Säuglinge. Es gibt Gründe, warum Mütter zu früh das Stillen beenden oder gar nicht erst anfangen: geringer Bildungsstand, psychosozial und materiell belastete Lebenslage, Stress, gesellschaftlicher Druck, mangelnde Beratung bei Stillproblemen.
      Vorteil des Stillens für das Kind: geringeres Risiko für plötzlichen Kindstod, Darmentzündungen bei Frühgeborenen und Infektionen der Atemwege und des HNO-Bereichs, später für Adipositas, Typ-2-Diabetes, Hypertonie und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.
      Vorteil des Stillens für die Mutter: raschere Rückbildung der Gebärmutter, geringeres Risiko für Krebserkrankungen, bessere Mutter-Kind-Bindung.

    • WHO: Breastfeeding

      Stillen ist eine der effektivsten Methoden, um die Gesundheit und das Überleben des Kindes zu gewährleisten. Entgegen den Empfehlungen der WHO wird jedoch weniger als die Hälfte der Säuglinge unter 6 Monaten ausschließlich gestillt.

      Muttermilch ist die ideale Nahrung für Säuglinge. Es ist sicher, sauber und enthält Antikörper, die zum Schutz vor vielen gängigen Kinderkrankheiten beitragen. Muttermilch liefert alle Energie und Nährstoffe, die der Säugling in den ersten Lebensmonaten benötigt, und deckt in der zweiten Hälfte des ersten Lebensjahres bis zur Hälfte oder mehr des Ernährungsbedarfs eines Kindes. Im zweiten Lebensjahr deckt Muttermilch bis zu einem Drittel des Ernährungsbedarfs des Kindes.

      Gestillte Kinder schneiden bei Intelligenztests besser ab, sind seltener übergewichtig oder fettleibig und im späteren Leben weniger anfällig für Diabetes. Frauen, die stillen, haben auch ein geringeres Risiko für Brust- und Eierstockkrebs.

      Die unangemessene Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten untergräbt weiterhin die Bemühungen, die Stillraten und -dauer weltweit zu verbessern.

    • Kathleen M. Krol1 and Tobias Grossmann: Psychological effects of breastfeeding on children and mothers (22.6.2018)

      Stillen hat emotionale Vorteile für Mutter und Kind. Mütter erleben in den ersten Monaten der Pflege ihres Neugeborenen weniger Stress und eine verbesserte Sensibilität für die Bedürfnisse ihres Säuglings. Stillen verbessert die kognitive Leistungsfähigkeit von Kindern und die sozio-affektive Reaktion auf ihre Umgebung.

    • Michael Abou-Dakn: Gesundheitliche Auswirkungen des Stillens auf die Mutter (5.7.2018)

      Kurzzeitige Wirkungen: raschere Rückbildung der Gebärmutter, Reduktion von Stress, Verringerung des Risikos für eine postpartale Depression, Gewichtsreduktion sowie Anovulation (Ausbleiben des Eisprungs), was für kurze Zeit die Fruchtbarkeit der Mutter reduziert.
      Langzeiteffekte: Reduktion des Risikos von Brustkrebs sowie von Ovarial- und Endometriumkarzinomen, Reduktion des metabolischen Syndroms, des Auftretens von Typ-II-Diabetes und koronarer Herzerkrankungen.

 

4.2.3 Künstliche Süßstoffe

Süßstoffe:


Zuckeraustauschstoffe:

Künstliche Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sollen helfen, Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2 und das metabolische Syndrom zu vermeiden, denn sie enthalten keine (oder kaum) Kalorien. Aber sie erfüllen nicht diesen Wunsch ‒ ganz im Gegenteil: sie schädigen die Darmflora und die Psyche, fördern die genannten krankhaften Zustände (Fettleibigkeit usw.) und können Krebs verursachen. Versuchen Sie lieber, die Sucht nach Süßem zu überwinden.

Trinken Sie nur ungesüßte Getränke!

Alles, was süß schmeckt, bindet an die Süß-Rezeptoren der Geschmacksnerven und ist beliebt, aber häufig ungesund. Ungesunde Lebensmittel sind allgegenwärtig und stammen aus einem erfolgreichen Industriezweig. In 2021 belief sich der globale Markt für Zuckerersatzstoffe auf ca. 7,5 Milliarden US-$ und wird voraussichtlich um jährlich 7,2 % wachsen (siehe Fortune Business Insights). Die Corona-Pandemie hat einen zusätzlichen Wachstumsschub erzeugt.

 

4.2.3.1 Aspartam (E951)

Der synthetische Süßstoff Aspartam ist seit den 1980er Jahren zugelassen und heute in fast 5.000 Lebensmittel- und Getränkeprodukten enthalten. Weltweit werden jährlich 3.000 bis 5.000 Tonnen Aspartam produziert und von Kindern und Erwachsenen, auch von Schwangeren, in großem Umfang konsumiert. Aspartam wird im Körper zerlegt in die folgenden Stoffe:

  • Asparaginsäure: hat erregende Wirkung als Neurotransmitter;
  • Phenylalanin, eine Aminosäure, und
  • Methanol: verursacht Azidose (Übersäuerung) und schädigt die Nerven, insbesondere den Sehnerv (Nervus opticus); beim Abbau von Methanol entsteht das krebserregende Formaldehyd.

Aspartam hat neurologische Wirkungen: es schädigt die Lernfähigkeit, das Gedächtnis und die Psyche (Ängste), sogar bei den Nachkommen.

Handelsnamen: Canderel, Equal und NutraSweet. Der in der EU gültige Grenzwert beträgt täglich 40 mg Aspartam je kg Körpergewicht (USA: 50 mg). Schadenswirkungen werden auch unterhalb der offiziellen Grenzwerte beobachtet. Aspartam darf von Menschen mit der angeborenen Stoffwechselerkrankung Phenylketonurie nicht konsumiert werden; Krankheits-Häufigkeit: 1 von 8000 (Quelle: Wikipedia).

 

4.2.3.2 Sucralose (E955)

Der Süssstoff wird von Heartland Food Products Group hergestellt, ist seit 2004 in der EU zugelassen und wird als Splenda vertrieben. Er wird in einem mehrstufigen Prozess synthetisiert, der Tafelzucker (Saccharose) in ein Molekül umwandelt, das genauso süss wie Zucker schmeckt, aber vom Körper nicht als Kohlenhydrat erkannt wird.

Sucralose (Splenda) ist häufig in Diät-Limonaden enthalten, darunter Diät-Cola, Diät-Pepsi, in Atkins-Diätprodukten und anderen kalorienarmen Lebensmitteln und Getränken. Sucralose ist 600-mal süßer als Zucker und enthält keine Kalorien. Obwohl es als gesundes Produkt vermarktet wird, das zur Abwehr von Fettleibigkeit und Diabetes beitragen kann, wird der Konsum von Sucralose mit Leukämie, Gewichtszunahme, Fettleibigkeit, Diabetes, Leberentzündungen, Stoffwechselstörungen und anderen Krankheiten in Verbindung gebracht.

Befürworter von Sucralose haben behauptet, dass Sucralose kaum absorbiert wird und sich im menschlichen Körper nicht nennenswert bioakkumuliert. Eine Ratten-Studie aus dem Jahr 2018 ergibt jedoch, dass Sucralose verstoffwechselt und im Körper gespeichert wird.

Sucralose ist ungesund.

 

4.2.3.3 Xylitol (E967)

Xylitol (oder Xylit) hat eine ähnliche Süß-Wirkung wie Zucker und ist gesundheitlich weniger bedenklich als die vorherigen Süßstoffe. Es wird aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und entsteht auch im Körper des Menschen; auf Zähne und Knochen wirkt es gut. Für Hunde ist es tödlich.

 

4.2.3.4 Sorbitol (E420)

Andere Bezeichnungen: Sorbit, Sorbitolum, Hexanhexol. Sorbitol wird auch in Impfstoffen eingesetzt.

 

4.2.3.5 Acesulfam-K (E950)

Acesulfam-K ist ein synthetischer, hitzebeständiger Süßstoff und ungefähr 200-mal so süß wie Saccharose.

  • Xiaoming Bian, Liang Chi, Bei Gao, Pengcheng Tu, Hongyu Ru, and Kun Lu:
    The artificial sweetener acesulfame potassium affects the gut microbiome and body weight gain in CD-1 mice (8.6.2017)

    (Tierversuch, Mäuse) Der Verzehr von Acesulfam-K stört das Darmmikrobiom. Körpergewicht und Fettleibigkeit nehmen zu. Gene, die mit dem Energiestoffwechsel zusammenhängen, verändern sich. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Acesulfam-K ist genotoxisch und kann die Glukosefermentation durch Darmbakterien hemmen. Es entstehen chronische Entzündungen.

 

4.2.3.6 Erythrit (E968)

Erythrit (auch Erythritol genannt) ist ein Zuckeraustauschstoff. Er schmeckt süß, wird aber nicht abgebaut und liefert deshalb praktisch keine Energie (Kalorien). Erythrit gelangt aus dem Darm unverändert ins Blut und wird über den Urin ausgeschieden. Der Stoff wurde 1997 in den USA und 2006 in Europa ohne Mengenbeschränkungen als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen.

Empfehlung: Menschen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten auf Süßes, auch auf Erythrit, ganz verzichten.

 

4.2.4 Zucker

Der Mensch ist nicht für eine kohlenhydratreiche Ernährung optimiert. Übermäßiger Zuckerkonsum ist nicht gesund. Dennoch enthalten die meisten Lebensmittel, die auf der ganzen Welt verzehrt werden, erhebliche Mengen Zucker. Dies war nicht immer der Fall. Historisch gesehen ‒ und noch im 20. Jahrhundert ‒ galt Zucker als Leckerbissen. Es handelte sich um eine Delikatesse, die nur gelegentlich genossen wurde, beispielsweise zu einer Tasse Kaffee oder Tee. Im 21. Jahrhundert findet sich zugesetzter Zucker in fast allem, was wir essen, darunter in vielen Alltags-Produkten wie Nudelsauce, Salatdressing, Crackern, Fruchtsäften, Joghurt und Energy-Drinks. Zucker wird vom süßen Leckerbissen zur alltäglichen Gewohnheit.

Die Einführung einer zuckerreichen Ernährung hat weltweit zu einer Verschlechterung der öffentlichen Gesundheit und zu einer Vielzahl von chronischen und potenziell tödlichen Krankheiten geführt. Clevere Marketingtaktiken der Lebensmittelindustrie steigern den Absatz zuckerhaltiger Lebensmittel und sind maßgeblich für den übermäßigen Zuckerkonsum und die daraus resultierenden Krankheiten verantwortlich.

Andererseits gilt: Zucker (und Stärke) sind ein Bestandteil von pflanzlichen und tierischen Naturprodukten und damit ein Grundnahrungsmittel, das für den Stoffwechsel als Energielieferant benötigt wird. Es gibt mehrere Formen von Zucker:

  • Fruktose: Fruchtzucker;
  • Maltose: Malzzucker;
  • Laktose: Milchzucker;
  • Saccharose: Rohrzucker, Rübenzucker;
  • Glukose, auch Einfachzucker, Dextrose, Traubenzucker oder Blutzucker genannt. Chemische Summenformel: C6H12O6. Das Gehirn benötigt davon ca. 140 Gramm pro Tag. In den Mitochondrien wird die Glukose in den Energieträger Adenosintriphosphat (ATP) verstoffwechselt.

In der Lebensmittelindustrie wird den Fertigprodukten und Getränken Zucker (Industriezucker), vor allem Fruktose, zugesetzt, ohne das auf der Verpackung unmissverständlich zu deklarieren. Aber es schmeckt gut und wird gekauft. Hinzugefügter Zucker ist schon deshalb ungesund, weil dann z.B. die Vitalstoffe (Vitamine und Mineralien) für die Verstoffwechselung fehlen. Beispiele: Knuspermüsli (Granola), Proteinriegel, Frühstücks- und Haferflocken, Pasta-Saucen, Salat-Saucen (Dressings), Fertigsuppen, Nussbutter, Energie­drinks, Limonade (Softdrink) und verarbeitete Fruchtsäfte.

Zucker stimuliert die Ausschüttung von Dopamin. Dopamin ist das Glückshormon, es erzeugt das Gefühl von Stärke und Freude, ein Gefühl, das man immer wieder haben möchte. Übermäßiger Zuckerkonsum erzeugt eine Zucker-Sucht, vergleichbar mit anderen Missbrauchsdrogen. Untersuchungen an den Gehirnen von Schweinen, die 12 Tage lang täglich eine Stunde lang Zugang zu Zuckerwasser erhielten, zeigen, dass Opioid- und Dopaminrezeptoren überstimuliert und dadurch herunterreguliert werden. Das geschieht, um das Gehirn vor Schäden zu schützen. Jetzt benötigt man noch mehr Zucker, damit die gleiche Lustreaktion entsteht. Das ist der Schlüsselmechanismus, durch den sich eine Sucht entwickelt.

Wir müssen keinen Zucker essen, denn der gesunde Körper kann ihn praktisch aus fast allen zugeführten Nahrungsmitteln und unseren Reserven selbst zusammensetzen und reguliert den Zuckergehalt im Blut. Insbesondere Süßigkeiten und Zucker sind nicht notwenig, sondern im Gegenteil sehr schädlich. Der tägliche Zuckerkonsum beeinträchtigt das räumliche Gedächtnis und hemmt die Neurogenese (Bildung neuer Nervenzellen) im Hippocampus, einem Hirnareal, das an Lern- und Gedächtnisprozessen beteiligt ist. Zuckerreiche Ernährung verschlechtert die Situation im präfrontalen Kortex, wo Entscheidungsfindung und Impulskontrolle stattfinden. Dadurch steigt das Risiko für psychische Gesundheitsprobleme bei Kindern und Jugendlichen und im späteren Leben.

Das Gehirn benötigt Zucker. Aber zu viel Zucker schädigt das Gehirn!

Zu viel Zucker ist auch eine Ursache für das metabolische Syndrom, also der Mischung aus Fettleibigkeit (Bauchfett, Adipositas), Insulin-Resistenz, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörung (Fettleber, Cholesterin). Zusätzlich wird das Risiko für Darmkrebs deutlich größer. Der zu hohe Zuckerkonsum verursacht nicht nur Krankheiten, sondern belastet auch weltweit die Gesundheitssysteme. Leider empfehlen die Gesundheitsbehörden keine Obergrenze für die tägliche Zuckeraufnahme. Gesundheitspolitische Maßnahmen zur Begrenzung des Zuckerkonsums werden von der Lebensmittelindustrie bekämpft.

Es ist keine gute Idee, statt Zucker künstliche Süßstoffe zu verwenden. Besser ist Stevia. Oder verzichten Sie auf zu viel Süßes! Das gilt besonders für Kinder.

  • Zentrum der Gesundheit:
  • Die Lebensmittelindustrie verkauft Zucker, am liebsten an Kinder
  • DocCheck
  • Amy C Reichelt, Simon Killcross, Luke D. Hambly, Margaret J. Morris and R. Fred Westbrook:
    Impact of adolescent sucrose access on cognitive control, recognition memory, and parvalbumin immunoreactivity, auch hier (2015)

    An jungen Ratten wird untersucht, wie sich täglicher Zuckerkonsum im Gehirn auswirkt. Bei Aufgaben, die den präfrontalen Kortex und den Hippocampus, also die Verhaltenskontrolle und übergeordnete kognitive Prozesse, betreffen, wird im späteren Alter die Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Diese Ergebnisse zeigen, dass der Konsum von hohen Mengen an zuckergesüßten Getränken bei Jugendlichen auch die neurokognitiven Funktionen beeinträchtigt, die die Entscheidungsfindung und das Gedächtnis beeinflussen. Dadurch erhöht sich später das Risiko für psychische Gesundheitsstörungen.

  • Eurídice Martínez Steele, Larissa Galastri Baraldi, Maria Laura da Costa Louzada, Jean-Claude Moubarac, Dariush Mozaffarian, Carlos Augusto Monteiro:
    Ultra-processed foods and added sugars in the US diet: evidence from a nationally representative cross-sectional study, auch hier (1.2016)

    Die Gefahr aus hochverarbeiteten Produkten der Lebensmittelindustrie entsteht vor allem durch ihren hohen Zuckergehalt. Deshalb wäre es gut, diese Produkte zu meiden. Die Informationen über die Verarbeitungsschritte sind leider nur lückenhaft, auch für die Wissenschaftler, die die Ernährung statistisch erfassen und Ernährungsempfehlungen erarbeiten.

  • Fruktose
    • Qingying Meng, Zhe Ying, Emily Noble, Yuqi Zhao, Rahul Agrawal, Andrew Mikhail, Yumei Zhuang, Ethika Tyagi, Qing Zhang, Jae-Hyung Lee, Marco Morselli, Luz Orozco, Weilong Guo, Tina M. Kilts, Jun Zhu, Bin Zhang, Matteo Pellegrini, Xinshu Xiao, Marian F. Young, Fernando Gomez-Pinilla, Xia Yang:
      Systems Nutrigenomics Reveals Brain Gene Networks Linking Metabolic and Brain Disorders, auch hier (5.2016)

      Fruchtzucker (Fruktose) verändert zahlreiche Gene im Gehirn, die den Stoffwechsel und andere Gehirnfunktionen regulieren. Das Gedächtnis wird schlechter. Mit Omega-3-Fettsäuren kann dieser ungünstige Prozess umgekehrt werden. Viele industriell gefertigte Nahrungsmittel und Getränke haben einen hohen Fruchtzucker-Anteil. Der natürliche Gehalt von Fruchtzucker in Obst ist nicht schädlich.

      dazu in der Apotheken-Umschau: Schadet zu viel Obst? Antwort: nein. Obst ist unproblematisch. (4.9.2020)

    • Luanne R. DeChristopher and Katherine L. Tucker:
      Excess free fructose, high-fructose corn syrup and adult asthma: the Framingham Offspring Cohort, auch hier (5.2018)
      Kommentar: Fructose Consumption Linked to Asthma

      Maissirup mit hohem Fruchtzuckergehalt (High Fructose Corn Sirup, HFCS) bzw. ein hohes Fruktose:Glukose-Verhältnis verursacht Asthma. Chronische Entzündungen entstehen wegen schlechter Verdauung der Fruktose (Malabsorption).

    • Sayer Ji: Is Fructose As Addictive and Harmful As Alcohol? (8.2018)

      Fruchtzucker (Fruktose) ist wegen seines Suchtpotentials für die Gesundheit gefährlicher als andere Zucker-Arten. Das gilt speziell für die konzentrierte Form als Maissirup, der in der Lebensmittelindustrie reichlich verwendet wird. Es geht hier nicht um den Verzehr von Obst und den darin enthaltenen Fruchtzucker.

    • Diabetiker Niedersachsen: Wie Fruktose die Leber verfettet (24.5.2021)

      Bereits 600 ml eines fruktosehaltigen Getränks pro Tag führt laut einer Schweizer Studie bei schlanken jungen Männern in wenigen Wochen zur Bildung von Fettsäuren in der Leber. Und zwar in einem Maße, das auf Dauer auch ohne Gewichtszunahme zu einer Fettleber und einem Typ-2-Diabetes führen könnte.

    • Juliane Russ, Deutsche Apotheker Zeitung: Fettleber durch Fructose (17.4.2023)

      Metabolisches Syndrom und nicht-alkoholische Fettleber.

  • Saccharose
    • Michael Winterdahl, Ove Noer, Dariusz Orlowski, Anna C. Schacht, Steen Jakobsen, Aage K. O. Alstrup, Albert Gjedde & Anne M. Landau:
      Sucrose intake lowers µ-opioid and dopamine D2/3 receptor availability in porcine brain (15.11.2019)

      An Minischweinen wird untersucht, wie sich die übermäßige Zufuhr von Saccharose im Gehirn auswirkt. Ähnlich wie bei einer Einnahme von Opioiden kommt es zu einer Abnahme der Opioid- und Dopaminrezeptoren, so dass eine Sucht entsteht, die immer höhere Reize erfordert, damit ein Gefühl der Zufriedenheit ‒ z.B. durch schmackhaftes Essen ‒ entsteht.

  • Zucker und gesättigte Fette
    • Tuki Attuquayefio, Richard J. Stevenson, Megan J. Oaten, and Heather M. Francis:
      A four-day Western-style dietary intervention causes reductions in hippocampal-dependent learning and memory and interoceptive sensitivity, auch hier (23.2.2017)

      Die Ernährungsweise in den reichen Industriestaaten (Western Diet) ist reich an gesättigten Fetten und zugesetztem Zucker. Gesättigte Fette stammen vorwiegend aus Fleisch, weniger aus pflanzlicher Nahrung. Diese Ernährungsweise schädigt schon nach wenigen Tagen die Lern- und Gedächtnisfunktionen im Hippocampus, einem Teil des Gehirns. Zudem geht das Gefühl für Hunger und Sättigung teilweise verloren.

    • Richard J. Stevenson, Heather M. Francis, Tuki Attuquayefio, Dolly Gupta, Martin R. Yeomans, Megan J. Oaten and Terry Davidson:
      Hippocampal-dependent appetitive control is impaired by experimental exposure to a Western-style diet, auch hier (19.2.2020)

      Die westliche Diät, typisch für die reichen Industriestaaten, ist reich an gesättigten Fetten und zugesetztem Zucker. Diese Ernährungsweise schädigt schon nach wenigen Tagen die Appetitkontrolle sowie die Lern- und Gedächtnisfunktionen des Hippocampus (Teil des Gehirns). Das wird schon seit längerem an Tieren beobachtet, nun auch am Menschen.

  • James J. DiNicolantonio, Varshil Mehta, Varshil Mehta, Sojib Bin Zaman, Sojib Bin Zaman, James H. O'Keefe, James H. O'Keefe:
    Not Salt But Sugar As Aetiological In Osteoporosis: A Review (5.2018)

    Zuviel Zucker verursacht Osteoporose. Das hängt mit folgendem zusammen:

    • Zucker erhöht die Ausscheidung von Calcium und Magnesium,
    • Zucker verringert die Aufnahme von Calcium im Darm,
    • Zucker erhöht die osteoklastische Aktivität und schädigt damit die Knochen,
    • Zucker verringert die osteoblastische Aktivität und verhindert damit die Knochenbildung,
    • Zucker verschlechtert die Bildung und Aktivität von Vitamin D.
  • Elissa S Epel, Alison Hartman, Laurie M Jacobs, Cindy Leung, Michael A Cohn, Leeane Jensen, Laura Ishkanian, Janet Wojcicki, Ashley E Mason, Robert H Lustig, Kimber L Stanhope, Laura A Schmidt:
    Association of a Workplace Sales Ban on Sugar-Sweetened Beverages With Employee Consumption of Sugar-Sweetened Beverages and Health, auch hier (28.10.2019)

    Es wurde ausprobiert, ob ein Verkaufsverbot für zucker-gesüßte Getränke innerhalb einer Firma möglich und nützlich ist. Ergebnis: es werden deutlich weniger gesüßte Getränke konsumiert, und die Beschäftigten nehmen ab und werden schlanker.

  • Zucker fördert Krebs
    • Michael A. Fuchs, Kaori Sato, Donna Niedzwiecki, Xing Ye, Leonard B. Saltz, Robert J. Mayer, Rex B. Mowat, Renaud Whittom, Alexander Hantel, Al Benson, Daniel Atienza, Michael Messino, Hedy Kindler, Alan Venook, Shuji Ogino, Kana Wu, Walter C. Willett, Edward L. Giovannucci, and Jeffrey A. Meyerhardt:
      Sugar-Sweetened Beverage Intake and Cancer Recurrence and Survival in CALGB 89803 (Alliance), auch hier (17.6.2014)

      Bei Patienten mit Dickdarmkrebs im Stadium III ist der Verzehr von zuckergesüßten Getränken mit einem deutlich höheren Risiko für das erneute Auftreten von Krebs und mit einem höheren Sterberisiko verbunden.

    • Jinhee Hur, Ebunoluwa Otegbeye, Hee-Kyung Joh, Katharina Nimptsch, Kimmie Ng, Shuji Ogino, Jeffrey A Meyerhardt, Andrew T Chan, Walter C Willett, Kana Wu, Edward Giovannucci, Yin Cao:
      Sugar-sweetened beverage intake in adulthood and adolescence and risk of early-onset colorectal cancer among women, auch hier, als pdf (6.5.2021)

      Wer in der Jugend öfter gezuckerte Getränke zu sich nimmt, hat ein deutlich höheres Risiko für Darmkrebs. Mit jedem zuckergesüßten Getränk, das man im Alter von 13-18 Jahren pro Tag zu sich nimmt, erhöht sich das Risiko für Darmkrebs im Frühstadium um 32 %. Darmkrebs ist die zweithäufigste Todesursache mit einer bemerkenswerten Zunahme bei Menschen unter 55 Jahren.

  • Yin Huang, Zeyu Chen, Bo Chen, Jinze Li, Xiang Yuan, Jin Li, Wen Wang, Tingting Dai, Hongying Chen, Yan Wang, Ruyi Wang, Puze Wang, Jianbing Guo, Qiang Dong, Chengfei Liu, Qiang Wei, Dehong Cao, Liangren Liu:
    Dietary sugar consumption and health: umbrella review (5.4.2023)

    Kommentar von DocCheck: Zucker: Süß, weiß und tödlich?

    In dieser Meta-Analyse werden die gesundheitlichen Gefahren übermäßigen Zuckerverbrauchs analysiert. Ein hoher Zuckerkonsum ist im Allgemeinen eher schädlich für die Gesundheit, insbesondere bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Konsum von zuckergesüßten Getränken führt zu einem erhöhten Körpergewicht, zu Leberverfettung und einer krankhaften Muskelfettansammlung. Bei hohem Zuckerverbrauch besteht auch ein erhöhtes Risiko für Gicht, Fettleibigkeit, erhöhte LDL-Cholesterinwerte, Typ-2-Diabetes und latenten Autoimmundiabetes (LADA).

 

4.2.5 Gentechnik

Gentechnik ermöglicht es, DNA nicht nur zwischen verschiedenen Pflanzenarten zu übertragen, sondern es ist auch möglich, die DNA von einem Insekt oder anderen Tier zu nehmen und sie in das Genom einer Pflanze einzufügen. Viele Befürworter von genetisch veränderten Organismen (GVO) behaupten, Gentechnik sei nur eine Erweiterung natürlicher Züchtungsmethoden und genauso sicher. Gentechnik ist eine laborbasierte Technik, mit der Lebensmittel hergestellt werden können, die die Natur niemals herstellen könnte.

Die gentechnischen Methoden arbeiten nicht mit der Präzision, die behauptet wird, sondern sind ziemlich ungenau. Es kommt zu unerwarteten Auswirkungen auf die gentechnisch veränderte Pflanze. Denn die Pflanze wird nicht nur in einem Gen verändert. Das Genom ist mit seinen Eigenschaften und Funktionen sehr komplex. Es ist nicht wie Lego; man kann nicht einfach etwas herausnehmen, ein anderes Gen einsetzen und erwarten, dass es nur die erwünschten Folgeeffekte gibt.

 

4.2.6 Lebensmittel-Zusatzstoffe

 

4.2.6.1 Emulgatoren

Emulgatoren stellen eine Verbindung zwischen wasserlöslichen und fettlöslichen Stoffen her. Sie werden vielfältig in der Lebensmittelindustrie eingesetzt.
Problem: Emulgatoren senken die Oberflächenspannung der Schleimhaut und der Epitheloberfläche des Darms, schwächen die Darmbarriere, erhöhen die Durchlässigkeit des Darms (intestinale Permeabilität) und verursachen eine Entzündung der Darmschleimhaut.

  • einzelne Emulgatoren:
    • Carboxymethylzellulose (E466) gelangt in den Dickdarm, dringt in die Darmschleimhaut ein und reduziert deren Dicke. Sie fördert das Wachstum von Bakterien, die Entzündungen begünstigen, und steigert deren Pathogenität durch Bildung von Flagellin. Der Emulgator darf in der Lebensmittelindustrie in beliebiger Menge eingesetzt werden. In USA und Großbritannien liegt der Pro-Kopf-Verzehr bei geschätzt 5,5 kg pro Jahr.
    • Polysorbat 80 (E433);
    • Carrageen (E407)
      Carrageen führte bei Mäusen u.a. zu einer Dysbiose (Fehlbesiedlung des Darms), insbesondere reduzierte es die günstige Spezies Akkermansia muciniphila (siehe Erläuterung).
    • Methylcellulose (E461);
    • Lecithin (E322).
  • ARD / plusminus: Brötchen ‒ Macht uns die industrielle Fertigung krank (Video, 24.11.2019)

    Brot und Brötchen aus dem Laden enthalten Emulgatoren und Säureregulatoren wie Natriumacetat, Diglycerid und Diacetylweinsäureester. Diese Zusatzstoffe verändern die Magen-Darm-Flora und können chronische Krankheiten verursachen. Das wird aber bei deren Zulassung gar nicht geprüft. Allerdings können die industriellen Hersteller und viele kleine Bäcker nur noch mit diesen Zusatzstoffen backen. Die Zusatzstoffe ersparen dem Bäcker lange Gärzeiten, die aber notwendig sind, damit ungesunde Mehlbestandteile wie Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI) und Allergene aus dem Teig verschwinden.

  • Benoit Chassaing, Omry Koren, Julia Goodrich, Angela Poole, Shanthi Srinivasan, Ruth E. Ley, and Andrew T. Gewirtz:
    Dietary emulsifiers impact the mouse gut microbiota promoting colitis and metabolic syndrome (3.2015)

    Die Darm-Mukosa ist die Schleimhaut an der Innenwand des Darms. Die Mukosa bildet eine Barriere zwischen Darminhalt und Blutgefäßen und erzeugt einen Gleitfilm für den Inhalt des Darms. Stoffe, die die Mukosabarriere aufbrechen, haben das Potential, chronische Darmentzündungen zu fördern. Relativ niedrige Konzentrationen der Emulgatoren Carboxymethylzellulose (E466) und Polysorbat 80 reichen dazu aus.

 

4.2.6.2 Konservierungsstoffe

Konservierungsstoffe besitzen die Kennzeichnung E200 bis E299. Sie hemmen das bakterielle Wachstum nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in unserem Darm. Sie töten die physiologisch wertvollen Bakterien unseres Darms ab, greifen die Darmschleimhaut an und machen sie durchlässiger. Die Deklaration der Konservierungsstoffe ist leider nicht immer vorgeschrieben, z.B. dann, wenn sie in Verbindung mit Zutaten in das Nahrungsmittel gelangen.

Konservierungsstoffe spielen auch im Bereich Hygiene, Körperpflege und Kosmetik eine wichtige Rolle.

 

4.2.6.3 Glutamat (E621, MSG)

Glutamat wird zubereiteten Speisen als Geschmacksverstärker zugesetzt, z.B. im Restaurant (speziell in asiatischen Restaurants: das China-Suppen-Syndrom) und bei Fertiggerichten. Bio-Produkte enthalten keine synthetischen Geschmacksverstärker, also auch kein Glutamat. Das Problem mit Glutamat: kurzfristig können Kopfschmerzen, mittel- bis langfristig Allergien und Fettleibigkeit entstehen. Wenn in der Forschung übergewichtige Tiere benötigt werden, dann werden sie mit Glutamat gefüttert.

Glutamat ist eine Aminosäure, die als Neurotransmitter die Geschmackszellen in der Zunge stimuliert, wodurch der Geschmack von Lebensmitteln verstärkt wird. Falls Speisen mit viel Glutamat gewürzt werden, kommt es zu Glutamat-Überschuss und zu einer Stimulierung der Nervenzellen bis hin zu ihrer absoluten Erschöpfung. Schließlich sterben die Nervenzellen durch die Übererregung ab, woraufhin im Lauf der Zeit neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz, Parkinson oder Multiple Sklerose entstehen. Besonders verhängnisvoll ist diese Wirkung beim sich entwickelnden Gehirn eines Kindes.

Glutamat, genauer Mononatriumglutamat (englisch: monosodium glutamate, MSG), das Speisen zugesetzt wird, sollte nicht mit L-Glutaminsäure verwechselt werden, die sich natürlicherweise in fast allen proteinhaltigen Lebensmitteln findet, z.B. in Käse, Fleisch und Tomaten. Es gibt noch weitere Glutamat-Varianten (E622, E623, E624, E625) und geschmacksverstärkende Verbindungen, wie z.B. Guanosinmonophosphat E626, Dinatriumguanylat E627 oder Dinatriuminosinat E631.

 

4.2.6.4 Ethoxyquin (E 324, Futtermittel)

Ethoxyquin ist ein Antioxidans. Es verhindert die Lipidperoxidation und verzögert die Oxidation von lipophilen Vitaminen (Carotine, Xanthophylle, Vitamin A und Vitamin E). Es wird in großem Umfang zur Konservierung von Fischmehl während seines Transports, etwa als Futter für Fischfarmen, verwendet und gelangt so in die Nahrung des Menschen.

  • Björn Hardebusch (CVUA Freiburg):
    Ethoxyquin in Lachs ‒ Aktuelle Untersuchungen des CVUA Freiburg (15.4.2015)

    In Zuchtlachs werden teilweise hohe Ethoxyquin-Werte nachgewiesen, allerdings kaum in Bio-Lachs.

  • EFSA: Ethoxyquin: Sicherheitsbewertung der EFSA ohne Ergebnis (18.11.2015)

    Wegen Datenmangel kann die europäische Lebensmittel-Behörde EFSA nicht die Sicherheit von Ethoxyquin bewerten.

  • Greenpeace: Ethoxyquin: Chemie in Speisefisch (12.2016)

    Greenpeace-Interview: Toxikologe Prof. Dr. Edmund Maser zu Ethoxyquin in Speisefisch (16.12.2016)

    Ethoxyquin ist zwar nicht als Lebensmittel-Zusatzstoff zugelassen, aber es darf in Futtermittel, etwa in Aquakulturen, verwendet werden. In Tierversuchen und aus Studien mit Zellkulturen ergibt sich, dass Hunde am empfindlichsten auf Ethoxyquin reagieren. Sie bekommen Allergien, Schilddrüsenfunktionsstörungen und es entstehen Schäden an Leber und Nieren. Ihr Fell verändert sich und es gibt Probleme bei ihrer Fortpflanzung.

  • Saskia Engels (NDR): Gefährlicher Stoff in Forellen nachgewiesen (9.4.2018)

    Geräucherte Forellen aus Supermärkten und von Discountern können hohe, gesundheitlich bedenkliche Mengen des Gifts enthalten. Der Toxikologe Prof. Edmund Maser warnt, dass man in Tierversuchen DNA-Schäden und eine Veränderung des Leberstoffwechsels festgestellt hat.

 

4.2.6.5 Tartrazin (E102)

The Potential Risks of Tartrazine

Tartrazin ist ein synthetischer Azofarbstoff, der als zitronengelber bis orangefarbener Lebensmittelfarbstoff eingesetzt wird. Tartrazin ist neurotoxisch, genotoxisch und wohl krebserregend; es kann Verhaltensprobleme wie ADHD, Nesselsucht, Angioödeme, Asthma, Dermatitis und Nahrungsmittelunverträglichkeiten verursachen.

 

4.2.6.6 Titandioxid (E171)

Titandioxid ist in Lebensmitteln, aber auch in Kaugummi, Kosmetika, Farben und Arzneimitteln enthalten. Es ist nichts weiter als ein Füllstoff, ohne Nährwert oder Notwendigkeit in den Produkten. Es wird lediglich zum Aufhellen der Produkte verwendet, von Farben über Sonnenschutzmittel bis hin zu Lebensmitteln.

Titandioxid ist in Frankreich und seit 1.8.2022 in Deutschland in Lebensmitteln verboten, denn es schädigt Darm und Gehirn und fördert Entzündungen und Krebs. Titandioxid wird nicht ausgeschieden, sondern reichert sich im Körper an. Es gibt keine sichere Menge für die tägliche Aufnahme von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff.

Titandioxid (TiO2) wird im Lebensmittelbereich als E171 bezeichnet, in Kosmetika als CI 77891 und im Farbenbereich als PW6 (Pigment White 6).

  • DocCheck:
    Titandioxid: Vergiftet uns die Pharma-Industrie? (31.10.2022)
    Titanium Dioxide: To Ban or Not to Ban? (20.10.2022)

    Titandioxid ist seit 1.8.2022 in Lebensmitteln verboten, in Medikamenten weiterhin erlaubt.

  •  

    4.2.6.7 Back-Zusatzstoffe

     

    4.3 Mangel an Vitalstoffen

    Vitalstoffe sind Vitamine, Mineralien und Bio-Flavonoide. Mangelsituationen können bei mangelnder Versorgung und bei erhöhtem Bedarf entstehen. Durch den Mangel wird die Entstehung von Krankheiten begünstigt.

    • Die Mangelversorgung kann bei ungesunder Ernährung (s.o.) oder z.B. durch Erkrankung des Magen-Darm-Traktes entstehen, so dass zu wenige Vitalstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden. Möglich ist auch eine Stoffwechsel-Besonderheit, so dass die Vorläufer-Form des Vitamins nicht in ausreichender Menge in die aktive Form des Vitamins umgewandelt wird, möglich z.B. bei Vitamin D. Mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr einer Mangelversorgung.
    • Der erhöhte Bedarf besteht bei giftbelasteten Menschen, bei Sportlern, bei Menschen mit intensiver Muskelarbeit und bei häufigem Schwitzen, z.B. in der Sauna, in der Schwangerschaft, bei Rauchern, bei psychischem Stress, bei Entgiftungstherapien mit Chelatbildnern und bei älteren Menschen.

    Der Mangel an Vitalstoffen schwächt das Immunsystem und erhöht die Anfälligkeit des Körpers für Fehlfunktionen und Krankheiten aller Art. Die schulmedizinische Diagnostik eines Vitaminmangels als Ursache einer Krankheit gelingt nur selten und nur bei sehr starkem Mangel, z.B. Skorbut bei Mangel an Vitamin C oder Rachitis bei Mangel an Vitamin D.

    Die Orthomolekulare Medizin befasst sich mit natürlichen, körpereigenen Substanzen. Essenzielle Mikronährstoffe wie Vitamine, Antioxidantien, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren und Aminosäuren werden in der Vorsorge und Therapie eingesetzt, um defizitäre Stoffwechsellagen zu kompensieren. Diese körpereigenen Stoffe sind die Voraussetzung für einen reibungslosen Ablauf komplexer Stoffwechselvorgänge in unserem Organismus.

    Das Konzept der orthomolekularen Medizin, komplementär zur klassischen Schulmedizin, bezieht sich sowohl auf den Bereich der Prophylaxe und Prävention als auch auf die Beeinflussung von bestehenden Grunderkrankungen. Fehlerhafte Ernährungsgewohnheiten, charakteristisch für unsere Fast-food-Gesellschaft, führen zu einer schleichenden Unterversorgung mit essenziellen Nährstoffen. Verstärkt wird dieser Einfluß durch zahlreiche Schadstoffe aus der Umwelt. Das System der Grundregulation ist gefährdet. Folge: gestörte Stoffwechselabläufe, entzündliche Prozesse und Entartung von Zellen.

    In der Schulmedizin hält man es für überflüssig, auf eine ausreichende Vitalstoffversorgung als Grundlage der Gesundheit zu achten. Wenn der kranke Mensch zum Arzt geht, wird die Vitalstoffversorgung generell nicht überprüft. Um die Menschen davon abzuhalten, in eigener Initiative Vitamine und Mineralien zusätzlich einzunehmen, wird gerne die Gefahr einer Hypervitaminose beschworen, also einer Überdosierung von Vitaminen. Das ist völlig übertrieben, denn Krankheits- und Todesfälle, die dadurch verursacht würden, sind nicht bekannt.

    Weitere Informationen

     

    5. Was sonst schadet der Gesundheit?

     

    5.1 Parasiten (Pilze, Würmer)

    Parasiten lassen sich in einzelnen Organen nieder und erzeugen (neuro-)toxische Stoffwechselprodukte. Ein geschwächtes Immunsystem kann sich nur schlecht gegen die Parasiten wehren. Manchmal sind sogar Antibiotika nicht in der Lage, die Parasiten zu vertreiben, und schaden mehr als sie nützen. Auch Darmpilze zählen zu den Parasiten; sie können z.B. durch Schwermetallbelastung entstehen bzw. gefördert werden.

     

    5.2 Zecken, Borreliose

    Foto einer ZeckeZecke

    Zecken, etwa der Gemeine Holzbock, übertragen Borreliose, eine von Borrelien verursachte Infektionskrankheit. Unter Borrelien versteht man Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten. Zecken werden am besten mit Kokosöl abgewehrt. Äußeres Zeichen einer Infektion ist in 50% der Fälle eine ringförmige Rötung oder Wanderröte (Erythema migrans). Die Krankheit kann alle Organe, aber insbesondere das zentrale und periphere Nervensystem, die Muskeln und Gelenke sowie das Herz befallen. Eine große Herausforderung besteht darin, dass ihre Symptome viele andere Erkrankungen imitiert, darunter Multiple Sklerose (MS), Arthritis, chronisches Müdigkeitssyndrom, Fibromyalgie und sogar die Alzheimer-Krankheit, was eine korrekte Identifizierung schwierig und zeitaufwändig macht.

    Die Diagnose einer Borrelien-Infektion ist schwierig und manchmal nicht eindeutig. Sie erfolgt normalerweise durch einen Antikörpernachweis. Man kann grundsätzlich zwei Typen von Antikörpern nachweisen: Antikörper vom IgM-Typ werden ab 8 Wochen nach der Borrelien-Infektion gebildet, während Antikörper vom IgG-Typ erst später gebildet werden, meistens lebenslang. Zur Behandlung der Borreliose wird üblicherweise ein Breitband-Antibiotikum wie Doxycyclin eingesetzt, leider mit geringem Erfolg ‒ je später, desto geringer.

    Hinweis: Zecken können außer Borreliose noch weitere Krankheiten auf Tier und Mensch übertragen ‒ Anaplasmose, Babesiose, Erkrankungen durch das Bourbon-Virus, das Heartland-Virus oder das Powassan-Virus, Rocky-Mountain-Fleckfieber, südstaatliche Rinderzecken-Krankheit, Zeckenrückfallfieber, Tularämie, Rickettsia 364D.

     


    Weitere Informationen zu Krankheitsursachen:

    23.6.2024 23:49

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