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Krankheiten: Ursachen
Wer geschädigt wird, will die Ursache des Schadens kennen, damit er weiterem Schaden vorbeugen kann. Wer krank wird, würde gerne die Krankheitsursache kennen. Dann wüsste man, wie Heilung möglich ist (Therapie) und wie der Ausbruch einer chronischen Krankheit verhindert werden kann (Prophylaxe). Leider gibt es in der Schulmedizin kaum diagnostische Methoden zur Ursachenfindung, und es wird für unmöglich gehalten, die Ursache einer chronischen Krankheit zu finden: Man weiß es nicht
; oder im Medizinerdeutsch: die Krankheit ist idiopathisch
(sie entsteht aus sich selbst heraus). Eine Therape steht immer zur Verfügung, aber sie dient im Allgemeinen lediglich der Linderung der Symptome, nicht der Heilung.
Wenn chronisch wirksame Umweltgifte und andere chronischen Gesundheitsschädigungen eine Rolle im Krankheitsgeschehen spielen, dann als Ursache. Umweltgifte verursachen beim gesunden Menschen im Allgemeinen nicht sofort sichtbare Krankheitssymptome. Das verleitet die Schulmedizin zu der Annahme, Umweltgifte seien generell nicht schädlich, also quasi ungiftig. Chronische Giftbelastung kann Erkrankungen verursachen.
Die Vielfalt der Informationen auf dieser Seite zeigt, dass es nicht einfach ist, der Ursache einer Krankheit auf die Spur zu kommen; hier ist der kompetente Umweltmediziner gefragt. Wird die Krankheit durch Giftbelastung verursacht, muss dann noch gefunden werden, um welches Gift es sich handelt und wo dessen Quelle ist, damit die weitere Gifteinwirkung gestoppt werden kann. Außerdem ist es wichtig zu wissen, welche reversiblen und irreversiblen Schäden die Gifte im Körper angerichtet haben. Schließlich sollte eine Methode existieren, um das im Körper angesammelte Gift aus dem Körper hinauszubefördern.
Würde sich der Arzt bei einer chronischen Erkrankung die Mühe machen, jeweils im Einzelfall die Ursache zu finden, würde sich die Gefährlichkeit der Umweltgifte schnell für Ärzte und medizinische Fachgesellschaften herausstellen.
Auch der Mensch bzw. Patient entfaltet manchmal zu wenig Interesse an seiner Gesundheit – trotz aller Signale vom Körper und Hinweise vom Arzt wird der eigene, krank machende Lebensstil nicht geändert. Letztlich entscheidet der Mensch, welchen Weg er gehen will – Gesundheit oder Bequemlichkeit in Verbindung mit Gedankenlosigkeit. Wird das Zweite gewählt, könnte es irgendwann zu spät sein, wie in diesem Betrag von DocCheck beschrieben wird.
1. Der Körper
Alle Menschen haben unterschiedliche körperliche Eigenschaften. Deshalb muss im Fall einer Erkrankung der Mensch individuell untersucht und behandelt werden.
- Körpereigene Engiftung
Manche Umweltgifte, z.B. Glyphosat, schädigen oder blockieren die körpereigene Engiftung, etwa durch Hemmung des Proteins Cytochrom P450 (CYP) in Phase I oder des Enzyms Glutathion (GSH) in Phase II der Entgiftung.
- Volker Schubert, Jürgen Hollmann, Susanne Katharina Hemschemeier:
Stoffwechsel von Fremdstoffen - Entgiftungs-Enzym Cytochrom P450
- Info zu P450 auf Wikipedia, DocCheck Flexikon
- Cytochrome P450 Homepage
Hier finden Sie alles über das Entgiftungs-Enzym Cytochrom P450.
- Universitätsmedizin Mainz:
Pharmakogenetik der Cytochrom P450 Enzyme (28.12.2022)Die Bedeutung und Funktion der CYP450-Enzyme für die Verstoffwechselung von pharmazeutischen Produkten (Medikamenten).
- Basma Hossam Abdelmonem, Noha M Abdelaal, Eman K E Anwer, Alaa A Rashwan, Mohamed Ali Hussein, Yasmin F Ahmed, Rana Khashana, Mireille M Hanna, Anwar Abdelnaser:
Decoding the Role of CYP450 Enzymes in Metabolism and Disease: A Comprehensive Review (2.7.2024)
Die Entgiftungs-Enzyme Cytochrom P450 (CYP450) sind Bestandteil des Fredstoff-Metabolismus, also der Methoden, mit denen der Körper unerwünschte Fremdstoffe ausscheidet. Unter
Fremdstoffen
versteht man alles, was der Körper nicht dauerhaft benötigt und was giftig ist. Am besten untersucht wurde das für Arzneimittel und für Umweltgifte.
- Volker Schubert, Jürgen Hollmann, Susanne Katharina Hemschemeier:
- Übergewicht und Fettleibigkeit
erhöhen das Risiko für einige chronische Erkrankungen: Depressionen, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs. - Ausscheidungsorgane
Die Organe, die für die Ausscheidung der Gifte zuständig sind - Darm, Leber, Nieren, Haut -, könnten nicht optimal funktionieren. Dann wird weniger Gift ausgeschieden als nötig, und es werden mehr Gifte im Körper zurückgehalten. Die Fehlfunktion kann durch Giftbelastung verursacht oder verstärkt werden.
1.1 Das Immunsystem
Zellen des Immunsystems befinden sich an vielen Stellen im Körper. Etwa 70 % der immunologisch aktiven Zellen befinden sich in der Darmschleimhaut. Das Immunsystem wird gestärkt, wenn eine große Vielfalt unterschiedlicher Bakterien vorhanden ist, wie diese Studie zeigt. Das gilt auch deshalb, weil fast alle Bakterien wichtig und gesundheitsfördernd für den Menschen sind; siehe dazu den Beitrag von Prof. Daschner. Es ist falsch, aus irrationaler Angst vor krankmachenden Keimen leichtfertig Desinfektionsmittel und Antibiotika einzusetzen.
Das Immunsystem des gesunden Menschen versucht, das Eindringen von pathogenen Keimen und anderen Substanzen zu verhindern und eingedrungene pathogene Keime und Umweltgifte wieder loszuwerden. Das gelingt bei manchen Menschen gut, bei anderen schlecht.
Bei Umweltgiften kann es passieren, dass es dem Körper nicht gelingt, die Gifte loszuwerden und auszuscheiden. Dann werden sie zu einer permanenten Belastung des Immunsystems. Es gerät an seine Belastungsgrenze, reagiert mit chronischer Entzündung, wird geschädigt und ist dann mit der Abwehr anderer schädigender Einflüsse überfordert. Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem birgt jede Infektion ein erhöhtes Risiko für ernste Komplikationen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab.
Mit einem Immunsystem, das durch
- Belastung mit Schwermetallen und anderen Giften, z.B. Antibiotika und Giften in Impfstoffen,
- geschädigte Darmflora (Mikrobiom) und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen,
- Mangel an Vitamin D und weiteren Vitalstoffen,
- chronische Vorerkrankungen (
Komorbiditäten
), z.B. Allergien, Autoimmunkrankheiten, Bluthochdruck, MCS und CFS, und durch die dagegen gegebenen Medikamente
geschwächt ist, kann eine Impfung oder eine bakterielle oder Virus-Infektion schwere Komplikationen nach sich ziehen.
Eine chronische Giftbelastung kann durch Schwermetalle, antibakterielle Reinigungs- und Körperpflegemittel, Gifte in Atemluft, Lebensmitteln und Trinkwasser und durch Medikamente, z.B. Schmerzmittel, Antibiotika, Chemotherapeutika, Desinfektionsstoffe sowie Konservierungsmittel und Adjuvantien in Impfstoffen verursacht werden.
Weitere Informationen und Studien
- Beim Coronavirus spielt das Immunsystem ‒ wie bei allen Infektionskrankheiten ‒ eine wichtige Rolle.
- Alfons Meyer: Grundlagen der Immunologie ‒ Eine kurzweilige Einführung (2008)
- Zentrum der Gesundheit
- So funktioniert das Immunsystem
Leicht verständliche Erklärung des Immunsystems und seiner Komponenten.
- So stärken Sie Ihr Immunsystem
Angeblich, laut Schulmedizin, sind Impfungen die einzige Maßnahme, um das Immunsystem zu stärken. Weit gefehlt! Der Beitrag zählt viele Tipps auf, wie man eine Schwächung des Immunsystems vermeidet, wie man es entlasten und aktiv stärken kann.
- Die 6 besten Nahrungsergänzungsmittel fürs Immunsystem
Vitamin C, Zink und Vitamin D sind die wichtigsten Vitalstoffe für das Immunsystem. Daneben gibt es 6 weitere Vitalstoffe, deren Nutzen für das Immunsystem gut belegt ist.
- Beta-Glucane
docken an bestimmte Rezeptoren der Immunzellen an undtrainieren
so die Fresszellen und die natürlichen Killerzellen. Das Immunsystem wird dadurch schneller und gezielter aktiv, wenn Viren oder Bakterien auftauchen.
Studie: Effects of fungal beta-glucans on health ... (2021) - Probiotika
schützen die Schleimhautbarriere. Es handelt sich um Milchsäurebakterien wie Lactobacillus rhamnosus oder Bifidobacterium lactis. Sie siedeln sich im Darm an, stärken die Schleimhautbarriere und regen die Bildung von Antikörpern an.- SymbioPharm: Bifidobacterium lactis BB-12®
- Huicui Meng, Yujin Lee, Zhaoyong Ba, Jiayu Peng, Junli Lin, Alexander S. Boyer, Jennifer A. Fleming, Emily J. Furumoto, Robert F. Roberts, Penny M. Kris-Etherton, Connie J. Rogers:
Consumption of Bifidobacterium animalis subsp. lactis BB-12 impacts upper respiratory tract infection and the function of NK and T cells in healthy adults (28.1.2016)Joghurt mit dem Milchsäurebakterium Bifidobacterium animalis hat bei einer Erkältung oder Grippe eine positive Wirkung auf das Immunsystem.
Abstract (übersetzt)
Zielsetzung
Probiotika können die Immunantwort modulieren und Infektionen der oberen Atemwege beim Menschen reduzieren; allerdings haben nur wenige Studien beide Effekte in derselben Untersuchung geprüft. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Wirkung von Bifidobacterium animalis subsp. lactis BB-12 auf die Funktion von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) und T-Zellen in Verbindung mit selbstberichteten Erkältungs-/Grippesymptomen bei gesunden Erwachsenen zu untersuchen.Methoden und Ergebnisse
In einer randomisierten, teilweise verblindeten Crossover-Studie mit vier Behandlungsperioden wurden 30 gesunde Erwachsene rekrutiert und erhielten über vier Wochen in randomisierter Reihenfolge vier verschiedene Behandlungen: (i) Joghurt-Smoothies (YS); Smoothies mit BB-12-Zusatz (ii) vor (PRE) oder (iii) nach (POST) der Joghurtfermentation; oder (iv) BB-12-Kapseln (CAP). Die Funktion von NK- und T-Zellen wurde zu Studienbeginn und nach jeder Behandlung untersucht. Inzidenz und Schweregrad von Erkältungs-/Grippeinfektionen wurden mithilfe von Fragebögen zu Atemwegsinfektionen (URTI) erfasst. Teilnehmer der YS-, PRE- oder CAP-Gruppen zeigten eine erhöhte IL-2-Sekretion und NK-Zell-Zytotoxizität, gleichzeitig aber weniger Tage mit URTI. Die POST-Behandlung hatte jedoch keinen Einfluss auf die Immunantwort oder den Schweregrad der URTI.Schlussfolgerung
Der Zeitpunkt der BB-12-Zugabe zu Joghurt-Smoothies im Verhältnis zum Fermentationsprozess beeinflusst die Wirkung von BB-12 auf die Immunfunktion und den Schweregrad von Erkältungs-/Grippeinfektionen bei jungen, gesunden Erwachsenen.
- N-Acetylcystein (NAC)
ist eine Vorstufe der Aminosäure Cystein. Im Körper wird daraus Glutathion gebildet – das wichtigste Antioxidans, das unsere Zellen vor oxidativem Stress bewahrt. - Quercetin
ist ein Flavonoid, also ein Pflanzenstoff, der antivral wirkt und in Zwiebeln, Äpfeln und Beeren vorkommt – allerdings in zu geringen Mengen. - Echinacea (Sonnenhut)
stärkt Abwehrzellen (Fresszellen und natürliche Killerzellen), so dass Krankheitserreger effizienter abgetötet werden. Siehe auch: Echinacea für das Immunsystem. - Kalmegh
ist eine Heilpflanze aus der ayurvedischen Medizin. Ihre Bitterstoffe, die Andrographolide, können überaktive Entzündungswege bremsen und gleichzeitig die antivirale Abwehr verstärken.
Studie: A randomized double blind placebo controlled clinical evaluation of extract of Andrographis paniculata (KalmCold™) ... (3.2010)
- Beta-Glucane
- So funktioniert das Immunsystem
- Autoimmunität
Antikörper sind Zellen des Immunsystems, die sich an körperfremde Zellen oder Strukturen binden, um diese zu beseitigen. Autoantikörper binden sich an körpereigene Zellen oder Strukturen. Sie sind bei allen Menschen mit gutem Immunsystem vorhanden und können im Verlauf einer Infektion, Erkrankung oder Verletzung zunehmen. T- und B-Zellen mit potenziell autoreaktiven Antigenrezeptoren werden auch in gesunden Menschen gefunden. Normalerweise zerstört das Immunsystem nicht die eigenen Strukturen.
Autoimmunität meint, dass das Immunsystem sich oder den Körper selbst (griechisch auto = selbst) angreift. Wenn dieser Vorgang außer Kontrolle gerät, ist das mit einer Schädigung, einer Autoimmunkrankheit, verbunden.
In der Wissenschaft beschäftigt man sich schon seit Jahrzehnten mit der Autoimmunität und der Ursache von Autoimmunerkrankungen. Sie entstehen grundsätzlich bei einer Überlastung des Immunsystems; Impfstoffe und giftige Metalle können dazu beitragen.
Aus Sicht der Schulmedizin ist die Ursache von Autoimmunität und Autoimmunkrankheiten unbekannt, und es wurde keine diagnostische Methode entwickelt, um die Ursache im Einzelfall zu finden. Deshab wurde auch keine Therapie entwickelt, die an der (für die Schulmedizin unbekannten) Ursache ansetzt.
- auf amalgam-informationen.de:
Autoimmunkrankheiten und andere Erkrankungen des Immunsystems; siehe auchForschungsinfo
- WHO, Environmental health criteria, 236:
Principles and methods for assessing autoimmunity associated with exposure to chemicals, auch hier (1.2.2006)Als mögliche Ursache von Autoimmunerkrankungen werden u.a. toxische Öle, Dioxine, Pestizide, Schwermetalle, Lösungsmittel, Tabakrauch, Alkohol (Äthanol), medizinisch-/therapeutische Produkte, Silikon und Impfstoffe genannt.
- Wikipedia: Autoimmunerkrankung
- Allergien und Autoimmunkrankheiten durch Quecksilber
ASIA
‒ Autoimmunität verursacht durch Adjuvantien in Impfstoffen- Stephan Sudowe: Autoaggression des Immunsystems (12.2021)
Das gesunde Immunsystem verfügt über die Fähigkeit, zwischen ungefährlichen, körpereigenen Zellen und schädlichen, fremden Substanzen zu unterscheiden. Wenn diese Fähigkeit verloren geht, dann fehlt die immunologische Toleranz und es kommt zu autoaggressiven, immunologischen Prozessen, an denen das angeborene und das adaptive Immunsystem beteiligt sind. Schwerwiegende Erkrankungen können die Folge sein.
- auf amalgam-informationen.de:
- Irina Lehmann:
Umweltschadstoffe als Adjuvanzien und Co-Faktoren einer immunologischen Erkrankung, auf englisch (7.2017)Umweltschadstoffe können [...] Störungen auslösen, indem sie die Funktion von Zellen des Immunsystems so modifizieren, dass diese entweder übersensibel auf Allergene oder körpereigene Strukturen reagieren oder Pathogene nicht mehr adäquat bekämpfen können. Eine derartige indirekte Wirkung bezeichnet man auch als einen adjuvanten Effekt.
Um zu verhindern, dass in dieser hochsensiblen Phase der frühen Kindheit Krankheitsrisiken unter dem Einfluss von Umweltbelastungen geprägt werden, sind Kinder deshalb besonders zu schützen.
Ist das bekannt, wenn einem Kleinkind im Rahmen einer Impfung ein Gift-Coctail injiziert wird? - Arthur Cassa Macedo, André Oliveira Vilela de Faria, and Pietro Ghezzi:
Boosting the Immune System, From Science to Myth: Analysis the Infosphere With Google (7.2019)Die Studie geht der Frage nach, welche Einflüsse auf das Immunsystem und dessen Stärkung die Menschen für wichtig halten. Dazu wurden Google-Suchergebnisse und Webseiten untersucht. Antwort: als die 5 wichtigsten Einflüsse gelten die Ernährung, Obst, Vitamine, Antioxidantien und Probiotika. Impfungen kommen nur auf Platz 27.
- DGUHT: Das Corona Virus: weltweite Gefahr oder völlig übertriebene Hysterie?
Das Immunsystem hat die Aufgabe, den Menschen vor Angriffen auf seine Gesundheit zu schützen. Wie gut das gelingt, hängt vom Zusand des Immunsystems ab. Die Corona-Krise sollte Anlass sein, darüber nachzudenken, was jeder Einzelne für sein Immunsystem tun kann.
In diesem Beitrag finden Sie eine Beschreibung des Immunsystems, was es bedroht und wie man es stärkt. - Anna-Lena Kollos: Das Immunsystem und seine Bedeutung für den Darm (13.1.2021)
- Hao Wu, Xiufeng Zhao, Sophia M. Hochrein, Miriam Eckstein, Gabriela F. Gubert, Konrad Knöpper, Ana Maria Mansilla, Arman Öner, Remi Doucet-Ladevèze, Werner Schmitz, Bart Ghesquière, Sebastian Theurich, Jan Dudek, Georg Gasteiger, Alma Zernecke, Sebastian Kobold, Wolfgang Kastenmüller & Martin Vaeth:
Mitochondrial dysfunction promotes the transition of precursor to terminally exhausted T cells through HIF-1a-mediated glycolytic reprogramming (27.10.2023)Pressemitteilung von der Universität Würzburg: Die Erschöpfung von T-Zellen verhindern (2.11.2023)
Eine Schwächung des Immunsystems wird seit langem auf Alterung und falsche Lebensgewohnheiten zurückgeführt. Gemäß dieser Studie ist der Hauptgrund die Fehlfunktion der Mitochondrien, insbesondere in den T-Zellen, die Bestandteil des Immunsystems sind. Wenn die mitochondriale Atmung ausfällt, wird eine Kaskade von Reaktionen ausgelöst, die in der genetischen und metabolischen Neuprogrammierung von T-Zellen gipfelt, ein Prozess, der deren funktionelle Erschöpfung vorantreibt. Dann können sowohl akute Infektionen als auch chronische Krankheiten wie Krebs nicht abgewehrt werden.
Abhilfe könnte künftig möglich werden durch Behandlungen, die auf die Mitochondrienfunktion abzielen.
- Reinhard Clemens: TH1/TH2 Immunbalance - Funktioniert mein Immunsystem normal? (13.4.2025)
Die T-Helfer-Zellen (TH-Zellen) gehören zu den T-Lymphozyten und sind Teil des erworbenen Immunsystems. Sie koordinieren die Reaktion des Immunsystems auf schädigende Erreger.
- TH1-Zellen sind für die Abwehr von Erregern (Viren und einige Bakterien) zuständig, die sich in der Zelle befinden, diese befallen haben und die sich darin vermehren. Die befallene, infizierte Zelle wird zerstört. Wenn die TH1-Zellen auch Zellen zerstören, die gar nicht befallen sind, kommt es zu Autoimmun-Reaktionen.
- TH2-Zellen sind für die Abwehr von Erregern (Bakterien, Pilze, Parasiten) zuständig, die sich außerhalb der Zelle befinden und dort vermehren können. Eigentlich sollen auch nur genau solche Erreger bekämpft werden, die sich vermehren können. Wenn auch Fremdkörper bekämpft werden, die sich gar nicht vermehren können – harmlose Stoffe wie Blütenpollen, Tierhaare und bestimmte Nahrungsmittel oder gefährliche Stoffe wie Metalle und andere Umweltgifte, kann es zu allergischen Reaktionen kommen.
- MedLinePlus: Immune System and Disorders
Grundlegende Infos zum Immunsystem.
- Infos auf dieser Webseite zu freien Radikalen und oxidativem Stress und zur endothelialen Dysfunktion
1.2 Schwangerschaft und frühe Kindheit
Schwangerschaft und frühe Kindheit sind besonders sensible Lebensphasen. Deshalb kann Giftbelastung in diesen Abschnitten des Lebens besonders schwerwiegend für das weitere Leben sein. In der Schwangerschaft ist der Zeitpunkt (Schwangerschaftswoche) der Gift-Exposition entscheidend für die Wirkung auf den Fötus. In einem speziellen Zeitpunkt kann kurzzeitige Gifteinwirkung irreversible, lebenslange Schäden verursachen.
Während Schwangerschaft (pränatal) und früher Kindheit (
postnatal) entwickeln sich allmählich die einzelnen Organe und Körperfunktionen, u.a. das zentrale Nervensystem und das Immunsystem. Giftbelastung verhindert eine normale, gesunde Entwicklung. Leider gibt es keine Diagnostik, um später beobachtete Körperschäden oder sonstige gesundheitliche Einschränkungen auf Schadstoffe in der Entwicklungsphase zurückzuführen.
Kinder sind gegenüber gesundheitsschädlichen Chemikalien empfindlicher als Erwachsene. Zudem bewegen sie sich in der Umwelt anders: sie lernen durch Berühren, mit Hand und Mund. Kinder haben auch einen aktiveren Stoffwechsel, d.h. sie nehmen mehr Wasser, Nahrung und Luft (pro kg Körpergewicht) auf. Und ihr Körper ist weniger gut imstande, zu entgiften und schädliche Stoffe auszuscheiden. Ergebnis: Kinder nehmen mehr Umweltgifte auf und sind schlechter vor ihnen geschützt. Kinder in ländlicher Umgebung sind wegen des Einsatzes von Pestiziden und Insektiziden, die in den Wohn- und Aufenthaltsbereich der Kinder abdriften, besonders gefährdet.
Weitere Informationen
- Hier auf bbfu.de:
- Schwermetalle und Schwangerschaft
- Nachrichten: Krebs bei Kindern
- Pesticide Action network (PAN): Children
Es geht hier nicht um die klassischen, von Bakterien und Viren verursachten Kinderkrankheiten, die ein Kind generell gefahrlos übersteht und ihm anschließend ein gestärktes Immunsystem hinterlassen. Es geht hier um chronische Krankheiten, die selten ausheilen und manchmal dauerhafte Gesundheitsschäden verursachen.Von Lernbehinderung bis Autismus, Diabetes und Krebs: es gibt eine alarmierend wachsende Zahl von Krankheiten im Kindesalter. Kinder sind heute kränker als in der vorherigen Generation.
- Susan E. Carozza, Bo Li, Kai Elgethun, and Ryan Whitworth:
Risk of Childhood Cancers Associated with Residence in Agriculturally Intense Areas in the United States (4.2008)Eine statistische Untersuchung in USA ergab, dass in Gebieten mit viel Landwirtschaft das Risiko für Kinder steigt, an Krebs zu erkranken. Die Art des Krebses unterscheidet sich je nach den angebauten Pflanzen und den dafür eingesetzten Pflanzengiften (
Pflanzenschutzmitteln
). - EPA: America's Children and the Environment, Third Edition (ACE3, 2019)
- Entwurf: Childhood Cancer, weitere Entwürfe (3.2011)
- Endfassung (10.2019)
Kommentar: The EPA's ACE 3 Report: The Good, The Bad And The Way Forward
Anerkannte Risikofaktoren für Kinderkrebs sind die Familienhistorie (d.h. genetisch bedingt), genetische Syndrome wie das Down-Syndrom, Strahlung und bestimmte Chemotherapeutika. Ionisierende Strahlung, z.B. durch Röntgen, verursacht Leukämie (die häufigste Krebs-Art bei Kindern) und Gehirntumore. Das wahre Ausmaß von Krebs, der durch Umweltgifte verursacht wird, wird gewaltig unterschätzt.
In der Endfassung werden kritische Aussagen leider weggelassen. - Lydiane Agier, Xavier Basagaña, Lea Maitre, Berit Granum, Philippa K Bird, Maribel Casas, Bente Oftedal, John Wright, Sandra Andrusaityte, Montserrat de Castro, Enrique Cequier, Leda Chatzi, David Donaire-Gonzalez, Regina Grazuleviciene, Line S Haug, Amrit K Sakhi, Vasiliki Leventakou, Rosemary McEachan, Mark Nieuwenhuijsen, Inga Petraviciene, Oliver Robinson, Theano Roumeliotaki, Jordi Sunyer, Ibon Tamayo-Uria, Cathrine Thomsen, Jose Urquiza, Antonia Valentin, Rémy Slama, Martine Vrijheid, Valérie Siroux:
Early-life exposome and lung function in children in Europe: an analysis of data from the longitudinal, population-based HELIX cohort, auch hier (2.2019)Kommentare:
- EcoWatch: Chemicals in Cosmetics Linked to Lung Damage in Children, New Study Finds
- Early-life Environmental Exposures and Child Respiratory Health: The Exposome Reveals Its First Results
Vor- und nachgeburtliche Giftbelastung ist die Ursache von Atem-/Lungen-Problemen des Kindes. Bei den Giften handelt es sich um perfluorierte Chemikalien, Parabene und Phthalate, die vor allem in Kosmetika enthalten sind.
1.3 Einfluss der Sexualhormone auf die Giftwirkung
Gifte können bei Anwesenheit bestimmter Sexualhormone besonders wirksam sein. Dadurch ist die Wirkung der Gifte unterschiedlich bei Männern und Frauen.
Beispiel: Testosteron verstärkt die Giftwirkung von Quecksilber, Östrogene schwächen dessen Giftwirkung ab.
- Bernard Weiss:
- Same sex, no sex, and unaware sex in neurotoxicology (9.2010)
Der Autor gibt einen Überblick über den Zusammenhang von Sexualhormonen und der Wirkung neurotoxischer Substanzen.
- The intersection of neurotoxicology and endocrine disruption, als pdf (2012)
An einzelnen Beispielen ‒ Phthalate, die wie Anti-Androgene wirken, und Bisphenol A, das wie Östrogen wirkt, ‒ wird gezeigt, wie schwierig die Beurteilung der Gifte als Hormonstörer ist. Diese beiden Gifte beeinflussen die Entwicklung des Gehirns bei Knaben und Mädchen in unterschiedlicher Weise.
- Same sex, no sex, and unaware sex in neurotoxicology (9.2010)
- Infos zur Schädigung der Sexualorgane und der Fortpflanzungsfähigkeit durch hormonstörende Chemikalien.
1.4 Die innere Uhr
, Jet Lag
Der Nucleus suprachiasmaticus (siehe Wikipedia) ist ein kleiner Bereich im Hypothalamus des Gehirns. Er dient als biologische Uhr und reguliert den cirkadianen Rhythmus des Körpers ‒ die 24-Stunden-Zyklen, die verschiedene physiologische und verhaltensbezogene Prozesse steuern, darunter den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Hormonausschüttung und die Körpertemperatur.
Tierversuche haben gezeigt: durch die Belastung mit einem Umweltgift wird die innere Uhr
, der circadiane Rhythmus, gestört. Es gibt weitere Möglichkeiten, wie die innere Uhr gestört werden kann. Besonders betroffen sind Schichtarbeiter, speziell Mitarbeiter in Wechselschicht, weil ihre innere Uhr in kurzen Zeitabständen umgestellt und dadurch die Anpassungsfähigkeit des Körpers permanent herausgefordert wird. Durch die Störung der inneren Uhr wird das Immunsystem geschwächt und es entsteht eine erhöhte Anfälligkeit für die Zivilisationskrankheiten
.
Auch der Jetlag
ist ein Angriff auf die innere Uhr. Er entsteht, wenn die innere Uhr durch das schnelle Reisen (im Flugzeug) durch mehrere Zeitzonen verstellt
wird. Besonders betroffen sind das fliegende Personal der Fluggesellschaften, aber auch die Passagiere (Vielflieger). Jetlag-Symptome sind:
- Schläfrigkeit und Lethargie am Tag, gefolgt von nächtlicher Schlaflosigkeit,
- Angst, Reizbarkeit, Verwirrung und Konzentrationsschwäche,
- Kopfschmerzen, Übelkeit, Dehydrierung und/oder allgemeines Unwohlsein,
- Verdauungsstörungen (Verstopfung oder Durchfall),
- eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit.
Weitere Informationen zum circadianen Rhythmus
- Licht als Quelle guter oder schlechter Gesundheit
- National Institute of General Medical Sciences, USA: Circadian Rhythms
- Jennifer M. Hurley, Arko Dasgupta, Jillian M. Emerson, Xiaoying Zhou, Carol S. Ringelberg, Nicole Knabe, Anna M. Lipzen, Erika A. Lindquist, Christopher G. Daum, Kerrie W. Barry, Igor V. Grigoriev, Kristina M. Smith, James E. Galagan, Deborah Bell-Pedersen, Michael Freitag, Chao Cheng, Jennifer J. Loros, and Jay C. Dunlap:
Analysis of clock-regulated genes in Neurospora reveals widespread posttranscriptional control of metabolic potential (12.2014)Die innere Uhr steuert eine Vielzahl von Stoffwechsel-Vorgängen.
- Kayla D. Coldsnow, Rick A. Relyea and Jennifer M. Hurley:
Evolution to environmental contamination ablates the circadian clock of an aquatic sentinel species (10.2017)
Kommentare:- Can environmental toxins disrupt the biological 'clock'?
- Environmental toxin exposure may disrupt function of circadian clock, research shows
Auch Wasserflöhe haben eine innere Uhr, den circadianen Rhythmus, der biologische Schlüsselprozesse steuert. Die Wasserflöhe können sich zwar in mehreren Generationen an das Wasser mit höherem Salzgehalt, d.h. auf Stress durch Umweltbelastung, anpassen, reagieren dabei aber mit Änderung der Gene, die die innere Uhr steuern. Dies hat wiederum enorme Auswirkungen auf das Erkrankungs-Risiko des Lebewesens. Beim Menschen erhöht sich bei Störung des circadianen Rhythmus das Risiko für Krebs, Diabetes, Fettleibigkeit, Herzkrankheiten und Depressionen.
Wasserflöhe wurden untersucht, weil sie eine wichtige Rolle für die Nahrungskette und die Wasserqualität spielen. Wie reagieren sie auf die immer stärkere Versalzung des Süßwassers, die in städtischen Umgebungen von Industriestaaten stattfindet?
- Schmitt K, Grimm A, Dallmann R, Oettinghaus B, Restelli LM, Witzig M, Ishihara N, Mihara K, Ripperger JA, Albrecht U, Frank S, Brown SA, Eckert A:
Circadian Control of DRP1 Activity Regulates Mitochondrial Dynamics and Bioenergetics, auch hier (3.2018)Kommentar: Our circadian clock sets the rhythm for our cells' powerhouses
Erstmals wird beschrieben, wie der circadiane Rhythmus für eine gute Energieproduktion in den Mitochondrien sorgt.
- Jetlag
- Alex Song, Thomas Severini, and Ravi Allada:
How jet lag impairs Major League Baseball performance (23.1.2017)Die sportliche Leistung der Mannschaften wird durch den Jetlag deutlich beeinträchtigt.
- MedicalNewsToday: Jet lag: What it is and how to beat it (2024)
Der Körper verkraftet 1 bis 1,5 Zeitzonen pro Tag, aber ab 2 Zeitzonen pro Tag machen sich Symptome bemerkbar. Reisen in östlicher Richtung verursachen eher Symptome als Reisen in westlicher Richtung. Der Beitrag enthält Tipps zur Milderung des Jetlags.
- Alex Song, Thomas Severini, and Ravi Allada:
1.5 Einfluss der Gene
Die Gene legen die biologischen Eigenschaften des Menschen fest, machen ihn zu einem unverwechselbaren Individuum. Kaum zwei Menschen haben exakt dieselben Gene. In seltenen Fällen kann ein Gendefekt zu einer angeborenen Krankheit führen. Sehr viel häufiger kommt es jedoch vor, dass genetische Varianten die Ausscheidung von Umweltgiften erleichtern oder erschweren. Ist die Giftausscheidung erschwert, dann sammeln sich die Umweltgifte eher an und verursachen chronische Krankheiten. In diesem Fall wäre der Mensch gut beraten, Umweltgifte zu meiden, wo immer das möglich ist.
Die Gene (genauer: die genetischen Polymorphismen) eines Menschen könnten es erschweren, dass er die aufgenommenen Gifte wieder ausscheiden kann, so dass sie sich im Körper ansammeln. Hier gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Menschen. Sie werden bei der Festlegung der Grenzwerte durch einen konstanten Faktor pauschal berücksichtigt. Ob der Faktor bei allen Giften und bei allen Menschen ausreicht, wird nicht überprüft. Bei vorliegender Erkrankung wird im Rahmen der Diagnostik nicht überprüft, ob die genetisch bedingte Entgiftungskapazität ausreicht; Entgiftungs-Therapien gibt es in der Schulmedizin nicht.
Wegen der Speicherung der Gifte im Körper nimmt die Giftbelastung im Laufe des Lebens immer weiter zu. Ältere Menschen tragen mehr Gifte in sich als junge Menschen. Folge: altersbedingte
Krankheiten wie Krebs, Demenz, Alzheimer.
Beispiel:
Die Ausscheidung des Schwermetalls Quecksilber wird entscheidend beeinflusst von den genetischen Varianten der Glutathion-S-Transferase und des Apolipoprotein-E. Welche Krankheiten sich dann im Einzelfall entwickeln, hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab. Nähere Informationen dazu finden Sie hier.
Warnung:
Manche Ärzte behaupten, dass alle möglichen Krankheiten, deren Ursachen sie nicht verstehen, familiär
oder genetisch
bedingt seien, ohne das im Einzelfall nachzuweisen. Sie wollen damit lediglich den Patienten veranlassen, seine Krankheit als schicksalhaft und unvermeidlich hinzunehmen. Patienten sollten sich auf diesen Unsinn nicht einlassen.
Pharmakogenetik und Arzneimittelnebenwirkungen
Auch die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Medikamenten variiert von Mensch zu Mensch. Einige Patienten benötigen von einem Arzneimittel deutlich mehr oder weniger als die Standarddosis, bei anderen versagt die Therapie vollständig oder es treten unerwünschte Nebenwirkungen auf. Die Pharmakogenetik befasst sich mit den unterschiedlichen Arzneimittelwirkungen auf unterschiedliche Menschen durch Labormessung einzelner individueller genetischer Enzymvarianten.
Weitere Informationen
- Beiträge zum Zusammenhang von Umweltgiften und Genetik als Ursache von chronischen Erkrankungen.
- amalgam-informationen.de: Entgiftung und genetische Disposition
- Hans-Peter Donate, Eckart Schnakenberg: Genetische Polymorphismen: individuelle Suszeptibilität (umwelt – medizin – gesellschaft, Ausgabe 3-2015)
- Cornelius Hess: Toxikogenetik (21.10.2015)
Anwendung von Kenntnissen über Genetik und Entgiftung in der Rechtsmedizin (Forensik).
- Edward D. Levina, Michael Aschner, Ulrike Heberlein, Douglas Ruden, Kathleen A. Welsh-Bohmer, Selena Bartlett, Karen Berger, Lang Chen, Ammon B. Corl, Donnie Eddins, Rachael French, Kathleen M. Hayden, Kirsten Helmcke, Helmut V.B. Hirsch, Elwood Linney, Greg Lnenicka, Grier P. Page, Debra Possidente, Bernard Possidente and Annette Kirshner:
Genetic aspects of behavioral neurotoxicology (9.2009)In Einzelbeiträgen, die auf einer Fachtagung gehalten wurden, wird erläutert, wie durch das Zusammenwirken von Genen und Umweltgiften die Psyche beeinflusst und verändert wird.
2. Moderne Lebensweise
2.1 Hautpflege und Kosmetika
Die Haut bildet eine gute Schutzbarriere gegen vielerlei Einwirkungen. Reinigungsmittel, Desinfektionsmittel, Kosmetika, Deodorants (Aluminium), Sonnenschutzmittel usw. werden nicht nur eingeatmet und gelangen so in Gehirn und Blutkreislauf. Die Gifte dringen auch tief in die Haut ein, können sie schädigen und in den Blutkreislauf gelangen. Viele dieser Mittel enthalten ungesunde bzw. giftige Substanzen. Wenn die Haut geschädigt wird, können weitere Gifte, Bakterien usw. in den Körper eindringen.
Hautpflegemittel und Kosmetika sollen häufig den Eindruck einer natürlichen, pflanzlichen Herkunft erwecken und angenehm riechen, können aber dennoch synthetisch hergestellt sein. Deshalb ist der Geruchssinn und andere Sinne kein zuverlässiger Maßstab für Verträglichkeit oder Gefährlichkeit eines Produkts. Zudem dürfen die Hersteller die Zusammensetzung ihrer Produkte, vor allem der Düfte, als Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis betrachten und sind deshalb nicht verpflichtet, alle Bestandteile auf der Verpackung zu nennen.
- Siehe auch
- hormonstörende Chemikalien in Hygiene-, Körperpflege-, Kosmetik-Artikeln,
- Sonnenschutzmittel,
- Aluminium in Deodorants.
- Bahi Takkouche, Carlos Regueira-Méndez, Agustín Montes-Martínez:
Risk of cancer among hairdressers and related workers: a meta-analysis, auch hier (14.9.2009)F. Perry Wilson: The Surprising Occupations With Higher-Than-Expected Ovarian Cancer Rates (10.7.2023)
Wegen des Umgangs mit Haarfärbe- und pflegemitteln haben Friseure ein erhöhtes Risiko für Krebs: für Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Blasenkrebs und für multiples Myelom (vom Knochenmark ausgehende Krebserkrankung des blutbildenden Systems).
- Erika Chow and Shruthi Mahalingaiah:
Cosmetics use and age at menopause: Is there a connection?, auch hier (18.8.2016)Die Menopause ist der Zeitpunkt der letzten weiblichen Menstruation und signalisiert das Ende der Fruchtbarkeit, ausgelöst durch hormonelle Veränderungen. Das Alter in der Menopause kann durch eine Vielzahl von Mechanismen beeinflusst werden, darunter hormonelle Störungen, Versagen der DNA-Reparatur, oxidativer Stress, verkürzte Telomerlänge und Giftbelastung der Gebärmutter. Kosmetika enthalten giftige Chemikalien, von denen nur wenige ein bisschen reguliert werden: Parabene, Phthalate, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und Siloxane. Viele Chemikalien in Kosmetika werden allerdings nicht oder kaum reguliert: Butylhydroxyanisol/Butylhydroxytoluol, Kohlenteerfarbstoffe, Diethanolamin, Formaldehyd freisetzende Konservierungsmittel, 1,4-Dioxan, Puder/Asbest und Triclosan. Diese Chemikalien werden in großer Menge hergestellt und eingesetzt, ohne dass sie zuvor gründlich auf ihre biologischen Wirkungen untersucht wurden.
- Che-Jung Chang, Katie M O'Brien, Alexander P Keil, Symielle A Gaston, Chandra L Jackson, Dale P Sandler, Alexandra J White:
Use of Straighteners and Other Hair Products and Incident Uterine Cancer, auch hier (17.10.2022)Spiegel Online: Chemische Haarglättung könnte Gebärmutterkrebsrisiko erhöhen (18.10.2022)
Gebärmutterkrebs ist eine der häufigsten gynäkologischen Krebserkrankungen. Haar-Chemikalien, die z.B. das Glätten der Haare (Beseitigung von krausem, gewelltem Haar) unterstützen oder die Haare färben, enthalten hormonschädigende und krebserregende Substanzen und dringen über die Kopfhaut in den Körper ein. Das können Formaldehyd und Formaldehyd freisetzende Chemikalien, oxidiertes Paraphenylendiamin und 4-Aminobiphenyl in Haarfärbemitteln, Bleichmittel, Strähnchen, Bügelprodukte und Dauerwellen sein. Hier wird der Zusammenhang dieser Chemikalien mit der Entstehung von Gebärmutterkrebs untersucht.
Ergebnis: der Einsatz der Chemikalien erhöht das Risiko für Gebärmutterkrebs. Fettleibigkeit, geringe körperliche Aktivität und besonders frühe erste Menstruation sind zusätzliche Risikofaktoren. - The Defender:
Chemicals in Cosmetics May Interfere With Fertility, Fetal Growth and Infant Development (7.6.2023)In Kosmetikprodukten enthaltene Chemikalien können durch den Körper wandern, das Hormon-, Nerven- und Herz-Kreislauf-System angreifen und hormonelle Veränderungen auslösen, die zu Fortpflanzungsproblemen, einschließlich schlechter Spermienqualität und Fehlgeburten, führen können.
2.2 Desinfektionsmittel
Unser Körper beherbergt 30% mehr Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilze) als er Körperzellen hat. Auch in unserer Umwelt sind wir von ihnen umgeben. Sie leben zum Teil in Symbiosen und unterstützen oder bekämpfen sich gegenseitig. Sie werden auch bei der Lebensmittel-Herstellung verwendet, z.B. bei Sauerkraut, Joghurt und weiteren Milchprodukten, zur Hefegärung usw. Ohne Mikroorganismen brechen Verdauung, Stoffwechsel und Immunsystem des Menschen zusammen.
Desinfektionsmittel enthalten biozide Wirkstoffe, also Gifte zur Bekämpfung von Mikroorganismen, seien sie nützlich oder schädlich:
- Desinfektionsmittel sind zytotoxisch, d.h. sie schädigen die Zellen.
- Desinfektionsmittel töten die Organismen, die nützlich und lebensnotwendig für den Menschen sind und bei vielen biochemischen Prozessen im Körper des Menschen benötigt werden.
- Desinfektionsmittel begünstigen durch die Selektion – ähnlich wie Antibiotika – das Wachstum von schädlichen Organismen, die nicht mehr bekämpft werden können und schließlich resistent werden.
Es ist ein verhängnisvoller Irrglaube, dass gute Hygiene in erster Linie durch Desinfektionsmittel zu realisieren sei. Im Allgemeinen genügen Wasser und ggf. Seife. Wenn die Hand oder der Gegenstand vor der Desinfektion nicht gründlich mit Wasser und ggf. Seife gereinigt wird, erhöht sich das Risiko, dass die Erreger resistent werden.
In der Corona-Pandemie wird der Desinfektionsmittel-Irrglaube propagiert. Er ist auch Grundlage der Hygiene-Hypothese
. Sie besagt, dass durch Desinfektion ein Mangel an Mikroorganismen entstehe und dass dieser Mangel dem Immunsystem schade, weil es ihm dadurch an Abwehr-Training fehle. Richtig ist: nicht der Mangel schadet, sondern die giftigen Desinfektionsmittel. Mikroorganismen sind – mal mehr, mal weniger – allgegenwärtig und sie schaden der Gesundheit nicht, solange das Immunsystem die schädlichen unter ihnen bewältigen und unter Kontrolle halten kann. In der Corona-Pandemie werden Vorschriften zum alltäglichen Einsatz von Desinfektionsmitteln erlassen.
Das Immunsystem ist, anders als Desinfektionsmittel und Antibiotika, in der Lage, die lebensnotwendigen von den gesundheitsschädlichen Keimen zu unterscheiden. Es bekämpft die schädlichen Keime gezielt und selektiv und unterstützt die lebensnotwendigen Keime. Das Immunsystem ist also für die Bekämpfung schädlicher Keime hervorragend vorbereitet. Es lohnt sich deshalb, das Immunsystem bei der Bewältigung dieser Aufgabe zu unterstützen und alles zu tun, damit das Immunsystem in einem guten Zustand ist.
Beispiele für Desinfektionsmittel:
- Isopropanol (Propan-2-ol, Isopropylalkohol) wird häufig für die Handdesinfektion verwendet. Es gehört zu den
flüchtigen organischen Verbindungen
(VOC), wird inhaliert, verursacht allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen. Es ist als Gefahrstoff wie folgt eingestuft:- H225: Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar,
- H319: verursacht schwere Augenreizung,
- H336: kann Schläfrigkeit und Benommenheit verursachen (neurotoxisch).
- Quartäre Ammoniumverbindungen (QAV,
Quat
, engl.: QAC)Die quaternären Ammoniumverbindungen zählen zu den häufigsten Wirkstoffen in Desinfektionsmitteln. Die QAV finden sich nicht nur in den Tüchern, Sprays und Flüssigkeiten, die wir zur Reinigung von Oberflächen zu Hause und in Krankenhäusern verwenden, sondern auch in Alltagsprodukten wie Weichspülern und Körperpflegeprodukten. Sie werden vielfältig in Gewerbe und Haushalt eingesetzt, etwa im Flugzeug, in Weichspülern, als Invertseifen oder als Antistatika (z. B. in Shampoos). Aufgrund ihrer Desinfektionswirkung werden sie auch zu den Bioziden gezählt. Im öffentlichen und industriellen Bereich findet man sie in Krankenhäusern, bei der Lebensmittelverarbeitung, in der Landwirtschaft, im Holzschutz, in Reinraumapplikationen und in Antialgenmitteln (Algiziden) für Schwimmbäder und Pools.
Aufgrund ihrer weitverbreiteten Verwendung gelangen QAV in Kläranlagen und werden dort überwiegend entfernt. Die Reste sind immer noch erhebliche Mengen, die über Abwässer und Klärschlamm in die Umwelt gelangen.
Es gibt hunderte unterschiedliche QAV. Im Tierversuch zeigten sie sich reproduktionstoxisch, also gesundheitsschädlich für die Fortpflanzung und für das Gehirn des sich entwickelnden Kindes.
- Vanessa E. Melin, Haritha Potineni, Patricia Hunt, Jodi Griswold, Bill Siems, Stephen R. Werre, and Terry C. Hrubec:
Exposure to common quaternary ammonium disinfectants decreases fertility in mice (12.2014)
Kommentar:
Dr. Lyons-Weiler: If You Intend to Reproduce Do Not Fly ‒ The Chemicals Used to Disinfect Airplanes Decrease Fertility and Are Epigenetically Teratogenic(Tierversuch, Mäuse) Die Exposition gegenüber einer üblichen QAC-Desinfektionsmittelmischung beeinträchtigt die Fortpflanzungsgesundheit signifikant: längere Zeit bis zum ersten Wurf, längere Trächtigkeitsintervalle, weniger Nachkommen pro Wurf und weniger Trächtigkeiten. Es ist wichtig, die Giftwirkung der Mischung und nicht nur der einzelnen Bestandteile zu bewerten.
- Terry C. Hrubec, Vanessa E. Melin, Caroline S. Shea, Elizabeth E. Ferguson, Craig Garofola, Claire M. Repine, Tyler W. Chapman, Hiral R. Patel, Reza M. Razvi, Jesse E. Sugrue, Haritha Potineni, Geraldine Magnin-Bissel, Patricia A. Hunt:
Ambient and Dosed Exposure to Quaternary Ammonium Disinfectants Causes Neural Tube Defects in Rodents (6.2017)
Kommentar: Common household disinfectants linked with birth defects, miscarriages and fertility.(Tierversuch, Ratten und Mäuse) Bei Exposition gegenüber QAC ergaben sich Neuralrohr-Defekte. (Das Neuralrohr ist die embryonale Anlage des zentralen Nervensystems der Wirbeltiere, auch des Menschen.) Der Einsatz als Desinfektionsmittel der Käfige wirkte stärker als die orale Zufuhr. Diese Defekte hielten für zwei Generationen nach Beendigung der Exposition an. Die Defekte traten auch auf, wenn nur die männlichen Tiere mit dem Gift belastet waren.
- Erin F. Cohn, Benjamin L. L. Clayton, Mayur Madhavan, Kristin A. Lee, Sara Yacoub, Yuriy Fedorov, Marissa A. Scavuzzo, Katie Paul Friedman, Timothy J. Shafer & Paul J. Tesar:
Pervasive environmental chemicals impair oligodendrocyte development, auch hier (25.3.2024)Oligodendrozyten sind eine Art Gliazellen im zentralen Nervensystem, also in Gehirn und Rückenmark. Sie entwickeln sich und reifen von der Schwangerschaft bis ins Erwachsenenalter. Die Oligodendrozyten werden durch quartäre Ammonium- und Phosphonium-Verbindungen geschädigt. Diese Verbindungen wirken stark und selektiv zytotoxisch (giftig für Zellen und Gewebe) auf sich entwickelnde Oligodendrozyten, wohingegen Organophosphat-Flammschutzmittel die Reifung der Oligodendrozyten vorzeitig stoppen. Ergebnis: Gehirnschädigung, die angeboren sein kann oder sich im Kind entwickelt.
- Milena Esser, The Conversation:
Everyday chemicals, global consequences: How disinfectants contribute to antimicrobial resistance (22.12.2025)Mikroben kennen viele Wege, sich gegen Desinfektionsmittel zu wehren, die quaternäre Ammoniumverbindungen (QAV) enthalten. Dann sind die Mikroben resistent, und die Desinfektion funktioniert nicht.
- Vanessa E. Melin, Haritha Potineni, Patricia Hunt, Jodi Griswold, Bill Siems, Stephen R. Werre, and Terry C. Hrubec:
- Triclosan wird wegen seiner desinfizierenden, bioziden Wirkung in Medizin und Haushalt eingesetzt. Weitere Informationen unter
Hormonstörende Stoffe
.
Desinfektionsmittel können auch Verdünnungsmittel, Vergällungsmittel, Tenside, Schaum- und pH-Wert-Regulatoren, Komplexbildner, Farb- und Duftstoffe enthalten; Verunreinigungen sind möglich. Leider werden diese Zusatzstoffe nur selten deklariert oder sie werden mit allgemeinen Begriffen so undeutlich umschrieben, dass nicht klar ist, was genau im Desinfektionsmittel enthalten ist.
Leider werden während der Corona-Pandemie deutlich mehr Desinfektionsmittel eingesetzt, obwohl sie das Risiko für Atemwegserkrankungen wie COPD und Asthma erhöhen, aber das Risiko für Virusinfektionen nicht reduzieren.
Empfehlung:
Vermeiden Sie, wann immer möglich, die Anwendung von Desinfektionsmitteln. Wasser und Seife sind für die persönliche Hygiene völlig ausreichend. Fast alle Bakterien sind unsere Freunde und nicht so schlimm, wie viele denken.
Weitere Informationen zu Desinfektionsmitteln
- Biozidverordnung der EU Nr. 528/2012
über die Bereitstellung auf dem Markt und die Verwendung von Biozidprodukten. - Environmental Working Group: Cleaning Supplies and Your Health
Viele Reinigungsmittel enthalten Substanzen, die Gesundheitsprobleme verursachen:
- Die Dämpfe einiger Reinigungsmittel können bei gesunden Personen Asthma und andere Atemwegsprobleme verursachen.
- Reinigungsmittel können 1,4-Dioxan oder krebserregendes Formaldehyd enthalten und freisetzen.
- Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft in Reinigungsberufen tätig waren, haben ein erhöhtes Risiko für Geburtsfehler.
- Einige Reinigungsmittel verursachen chemische Verätzungen, Vergiftungen, Reizungen und Allergien.
- Die Kennzeichnung auf den Etiketten von Reinigungsmitteln sind oft unzureichend und geben zu wenig Auskunft über gesundheitsschädliche Bestandteile.
- Elaine L. Larson, Susan X. Lin, Cabilia Gomez-Pichardo, and Phyllis Della-Latta:
Effect of Antibacterial Home Cleaning and Handwashing Products on Infectious Disease Symptoms (3.2004)Im Privathaushalt werden für Reinigung und Hygiene oft antibakterielle Produkte verwendet. Ist das sinnvoll? Nein! Hier werden solche Produkte an gesunden Personen getestet. Ergebnis: das Risiko für virale Infektionskrankheiten wird nicht reduziert.
- Coco Ballantyne, Scientific American:
Strange but True: Antibacterial Products May Do More Harm Than Good (6.2007)
Antibacterial soaps and other cleaners may actually be aiding in the development of superbacteria.Hygiene ‒ in der Wohnung und am Körper ‒ ist der beste Weg, um sich vor bakteriellen Infektionen zu schützen. Hygiene bedeutet: mit Wasser und Seife waschen und die Bakterien wegspülen. Es ist jedoch eine schlechte Idee, Bakterien abzutöten. Antibakterielle Seifen und andere Reinigungsmittel können tatsächlich die Entwicklung von Superbakterien fördern, denn es entwickeln sich Bakterien, die die antibakterielle Seife überleben.
- FDA (USA):
- FDA issues final rule on safety and effectiveness of antibacterial soaps (9.2016)
- Antibacterial Soap? You Can Skip It, Use Plain Soap and Water (5.2019)
- FDA updates on hand sanitizers consumers should not use (10.2020)
In den USA werden Triclosan und andere antiseptische Zusätze in Reinigungsprodukten für die private Anwendung verboten, weil die Hersteller nicht nachgewiesen haben, dass die Inhaltsstoffe sowohl sicher für die langfristige tägliche Anwendung als auch wirksamer als Seife und Wasser zur Verhinderung von Krankheiten und der Ausbreitung bestimmter Infektionen sind.
- Tobias Weinmann, Felix Forster, Erika von Mutius, Christian Vogelberg, Jon Genuneit, Doris Windstetter, Dennis Nowak, Katja Radon, Jessica Gerlich:
Association Between Occupational Exposure to Disinfectants and Asthma in Young Adults Working in Cleaning or Health Services: Results From a Cross-Sectional Analysis in Germany, auch hier (9.2019)Schon nach einer relativ kurzen Expositionsdauer können Desinfektionsmittel Asthma verursachen; nach 12 Monaten steigt das Asthma-Risiko auf das Dreifache.
- Orianne Dumas, Raphaëlle Varraso, Krislyn M. Boggs, Catherine Quinot, Jan-Paul Zock, Paul K. Henneberger, Frank E. Speizer, Nicole Le Moual, Carlos A. Camargo Jr:
Association of Occupational Exposure to Disinfectants With Incidence of Chronic Obstructive Pulmonary Disease Among US Female Nurses, auch hier (10.2019)Lungenärzte im Netz: Kann der häufige Gebrauch von Desinfektionsmitteln COPD verursachen? (1.2020)
Die regelmäßige Anwendung chemischer Desinfektionsmittel unter Krankenschwestern verursacht (COPD). Das erhöhte COPD-Risiko gilt unabhängig davon, ob die Krankenschwester raucht oder Asthma hat. - Penn State Health: The Medical Minute: Hand Sanitizers Effective, but Handwashing Is Better (10.2019)
Hand-Desinfektion ist bequem und sie funktioniert, aber wenn es darum geht, Krankheitskeime fernzuhalten, geht nichts über das Händewaschen mit Wasser und Seife. Die Keime werden im Seifenschaum gebunden und vom Wasser abgespült. Mit der Hand-Desinfektion gibt es hingegen einige Probleme:
- Viren-Partikel könnten nicht alle entfernt werden,
- es entsteht Bakterien-Resistenz,
- sterilisierende Desinfektionsmittel bieten häufig keinen Vorteil.
2.3 Schlechte Atemluft, Feinstaub
Feinstaub in der Atemluft ist gesundheitsschädlich. Schädliche Substanzen, etwa giftige Metalle, können sich an den kleinen Feinstaub-Partikeln ansetzen, die wir einatmen und die so in unseren Blutkreislauf gelangen. Zahlreiche Studien belegen das erhöhte Risiko für
- Atemwegsinfektionen und Lungenkrankheiten wie COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung),
- neurologische Schäden,
- Atherosklerose,
- Allergien,
- Krebserkrankungen.
Über den noch feineren Ultrafeinstaub (Partikelgröße bis zu 0,1 µm) gibt es bisher wenig sichere Erkenntnisse. Sicher ist: die ultrafeinen Partikel dringen noch tiefer in die Lunge ein als gewöhnlicher Feinstaub. Von dort gelangen sie in den Blutkreislauf und in das Gehirn, wo sie chronische Entzündungen auslösen können. Ultrafeinstaub stammt z.B.
- aus Flugzeugen im Start- und Landebereich und tritt in Flughafennähe in sehr hoher Konzentration auf,
- aus Abgasen von Dieselmotoren,
- aus den Verbrennungsrückständen von Kerzen,
- beim Rauchen von Tabak und beim
Dampfen
.
Weitere Informationen
- Atemwege, COPD
- Wikipedia: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
- Schädigung durch E-Zigaretten
- Davis W. Lamson, Matthew S. Brignall:
The Use of Nebulized Glutathione in the Treatment of Emphysema: a Case Report (2000)Ein 95-jährigen Mann mit einem Emphysem und einer Bronchialinfektion wird erfolgreich mit vernebeltem Glutathion behandelt.
- Jonathan Prousky:
The Treatment of Pulmonary Diseases and Respiratory-Related Conditions with Inhaled (Nebulized or Aerosolized) Glutathione (17.5.2007)(Literaturstudie) Reduziertes Glutathion (GSH) kommt im Zytosol der meisten Körperzellen vor. In den unteren Atemwegen wirkt es als Antioxidans und ist die erste Verteidigungslinie gegen oxidativen Stress. Mit Inhalation (vernebelt oder aerosolisiert) wird der GSH-Gehalt in den Atemwegen erhöht. Indikationen: Farmerlunge, vor und nach körperlicher Betätigung, multiple Chemikalienunverträglichkeit (MCS) und Zigarettenrauchen. Vor der GSH-Inhalation wird ein Test auf Sulfite im Urin empfohlen.
- Holger Schulz, Stefan Karrasch, Georg Bölke, Josef Cyrys, Claudia Hornberg, Regina Pickford, Alexandra Schneider, Christian Witt, Barbara Hoffmann (HelmholtzZentrum München, Institute of Epidemiology):
Atmen: Luftschadstoffe und Gesundheit (11.2018)
(Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V., DGP)Die Lungenfachärzte stellen fest:
In Deutschland liegt die Krankheitslast durch Luftverschmutzung an zehnter Stelle der Risikofaktoren und ist damit auch hierzulande der wichtigste umweltbezogene Risikofaktor.
- Annette Peters, Barbara Hoffmann, Bert Brunekreef, Nino Künzli, Meltem Kutlar Joss, Nicole Probst-Hensch, Beate Ritz, Holger Schulz, Kurt Straif, Erich Wichmann:
Die Rolle der Luftschadstoffe für die Gesundheit, auch hier: _1_ (1.2019)
dazu Bundestags-Drucksache 19/6335D. Köhler, M. Hetzel, M. Klingner, T. Koch, S. Ewig, G. Becher, H. Lindemann, T. Voshaar, U. Costabel:
Die Rolle der Luftschadstoffe für die Gesundheit: Eine Replik auf die Expertise der Internationalen Gesellschaft für Umweltepidemiologie (ISEE) und der European Respiratory Society (ERS), auch hier (6.2019)Die Experten der
European Respiratory Society
stellen die wichtigsten Fakten bezüglich der gesundheitsschädlichen Wirkung der Luftschadstoffe zusammen und erläutern die Grenzwerte. Der Grenzwert für Feinstaub-Partikel bis zu einer Größe von 2,5 µm ist in der EU zu hoch und sollte verschärft werden. Die Autoren nehmen zu vielen Gegenargumenten Stellung, mit denen die Luftschadstoffe verharmlost werden. Der Autoindustrie und den mit ihr befreundeten Lungenfachärzten gefällt diese Bewertung nicht, und sie schreiben deshalb eine Replik.
- s. auch Infos zu belasteter Innenraumluft, Mikroplastik
- Das bessere Müllkonzept:
Tod vom Allerfeinsten
- Auswirkungen der lufthygienisch wichtigsten Schadstoffe auf die Gesundheit (2001), auch hier: _1_ _2_Feinstäube und ultrafeine Partikel dringen tief in den Körper und in die Lunge ein. Es gibt keine Wirkungsschwelle; auch geringste Mengen können chronische Krankheiten wie Krebs verursachen.
Quecksilber verursacht irreversible Schäden im Nervensystem.
- WHO
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, die Luftverschmutzung unter 5 µg/m3 zu halten. Die globale Durchschnittsbelastung liegt jedoch derzeit bei etwa 42,6 µg/m3. In stark verschmutzten Gebieten bedeutet dies ein drastisch erhöhtes Risiko für schwere Herzerkrankungen und einen frühen Tod.
Über 90 % der Menschen leben an Orten, an denen die Luft zum Atmen ungesund ist. Dies führt weltweit jährlich zu 4,2 Millionen Todesfällen (Daten von 2016). Von allen Todesfällen durch Luftverschmutzung waren 38 % auf Herzinfarkt, 20 % auf Schlaganfall und 43 % auf COPD zurückzuführen.
- 9 out of 10 people worldwide breathe polluted air, Datenbank
Die WHO warnt: 9 von 10 Menschen weltweit atmen verschmutzte Luft. Jährlich sterben 7 Millionen Menschen daran. - Air pollution
Die Luftqualität ist eng mit dem Klima und den Ökosystemen der Erde verknüpft. Viele der Ursachen der Luftverschmutzung (z.B. die Verbrennung fossiler Brennstoffe) sind auch Quellen von Treibhausgasemissionen. Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung bieten daher eine Win-Win-Strategie für Klima und Gesundheit: Sie verringern die Belastung durch Krankheiten, die auf Luftverschmutzung zurückzuführen sind, und tragen zur kurz- und langfristigen Abschwächung des Klimawandels bei.
- 9 out of 10 people worldwide breathe polluted air, Datenbank
- Internationale Krebsforschungsagentur (IARC):
- IARC Monograph 109: Outdoor Air Pollution, als pdf (2016)
- Dana Loomis, Yann Grosse, Béatrice Lauby-Secretan, Fatiha El Ghissassi, Véronique Bouvard, Lamia Benbrahim-Tallaa, Neela Guha, Robert Baan, Heidi Mattock, Kurt Straif on behalf of the International Agency for Research on Cancer Monograph Working Group IARC, Lyon, France:
The carcinogenicity of outdoor air pollution, als pdf: _1_ _2_ (12.2013) - Outdoor air pollution a leading environmental cause of cancer deaths (Pressemitteilung, 10.2013)
- Pressemitteilung der Deutschen Lungenstiftung e.V.: Neue WHO Air Quality Guidelines (24.9.2021)
Lungenärzte fordern zielführende Maßnahmen zur Verbesserung der LuftqualitätGesundheitliche Schäden durch Luftverschmutzung werden bereits durch niedrigere Konzentrationen verursacht als bislang angenommen. Für sechs wichtige Luftschadstoffe wurden deshalb die empfohlenen Luftqualitätswerte (AQG-Werte) nach unten korrigiert.
- Bundesverband Bauberater kdR: Schadstoffe in der Luft ‒ Übersicht, Messung und Maßnahmen
- Han-Bin Huang, Ching-Huang Lai, Guan-Wen Chen, Yong-Yang Lin, Jouni J. K. Jaakkola, Saou-Hsing Liou and Shu-Li Wang:
Traffic-Related Air Pollution and DNA Damage: A Longitudinal Study in Taiwanese Traffic Conductors, auch hier (5.2012)Die Luftverschmutzung im Straßenverkehr ist deutlich höher als im Innenbereich. Die verschmutzte Luft enthält Feinstaub (PM2.5), bestehend aus polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), was u.a. DNA-Strangbrüche verursacht.
- Martha Patricia Sierra-Vargas and Luis M Teran: Air pollution: Impact and prevention (9.2012)
Luftverschmutzung ist die Ursache von Atemwegs- und anderen Erkrankungen. Durch Reduktion der Diesel-Abgase gäbe es in den USA jährlich 12.000 weniger Todesfälle, 15.000 weniger Herzinfarkte und 8.900 weniger Krankenhaus-Einweisungen.
- Philip J Landrigan, Richard Fuller, Nereus J R Acosta, Olusoji Adeyi, Robert Arnold, Niladri (Nil) Basu, Abdoulaye Bibi Baldé, Roberto Bertollini, Stephan Bose-O'Reilly, Jo Ivey Boufford, Patrick N Breysse, Thomas Chiles, Chulabhorn Mahidol, Awa M Coll-Seck, Maureen L Cropper, Julius Fobil, Valentin Fuster, Michael Greenstone, Andy Haines, David Hanrahan, David Hunter, Mukesh Khare, Alan Krupnick, Bruce Lanphear, Bindu Lohani, Keith Martin, Karen V Mathiasen, Maureen A McTeer, Christopher J L Murray, Johanita D Ndahimananjara, Frederica Perera, Janez Potocnik, Alexander S Preker, Jairam Ramesh, Johan Rockström, Carlos Salinas, Leona D Samson, Karti Sandilya, Peter D Sly, Kirk R Smith, Achim Steiner, Richard B Stewart, William A Suk, Onno C P van Schayck, Gautam N Yadama, Kandeh Yumkella, Ma Zhong:
The Lancet Commission on pollution and health (10.2017)Kommentare:
- Ärzte warnen: Umweltverschmutzung
tötet mehr Menschen als Krieg, Hunger, Malaria, AIDS oder Tuberkulose
- Pollution, health, and the planet: time for decisive action (2.2018)
- Umweltverschmutzung tötet Menschen im Südsudan
92 Prozent dieser Todesfälle ereignen sich in Ländern mit geringem Einkommen
.Bezogen auf Deutschland gehen die Studien-Autoren davon aus, dass die Umweltbelastung zum Tod von mehr als 62.000 Menschen beitrug, das entspricht etwa jedem 15. Todesfall. 44.000 dieser Todesfälle entfallen auf die Verschmutzung der Außenluft.
- Ärzte warnen: Umweltverschmutzung
- Meng Wang, Paul D. Sampson, Lianne E. Sheppard, James H. Stein, Sverre Vedal, and Joel D. Kaufman:
Long-Term Exposure to Ambient Ozone and Progression of Subclinical Arterial Disease: The Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis and Air Pollution (5.2019)Ozon in der Atemluft verursacht Atherosklerose.
- Studie: Feinstaub schädigt die weibliche Fruchtbarkeit (6.2019)
- Spiegel Online:
- Luftverschmutzung verkürzt das Leben von Milliarden Menschen (1.9.2021)
Schadstoffe und Feinstaub beeinträchtigen die Gesundheit von Millionen Menschen laut einer Untersuchung stärker als Krankheiten oder Kriege. Dabei könnte die Politik leicht Abhilfe schaffen.
Gemeint ist vermutlich: Krankheiten durch Umweltgifte in der Luft schädigen die Menschen mehr als Krankheiten durch Viren und Bakterien. Aber auch das wäre nicht das vollständige Bild. Denn die Umweltgifte schwächen das Immunsystem fördern dadurch die übertragbaren Krankheiten wie Covid-19.
- Wo die Luft am schmutzigsten ist ‒ und wie sie sauberer werden kann (23.4.2023)
Die stärksten Risikofaktoren für die Gesundheit weltweit im Jahr 2019 sind, in dieser Reihenfolge:
hoher Blutdruck, Rauchen, Luftverschmutzung, hoher Blutzuckerwert, Übergewicht, Alkoholkonsum. Infektktionskrankheiten sind nicht dabei.
- Luftverschmutzung verkürzt das Leben von Milliarden Menschen (1.9.2021)
- Beate Ritz, Barbara Hoffmann, Annette Peters:
Auswirkungen von Feinstaub, Ozon und Stickstoffdioxid auf die Gesundheit, als pdf (12.2019)Luftschadstoffe haben Auswirkungen auf den gesamten Körper, von der menschlichen Entwicklung im Mutterleib bis zu vorzeitiger Sterblichkeit vor allem aufgrund von Lungen- und Herzerkrankungen. Pro zusätzlichen 5 µg/m3 PM2,5 erhöht sich die Sterblichkeit um 7%.
- Interview mit Prof. Thomas Münzel:
Feinstaub: Mehr Tote als durch Covid oder Rauchen (Video, 12.10.2022)
So, wie wir Menschen momentan leben, schaden wir unserer Gesundheit massiv. - 2023 IQAir World Air Quality Report (19.3.2024)
Spiegel Online: Nur sieben Länder bleiben unter WHO-Richtwerten für Feinstaub (19.3.2024)
Durch Auswertung von weltweit über 30.000 Stationen für die Luftqualität-Überwachung ergibt sich: nur 7 Länder (Australien, Estland, Finnland usw.) unterschreiten den WHO-Richtwert von 5 µg PM2.5 pro m³ Luft im Jahresmittel. Deutschland gehört nicht dazu.
PM2.5 = alle Partikel mit einer Größe von maximal 2,5 µm.
2.3.1 Laserdrucker und Fotokopierer
Der Feinstaub im Toner von Laserdruckern und Fotokopierern enthält Mikro- oder Nanopartikel. Sie sind toxisch, genschädigend und krebserregend. Als Trägersubstanz wird meistens ein Harz verwendet: Styrolacrylatpolymer, in seltenen Fällen auch Polyester- oder Epoxidharze. Weiterer Inhalt des Feinstaubs: Eisen, Aluminium, Arsen, Blei, Cadmium, Kobalt, Kupfer, Chrom, Mangan, Nickel, Antimon, Zinn, Strontium, Titan, Gadolinium, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), flüchtige organische Verbindungen (VOC), Benzol, Phenol, Styrol, Toluol, Xylol, Ethylbenzol, Ketone, Karbonsäuren, Siloxane, halogenierte Kohlenwasserstoffe und Organozinnverbindungen.
- nano Control - Internationale Stiftung, Hamburg. Auch hier: _1_ _2_
Die Stiftung beschäftigt sich mit Nanopartikeln und Schadstoffen, die aus Laserdruckern und Kopierern kommen.
- Paradigmenwechsel ‒ Innenraumluft im Büro und Home-Office im Kontext der sich durch die Pandemie rasant verändernden Arbeitswelt (12.6.2022)
Die Innenraumluft ist zwei bis fünf Mal schlechter als die Außenluft in Innenstädten. Die Vielzahl von Schadstoffen und ihre chemischen Interaktionen im Innenraum, u.a. durch Laserdrucker-Emissionen und deren Wirkungen auf den Menschen, sind kaum erforscht.
- Paradigmenwechsel ‒ Innenraumluft im Büro und Home-Office im Kontext der sich durch die Pandemie rasant verändernden Arbeitswelt (12.6.2022)
Pressemitteilung von nano-Control: Wir haben ein Recht auf saubere Luft im Innenraum! (12.2020)
zu einer parlamentarischen Anfrage der Fraktion die Linke, der Antwort der Bundesregierung und der Stellungnahme der Stiftung nano-Control
- Nancy Lan Guo, Tuang Yeow Poh, Sandra Pirela, Mariana T. Farcas, Sanjay H. Chotirmall, Wai Kin Tham, Sunil S. Adav, Qing Ye, Yongyue Wei, Sipeng Shen, David C. Christiani, Kee Woei Ng, Treye Thomas, Yong Qian and Philip Demokritou:
Integrated Transcriptomics, Metabolomics, and Lipidomics Profiling in Rat Lung, Blood, and Serum for Assessment of Laser Printer-Emitted Nanoparticle Inhalation Exposure-Induced Disease Risks (12.2019)Pressemitteilung: Printer toner linked to genetic changes, health risks in new study
Tierversuch mit Ratten: Nanopartikel aus dem Toner eines Laserdruckers können Genetik und Stoffwechsel verändern. Durch Änderung der Gene ändert sich die Produktion der Proteine. Dadurch können Krankheiten entstehen: Herz-Kreislauf-, neurologische und Stoffwechsel-Erkrankungen.
2.3.2 Stickoxid (NOx)
- Ming Han, Tianhui Zhang, Lei Yang, Zitong Wang, Junzhong Ruan, and Xiujun Chang:
Association between NADPH oxidase (NOX) and lung cancer: a systematic review and meta-analysis (7.2016)NOx (Stickoxid) verursacht Lungenkrebs.
- Aaron Reuben, Louise Arseneault, Andrew Beddows, Sean D. Beevers, Terrie E. Moffitt, Antony Ambler, Rachel M. Latham, Joanne B. Newbury, Candice L. Odgers, Jonathan D. Schaefer, Helen L. Fisher:
Association of Air Pollution Exposure in Childhood and Adolescence With Psychopathology at the Transition to Adulthood (4.2021)Jugendliche, die einer höheren Stickoxid-(NOx-)Belastung im Freien ausgesetzt sind, haben eher psychische Probleme beim Übergang zum Erwachsenenalter. Luftverschmutzung hat psychopathologische Wirkungen.
2.3.3 neurologische Schäden
Wer Feinstaub einatmet, schädigt sein Gehirn und Nervensystem. Akut merken das die Betroffenen kaum, denn die schädliche Wirkung auf die geistige Leistungsfähigkeit, auf Gedächtnis und Stimmung, stellt sich nur allmählich, schleichend ein. Besonders verhängnisvoll ist die Wirkung auf das entstehende Kind einer Schwangeren und auf das sich entwickelnde Gehirn des Kindes.
- Anna Oudin, Lennart Bråbäck, Daniel Oudin Åström, Magnus Strömgren, Bertil Forsberg
Association between neighbourhood air pollution concentrations and dispensed medication for psychiatric disorders in a large longitudinal cohort of Swedish children and adolescents (2016)
Kommentar: Air pollution linked to increased mental illness in childrenKinder sind besonders verletzlich, auch schon bei geringer Schadstoffbelastung der Luft. Das führt bei ihnen zu einem Anstieg psychischer und psychiatrischer Erkrankungen.
- Barbara A. Maher, Imad A. M. Ahmed, Vassil Karloukovski, Donald A. MacLaren, Penelope G. Foulds, David Allsop, David M. A. Mann, Ricardo Torres-Jardón, and Lilian Calderon-Garciduenas:
Magnetite pollution nanoparticles in the human brain (6.9.2016)Lancaster University: Toxic air pollution nanoparticles discovered in the human brain (5.9.2016)
Zum ersten Mal wird entdeckt, dass sich winzige magnetische Partikel (Magnetit) aus der Luftverschmutzung im menschlichen Gehirn festsetzen. Sie können Alzheimer verursachen. Die Partikel stammen wohl aus Verbrennungsmotoren. Wegen ihrer geringen Größe (unter 200 nm) dringen sie über den Riechnerv (Nervus olfactorius) direkt ins Gehirn ein. Magnetit reagiert auf magnetische Felder und erhöht den oxidativen Stress.
- Hong Chen, Jeffrey C Kwong, Ray Copes, Karen Tu, Paul J Villeneuve, Aaron van Donkelaar, Perry Hystad, Randall V Martin, Brian J Murray, Barry Jessiman, Andrew S Wilton, Alexander Kopp, Richard T Burnett:
Living near major roads and the incidence of dementia, Parkinson's disease, and multiple sclerosis: a population-based cohort study, auch hier (5.1.2017)Meera Senthilingam, CNN: Living close to a major roadway could increase dementia risk, study says
Das Leben in der Nähe einer Hauptverkehrsstraße (in der Studie: Ontario, Kanada) erhöht das Demenz-Risiko. Menschen, die weniger als 50 Meter von einer solchen Straße entfernt wohnen, haben ein um 7 % höheres Risiko. Erst wenn die Wohnung mehr als 200 m entfernt ist, gibt es kein Risiko mehr. Für Parkinson und Multiple Sklerose wurde kein Zusammenhang gefunden.
- Huichu Li, Jing Cai, Renjie Chen, Zhuohui Zhao, Zhekang Ying, Lin Wang, Jianmin Chen, Ke Hao, Patrick L. Kinney, Honglei Chen, Haidong Kan:
Particulate Matter Exposure and Stress Hormone Levels (8.2017)
Kommentar: Air pollution ups stress hormones, alters metabolismFeinstaub führt zu Änderungen des Stoffwechsels und Schädigung der Hormon-Signalisierung innerhalb des Stress-Systems: Stress wird schlechter bewältigt, die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol nehmen zu. Saubere Innenraumluft führte zu rascher Verbesserung der Gesundheit. S. auch Hinweise zu Blei.
- Diana Younan, Catherine Tuvblad, Meredith Franklin, Fred Lurmann, Lianfa Li, Jun Wu, Kiros Berhane, Laura A. Baker, Jiu-Chiuan Chen:
Longitudinal Analysis of Particulate Air Pollutants and Adolescent Delinquent Behavior in Southern California, Vorabversion, (10.2017) - Victoria Sass, Nicole Kravitz-Wirtz, Steve Karceski, Anjum Hajat, Kyle Crowder and David Takeuchi:
The Effects of Air Pollution on Individual Psychological Distress, auch hier (11.2017)
Kommmentar: How toxic air clouds mental healthEs gibt einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Stress. Luftverschmutzung erhöht die psychische Belastung.
- Julia Y. Ljubimova, Oliver Braubach, Rameshwar Patil, Antonella Chiechi, Jie Tang, Anna Galstyan, Ekaterina S. Shatalova, Michael T. Kleinman, Keith L. Black & Eggehard Holler:
Coarse particulate matter (PM2.5-10) in Los Angeles Basin air induces expression of inflammation and cancer biomarkers in rat brains (4.2018)Luftverschmutzung verursacht Gehirnentzündungen, die die Entstehung von Tumoren und die Neurodegeneration beschleunigen. Die molekularen Mechanismen sind offenbar von der chemischen Zusammensetzung der Feinstaubpartikel in der Luft abhängig. Die Wirkung von Feinstaub mit unterschiedlichen Partikelgrößen wurde an Ratten untersucht: grobe (2,5-10 µm), feine (unter 2,5 µm) und ultrafeine Partikel (unter 0,15 µm). In den Partikeln wurde Nickel, Kobalt und Zink nachgewiesen. Alle drei Metalle akkumulierten im Gehirn. Die groben Partikel förderten frühes Wachstum (EGR2), die Entstehung von Entzündungs-Zytokinen (IL13-Ra1 und IL-16) und das Krebs-Gen RAC1. Zudem wurde Nickel im Gehirn angereichert.
- Diana Younan, Catherine Tuvblad, Meredith Franklin, Fred Lurmann, Lianfa Li, Jun Wu, Kiros Berhane, Laura A. Baker, Jiu-Chiuan Chen:
Longitudinal Analysis of Particulate Air Pollutants and Adolescent Delinquent Behavior in Southern California, auch hier (8.2018)
Kommentar: Increased air pollution linked to bad teenage behaviorLang andauernde Feinstaub-Belastung (PM 2.5) verstärkt kriminelles Verhalten von jugendlichen Stadtbewohnern. Die neurotoxischen Wirkungen des Feinstaubs werden durch Probleme im psychosozialen Bereich verschlimmert.
- Iain M Carey, H Ross Anderson, Richard W Atkinson, Sean D Beevers, Derek G Cook, David P Strachan, David Dajnak, John Gulliver, and Frank J Kelly:
Are noise and air pollution related to the incidence of dementia? A cohort study in London, England, auch hier (9.2018)
Kommentare: Luftverschmutzung verursacht nicht nur Herzinfarkt, Schlaganfall und Atemwegserkrankungen, sondern hat auch neurodegenerative Wirkungen wie Demenz und Alzheimer. Im Rahmen der Studie wurde der Gesundheitszustand von 131.000 Londoner Patienten, Alter 50 ‒ 79, über 7 Jahre beobachtet. Folgende Luftschadstoffe wurden berücksichtigt: Stickstoffdioxid (NO2), Feinstaub (PM2.5) und Ozon (O3). - Joanne B. Newbury, Louise Arseneault, Sean Beevers, Nutthida Kitwiroon, Susanna Roberts, Carmine M. Pariante, Frank J. Kelly and Helen L. Fisher:
Association of Air Pollution Exposure With Psychotic Experiences During Adolescence (3.2019)
Kommentar: Does pollution cause Psychosis? Hearing voices and intense paranoia are more common in 'people living in areas plagued by toxic air'Luftverschmutzung trägt wesentlich zu Psychosen bei. Als Luftschadstoffe wurden Stickstoffdioxid, Stickoxide und Feinstaub betrachtet. Psychosen sind z.B. Verfolgungswahn (Paranoia) oder das Hören von Stimmen. Die Untersuchung fand an britischen Jugendlichen statt.
- Jordan N Norwood, Qingguang Zhang, David Card, Amanda Craine, Timothy M Ryan, Patrick J Drew:
Anatomical basis and physiological role of cerebrospinal fluid transport through the murine cribriform plate, auch hier (5.2019) Das Gehirnwasser (Liquor cerebrospinalis) kann auch Schadstoffe enthalten und wird regelmäßig erneuert. Dabei wird es u.a. über den Geruchsnerv (olfaktorische sensorische Nerven) ausgeschieden. Ist dieser Nerv geschädigt und dann blockiert, etwa durch Luftschadstoffe und erkennbar an geringen Riech-Fähigkeiten, dann ist auch die Ausscheidung der Schadstoffe aus dem zentralen Nervensystem blockiert. Mögliche Folge: Neurodegeneration. - Ioar Rivas, Xavier Basagaña, Marta Cirach, Mónica López-Vicente, Elisabet Suades-González, Raquel Garcia-Esteban, Mar Álvarez-Pedrerol, Payam Dadvand and Jordi Sunyer:
Association between Early Life Exposure to Air Pollution and Working Memory and Attention (9.5.2019)
Kommentar: Air pollution may impair children's memorySchädigung durch Feinstaub (hier: PM2,5) in der frühen Kindheit verschlechtert grundlegende kognitive Fähigkeiten. Dazu gehören das Arbeitsgedächtnis, das für das Lernen, logisches Denken, Problemlösung und Sprachverstehen wichtig ist, und die Fähigkeit, intelligent mit Konflikten umzugehen.
- Atif Khan, Oleguer Plana-Ripoll, Sussie Antonsen, Jørgen Brandt, Camilla Geels, Hannah Landecker, Patrick F. Sullivan, Carsten Bøcker Pedersen, Andrey Rzhetsky:
Environmental pollution is associated with increased risk of psychiatric disorders in the US and Denmark, auch hier: _1_ _2_ (8.2019)Kommentare:
- doccheck.de: Schizophrenie: Verschmutzte Studie?
Für die Schulmediziner ist nichts klar: wurden andere Ursachen für die erkannten psychiatrischen Störungen berücksichtigt? Leben psychisch gestörte Menschen lieber in der Anynonymität der Großstadt, wo die Luft schmutziger ist als auf dem Land? Fragen, die nicht leicht zu beantworten sind.
- John P. A. Ioannidis: Air pollution as cause of mental disease: Appraisal of the evidence
Ioannidis kritisiert, dass die umfangreichen Daten nicht genügend präzise ausgewertet wurden, um eine Kausalität zwischen Luftverschmutzung und psychischen Störungen zu behaupten. Es muss weiter untersucht werden.
- Is pollution linked to psychiatric disorders?
Mit einer riesigen Datenbasis (151 Millionen Patienten in Akten von Krankenversicherungen) wird ein Zusammenhang (Korrelation) zwischen Luftverschmutzung und psychiatrischen Störungen hergestellt. Als psychiatrische Störungen werden Schizophrenie, bipolare Störung, Epilepsie und Parkinson betrachtet. Die kausale Erklärung klingt plausibel: verschmutzte Luft enthält neurotoxische Stoffe, die Entzündungsvorgänge im Gehirn verursachen und es dadurch schädigen. Da man entsprechende Versuche mit Menschen nicht machen kann, wird die Kausalität aus Tierversuchen abgeleitet.
- doccheck.de: Schizophrenie: Verschmutzte Studie?
- Lilian Calderón-Garcidueñas, Angélica González-Maciel, Rafael Reynoso-Robles, Jessica Hammond, Randy Kulesza, Ingolf Lachmann, Ricardo Torres-Jardón, Partha S. Mukherjee, Barbara A. Maher:
Quadruple abnormal protein aggregates in brainstem pathology and exogenous metal-rich magnetic nanoparticles (and engineered Ti-rich nanorods). The substantia nigrae is a very early target in young urbanites and the gastrointestinal tract a key brainstem portal, auch hier (9.2020)Lilian Calderón-Garcidueñas, Ricardo Torres-Jardón, Maricela Franco-Lira, Randy Kulesza, Angélica González-Maciel, Rafael Reynoso-Robles, Rafael Brito-Aguilar, Berenice García-Arreola, Paula Revueltas-Ficachi, Juana Adriana Barrera-Velázquez, Griselda García-Alonso, Edgar García-Rojas, Partha S Mukherjee, Ricardo Delgado-Chávez:
Environmental Nanoparticles, SARS-CoV-2 Brain Involvement, and Potential Acceleration of Alzheimer's and Parkinson's Diseases in Young Urbanites Exposed to Air Pollution, auch hier (10.11.2020)Kommentare:
- The Guardian: Air pollution particles in young brains linked to Alzheimer's damage
- Daily Mail: Tiny air pollution particles linked to Alzheimer's and Parkinson's disease are found in the brain stems of young people
Luftverschmutzung durch Feinstaub verursacht Alzheimer und Parkinson. Die entsprechenden Biomarker ‒ anomale hyperphosphorylierte Tau-Proteine, α-Synuclein und TDP-43-Protein ‒ werden im Hirnstamm von 186 Einwohnern von Mexiko-Stadt identifiziert. Metallische und magnetische Nanopartikel in Luft und Umwelt können die Bluthirnschranke durchdringen und sie sogar zerstören. Sie führen zu fehlgefalteten neurodegenerativen Proteinen. Die Substantia nigra, der Magen-Darm-Trakt und das enterische Nervensystem werden geschädigt. Die Schädigung des Nervensystems (einschließlich Alzheimer-, Parkinson- und TDP-43-Proteinopathie) hängt von den Merkmalen der Nanopartikel und dem Expositionsweg ab. Die Schädigung durch Feinstaub und Metallpartikel begünstigt neurologische Schäden im Fall einer Corona-Infektion. - Nattavudh Powdthavee and Andrew J. Oswald:
Is There a Link Between Air Pollution and Impaired Memory? Evidence on 34,000 English Citizens (10.2019)
Kommentar: Memory is damaged by air pollution, researchers findDas Gedächtnis der Menschen verschlechtert sich dort, wo es hohe Werte von Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub (PM10) gibt. Der Unterschied zwischen den saubersten und den am stärksten verschmutzten Gebieten Englands entspricht dem Gedächtnisverlust durch 10 zusätzliche Jahre des Alterns.
- Internationale Konferenz der Alzheimer's Association:
Improving Air Quality Reduces Dementia Risk, Multiple Studies Suggest (26.7.2021)Study: New evidence shows link between air pollution, Alzheimer's disease
Sowohl die zunehmende Luftverschmutzung als auch die steigende Zahl von Demenzerkrankungen stellen weltweit ein Problem für die Gesundheit dar. Die auf der Konferenz gezeigten Studien zeigen: zwischen beidem gibt es einen klaren Zusammenhang.
- Eine Verringerung von Feinstaub (PM2.5) und verkehrsbedingten Schadstoffen (NO2) um 10 % reduziert das Demenzrisiko um 14 % bis 26 %.
- Je 1 µg weniger Feinstaub (PM2.5) in der Luft wird das Demenz-/Alzheimer-Risiko um 15 bis 17 % verringert.
- Bei Langzeitbelastung durch Luftschadstoffe werden die Beta-Amyloid-Werte im Blut erhöht, ein Biomarker für Alzheimer.
- Xinye Qiu, Liuhua Shi, Laura D. Kubzansky, Yaguang Wei, Edgar Castro, Haomin Li, Marc G. Weisskopf, and Joel D. Schwartz:
Association of Long-term Exposure to Air Pollution With Late-Life Depression in Older Adults in the US (10.2.2023)Kommentare:
- Hans Schweisfurth, DGUHT: Luftverschmutzung und Krankheiten wie Depressionen
- Ärzteblatt: Luftverschmutzung könnte Depressionen im Alter fördern
- Sean A. P. Clouston, Frank D. Mann, Jaymie Meliker, Pei-Fen Kuan, Roman Kotov, Lauren L. Richmond, Tesleem Babalola, Minos Kritikos, Yuan Yang, Melissa A. Carr, Benjamin J. Luft:
Incidence of Dementia Before Age 65 Years Among World Trade Center Attack Responders, auch hier (12.6.2024)Johannes Heinemann, DocCheck: Der 11. September und das große Vergessen (4.7.2024)
An Menschen, die nach den Anschlägen vom 11.9.2001 in New York an den Rettungs- und Aufräumarbeiten beteiligt waren, wurde erkannt: Feinstaub (hier: Gebäude-Schutt) erhöht deutlich das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz. Diese kann auch schon im Alter unter 65 eintreten.
- Boram Kim, Kaitlin Blam, Holly Elser, Sharon X. Xie, Vivianna M. Van Deerlin, Trevor M. Penning, Daniel Weintraub, David J. Irwin, Lauren M. Massimo, Corey T. McMillan, Dawn Mechanic-Hamilton, David A. Wolk, Edward B. Lee:
Ambient Air Pollution and the Severity of Alzheimer Disease Neuropathology, auch hier (8.9.2025)Die Belastung mit Feinstaub (PM2,5) erhöht das Risiko für Demenz und Alzheimer.
- Xiaodi Zhang, Haiqing Liu, Xiao Wu, Longgang Jia, Kundlik Gadhave, Lena Wang, Kevin Zhang, Hanyu Li, Rong Chen, Ramhari Kumbhar, Ning Wang, Chantelle E Terrillion, Bong Gu Kang, Bin Bai, Minhan Park, Ma Cristine Faye Denna, Shu Zhang, Wenqiang Zheng, Denghui Ye, Xiaoli Rong, Yang Liu, Lili Niu, Han Seok Ko, Weiyi Peng, Lingtao Jin, Mingyao Ying, Liana S Rosenthal, David W Nauen, Alex Pantelyat, Mahima Kaur, Kezia Irene, Liuhua Shi, Rahel Feleke, Sonia García-Ruiz, Mina Ryten, Valina L Dawson, Francesca Dominici, Rodney J Weber, Xuan Zhang, Pengfei Liu, Ted M Dawson, Shizhong Han, Xiaobo Mao:
Lewy body dementia promotion by air pollutants, auch hier (25.9.2025)Johannes Heinemann, DocCheck: Einatmen, ausatmen – Demenz? (21.11.2025)
Die Lewy-Körperchen-Demenz ist (nach Alzheimer) die zweithäufigste Demenzform. (Lewy-Körperchen sind Proteinablagerungen, die im Gehirngewebe von Parkinson- und anderen Patienten entstehen.) Sie wird u.a. verursacht durch Feinstaub (PM2,5), der zur Unterversorgung (Atrophie) der Nervenzellen führt mit der Folge von α-Synuclein und Dopaminmangel. (Tierversuch, Mäuse)
Abstract (übersetzt)
Zusammenfassung des Herausgebers
Es wurde kürzlich festgestellt, dass Luftverschmutzung mit einem erhöhten Demenzrisiko einhergeht. Zhang et al. untersuchten den Zusammenhang zwischen PM2,5, einem Indikator für Feinstaubbelastung, und der Entwicklung der Lewy-Körperchen-Demenz (LBD), der zweithäufigsten Demenzform. Epidemiologische Daten zeigten, dass die Exposition gegenüber PM2,5 mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer LBD verbunden ist. Bei Mäusen führte die nasale Verabreichung von PM2,5 zu Hirnatrophie aufgrund der Akkumulation von pathologischem a-Synuclein, zum Verlust dopaminerger Neuronen in der Substantia nigra sowie zu Beeinträchtigungen der Kognition und Motorik. Die Ergebnisse weisen auf einen möglichen mechanistischen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und der Entstehung von Demenz hin. –Mattia Maroso - Jing Wu, Andrei Pyko, Charilaos Chourpiliadis, Yihan Hu, Can Hou, Susanna Brauner, Fredrik Piehl, Petter Ljungman, Caroline Ingre, Fang Fang:
Long-Term Exposure to Air Pollution and Risk and Prognosis of Motor Neuron Disease (20.1.2026)Holly Elser, Jill Goslinga: Air Pollution and Motor Neuron Disease – Particulate-ly Risky (20.1.2026)
Motoneuronen sind die Nervenzellen, die die Signale an die Muskeln übertragen. Luftverschmutzung, selbst bei relativ niedrigen Werten, wie sie in Schweden typisch sind, tragen zum Risiko einer Erkrankung der Motoneuron bei. Die amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist die häufigste Form der Motoneuronerkrankung.
2.3.4 Hormonsystem, Fortpflanzung
Luftschadstoffe wirken auf das Hormonsystem ein und schädigen während der Schwangerschaft die Nachkommen, speziell die Entwicklung des Gehirns des werdenden Kindes.
- Elena Proietti, Martin Röösli, Urs Frey, Philipp Latzin:
Air pollution during pregnancy and neonatal outcome: a review (2.8.2012)Die Schadstoffe können durch die Zellmembranen in die Zellen eindringen. Luftverschmutzung während der Schwangerschaft verursacht verminderte Durchblutung der Plazenta und verringerte Nährstoffübertragung auf den Fötus, geringeres Geburtsgewicht, frühe Schäden am Immunsystem, beeinträchtigte Lungenentwicklung, später mehr Atemwegserkrankungen, oxidativer Stress, Entzündungen, höhere Säuglings- und Kindersterblichkeit.
- Mahalingaiah S, Missmer SE, Cheng JJ, Chavarro J, Laden F, Hart JE:
Perimenarchal air pollution exposure and menstrual disorders, auch hier (3.2018)Feinstaub führt zu Schäden im Hormonsystem und verursacht Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus; dies wurde an Schulmädchen beobachtet.
- Battsetseg Ulziikhuu, Enkhjargal Gombojav, Chimeglkham Banzrai, Sarangerel Batsukh, Enkhtuul Enkhtuya, Buyantushig Boldbaatar, David C. Bellinger, Bruce P. Lanphear, Lawrence C. McCandless, Sukhpreet K. Tamana, and Ryan W. Allen:
Portable HEPA Filter Air Cleaner Use during Pregnancy and Children's Cognitive Performance at Four Years of Age: The UGAAR Randomized Controlled Trial (22.6.2022)Ärzteblatt: Luftfilter in der Wohnung von Schwangeren steigerte IQ der Kinder (7.7.2022)
Die Belastung mit Luftschadstoffen während der Schwangerschaft gefährdet die Entwicklung des Kindes und bedeutet ein erhöhtes Risiko von Krankheiten und Behinderungen im späteren Leben. Die Exposition gegenüber Feinstaub (PM 2.5) während der Schwangerschaft ist mit einer Einschränkung des Fötus-Wachstums und einer kürzeren Schwangerschaft verbunden. Luftschadstoffe sind vorwiegend in der pränatalen Phase (vor der Geburt) und im ersten Lebensjahr für die Gehirnentwicklung schädlich, da die Entgiftungsmechanismen noch unzureichend ausgebildet sind.
Ergebnis der Studie: eine Reduzierung von Feinstaub während der Schwangerschaft verbessert die kognitive Leistungsfähigkeit beim 4-jährigen Kind. Mobile Luftreinigungsgeräte in Innenräumen, die mit einem HEPA-Luftfilter ausgestattet sind, beeinflussen die neurologische Entwicklung des Kindes positiv.
- Laura Gómez-Herrera, Yu Zhao, Ioar Rivas, Elisenda Eixarch, Carla Domínguez-Gallardo, Toni Galmes, Marta Muniesa, Maria Julia Zanini, Alan Domínguez, Marta Cirach, Prof Mark Nieuwenhuijsen, Xavier Basagaña, Xavier Querol, Maria Foraster, Mariona Bustamante, Jesus Pujol, Mireia Gascon, Elisa Llurba, María Dolores Gómez-Roig, Payam Dadvand, Prof Jordi Sunyer:
Air pollution and fetal brain morphological development: a prospective cohort study, als pdf (6.2025)Nancy Lapid, Reuters: Health Rounds: Air pollution exposure alters fetal brain development (13.6.2025)
Bei Feinstaub-Belastung der schwangeren Frau wird die morphologische Entwicklung des Gehirns des Kindes bereits im Fötusstadium geschädigt. Die Belastung schwangerer Frauen durch Luftverschmutzung in städtischen Gebieten muss unbedingt verringert werden, um die Gehirnentwicklung des werdenden Kindes zu schützen.
2.3.5 Schädigung der Telomere
Die Telomere, die DNA-Sequenzen an den Enden der Chromosomen, zeigen das biologische Alter an. Je höher das biologische Alter, desto kürzer sind die Telomere. Verkürzte Telomere erhöhen das Risiko für altersbedingte Erkrankungen – Herz-Kreislauf, Stoffwechsel, Neurodegeneration, Krebs. Die Telomer-Länge wird durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren beeinflusst, darunter Umweltgift-Belastung, oxidativer Stress, chronische Entzündungen und Lebensstil.
- Newsletter von Juni 2019
- Eunice Y. Lee, Jue Lin, Elizabeth M. Noth, S. Katharine Hammond, Kari C. Nadeau, Ellen A. Eisen, ScD and John R. Balmes:
Traffic-Related Air Pollution and Telomere Length in Children and Adolescents Living in Fresno, CA: A Pilot Study, auch hier (5.2017)
Kommentar: Traffic-related air pollution linked to DNA damage in childrenKinder und Jugendliche, die hoher Luftverschmutzung ausgesetzt sind, entwickeln DNA-Schäden, erkennbar an der Verkürzung der Telomere, sowie eine Neigung zu chronischen Entzündungen. Bei Kinder ist die Gefahr der Telomeren-Verkürzung größer als bei Erwachsenen. Die Luft war durch Autoabgase, bestehend aus Feinstaub und
Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen
(PAK), verschmutzt. - Frederica Perera, Chia-jung Lin, Lirong Qu, Deliang Tang:
Shorter telomere length in cord blood associated with prenatal air pollution exposure: Benefits of intervention, auch hier (4.2018)
Kommentar: Air pollution may shorten telomeres in newborns ‒ a sign of increased health risksTelomere befinden sich an den Enden von Chromosomen und stabilisieren sie. Bei Verkürzung der Telomere sind die Chromosomen gefährdet, speziell beim Fötus und Säugling. Bei Umweltgiftbelastung durch Luftverschmutzung ‒ in der Studie: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aus Kohlekraftwerken ‒ werden die Telomere verkürzt. Mögliche Folgen: chronische Krankheiten, verkürzte Lebensdauer bzw. beschleunigte Alterung, geringere geistige Fähigkeiten.
- Das Labor Medivere bietet einen molekularbiologischen Test zur Bestimmung der Telomerlänge an.
2.3.6 Herz-Kreislauf, Diabetes
Feinstaub in der Atemluft erhöht das Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen (Diabetes Typ 2).
- Meng Wang, Zhi-Hui Hou, Hao Xu, Yang Liu, Matthew J. Budoff, Adam A. Szpiro, Joel D. Kaufman, Sverre Vedal, Bin Lu:
Association of Estimated Long-term Exposure to Air Pollution and Traffic Proximity With a Marker for Coronary Atherosclerosis in a Nationwide Study in China (6.2019)Luftverschmutzung durch Feinstaub (PM2.5) und Stickstoffdioxid (NO2) verursacht Atherosklerose und Herzkrankheiten.
- Ärzte Zeitung: Schon gering erhöhte Luftschadstoffe steigern Infarktrisiken (19.9.2021)
Feinstaub, Stickoxid, Ruß und Ozon begünstigen schon in geringen Mengen Schlaganfälle und Herzerkrankungen, betonen Forscher. Sie warnen: die aktuellen Luftqualitätsrichtlinien reichen nicht aus!
- Sanjay Rajagopalan, Robert D Brook, Pedro R V O Salerno, Brendan Bourges-Sevenier, Philip Landrigan, Mark J Nieuwenhuijsen, Thomas Munzel, Salil V Deo, Sadeer Al-Kindi:
Air pollution exposure and cardiometabolic risk (1.2.2024)Über 99 % der Weltbevölkerung leben in Gebieten, in denen die Luftverschmutzung die WHO-Richtlinien überschreitet. Geschätzt 20 % der weltweiten Fälle von Typ-2-Diabetes sind auf chronische Belastung durch Feinstaub-Partikel mit einem Durchmesser von 2,5 µm oder weniger (PM2.5) zurückzuführen. In dieser Studie wird der Zusammenhang von Luftverschmutzung mit kardiometabolischen Risiken (Herz-Kreislauf- und Stoffwechsel-System) näher erläutert.
- Doug Brugge, Misha Eliasziw, Mohan Thanikachalam, Vedaant Kuchhal, Chermaine Morson, Teresa Vazquez-Dodero, Amy Mertl, Pratham Tallam, Sangita Kunwar, Linda Sprague Martinez, Humza Shamoon Rashid, Kiran Singh-Smith, Hunter Gates, Sharly Palma, Warren Goldstein-Gelb, Shir Lerman Ginzburg, Scott Oakley Hersey, Francesca Majluf, and Wig Zamore:
Effect of HEPA Filtration Air Purifiers on Blood Pressure: A Pragmatic Randomized Crossover Trial (6.8.2025)Für Menschen, die erhöhten Blutdruck haben und in der Nähe stark einer befahrenen Autobahn wohnen, lohnt sich ein HEPA-Filter. In der Studie ergibt sich, dass bei diesen Menschen der Blutdruck absinkt. Das Filter senkt den Feinstaub (PM2.5) um 50 %.
2.3.7 Schädigung des Immunsystems
Die im Feinstaub gebundenen Gifte schädigen das Immunsystem. Dadurch steigt die Anfälligkeit gegenüber Allergien und Infektionskrankheiten, besonders der Atemwege, auch gegenüber Covid-19 (Coronavirus).
- Xiao Wu, Rachel C. Nethery, Benjamin M. Sabath, Danielle Braun, Francesca Dominici:
Exposure to air pollution and COVID-19 mortality in the United States: A nationwide cross-sectional study, auch hier (4.2020)
Kommentar: People who live in areas with higher levels of air pollution are 11 per cent MORE likely to die if they catch Covid-19, study warnsEs wird untersucht, ob Erkrankungen, die durch hohe Luftverschmutzung (Feinstaub PM2,5) verursacht werden, das Sterberisiko bei COVID-19 erhöhen. Als Korrekturfaktoren werden die Bevölkerungsgröße und -dichte, die Altersverteilung, die Zeit seit Beginn der Corona-Pandemie, die Zeit seit Beginn der Quarantäne, die Krankenhausbetten, die Anzahl der getesteten Personen, das Wetter, Übergewicht und Rauchen berücksichtigt. Ergebnis: ein Anstieg um nur 1 µg/m3 PM2,5 in der Atemluft ergibt eine 8%-ige Erhöhung der COVID-19-Todesrate.
- Arvind Kumar, Jane Burston, Josh Karliner (World Economic Forum):
The deadly link between COVID-19 and air pollution (4.2020)90 % aller Menschen weltweit leben in Städten mit hoher Luftverschmutzung. Sie haben ein höheres Risiko für eine Schädigung der Atemwege, des Herzens und anderer Systeme und sind deshalb empfindlicher gegen Covid-19. Während der SARS-Epidemie in China zeigte eine kalifornische Studie, dass Patienten mit SARS ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, an der Krankheit zu sterben, wenn sie aus Gebieten mit hoher Luftverschmutzung stammten.
- Karl Hecht: Die wirkliche Pandemie (11.2020)
Der Mobilfunk-Experte kritisiert das hohe Ausmaß an Luftverschmutzung, dem wir ausgesetzt sind.
Mehr als 90 Prozent der Menschen weltweit sind verschmutzter Luft ausgesetzt. Das geht aus Daten hervor, die die Weltgesundheitsorganisation veröffentlicht hat. Demnach sterben sieben Millionen Menschen pro Jahr an den Folgen von giftigen Partikeln in der Luft.
Die Bevölkerung ist anzuregen, die persönliche Verantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen und durch eine gesunde Lebensweise, vor allem mit viel Bewegung und gutem Schlaf, einen hohen Grad an Resistenz und Resilienz zu erreichen, wodurch ein starkes Immunsystem entsteht, welches gegen Virusinfektionen schützt.
- Bert Brunekreef, George Downward, Francesco Forastiere, Ulrike Gehring, Dick J. J. Heederik, Gerard Hoek, Marion P. G. Koopmans, Lidwien A. M. Smit, Roel C. H. Vermeulen:
Air pollution and COVID-19, pdf (1.2021)Diese Studie wurde im Auftrag des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments erstellt. Darin geht es um den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und COVID-19-Infektion. In Europa sterben jährlich mehr als 400.000 Menschen ‒ in Deutschland über 70.000 ‒ vorzeitig an Krankheiten, die durch Luftverschmutzung ausgelöst werden: Asthma, chronische Lungenerkrankungen, Lungenkrebs, Herzkrankheiten und Diabetes. Die Luftverschmutzung schädigt das Immunsystem und verringert dadurch die Widerstandsfähigkeit gegen bakterielle und virale Infektionen. Menschen mit geringem Einkommen haben oft schlechten Zugang zur Gesundheitsvorsorge und erkranken deshalb eher. Durch den
Lockdown
in Europa ist zwar die Stickoxidbelastung erheblich, aber die Feinstaubbelastung nur wenig gesunken. - Hannah Klauber, Felix Holub, Nicolas Koch, Nico Pestel, Nolan Ritter, Alexander Rohlf:
Killing Prescriptions Softly: Low Emission Zones and Child Health from Birth to School, auch hier, als pdf (3.2021)Spiegel Online: Kinder aus Umweltzonen haben seltener Asthma (15.5.2024)
In dieser Studie werden Krankenkassendaten analysiert, um herauszufinden, ob Menschen in Umweltzonen und mit entsprechend weniger Feinstaub in der Atemluft gesünder leben. Ergebnis: weniger Feinstaub nützt der schwangeren Frau und dem Kind, das sie gebärt. Den Kindern, die in der gesünderen Umgebung leben, werden in den ersten fünf Lebensjahren 13 Prozent weniger Asthma-Medikamente verschrieben.
- Maciej Strak, Gudrun Weinmayr, Sophia Rodopoulou, Jie Chen, Kees de Hoogh, Zorana J Andersen, Richard Atkinson, Mariska Bauwelinck, Terese Bekkevold, Tom Bellander, Marie-Christine Boutron-Ruault, Jørgen Brandt, Giulia Cesaroni, Hans Concin, Daniela Fecht, Francesco Forastiere, John Gulliver, Ole Hertel, Barbara Hoffmann, Ulla Arthur Hvidtfeldt, Nicole A H Janssen, Karl-Heinz Jöckel, Jeanette T Jørgensen, Matthias Ketzel, Jochem O Klompmaker, Anton Lager, Karin Leander, Shuo Liu, Petter Ljungman, Patrik K E Magnusson, Amar J Mehta, Gabriele Nagel, Bente Oftedal, Göran Pershagen, Annette Peters, Ole Raaschou-Nielsen, Matteo Renzi, Debora Rizzuto, Yvonne T van der Schouw, Sara Schramm, Gianluca Severi, Torben Sigsgaard, Mette Sørensen, Massimo Stafoggia, Anne Tjønneland, W M Monique Verschuren, Danielle Vienneau, Kathrin Wolf, Klea Katsouyanni, Bert Brunekreef, Gerard Hoek, Evangelia Samoli:
Long term exposure to low level air pollution and mortality in eight European cohorts within the ELAPSE project: pooled analysis, auch hier (2.9.2021)Pressemitteilung der Uni Ulm:
Wie sinnvoll sind die Feinstaub-Grenzwerte? Studie zeigt: Luftverschmutzung auch unterhalb des Limits gefährlichKommentar von DocCheck: Schmutzige Landluft verkürzt das Leben
Auch Feinstaubbelastungen unterhalb der gültigen Grenzwerte erhöhen die Sterblichkeit. Untersucht wurde die Belastung mit Feinstaub (PM2.5), Stickstoffdioxid (NO2), Ozon (O3) und Rußpartikeln.
- Basak B. Ural, Daniel P. Caron, Pranay Dogra, Steven B. Wells, Peter A. Szabo, Tomer Granot, Takashi Senda, Maya M. L. Poon, Nora Lam, Puspa Thapa, Yoon Seung Lee, Masaru Kubota, Rei Matsumoto & Donna L. Farber:
Inhaled particulate accumulation with age impairs immune function and architecture in human lung lymph nodes (21.11.2022)Schadstoffe, die über Jahrzehnte eingeatmet werden und sich im Lymphsystem der Lunge ansammeln, verschlechtern die Funktion der dortigen Immunzellen und führen zu einer Schwächung des Immunsystems und zu Atemwegserkrankungen. Das gilt besonders für ältere Menschen. Die Lymphknoten in der Lunge werden durch die Feinstaub-Belastung schwarz gefärbt, während andere Lymphknoten ihre typische beige Farbe behalten. Die Feinstaub-Partikel wandern in die Makrophagen, die deshalb eine verringerte Aktivierung und veränderte Zytokinproduktion aufweisen. Auch die Strukturen der B-Zell-Follikel und der Lymphdrainage sind gestört.
- Zhenchao Zhou, Xinyi Shuai, Zejun Lin, Xi Yu, Xiaoliang Ba, Mark A Holmes, Yonghong Xiao, Baojing Gu, Hong Chen:
Association between particulate matter (PM)2·5 air pollution and clinical antibiotic resistance: a global analysis (8.2023)Anke Aufmuth, DocCheck: Resistenzen dank Feinstaub:
Grober Unfug
(10.8.2023)Durch Auswertung statistischer Daten wird gefunden, dass Feinstaub-Belastung die Antibiotika-Resistenz erhöht. Die Anzahl an Todesfällen, an verlorenen Lebensjahren und die verursachten Kosten durch Feinstaub werden berechnet.
Der kausale Zusammenhang zwischen Feinstaub und Antibiotika-Resistenz ist allerdings nicht bekannt. Die Studie beruht auf der Theorie, dass die antibiotika-resistenten Bakterien sich an Feinstaub-Partikel anheften und dadurch in die Welt hinaus getragen werden. Eine andere, hier nicht behandelte Theorie wäre, dass die Gifte im Feinstaub das Immunsystem so sehr schwächen, dass es auch nach Unterstützung durch Antibiotika nicht mehr in der Lage ist, die Bakterien abzuwehren.
- Nathalie Raffier, Medscape:
Fine Particulate Matter Affects EGFR-Mutated Lung Cancers (4.3.2024)Uniklinik Aachen: Bestimmung des EGFR-Mutations-Status
Nichtraucher haben ein erhöhtes Lungenkrebs-Risiko durch Feinstaub, wenn sie im EGFR-Gen eine spezielle Mutation haben. Man schätzt weltweit 200.000 bis 300.000 Todesfälle durch Lungenkrebs pro Jahr. Ist die EGFR-Mutation bekannt, gibt es für den Erkrankten eine spezifische Therapie.
2.4 Stress
Stress entsteht z.B. durch Verletzungen oder Krankheiten, Lärm, ungenügenden Schlaf, ungesunde Ernährung, psychische Zwangslagen (Probleme im Job oder in der Familie), Ängste, ungewollte Einsamkeit oder soziale Ausgrenzung. In Staaten mit großen Wohlstands- und Einkommensunterschieden gibt es mehr Stress in der Bevölkerung.
Bei Stress steigt der Verbrauch an Energiereserven. Das setzt einen guten Vorrat an Nährstoffen (Kohlenhydrate, Fette, Proteine, Mineralstoffe, Vitamine und sauberes Wasser) sowie die Fähigkeit, diese in der Stress-Situation zu mobilisieren, voraus. Sind diese Voraussetzungen nicht gegeben, dann werden auch kleine Stress-Ereignisse schlecht bewältigt. Der Stress könnte chronisch werden und wird dadurch zu einem ernsten Gesundheitsproblem.
Für die Bewältigung jeglicher Art von Stress ist die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse) zuständig. Der Körper besitzt zwei Nebennieren, die sich jeweils oberhalb der Nieren befinden. Als Teil des Hormonsystems schütten die Nebennieren über 50 Hormone aus, darunter Aldosteron (reguliert den Blutdruck und das Blutvolumen), Cortisol und Adrenalin. Letztere können durch Stress überaktiviert werden.
Psychischer Stress verstärkt den oxidativen Stress und bewirkt höheren Blutdruck, höheren Blutzuckerspiegel und Insulinresistenz – Risikofaktoren für Diabetes Typ 2, Schlaganfall und Herzinfarkt. Stress verschlechtert die Abwehrleistung des Immunsystems – Risikofaktor für Infektionskrankheiten und Krebs.
Chronischer Stress, beispielsweise durch Überarbeitung, chronische Entzündungen oder eine langwierige Erkrankung, kann zu einer Funktionsstörung der HPA-Achse führen, die häufig – wenn auch nicht ganz korrekt – als Nebennierenschwäche
oder Nebennierenerschöpfung
bezeichnet wird. Bei chronischer Erhöhung des Stresshormons Cortisol werden die kognitiven Funktionen, die Muskelmasse und die allgemeine Gesundheit negativ beeinflusst. Stress beschleunigt den Alterungsprozess.
Abhilfe
bzw. Kompensation der Stress-Wirkungen ist teilweise möglich durch
- reichliche Versorgung mit Vitamin C und anderen Antioxidantien,
- körperliche Aktivität (z.B. Jogging, Gartenarbeit),
- ggf. Lebenshilfe, Psychotherapie.
Weitere Informationen
- orthomol: Stresshormone: Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol
Permanenter (chronischer) Stress für das erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (koronare Herzerkrankung, Bluthochdruck, Herzinfarkt) und schwächt das Immunsystem. Ein dauerhaft hoher Cortisolspiegel erhöht das Risiko für Spannungskopfschmerz, ungesundes Bauchfett, Diabetes, Gedächtnisverlust, Lern- und Konzentrationsstörungen und die Blockade der männlichen und weiblichen Geschlechtshormone (Testosteron und Östrogen).
- Alfons Meyer: Neurostress und orthomolekulare Möglichkeiten
Der Mangel an Mikronährstoffen lässt normale Zellreaktionen nicht mehr normal ablaufen und es kommt zu Fehlregulationen, zum Versagen der Körperzelle, des Organs und schließlich des gesamten Organismus, zu Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit, Nervosität, Müdigkeit und zum
Burn-out
. - G David Batty, Tom C Russ, Marjorie MacBeath, Emmanuel Stamatakis, Mika Kivimäki:
Psychological distress in relation to site specific cancer mortality: pooling of unpublished data from 16 prospective cohort studies (1.2017)Psychischer Stress erhöht das Risiko für Krebs und weitere Krankheiten.
- Lindsay R Pool, Belinda L Needham, Sarah A Burgard, Michael R Elliott, Carlos F Mendes de Leon:
Negative wealth shock and short-term changes in depressive symptoms and medication adherence among late middle-aged adults (8.2017)
Kommentar: Losing life savings in middle age increases risk of early death by 50 per centDer Zusammenbruch der eigenen Lebensplanung durch Verlust des angesparten Vermögens bedeutet Stress. Die Statistik sagt: die Wahrscheinlichkeit eines frühzeitigen Todes steigt um 50 Prozent.
- Bai Cui, Yuanyuan Luo, Pengfei Tian, Fei Peng, Jinxin Lu, Yongliang Yang, Qitong Su, Bing Liu, Jiachuan Yu, Xi Luo, Liu Yin, Wei Cheng, Fan An Bin He, Dapeng Liang, Sijin Wu, Peng Chu, Luyao Song, Xinyu Liu, Huandong Luo, Jie Xu, Yujia Pan, Yang Wang, Dangsheng Li, Peng Huang, Qingkai Yang, Lingqiang Zhang, Binhua P. Zhou, Suling Liu, Guowang Xu, Eric W.-F. Lam, Keith W. Kelley, and Quentin Liu:
Stress-induced epinephrine enhances lactate dehydrogenase A and promotes breast cancer stem-like cells, auch hier (1.2019)Kommentare:
- Chronic stress promotes breast cancer development
- Mouse study reveals how chronic stress promotes breast cancer stem cells, identifies vitamin C as effective therapy, auch hier
- Vitamin C Might Reverse Stress-induced Driver of Breast Cancer, Study Says
- Video: Vitamin C may be a powerful therapy for Stress-induced cancers
Stress steigert das Stress-Hormon Adrenalin (= Epinephrin) und fördert dadurch die Produktion von Brustkrebszellen. Abhilfe: erhöhte Einnahme von Vitamin C. Es wird auch die positive Wirkung von Vitamin C auf Darmkrebs sowie die Hochdosis-Therapie erwähnt, etwa bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Literaturliste enthält Studien zur Antikrebs-Therapie mit Vitamin C. (Tierversuch mit Mäusen)
- Eric An, Desiree R Delgadillo, Jennifer Yang, Rishabh Agarwal, Jennifer S Labus, Shrey Pawar, Madeline Lietman, Lisa A Kilpatrick, Ravi R Bhatt, Priten Vora, Allison Vaughan, Tien S Dong, Arpana Gupta:
Stress-Resilience Impacts Psychological Wellbeing: Evidence from Brain-Gut Microbiome Interactions, auch hier (21.6.2024)Resilienz ist die hohe psychische Belastbarkeit des Menschen, auch in bedrohlichen Situationen und unter Stress. In dieser Studie werden einige biologische Kennzeichen von Resilienz ermittelt, u.a. Eubiose (gesunde Darmflora) und die Integrität der Darmbarriere (kein Leaky Gut). Durch deren Verbesserung wird die psychische Gesundheit gefördert.
- Zahra M. Clayborne, Stephen E. Gilman, Golam M. Khandaker, Ian Colman:
Associations between prenatal stress with offspring inflammation, depression and anxiety (9.8.2024)Vladimir Hedrih, psypost: Study links prenatal stress to inflammation and mental health issues in offspring (2.12.2024)
Stress während der Schwangerschaft beeinflusst den sich entwickelnden Fötus. In der Studie wird beobachtet, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft hohem Stress ausgesetzt sind, im Alter von 9 Jahren höhere Werte des Entzündungsproteins Interleukin-6 (IL-6) aufweisen, mit 16 Jahren häufiger unter schweren Angstsymptomen und mit 18 Jahren häufiger unter Depressionen leiden.
Empfehlung: werdende Mütter sollten während der Schwangerschaft bei der Bewältigung von Stress unterstützt werden. - Mangesh Kurade, Natalia Bobba-Alves, Catherine Kelly, Alexander Behnke, Quinn Conklin, Robert-Paul Juster, Michio Hirano, Caroline Trumpff, Martin Picard:
Mitochondrial and psychosocial stress-related regulation of FGF21 in humans, auch hier (14.10.2025)Pressemitteilung: Stress Alters Metabolic Hormone with Consequences for Health (13.10.2025)
Bioengineer.org: Mitochondrial and Psychosocial Stress Regulate Human FGF21 (14.10.2025)
Bei Diabetes, Adipositas, Depressionen und neurodegenerative Erkrankungen sind Stress und Stoffwechselstörungen eng miteinander verknüpft. Emotionaler Stress ist körperlich spürbar und betrifft jede einzelne Zelle des Körpers. Akuter psychosozialer Stress verändert den Spiegel des Fibroblasten-Wachstumsfaktors 21 – das ist ein Stoffwechselhormon, das den Glukosestoffwechsel und den Energiehaushalt reguliert. Bei Menschen mit mitochondrialer Fehlfunktion ist FGF21 unter Stress erhöht.
Abstract (übersetzt)
Fibroblasten-Wachstumsfaktor 21 (FGF21) ist ein Stoffwechselhormon, dessen Expression durch Fasten, metabolischen Stress und Defekte der mitochondrialen oxidativen Phosphorylierung (OxPhos) induziert wird, welche mitochondriale Erkrankungen (MitoD) verursachen. Wir berichten hier, dass akuter psychosozialer Stress allein (ohne körperliche Anstrengung) den Serum-FGF21-Spiegel bei gesunden Kontrollpersonen um durchschnittlich 20 % (p < 0,0001) senkt, ihn aber bei Menschen mit MitoD um 32 % (p < 0,0001) erhöht. Dies deutet auf eine funktionelle Interaktion von FGF21 mit der Stressreaktion und der OxPhos-Kapazität hin. Wir beschreiben zudem Koaktivierungsmuster zwischen FGF21 und stressbezogenen neuroendokrinen Hormonen und berichten über Zusammenhänge zwischen FGF21 und psychosozialen Faktoren, die mit Stress und Wohlbefinden in Verbindung stehen. Insgesamt unterstreichen diese Ergebnisse die potenzielle Rolle von FGF21 als Stresshormon bei der Deckung des Energiebedarfs im Zusammenhang mit psychosozialem Stress.
- Cong Niu, Ranran Zhang, Chunyue Zhang, Chang Liu, Zhigang Wu:
Progesterone attenuates depression-like behaviors in chronic unpredictable stress via suppression of neuroinflammation, auch hier (16.10.2025)Chronischer Stress löst Entzündungen im Gehirn aus, die Stimmung, Motivation und kognitive Klarheit beeinträchtigen und einen Zustand erzeugen, der einer Depression ähnelt. Progesteron wirkt dieser Stressreaktion direkt entgegen, indem es die Cortisolaktivität senkt, beruhigende GABA-Signalwege aktiviert und einen gesunden Stoffwechsel unterstützt. In dieser chinesischen Tierstudie (6 Ratten) werden die Vorgänge im Gehirn bei chronischem Stress untersucht und eine Therapie mit Progesteron erprobt.
Die Studie zeigt, dass Progesteron stressbedingte Depressionen umkehrt, die Motivation wiederherstellt, das Verhalten verbessert und Entzündungssignale im Gehirn reduziert. Die antidepressive Wirkung von Progesteron geht über die Entzündungshemmung hinaus; es verbessert den Cortisolstoffwechsel, unterstützt die Schilddrüsenfunktion und stabilisiert die emotionale Widerstandsfähigkeit.
Abstract (übersetzt)
Highlights
- Hemmt CUMS-induzierte Neuroinflammation durch NLRP3-Suppression in präfrontalen und hippokampalen Mikroglia.
- Blockiert die NLRP3/ASC/Caspase-1-Achse und reduziert so die IL-1ß-Reifung und den Serum-TNF-α-Spiegel.
- Kehrt depressive Kernsymptome dosisabhängig um (FST, SPT, OFT).
- Wirkt neuroprotektiv: Zentrale NLRP3-Hemmung und periphere Zytokin-Downregulation.
Hintergrund:
Psychischer Stress kann systemische Entzündungsreaktionen durch Dysregulation von Zytokinnetzwerken auslösen. Dies stellt einen Schlüsselmechanismus in der Pathogenese von Depressionen dar. Progesteron, ein neuroaktives Steroid, besitzt neuroprotektive Eigenschaften und moduliert zentrale Entzündungsprozesse; sein therapeutisches Potenzial bei stressbedingten Depressionen ist jedoch noch wenig erforscht.Methoden
Wir etablierten ein Depressionsmodell mit Sprague-Dawley-Ratten (n=6), die einem 6-wöchigen chronischen unvorhersehbaren milden Stress (CUMS) ausgesetzt wurden. Nach der Stressinduktion erhielten die Tiere 2 Wochen lang eine Progesteronbehandlung. Depressionsähnliche Verhaltensweisen wurden mithilfe des Saccharosepräferenztests (SPT), des Open-Field-Tests (OFT) und des Schwimmtests (FST) untersucht. Die systemische Entzündung wurde durch Messung der Serumspiegel von IL-1ß und TNF-α mittels ELISA beurteilt. Die NLRP3-Inflammasom-Aktivierung wurde mittels Western Blot in präfrontalem Kortex- und Hippocampusgewebe analysiert, um die Proteinexpression von NLRP3, Pro-Caspase-1 und gespaltener Caspase-1 zu quantifizieren.Ergebnisse
CUMS-exponierte Ratten zeigten ausgeprägte depressive Symptome mit signifikant reduzierter Saccharosepräferenz (22,65 %, p < 0,01), verringerter lokomotorischer Aktivität im Open-Field-Test (56,22 %, p < 0,01) und verkürzter Immobilitätszeit im Forced Swim Test (1057,57 %, p < 0,01) im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Gabe von Progesteron hob diese Verhaltensdefizite auf (alle p < 0,05). Molekulare Analysen ergaben, dass Progesteron die Serumspiegel proinflammatorischer Zytokine (IL-1ß: p < 0,01; TNF-α: p < 0,05) senkte und die CUMS-induzierte Hochregulation von NLRP3 im präfrontalen Kortex (p < 0,05) und Hippocampus (p < 0,05) unterdrückte. Hemmung der Caspase-1-Aktivierung durch Reduktion der Pro-Caspase-1-Spaltung (präfrontaler Kortex: p < 0,01; Hippocampus: p < 0,05).Schlussfolgerung:
Unsere Ergebnisse zeigen, dass Progesteron chronisch stressbedingte Depressionen über multimodale Mechanismen lindert, die die Hemmung des NLRP3-Inflammasoms, die Auflösung neuroinflammatorischer Prozesse und den Schutz von Neuronen umfassen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Progesteron ein vielversprechender therapeutischer Kandidat für entzündungsbedingte depressive Störungen ist. - Peter J. Gianaros, Lu Wan, Mia K. DeCataldo, Cristina Molina Hidalgo, Mark R. Scudder, George Grove, Abigail Shell, Chae Ryon Kang, E. Lydia Wu-Chung, Anna L. Marsland, Thomas W. Kamarck, Javier Rasero, Kirk I. Erickson:
Effects of a year-long aerobic exercise intervention on neuroendocrine, autonomic, and neural correlates of stress, emotion, and cardiovascular disease risk in midlife adults (17.3.2026)Mit Ausdauertraining können schädliche körperliche Wirkungen, die durch Stress und Emotionen entstehen, reduziert werden. Eine Rolle spielt dabei die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse.
- Jacqueline Newson:
Warum Sie sich gestresst fühlen: Die verborgene Rolle des Nährstoffmangels (10.4.2026)Bei Stress ist der Bedarf und Verbrauch an Vitalstoffen (Mikronährstoffen) deutlich erhöht. Das betrifft Magnesium, Vitamin C und die B-Vitamine.
2.5 Lärm
Lärm verursacht Stress und kann deshalb die Ursache von Krankheiten sein.
- Spiegel: Terror am Himmel (1.2012)
Bericht über den Umgang der Politik mit den Gesundheitsschäden durch Fluglärm.
- Thomas Claßen: Lärm macht krank ‒ Gesundheitliche Wirkungen von Lärmbelastungen in Städten (2013)
Umfassende Darstellung der gesundheitlichen Wirkungen von Lärm: die psychisch-mentalen, die physiologischen, die physischen und die sozialen Wirkungen. Danach folgen die entstehenden Krankheitssymptome: kognitive Beeinträchtigung, Schlafstörungen, Hörschädigungen (Tinnitus), Hypertonie (Bluthochdruck), Herzinfarkt & ischämische Herzkrankheit und Schlaganfall. Als Lärmquellen werden Straßen-, Schienen- und Flugverkehr, Lärm von Nachbarn, aus Freizeitaktivitäten sowie aus Gewerbe und Industrie betrachtet.
- Münzel T, Schmidt FP, Steven S, Herzog J, Daiber A, Sørensen M:
Environmental Noise and the Cardiovascular System, auch hier (2.2018)Kommentar: Kein Entkommen: Lärm, Feinstaub und Co als neue kardiovaskuläre Risikofaktoren
Interview mit Thomas Münzel: Feinstaub: Mehr Tote als durch Covid oder Rauchen (12.10.2022)
Zu Beginn des Interviews geht es um Lärm.Lärm kann Ursache von oxidativem Stress und dadurch von endothelialer Dysfunktion, Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Mögliche Gegenmaßnahme: Vitamin C.
- Rosa Maria Vivanco-Hidalgo, Carla Avellaneda-Gómez, Payam Dadvand, Marta Cirach, Ángel Ois, Alejandra Gómez González, Ana Rodriguez-Campello, Pablo de Ceballos, Xavier Basagaña, Ana Zabalza, Elisa Cuadrado-Godia, Jordi Sunyer, Jaume Roquer, Gregory A. Wellenius:
Association of residential air pollution, noise, and greenspace with initial ischemic stroke severity, auch hier: _1_ _2_ (9.2019)
Pressemitteilung: Living in a noisy area increases the risk of suffering a more serious strokeStress durch Verkehrslärm (und Mangel an Grünflächen) trägt entscheidend zum ischämischen Schlaganfall bei. Das ist die häufigste Form des Schlaganfalls. Ursache ist eine plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns und damit eine Minderversorgung mit Sauerstoff und Glukose, die zur Energiegewinnung im Gehirn benötigt werden.
2.6 Licht
Licht spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit. Tagsüber ist Sonne und Helligkeit gut, nachts im Schlaf sollte es dunkel sein. Beides wirkt primär auf das Immunsystem, Psyche und Nervensystem und auf die innere Uhr
.
- Yasmine M. Cissé, Kathryn L.G. Russart & Randy J. Nelson:
Parental Exposure to Dim Light at Night Prior to Mating Alters Offspring Adaptive Immunity, auch hier (31.3.2017)Licht während des Schlafs schädigt das Immun- und das Hormonsystem. Das wirkt sich durch epigenetische Genexpression sogar auf die nachfolgende Generation aus. (Tierversuch mit Hamstern)
- Angus C. Burns, Daniel P. Windred, Martin K. Rutter, Patrick Olivier, Céline Vetter, Richa Saxena, Jacqueline M. Lane, Andrew J. K. Phillips & Sean W. Cain:
Day and night light exposure are associated with psychiatric disorders: an objective light study in >85,000 people, auch hier (9.10.2023)Tageslicht stärkt den Rhythmus der inneren Uhr und Nachtlicht stört ihn. Eine Störung dieses Rhythmus ist eine Quelle vieler psychiatrischer Erkrankungen. Es geht um ein erhöhtes Risiko für schwere depressive Störungen, generalisierte Angststörungen, posttraumatische Belastungsstörung, Psychosen, bipolare Störungen und selbstverletzendes Verhalten.
2.7 Schlaf
Der Tiefschlaf ist die tiefste Phase des Non-REM-Schlafs – man kann ihn sich als die nächtliche Wartungsphase des Gehirns vorstellen. Jeder wünscht sich diesen Tiefschlaf und damit eine gute Schlafqualität. Die Schlafqualität wird gefördert durch eine gute Versorgung mit Vitalstoffen (Vitamine A, B12, C, D und Folsäure) sowie
- Licht und körperliche Aktivität tagsüber und
- Dunkelheit und Ruhe nachts.
Bei gutem Schlaf regeneriert sich das Gehirn über Nacht und richtet die Emotionen neu aus. Wenn der Non-REM-Schlaf schwächer wird, verschiebt sich die emotionale Grundstimmung am nächsten Tag. Wichtig ist, dass das Gehirn den tiefen, erholsamen Schlaf erhält, der nötig ist, um Ängste und emotionalen Stress über Nacht abzubauen.
Der Mensch sollte etwa 6 bis 8 Stunden schlafen. Allerdings gewährleistet eine bestimmte Schlafdauer nicht eine gute Schlafqualität. Weitere Infos:
- Viviana Greco, Damiana Bergamo, Paola Cuoccio, Karen R Konkoly, Kike Muñoz Lombardo, Penelope A Lewis:
Wearing an eye mask during overnight sleep improves episodic learning and alertness (15.12.2022)Umgebungslicht verschlechtert die Schlafqualität. Abhilfe: eine Schlafmaske. Dadurch ist man am folgenden Tag wacher und lernfähiger.
- Lisa Matricciani, Dorothea Dumuid, Ty Stanford, Carol Maher, Paul Bennett, Larisa Bobrovskaya, Andrew Murphy, Tim Olds:
Time use and dimensions of healthy sleep: A cross-sectional study of Australian children and adults, auch hier (9.1.2024)Pressemitteilung: Healthy sleep needs a healthy day: boost exercise to beat your bedtime blues (29.2.2024)
Guter Schlaf hängt davon ab, wie Sie Ihren Tag gestalten, wobei Bewegung für die Schlafqualität von zentraler Bedeutung ist. Kinder und Erwachsene mit mehr körperlicher Aktivität haben weniger Schlafstörungen, tagsüber weniger Müdigkeit und nachts eine bessere Schlafqualität.
- Winfried Schneider und Christian Blank, Institut für Baubiologie und Nachhaltigkeit (IBN):
Gesunder Schlaf durch baubiologisch optimierte Schlafumgebung (6.2025)In einer 60-seitigen Publikation werden viele Bedingungen eines gesunden Schlafes behandelt.
- Philipp Thölke, Maxine Arcand-Lavigne, Tarek Lajnef, Sonia Frenette, Julie Carrier & Karim Jerbi:
Caffeine induces age-dependent increases in brain complexity and criticality during sleep (30.4.2025)Kommentar von Jennifer Lee, Health News Florida:
Caffeine doesn't just keep you awake. It keeps your sleeping brain awake, too (10.7.2025)Eine Tasse Kaffee am Abend kann mehr schaden, als man denkt. Koffein erschwert nicht nur das Einschlafen, sondern verändert auch die Gehirnaktivität im Schlaf, insbesondere bei jüngeren Menschen. Koffein hält das Gehirn auch im Schlaf in einem aktiveren, wacheren Zustand und verhindert so die vollständige Erholung.
- The MULTI Consortium, Cliodhna Kate O'Toole, Zhiyuan Song, Filippos Anagnostakis, Zhijian Yang, Ye Ella Tian, Michael R. Duggan, Chunrui Zou, Yue Leng, Yi Cai, Wenjia Bai, Cynthia H. Y. Fu, Michael S. Rafii, Paul Aisen, Gao Wang, Philip L. De Jager, Jian Zeng, Hamilton Se-Hwee Oh, Xia Zhou, Keenan A. Walker, Daniel W. Belsky, Andrew Zalesky, Eleanor M. Simonsick, Susan M. Resnick, Luigi Ferrucci, Christos Davatzikos & Junhao Wen:
Sleep chart of biological ageing clocks in middle and late life (13.5.2026)Zu viel Schlaf ist ebenso ungünstig wie zu wenig Schlaf. Als optimal für ein langes, gesundes Leben wird eine Schlafdauer von 6 bis 8 Stunden erkannt. Es gibt Unterschiede je nach Geschlecht und betroffenem Organ. Die Schlafdauer beeinflusst die Entstehung von Krankheiten, und umgekehrt können Krankheiten die Schlafdauer beeinflussen. Es lohnt sich, Schlaf und Schlafdauer zu optimieren.
Abstract (übersetzt)
Eine optimale Schlafqualität spielt eine entscheidende Rolle bei der Förderung eines gesunden Alterns und der Verlängerung der Lebensdauer. Hier schlagen wir ein Verfahren vor, um den Zusammenhang zwischen der selbst gemeldeten Schlafdauer und 23 biologischen Alterungsindikatoren zu untersuchen. Diese Indikatoren werden mithilfe von Bildgebungsverfahren im Körper, Proteomik- und Metabolomik-Analysen ermittelt. Zunächst zeigt sich ein U-förmiges Muster zwischen Schlafdauer und biologischem Alter in neun Gehirn- und Körpersystemen sowie bei drei verschiedenen Analysemethoden. Die geringsten Unterschiede im biologischen Alter werden bei einer Schlafdauer von 6,4 bis 7,8 Stunden festgestellt – wobei diese Werte je nach Organ und Geschlecht variieren (UK Biobank, Alter: 37-84 Jahre). Kurze Schlafdauern (< 6 Stunden) sowie lange Schlafdauern (>8 Stunden) sind im Vergleich zu einer normalen Schlafdauer (6-8 Stunden) mit einem erhöhten Risiko für systemische Erkrankungen sowie einer höheren Sterblichkeitsrate verbunden. Dies wird durch genetische Korrelationen sowie Prognosen bezüglich des Auftretens von Erkrankungen wie Depressionen und Diabetes bestätigt. Schließlich unterscheiden sich die Mechanismen, durch die lange und kurze Schlafdauern mit Depressionen im späteren Leben in Verbindung stehen: Bei langen Schlafdauern spielen die biologischen Alterungsmechanismen eine gewisse Rolle, während bei kurzen Schlafdauern ein direkterer Zusammenhang besteht. Obwohl die Mendelische Randomisierung keine eindeutigen Beweise dafür liefert, dass Krankheiten die Schlafqualität beeinflussen, kann sie eine solche Umkehrung der Kausalität nicht vollständig ausschließen. Unsere Ergebnisse deuten auf einen U-förmigen Zusammenhang zwischen Schlafdauer und biologischen Alterungsmechanismen hin. Dies unterstreicht die Bedeutung einer Optimierung des Schlafs zur Förderung eines gesunden Alterns, zur Verringerung des Krankheitsrisikos und zur Verlängerung der Lebensdauer.
2.7.1 Zu wenig Schlaf, glymphatisches System
Zu wenig Schlaf (dauerhaft weniger als 7 Stunden) bzw. gestörter Schlaf schädigt die Gesundheit. Es gibt einen Zusammenhang mit dem Hormon Melatonin.
Das glymphatische System
ist ein Entsorgungssystem für Abfallstoffe im Zentralnervensystem (ZNS), also in Gehirn und Rückenmark. Ähnlich dem lymphatischen System (Lymphknoten, Thymusdrüse, Milz etc.), das nicht im ZNS vorkommt, dient das glymphatische System dem Abtransport von überflüssigem und schädlichem Material, etwa zur Beseitigung fehlgefalteter Proteine, die das Kennzeichen neurodegenerativer Krankheiten wie der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), von Alzheimer und Parkinson sind. Die Flüssigkeit, die den Abfall transportiert, wird in das lymphatische System abgegeben. Das glymphatische System ist nur im Schlaf funktionsfähig, d.h. der Schlaf ist notwendig, damit die Abfallstoffe das Gehirn verlassen. Schlafmangel erhöht das Risiko für neurodegenerative Krankheiten.
Licht und Dunkelheit beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus. Für einen guten Schlaf muss es dunkel sein. Die suprachiasmatischen Kerne im Gehirn synchronisieren die circadiane Uhr und werden von Licht und Dunkelheit beeinflusst. Das Tragen einer Schlafmaske kann die Herzfrequenz senken und die morgendliche Insulinsensitivität verbessern. Auch körperliche Aktivität tagsüber und eine gute Versorgung mit Vitalstoffen (Vitamine A, B12, C, D und Folsäure) erhöht die Schlafqualität.
Chemisch-pharmazeutische Schlafmittel sind eine schlechte Idee: sie wirken nicht gut, und sie haben Nebenwirkungen. Das allgemeine Krankheitsrisiko, z.B. für Krebs, wird erhöht.
Folgen des Schlafmangels:
- Schlafmangel wirkt ähnlich wie körperlicher Stress.
- Schlafmangel verstärkt die Expression von Genen, die mit Entzündungen, Immunerregbarkeit und Stress in Zusammenhang stehen, und erhöht deshalb das Risiko für chronische Krankheiten wie Fettleibigkeit, Bluthochdruck, Insulinresistenz, Diabetes, Krebs, Parkinson und Alzheimer.
- Schlafmangel beeinträchtigt die körperlichen Bewegungen und die geistige Konzentrationsfähigkeit ähnlich wie Alkohol im Blut. Das Unfallrisiko steigt.
- Schlafmangel verringert die Lern- und Gedächtnis-Fähigkeiten und die Kreativität. Deshalb ist ausreichender Schlaf besonders wichtig für Kinder ab der Geburt.
- Guter Schlaf ist wichtig für die Aufrechterhaltung des emotionalen Gleichgewichts. Müdigkeit beeinträchtigt die Fähigkeit des Gehirns, Emotionen zu regulieren. Dadurch wird man anfälliger für Depressionen, Launen, Ängste und Gefühlsausbrüche.
Bei unbefriedigender Schlafqualität und -dauer kann es sinnvoll sein, eine gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralien sicherzustellen.
- Vitamin D:
Mehrere Studien haben einen Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin-D-Spiegel und schlechter Schlafqualität. festgestellt. Mit einem Vitamin-D-Spiegel von 60 bis 80 ng/ml kann der Schlaf verbessert werden. - Vitamin C
Personen mit niedrigem Vitamin-C-Spiegel im Blut leiden häufiger unter Schlafproblemen und Schlafunterbrechungen. - Vitamin B12
Ein niedriger Vitamin-B12-Spiegel kann neurologische Probleme, einschließlich Schlafstörungen, verursachen.
Studien und weitere Informationen:
- Zentrum der Gesundheit: Natürliche Schlafmittel: Die besten Mittel zum Einschlafen
Natürliche Schlafmittel können Pflanzenextrakte, Mineralstoffe, Aminosäuren, Hormone und ätherische Öle sein.
- Children's Hospital Colorado: Insufficient Sleep in Children
Kinder und Jugendliche im Alter 0 bis 18 Jahre benötigen mehr Schlaf als Erwachsene. Schlafmangel kann viele Ursachen haben, darunter gesundheitliche oder psychische Probleme und schlechte Schlafgewohnheiten. Einige Erkrankungen, die zu schlechtem Schlaf beitragen, sind obstruktive Schlafapnoe, periodische Gliedmaßenbewegungen, übermäßige Bewegung im Schlaf und saurer Reflux.
- Essverhalten, Stoffwechsel, Diabetes
Wer schlecht (zu wenig) schläft, neigt zu ungesunder Ernährung. Oder ist es umgekehrt – ungesunde Ernährung verursacht schlechten Schlaf? Jedenfalls hängt beides eng miteinander zusammen.
- A Fisher, L McDonald, CHM van Jaarsveld, C Llewellyn, A Fildes, S Schrempft and J Wardle:
Sleep and energy intake in early childhood (26.3.2014)Pressemitteilung:
University College London: Shorter sleepers are over-eaters, auch hier (25.3.2014)Kleine Kinder, die weniger schlafen, essen mehr, was später im Leben zu Fettleibigkeit und damit verbundenen Gesundheitsproblemen führen kann. Die Untersuchung bezieht sich auf 16 Monate alte Kinder.
- Zhilei Shan; Hongfei Ma; Manling Xie; Peipei Yan; Yanjun Guo; Wei Bao; Ying Rong; Chandra L. Jackson; Frank B. Hu; Liegang Liu:
Sleep Duration and Risk of Type 2 Diabetes: A Meta-analysis of Prospective Studies (12.2.2015)Der Zusammenhang zwischen der Schlafdauer und dem Risiko für Typ-2-Diabetes wird untersucht. Es ergibt sich ein Optimum (geringstes Risiko) bei 7-8 Stunden Schlafdauer pro Tag.
- Goran Medic, Micheline Wille and Michiel EH Hemels:
Short- and long-term health consequences of sleep disruption (19.5.2017)Schlaf spielt eine wichtige Rolle für die Gehirnfunktion und viele Körpersysteme. Schlafstörungen führen zu erhöhter Aktivität des sympathischen Nervensystems und der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, Stoffwechseleffekten, Veränderungen der zirkadianen Rhythmen und entzündungsfördernden Reaktionen. Kurzfristig kommt es zu erhöhter Stressempfindlichkeit, körperlichen Schmerzen, einer verringerten Lebensqualität, emotionalen Belastungen und Stimmungsstörungen sowie kognitiven, Gedächtnis- und Leistungsdefiziten. Langfristige Folgen von Schlafstörungen sind Bluthochdruck, Dyslipidämie (Fettstoffwechselstörung), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gewichtsprobleme, das metabolische Syndrom, Typ-2-Diabetes mellitus und Dickdarmkrebs.
- Alicja R. Rudnicka, Claire M. Nightingale, Angela S. Donin, Naveed Sattar, Derek G. Cook, Peter H. Whincup, Christopher G. Owen:
Sleep Duration and Risk of Type 2 Diabetes, auch hier (15.8.2017)In der Studie werden britische Kinder im Alter von 9 bis 10 Jahren untersucht. Sie schlafen durchschnittlich 10,5 Stunden pro Nacht. Ergebnis: je weniger Schlaf, desto mehr Anzeichen (Biomarker) für künftiges Diabetes Typ 2.
- Francisco Lopez-Jimenez, Mayo Clinic: Sleep deprivation: A cause of high blood pressure? (9.8.2022)
Stimmt es, dass Schlafmangel zu Bluthochdruck führen kann? Ja. Man sollte jede Nacht 7 bis 8 Stunden schlafen. Weniger als sechs Stunden Schlaf schaden der Gesundheit. Stress, Jetlag, Schichtarbeit und andere Schlafstörungen erhöhen das Risiko für Herzerkrankungen, Fettleibigkeit und Diabetes. Regelmäßiger Schlafmangel kann bei Kindern und Erwachsenen zu Bluthochdruck (Hypertonie) führen.
- Scott A. Willis, Arwa Alruwaili, Iuliana Hartescu, Kevin Deighton, Christopher Goodwin, Joseph Henson, Alice E. Thackray, David J. Stensel, James A. King:
Associations of self-reported sleep quality and duration with dietary eating behaviours: a cross-sectional study of 27,263 UK adults (1.4.2026)Aus der Befragung von Erwachsenen ergibt sich, dass schlechte Schlafqualität und kurze Schlafdauer mit ungünstigem Essverhalten zusammenhängen: die Menschen essen zu viel, sie essen aus Langeweile, wegen Stress oder Wut, essen über den Appetit. Man isst, um sich zu belohnen, und es fehlt die Selbstkontrolle beim Essen. Das Risiko für Adipositas (Fettleibigkeit) ist erhöht.
Abstract (übersetzt)
Suboptimaler Schlaf, sei es unzureichend, übermäßig oder von schlechter Qualität, ist ein unabhängiger Risikofaktor für Adipositas, vor allem durch Beeinflussung der Energieaufnahme über veränderten Appetit und veränderte Belohnungsverarbeitung. Weniger bekannt ist sein Einfluss auf das tatsächliche Ernährungsverhalten. Wir untersuchten die Zusammenhänge zwischen selbstberichteter Schlafqualität und -dauer und dem Ernährungsverhalten in einer großen britischen Erwachsenenkohorte. 27.263 Erwachsene (Median (Interquartilsabstand): Alter 51,0 (16,0) Jahre; BMI 25,2 (5,3) kg/m²; 40,5 % weiblich) absolvierten eine standardisierte Gesundheitsbefragung, die auch die selbstberichtete Schlafqualität (Skala 1-10) und -dauer umfasste. Dreizehn Essverhaltensweisen, die im Wesentlichen emotionales/belohnungsgesteuertes Essen, Essstörungen, Lebensmittelpräferenzen und Mahlzeitenmuster widerspiegeln, wurden mittels Fragebogen erfasst. Regressionsmodelle untersuchten die Zusammenhänge zwischen Schlafmerkmalen und Essverhalten unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, sozioökonomischem Status, Erhebungsjahr und Region. Für ordinale/binäre Ergebnisse werden Odds Ratios (OR) und für Zählergebnisse Ratenverhältnisse (RR) angegeben. Schlechte Schlafqualität und kurze Schlafdauer waren mit einem Essverhalten assoziiert, das auf ein verstärktes emotionales/belohnungsgetriebenes Essen und eine geringere Selbstkontrolle beim Essen hindeutet. Dies umfasste eine höhere Wahrscheinlichkeit/Häufigkeit von Essen aus Langeweile, Stress oder Wut, Überessen, Auslassen von Mahlzeiten und den Konsum energiedichter Lebensmittel (OR/RR-Bereich: 1,08-3,50, p = 0,018). Eine lange Schlafdauer war mit stärkerem emotionalem Essen verbunden (OR-Bereich: 1,16-1,19, p < 0,001), zeigte aber weniger Anzeichen von Impulsivität oder enthemmter Nahrungsaufnahme. Einige Verhaltensweisen, wie das Hinzufügen von Zucker zu Speisen und Snacken, standen nicht in einem konsistenten Zusammenhang mit den Schlafmerkmalen. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass kurzer und qualitativ schlechter Schlaf mit Essmustern assoziiert ist, die das Risiko für Adipositas erhöhen können. Interventionen zur Verlängerung und Verbesserung der Schlafqualität könnten ein gesünderes Ernährungsverhalten und eine bessere Appetitregulation unterstützen.
- A Fisher, L McDonald, CHM van Jaarsveld, C Llewellyn, A Fildes, S Schrempft and J Wardle:
- May A. Beydoun, Alyssa A. Gamaldo, Jose A. Canas, Hind A. Beydoun, Mauli T. Shah, Jessica M. McNeely, Alan B. Zonderman:
Serum Nutritional Biomarkers and Their Associations with Sleep among US Adults in Recent National Surveys (19.8.2014)In dieser Studie wird der Zusammenhang der Schlafqualität mit wichtigen Nährstoffe untersucht, nämlich Retinol, Retinylester, Carotinoide (a-Carotin, ß-Carotin, ß-Cryptoxanthin, Lutein + Zeaxanthin, Lycopin), Folsäure, Vitamin B12, Gesamthomocystein, Vitamin C, 25-Hydroxyvitamin D (25(OH)D) und Vitamin E. Einige Nährstoffe – Vitamine B12 und D, Folsäure und Carotinoide – stehen in Zusammenhang mit Schlafdauer und Schlafqualität.
- Mari Hysing, Ståle Pallesen, Kjell Morten Stormark, Reidar Jakobsen, Astri J Lundervold, Børge Sivertsen:
Sleep and use of electronic devices in adolescence: results from a large population-based study (2.2.2015)Jugendliche nutzen immer mehr elektronische Geräte (PC, Tablet, Smartphone), auch in der Nacht und auch im Bett. Helle Lichter und elektronische Bildschirme sind Schlafdiebe, die schnelles Einschlafen verhindern. Je mehr Zeit man tagsüber und insbesondere nachts mit elektronischen Geräten verbringt, desto länger dauert das Einschlafen und desto weniger Schlaf bekommt man insgesamt.
- Li-Feng Jiang-Xie, Antoine Drieu, Kesshni Bhasiin, Daniel Quintero, Igor Smirnov, Jonathan Kipnis:
Neuronal dynamics direct cerebrospinal fluid perfusion and brain clearance, auch hier (28.2.2024)Kommentar von Samantha Anderer: Brain Waves Appear to Wash Out Waste During Sleep (15.3.2024)
Neuronen erzeugen im Schlaf elektrische Signale, die rhythmische Gehirnwellen auslösen und so das Liquor cerebrospinalis (auch
Gehirnwasser
genannt) durch das Gehirn treiben. Diese elektrischen Wellen steigern die Funktion des glymphatischen Systems und tragen dazu bei, dass das Gehirnwasser in tiefere Schichten des Gehirns eindringt und Abfallstoffe aufnimmt, was den Reinigungsprozess unterstützt. - Johannes Heinemann, DocCheck: Der Mythos von der Gehirnwäsche im Schlaf (14.6.2024)
In einer Tierstudie wird das glymphatische System untersucht.
- Michael van den Heuvel, DocCheck: Schlafmangel: Gehirn in Not (26.09.2024)
Versuche mit Schlafstörungen an Tieren und Menschen; Beschreibung der biologischen und physiologischen Vorgänge.
- Kun Zheng, Mengdi Wu, Yanjie Cao, Junhua Wang, Huijing Zhu, Bowen Li, Yifeng Yang, Yue Hu, Qitao Ren, Xiaohua Lan & Xiuming Pan:
Circadian syndrome and mortality risk in adults aged > 40 years: a prospective cohort analysis of CHARLS and NHANES (28.4.2025)Wenn der Tag-Nacht-Rhythmus (zirkadianer Rhythmus) gestört ist, erhöht sich das Risiko für Krankheit und Tod.
Abstract (übersetzt)
Störungen des zirkadianen Rhythmus treten immer häufiger auf und gehen mit höherer Morbidität und Mortalität einher. Diese Studie untersucht die Beziehung zwischen dem zirkadianen Rhythmussyndrom (CircS) und der Mortalität bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters. Diese prospektive Kohortenstudie verwendete Mortalitäts-Follow-up-Daten aus der China Health and Retirement Longitudinal Study (CHARLS) und der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES). Cox-proportionale Risikomodelle untersuchten den Zusammenhang zwischen CircS und der Gesamtmortalität, während eine eingeschränkte kubische Spline-Analyse nichtlineare Beziehungen untersuchte. Untergruppenanalysen untersuchten potenzielle modifizierende Faktoren. Cox-Modelle und verallgemeinerte lineare Modelle nach Bayes wurden verwendet, um die Beziehungen zwischen CircS und bestimmten Todesursachen zu untersuchen. Die Studie umfasste 7.637 Teilnehmer aus CHARLS (2011-2020) und 9.320 Teilnehmer aus NHANES (2005-2018) mit 142 bzw. 1.321 Todesfällen insgesamt. Die Nachbeobachtungszeiträume betrugen 9,17 Jahre für CHARLS und 15 Jahre für NHANES. CircS war signifikant mit einem erhöhten Gesamtmortalitätsrisiko assoziiert (CHARLS: HR 1,79, 95%-KI: 1,23-2,62; NHANES: HR 1,21, 95%-KI: 1,03-1,42). Es wurde eine lineare Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen der Anzahl der CircS-Komponenten und dem Mortalitätsrisiko beobachtet. CircS war positiv mit der Mortalität durch Diabetes, Herz-Kreislauf-, zerebrovaskuläre und Nierenerkrankungen assoziiert. CircS ist stark mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko verbunden. Diese Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, zirkadiane Störungen in öffentlichen Gesundheitsstrategien zu berücksichtigen.
- Saurabh S. Thosar, Nicole P. Bowles, Matthew P. Butler, Andrew W. McHill, Sean P.M. Rice, Jonathan S. Emens and Steven A. Shea:
Endogenous Circadian System Attenuates Nighttime Vascular Endothelial Function in People With Untreated Obstructive Sleep Apnea (6.11.2025)Durch obstruktive Schlafapnoe wird das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, z.B. Herzmuskelentzündung, erhöht. Der gestörte circadiane Schlafrhythmus schädigt das Endothel der Blutgefäße.
- Schäden an Nervensystem, Gehirn und Psyche
Schlafmangel und schlechter Schlaf, etwa durch durch das Schnarchen (
obstruktive Schlafapnoe
), das Sauerstoffmangel und Schlafunterbrechungen bewirkt, verursachen Schäden an Nervensystem, Gehirn und Psyche.- Stanislaw Szlufik, Kamila Kopec, Stanislaw Szleszkowski and Dariusz Koziorowski:
Glymphatic System Pathology and Neuroinflammation as Two Risk Factors of Neurodegeneration, auch hier (5.2.2024)Es gibt einen Zusammenhang zwischen (a) dem Funktionieren des glymphatischen Systems und (b) Entzündungsprozessen und dem Gehirnabbau (Neurodegeneration).
- Neuroscience News: Sleep's Secret Sequence May Sculpt Our Memories Like a Garden (23.6.2025)
Eine neue Theorie legt nahe, dass die Reihenfolge der Schlafphasen – Non-REM-Schlaf gefolgt von REM-Schlaf – für die Stärkung und Organisation von Erinnerungen entscheidend ist. In Mausstudien und Computermodellen fanden Forscher heraus, dass Non-REM-Schlaf neue Erinnerungen festigt, während REM-Schlaf überlappende oder irrelevante Erinnerungen ausblendet und sie so voneinander abgrenzt.
Die Umkehrung dieses Zyklus führt zu Gedächtnisverlust und verdeutlicht, warum der natürliche Verlauf der Schlafphasen evolutionär so konserviert ist. Obwohl weitere Forschung erforderlich ist, liefern die Ergebnisse eine überzeugende Erklärung dafür, wie die Schlafarchitektur Lernen und Gedächtnis unterstützt.
- Violette Ayral, Alexandre Pastor-Bernier, Véronique Daneault, Christina Tremblay, Marie Filiatrault, Celine Haddad, Jean-François Gagnon, Ronald B. Postuma, Petr Dušek, Stanislav Marecek, Zsoka Varga, Johannes C. Klein, Michele T. Hu, Stéphane Lehéricy, Isabelle Arnulf, Marie Vidailhet, Jean-Christophe Corvol for the ICEBERG Study Group, and Shady Rahayel:
Association of DTI-ALPS Glymphatic Index With Differential Phenoconversion in Isolated REM Sleep Behavior Disorder (16.9.2025)Eine veränderte (d.h. verschlechterte) glymphatische Funktion bewirkt ein erhöhtes Risiko für Parkinson. In dieser Studie wird ein entsprechender Biomarker (der DTI-ALPS-Index) beschrieben.
- Lee E. Neilson, Isabella Montaño, Jasmine L. May, Savanah Sicard, Yeilim Cho, Jeffrey J. Iliff, Jonathan E. Elliott, Miranda M. Lim, Gregory D. Scott:
Obstructive Sleep Apnea, Positive Airway Pressure, and Implications of Early Treatment in Parkinson Disease (24.11.2025)Erik Robinson, OHSU News: Untreated sleep apnea raises risk of Parkinson's, study finds (24.11.2025)
Durch obstruktive Schlafapnoe (erkennbar am Schnarchen im Schlaf) entsteht Sauerstoffmangel, der besonders das Gehirn schädigt. Der Sauerstoffmangel führt zu Schäden an den Mitochondrien, die das Risiko für Parkinson und andere neurodegenerative Erkankungen erhöhen. Hilfreich ist ein Gerät, das während des Schlafs über eine Maske permanent einen leichten Atemluft-Überdruck erzeugt (CPAP, continuous positive airway pressure).
- Tetyana Kendzerska, Ranjeeta Mallick, Wenshan Li, Rébecca Robillard, Vanessa Taler, Colleen Webber, PhD8Mouaz Saymeh, Thien Thanh Dang-Vu, Peter Tanuseputro, Jess G. Fiedorowicz:
Obstructive Sleep Apnea Risk and Mental Health Conditions Among Older Canadian Adults in the Canadian Longitudinal Study on Aging (26.12.2025)Die obstruktive Schlafapnoe (Schnarchen) verursacht Schäden im Gehirn und an der Psyche.
Abstract (übersetzt)
Wichtigste Punkte
Frage: Besteht bei Menschen mittleren und höheren Alters ein Zusammenhang zwischen einem hohen Risiko für obstruktive Schlafapnoe (OSA) und einem erhöhten Risiko für gleichzeitig bestehende und zukünftige psychische Erkrankungen?
Ergebnisse: In dieser nationalen Kohortenstudie mit 30.097 Teilnehmern wiesen Personen mit hohem OSA-Risiko sowohl zu Studienbeginn als auch im Verlauf der Studie ein um etwa 40 % erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen auf. Auch im Zeitverlauf blieb ein hohes OSA-Risiko mit einem um 44 % erhöhten Risiko für neu auftretende psychische Erkrankungen verbunden.
Bedeutung Diese Ergebnisse schließen Wissenslücken über den Zusammenhang zwischen OSA und psychischer Gesundheit im Alter und unterstreichen die Notwendigkeit integrierter Screening- und Interventionsstrategien.
Abstrakt
Bedeutung Trotz plausibler Mechanismen, die eine Verbindung zwischen obstruktiver Schlafapnoe (OSA) und psychischen Erkrankungen herstellen, sind prospektive Studien an repräsentativen Stichproben erforderlich, um zeitliche Zusammenhänge zwischen OSA und psychischen Erkrankungen im Alter abzuschätzen.
Zielsetzung: Zu untersuchen, ob ein hohes Risiko für obstruktive Schlafapnoe (OSA) mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für gleichzeitig bestehende und zukünftige psychische Erkrankungen bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters einhergeht.
Studiendesign, Setting und Teilnehmer: Diese Kohortenstudie ist eine Sekundäranalyse der Canadian Longitudinal Study on Aging (CLSA) und nutzte Daten von Teilnehmern der CLSA-Basiskohorte (2011-2015) und der ersten Nachbeobachtung (2015-2018), die zu Studienbeginn zwischen 45 und 85 Jahre alt waren. Die statistische Analyse erfolgte im Oktober 2024. Die CLSA ist eine nationale, bevölkerungsbasierte prospektive Kohortenstudie, die Daten zu den biologischen, medizinischen, kognitiven, psychologischen, sozialen, lebensstilbezogenen und wirtschaftlichen Aspekten des Alterns erhebt.
Exposition Personen mit einem Wert von mindestens 2 im STOP-Fragebogen (Schnarchen, Tagesschläfrigkeit, beobachtete Atemaussetzer im Schlaf oder Bluthochdruck) wurden als Hochrisikopatienten für obstruktive Schlafapnoe (OSA) eingestuft.
Hauptzielkriterium und Messgrößen: Ein zusammengesetzter Indikator für eine beeinträchtigte psychische Gesundheit wurde als binäre Variable berechnet, definiert durch das Vorliegen mindestens eines der folgenden Kriterien: (1) ein Wert von 10 oder mehr auf der Center for Epidemiologic Studies Short Depression Scale (CES-SDS), (2) ein Wert von 20 oder mehr auf der Kessler Psychological Distress Scale (KPS), (3) eine selbstberichtete, ärztlich diagnostizierte psychische Erkrankung oder (4) die selbstberichtete Einnahme von Antidepressiva. Zusammenhänge wurden mittels multivariater konventioneller und gemischter logistischer Regressionen untersucht.
Ergebnisse: Die Studie umfasste 30.097 Personen zu Studienbeginn (Medianalter 62 Jahre [IQR 54-71 Jahre]; 50,9 % Frauen) und 27.765 Personen bei der Nachuntersuchung (Medianalter 65 Jahre [IQR 57-73 Jahre]; 50,9 % Frauen) mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2,9 Jahren (IQR 2,8-3,1 Jahre). Insgesamt wiesen 7.066 von 30.097 Personen (23,5 %) zu Studienbeginn und 7.493 von 27.765 Personen (27,0 %) bei der Nachuntersuchung ein hohes Risiko für obstruktive Schlafapnoe (OSA) auf. Der kombinierte Endpunkt psychische Gesundheit wurde bei 10.334 von 30.097 Personen (34,3 %) zu Studienbeginn und bei 8.851 von 27.765 Personen (31,9 %) bei der Nachuntersuchung festgestellt. In adjustierten Modellen war ein hohes Risiko für obstruktive Schlafapnoe (OSA) mit einer um etwa 40 % erhöhten Wahrscheinlichkeit für den kombinierten Endpunkt sowohl zu Studienbeginn (Odds Ratio [OR] 1,39; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,28-1,50) als auch bei der Nachuntersuchung (OR 1,40; 95 %-KI 1,30-1,50) assoziiert. In einer Analyse mit wiederholten Messungen blieb das OSA-Risiko mit einer um 44 % erhöhten Wahrscheinlichkeit für den kombinierten Endpunkt assoziiert (OR 1,44; 95 %-KI 1,34-1,53).
Schlussfolgerungen und Relevanz: In dieser nationalen Längsschnittstudie wiesen Erwachsene mittleren und höheren Alters mit hohem Risiko für obstruktive Schlafapnoe (OSA) durchweg schlechtere psychische Gesundheitswerte auf. Diese Ergebnisse schließen Wissenslücken zum Zusammenhang zwischen OSA und psychischer Gesundheit und unterstreichen die Notwendigkeit integrierter Screening- und Interventionsstrategien.
- Stanislaw Szlufik, Kamila Kopec, Stanislaw Szleszkowski and Dariusz Koziorowski:
2.7.2 Zu viel Schlaf
Auch das Gegenteil, sehr viel Schlaf, kann gesundheitsschädlich sein.
- Lue Zhou, Kuai Yu, Liangle Yang, Hao Wang, Yang Xiao, Gaokun Qiu, Xuezhen Liu, Yu Yuan, Yansen Bai, Xiulou Li, Handong Yang, Meian He, Chongjian Wang, Tangchun Wu, Xiaomin Zhang:
Sleep duration, midday napping, and sleep quality and incident stroke, auch hier (11.12.2019)
The Dongfeng-Tongji cohortLange Schlafdauer, langes Mittagsschläfchen und schlechte Schlafqualität sind unabhängig voneinander und gemeinsam mit einem höheren Risiko für einen Schlaganfall verbunden. Anhaltend lange Schlafdauer oder der Wechsel von durchschnittlicher zu langer Schlafdauer erhöhen das Schlaganfallrisiko. Als besonders lang gilt Schlaf in der Nacht von mehr als 9 Stunden und tagsüber, etwa nach dem Mittagessen, von mehr als 90 Minuten.
Normal
und gesund sind 7 bis 8 Stunden nachts und bis zu 30 Minuten tagsüber.Das erhöhte Schlaganfallrisiko könnte damit zusammenhängen, dass Viel-Schläfer meistens einen erhöhten Bauchumfang und einen bewegungsarmen Lebensstil haben, beides bekannte Risikofaktoren für Schlaganfall. Weitere mögliche Ursachen sind noch zu erforschen.
- Rui Liu, Yifei Ren, Tingting Hou, Xiaoyan Liang, Yi Dong, Yongxiang Wang, Lin Cong, Xiang Wang, Yu Qin, Juan Ren, Shireen Sindi, Shi Tang, Yifeng Du, Chengxuan Qiu:
Associations of sleep timing and time in bed with dementia and cognitive decline among Chinese older adults: A cohort study (21.9.2022)Lange Schlafdauer (mehr als 8 Stunden) und frühes Zubettgehen (vor 9 Uhr abends) hängt mit der Entstehung von Demenz zusammen.
- Barbara Vizmanos, Ana Isabel Cascales, María Rodríguez-Martín, Diego Salmerón, Eva Morales, Aurora Aragón-Alonso, Frank A. J. L. Scheer, Marta Garaulet:
Lifestyle mediators of associations among siestas, obesity, and metabolic health (26.4.2023)Cara Murez, drugs.com: Midday Naps & Health: How Long You Nap May Be Key
Menschen, die einen längeren Mittagsschlaf (mehr als 30 Minuten) halten, neigen eher zu Fettleibigkeit, Bluthochdruck und dem metabolischen Syndrom. Bei kürzerer Dauer des Mittagsschlafs (unter 30 Minuten) werden die negativen Effekte nicht beobachtet.- Es wird leider nicht klar, welchen Anteil der Zeitpunkt des Schlafens in der Nacht, der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme, die Energieaufnahme beim Mittagessen, das Rauchen von Zigaretten und der Ort des Mittagsschlafs haben. Untersucht wurde das in Spanien, wo die
Siesta
verbreitet ist.
2.8 Mangelnde körperliche Aktivität
Viele Menschen verbringen einen großen Teil des Tages im Sitzen. Das ist nicht gesund. Körperliche Aktivität unterstützt die körperliche und die geistig-seelische Gesundheit und verringert das Krankheitsrisiko. Empfehlenswert sind Ausgleichssport und Waldlauf oder Radfahren in sauberer, gesunder Luft. Maßvoll eingesetzt, wird das Risiko für Krebs, Insulinresistenz und Diabetes, Bluthochdruck, Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Osteoporose, Sarkopenie (Muskel-Abbau), Stürze und mehr sinken und die Lebenserwartung erhöht, wenn man bisher einen bewegungsarmen Lebensstil hatte und anfängt, Sport zu treiben.
Bewegung nützt der geistigen Gesundheit und der Psyche. Dazu gehören eine bessere Stimmungslage, weniger Ängste und ein geringeres Risiko für Demenz und Depressionen. Leider bewegen sich die meisten Menschen zu wenig. Tanzen erfordert und fördert sowohl körperliche wie geistige Beweglichkeit und ist deshalb besonders nützlich.
Hochleistungssport und intensives Krafttraining von mehr als 75 Minuten pro Woche nützen der Gesundheit nicht und können schaden. Bei moderatem Training – grob definiert als Training bis zu dem Punkt, an dem man außer Atem ist, – gilt, dass mehr Training besser ist und nicht übertrieben werden darf. Die Aktivität sollte Spaß machen und kein Wettbewerb sein. Aktivität draußen im engen Kontakt mit der Natur (Park, Wald) nützt der geistigen und körperlichen Gesundheit mehr als ein Training in geschlossenen Räumen.
- WHO:
- Global recommendations on physical activity for health (2010)
- Recommended levels of physical activity for health (2014)
- World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour (1.12.2020)
- AOK: Kleine Schritte, große Wirkung: Warum 21 Minuten Bewegung den Unterschied machen
150 Minuten wöchentlich enstsprechen 21 Minuten täglich.
- Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (bvpg): Bewegung als Therapie
- Anne McTiernan, Christine M. Friedenreich, Peter T. Katzmarzyk, Kenneth E. Powell, Richard Macko, David Buchner, Linda S. Pescatello, Bonny Bloodgood, Bethany Tennant, Alison Vaux-Bjerke, Stephanie M. George, Richard P. Troiano, and Katrina L. Piercy, 2018 Physical Activity Guidelines Advisory Committee:
Physical Activity in Cancer Prevention and Survival: A Systematic Review, auch hier (6.2019)Hier werden Hunderte von Studien mit mehreren Millionen Teilnehmern ausgewertet.
Ergebnis: Mehr körperliche Aktivität reduziert das Risiko für Blasen-, Brust-, Dickdarm- und Endometriumkrebs (Gebärmutter), für Speiseröhren-, Nieren- und Magenkrebs um 10 - 20%. Bei Brust-, Darm- und Prostatakrebs wird das Risiko sogar um 40 - 50% vermindert. - Pedro L Valenzuela, Alejandro Santos-Lozano, Alberto Torres Barrán, Pablo Fernández-Navarro, Adrián Castillo-García, Luis M Ruilope, David Ríos Insua, José M Ordovas, Victoria Ley, Alejandro Lucia:
Joint association of physical activity and body mass index with cardiovascular risk: a nationwide population-based cross-sectional study, auch hier (1.2021)Kommentar: 'Fat but healthy' is a myth, new research on weight and heart health concludes
Stärkere körperliche Aktivität bietet, unabhängig vom Körpergewicht (dünn-dick), Vorteile hinsichtlich Bluthochdruck und Diabetes.
- Ben Singh, Timothy Olds, Rachel Curtis, Dorothea Dumuid, Rosa Virgara, Amanda Watson, Kimberley Szeto, Edward O'Connor, Ty Ferguson, Emily Eglitis, Aaron Miatke, Catherine EM Simpson, Carol Maher:
Effectiveness of physical activity interventions for improving depression, anxiety and distress: an overview of systematic reviews (16.2.2023)Kommentare:
- Rebecca Dyer: Huge New Study Shows Why Exercise Should Be The First Choice in Treating Depression (2.3.2023)
- Brooke Kato, New York Post: Exercise is more effective than medication for mental health: study (24.2.2023)
In einer umfangreichen Meta-Studie, die ca. 128.000 Teilnehmer in über 1000 Einzelstudien umfasst, ergibt sich: Bewegung kann leichte bis mittelschwere Symptome von Depressionen, Angstzuständen und anderen Formen psychischer Belastungen schnell lindern. Das gilt für gesunde Erwachsene, für Menschen mit psychischen Störungen und für Menschen mit chronischen Krankheiten.
Die beste Wirkung wird bei Menschen mit Depressionen, bei schwangeren Frauen und Frauen nach der Geburt, bei gesunden Personen und bei Menschen mit HIV oder Nierenerkrankungen festgestellt. Alle Arten von körperlicher Aktivität und Bewegung, auch in geringem Umfang, sind vorteilhaft, z.B. Aerobic-Übungen wie Gehen, Widerstandstraining, Pilates und Yoga. Körperliche Aktivität ist 1,5-mal wirksamer als Beratung (Psychotherapie) oder Medikamente (Antidepressiva).
- Nan Deng, Laura Reyes-Uribe, Johannes F. Fahrmann, Whittney S. Thoman, Mark F. Munsell, Jennifer B. Dennison, Eunice Murage, Ranran Wu, Ernest T. Hawk, Selvi Thirumurthi, Patrick M. Lynch, Christina M. Dieli-Conwright, Alexander J. Lazar, Sonali Jindal, Khoi Chu, Manoj Chelvanambi, Karen Basen-Engquist, Yisheng Li, Jennifer A. Wargo, Florencia McAllister, James P. Allison, Padmanee Sharma, Krishna M. Sinha, Samir Hanash, Susan C. Gilchrist, Eduardo Vilar:
Exercise Training Reduces the Inflammatory Response and Promotes Intestinal Mucosa-Associated Immunity in Lynch Syndrome (27.9.2023)Kommentar von Courtney Southwick, Medscape:
We Know Exercise Prevents Cancer. A New Study Tells Us Why (4.10.2023)Bei Patienten, die erblich bedingt ein hohes Darmkrebs-Risiko haben (Lynch-Syndrom), nützt körperliche Bewegung viel. In dieser Studie wird den Patienten verordnet, 3 mal wöchentlich 45 Minuten lang Fahrrad zu fahren.
Ergebnis: mehr Sauerstoff-Aufnahme, weniger Entzündungen (Prostaglandin E2) in Dickdarm und Blut, mehr Immunzellen (NK-Zellen und CD8+ T-Zellen) in der Dickdarmschleimhaut. Die radfahrenden Patienten sind trotz ihres hohen Risikos besser davor geschützt, dass der Darmkrebs tatsächlich entsteht. Die erkannten Verbesserungen im Immunsystem liefern den biologischen Grund für das geringere Krebsrisiko. - Video: New Findings on Walking and Running – Medical Frontiers (24.4.2024)
Gehen und laufen ist eine wichtige Methode, um das Risiko für viele chronische Krankheiten zu senken: Krebs, Herz-Kreislauf, Diabetes usw. In diesem japanischen Video wird auf langsames Laufen und Intervall-Laufen hingewiesen.
- Andrew J Clegg, James E Hill, Donncha S Mullin, Catherine Harris, Chris J Smith, C Elizabeth Lightbody, Kerry Dwan, Gary M Cooney, Gillian E Mead, Caroline L Watkins:
Exercise for depression (8.1.2026)Mia Parkinson:
Exercise to treat depression yields similar results to therapy and antidepressants (8.1.2026)Erica Sweeney:
Exercise May Be Just As Effective at Relieving Depression As Medication and Therapy (12.1.2026)Ausgleichssport (
Exercise
) hat auf Depressionen eine ähnlich positive Wirkung wie Medikamente und andere Therapien. Suchen Sie sich eine Sportart (z.B. Waldlauf), die Ihnen Spaß macht! - Flaminia Ronca, Cian Xu, Ellen Kong, Dennis Chan, Antonia Hamilton, Giampietro Schiavo, Ilias Tachtsidis, Paola Pinti, Benjamin Tari, Tom Gurney, Paul W. Burgess:
BDNF relates to prefrontal cortex activity in the context of physical exercise (15.6.2026)Der Wachstumsfaktor BDNF (von englisch brain-derived neurotrophic factor, deutsch:
zerebraler neurotropher Faktor
) ist ein neurotrophes Protein bzw. ein Neurotrophin. Es fördert die Entwicklung, das Überleben und die Funktion von Nervenzellen und die Bildung neuer Nervenzellen und verhindert den kognitiven Verfall und den programmierten Zelltod. (siehe auch Erläuterung hier).In dieser Studie wird gezeigt, dass durch körperliche Bewegung der Hirnstoffwechsel und der BDNF verbessert werden. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns, die neuronale Aktivität, schnellere Reaktionszeiten und die Aufmerksamkeit werden gefördert.
Abstract (übersetzt)
Highlights
- Ein 12-wöchiges Trainingsprogramm steigerte die trainingsinduzierte BDNF-Produktion im Serum.
- Höhere periphere BDNF-Werte korrelierten mit trainingsbedingten Veränderungen der präfrontalen Kortexfunktion.
- Plasma- und Serum-BDNF spielen nach dem Training unterschiedliche Rollen in der Hirnfunktion.
Zusammenfassung:
Es ist bekannt, dass körperliche Aktivität die Hirngesundheit und die kognitive Funktion fördert und den Spiegel des brain-derived neurotrophic factor (BDNF) erhöht. BDNF unterstützt das zentrale Nervensystem bekanntermaßen durch einen verbesserten Hirnstoffwechsel, eine verbesserte Gefäßversorgung, Neurotransmission und synaptische Plastizität. Der Zusammenhang zwischen trainingsinduzierten Veränderungen der BDNF-Konzentration und trainingsbedingten kognitiven Verbesserungen ist jedoch noch unklar. Diese Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen trainingsinduzierten Veränderungen von Plasma-BDNF (pBDNF) und Serum-BDNF (sBDNF) sowie hämodynamischen Indikatoren der präfrontalen Kortexfunktion bei sitzenden Erwachsenen. Die Teilnehmer (n = 23, weiblich = 7) wurden randomisiert einer Interventionsgruppe (12-wöchiges Radfahrprogramm) und einer Kontrollgruppe (keine Intervention) zugeteilt. Die Teilnehmer absolvierten VO2max-Tests zur Beurteilung von Fitnessveränderungen. pBDNF und sBDNF wurden vor und nach den VO2max-Tests gemessen. Zusätzlich wurde eine Reihe von Aufgaben zur Exekutivfunktion und zum Gedächtnis durchgeführt, begleitet von funktioneller Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) zur Erfassung hämodynamischer Veränderungen der präfrontalen Kortexaktivität. Die Veränderungen wurden mithilfe der korrelationsbasierten Signalverbesserungsmethode (CBSI) analysiert. Die Ergebnisse zeigten, dass die Teilnehmer der Interventionsgruppe am Ende der Intervention keine erhöhten Ruhe-sBDNF-/pBDNF-Werte aufwiesen; jedoch zeigte sich in Woche 12 ein signifikanter trainingsinduzierter Anstieg von sBDNF. Dieser Anstieg korrelierte mit Veränderungen der VO2max. Höhere pBDNF-Werte und trainingsinduziertes sBDNF waren mit einer Abnahme der CBSI-Werte im frontopolaren, dorsolateralen und orbitofrontalen präfrontalen Kortex während Aufmerksamkeits- und Inhibitionsaufgaben, nicht aber während der Gedächtnisaufgabe, assoziiert. Diese Ergebnisse legen nahe, dass eine Steigerung der körperlichen Fitness die BDNF-Transkription als Reaktion auf akute körperliche Belastungen erhöhen kann. Dies könnte wiederum eine Rolle bei der Modulation der neuronalen Funktion während exekutiver Aufgaben nach akuter Belastung spielen.
2.9 Weitere Ursachen
- Impfstoffe
können den Körper mit Giften belasten, das Immun- und das zentrale Nervensystem schädigen und deshalb die Ursache vieler chronischer Erkrankungen sein. - Ungesunde Lebens-, Arbeits- und Wohnverhältnisse,
etwa durch Gifteinwirkung am Arbeitsplatz oder Schimmel an den Wänden. Baubiologen können ggf. die Ursachensuche unterstützen. - Mangel an Sauerstoff
- Xiaoyu Li, Roby Joehanes, Ina Hoeschele, Stephen S. Rich, Jerome I. Rotter, Daniel Levy, Yongmei Liu, Susan Redline, and Tamar Sofer:
Association between sleep disordered breathing and epigenetic age acceleration: Evidence from the Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis, Vorbericht (11.2019)Kommentar: Study links sleep-disordered breathing to age acceleration
Mangelnde Sauerstoffversorgung beim Schlafen (durch Atemstörungen, Schnarchen) und störende Schlafunterbrechungen verursachen verstärkte epigenetische Alterung des Menschen.
- Xiaoyu Li, Roby Joehanes, Ina Hoeschele, Stephen S. Rich, Jerome I. Rotter, Daniel Levy, Yongmei Liu, Susan Redline, and Tamar Sofer:
- Wassermangel, unsauberes Wasser
Sauberes Trinkwasser ist ein Grundnahrungsmittel und unverzichtbar für menschliches Leben. Um Flüssigkeitsmangel im Körper (Dehydration) zu vermeiden, sollte täglich ausreichend viel Wasser getrunken werden. Sauberes Trinkwasser sollte ständig in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Wichtig ist auch die sorgfältige Trennung des Trinkwassers von Abwasser und Fäkalien, um Infektionskrankheiten und chronische Krankheiten zu vermeiden.
- UNO: UN World Water Development Report 2023, als pdf (15.3.2024)
Spiegel Online: In Zukunft könnte es Kriege um Wasser geben (22.3.2024)
Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung leidet zumindest saisonal unter schwerer Wasserknappheit, mehr als zwei Milliarden Menschen leben ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, und etwa 3,5 Milliarden Menschen können keine sauberen Sanitäreinrichtungen benutzen
. Damit sinken für die betroffenen Menschen die Chancen auf ein Leben in Gesundheit. - Hayley J Miller: Dehydration in the Older Adult, auch hier (1.9.2015)
Dehydration betrifft 20 bis 30 % der älteren Erwachsenen. Sie hat in dieser Bevölkerungsgruppe schwerwiegendere Folgen als bei jüngeren Erwachsenen und erhöht die Sterblichkeit und das Risiko für Krankheit und Behinderung. Dehydration wird bei älteren Erwachsenen häufig durch Flüssigkeitsmangel verursacht, obwohl auch übermäßiger Flüssigkeitsverlust eine Ursache sein kann. In diesem Artikel werden Diagnose und Behandlung von Dehydratation bei älteren Erwachsenen erörtert.
- UNO: UN World Water Development Report 2023, als pdf (15.3.2024)
- Körpereigene Gifte
Unter besonderen Bedingungen werden im Körper Gifte produziert, die die Organe schädigen und das Immunsystem belasten.
- Ammoniak (NH3) kann durch Fäulnisprozesse entstehen.
- Leichengifte können in abgestorbenem (nekrotischem) Gewebe, z.B. in der Pulpa von wurzelbehandelten Zähnen, entstehen.
- Strahlung
Strahlung oder Elektrosmog kann vielfältige Gesundheitsschäden verursachen, speziell in Verbindung mit chronischer Gifteinwirkung. Hier finden Sie mehr zu
Mobilfunk/Elektrosmog, ionisierender Strahlung, Radioaktivität und Röntgen.
3. Bakterien und Darmflora
Ein gesundes Mikrobiom im Darm besteht aus über 1000 Arten von Bakterien, die beim Abbau von Nahrung und der Aufrechterhaltung des Verdauungssystems helfen. Bakterien sind ein wesentlicher Baustein für gute Gesundheit. Fast alle Bakterien, viele Viren und Pilze nützen dem Menschen; manche sind gar lebensnotwendig. Sie spielen besonders im Darm (Darmflora
) eine wichtige Rolle und sollten deshalb pfleglich behandelt werden. Durch probiotische und fermentierte Nahrung werden sie gefördert, durch Umweltgifte, Medikamente (z.B. Antibiotika) und Fast-Food-Produkte der Lebensmittelindustrie werden sie geschädigt. Die Darmflora beeinflusst speziell das enterische Nervensystem des Darms und über die Darm-Hirn-Achse, den Vagusnerv, auch das zentrale Nervensystem.
Bisher wird bei fast jedem Verdacht auf bakterielle Infektion ein Antibiotikum verschrieben. In der Schulmedizin wird fälschlicherweise vermutet, dass sich die geschädigte Darmflora schnell wieder erholt, wenn das Antibiotikum abgesetzt wird. Das trifft leider nur selten zu. Zudem wird der Darm nach der Schädigung oft stärker als zuvor von schädlichen Bakterien besiedelt. Wegen der zunehmenden Resistenz der Bakterien gegen Antibiotika werden immer wieder neue Antibiotika entwickelt. Inzwischen zeichnet sich ab, dass in zu vielen Fällen die schädlichen Bakterien diesen Wettlauf
gegen die nützlichen Bakterien gewinnen.
- akut im Darm: Verstopfung oder Durchfall,
- Schwächung des Immunsystems und chronische Entzündungen,
- neurologische Erkrankungen, z.B. Parkinson oder Gehirntumore,
- psychisch/psychiatrisch: negativer Einfluss auf Stimmung, Ängste, Wahrnehmungsfähigkeit und Depressionen
- Fettleibigkeit und das metabolische Syndrom,
- Bluthochdruck,
- Darmkrebs.
Es ist möglich, dass diese Krankheitssymptome und die geschädigte Darmflora eine gemeinsame Ursache haben.
Was schädigt die Darmflora?
- Antibiotika und viele andere Medikamente,
- Umweltgifte,
- Nahrungsmittel und Getränke, die gezuckert sind oder Süßstoffe enthalten,
- ungesunde Ernährung und Nahrungsmittel-Zusatzstoffe, z.B. Konservierungsstoffe und Emulgatoren.
Studien und Informationen
- Franz Daschner: Wir fürchten und wir brauchen sie (6.2008)
99,99999 und noch mehr Prozent der Bakterien in uns, auf uns und um uns herum sind gute, notwendige Bakterien.
Prof. Dr. Franz Daschner war in den Jahren 1992 – 2006 Direktor des Instituts für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene in Freiburg. - André Gessner:
- Charles H. King, Hiral Desai, Allison C. Sylvetsky, Jonathan LoTempio, Shant Ayanyan, Jill Carrie, Keith A. Crandall, Brian C. Fochtman, Lusine Gasparyan, Naila Gulzar, Paul Howell, Najy Issa, Konstantinos Krampis, Lopa Mishra, Hiroki Morizono, Joseph R. Pisegna, Shuyun Rao, Yao Ren, Vahan Simonyan, Krista Smith, Sharanjit VedBrat, Michael D. Yao, Raja Mazumder:
Baseline human gut microbiota profile in healthy people and standard reporting template (9.2019)
Kommentar: Microbiome profiling: Study uncovers 'comprehensive' list of organisms that make a healthy gutDie Studie enthält eine Liste gesunder menschlicher Referenzmikroorganismen und eine Liste von 157 Organismen, die das Basisbiom bilden und daher als gesunde Kontrollen für Studien im Zusammenhang mit Dysbiose verwendet werden können. Die Liste kann auf 863 Organismen erweitert werden. Alle Daten sind frei verfügbar.
- Caroline J. K. Wallace and Roumen Milev:
The effects of probiotics on depressive symptoms in humans: a systematic review (2.2017)
Kommentar: Can probiotics help treat depression and anxiety?Der Darm hat sein eigenes Nervensystem, in dem viele von denselben Neurotransmittern wie im Gehirn, etwa Acetylcholin und Serotonin, produziert werden. Sie sind wichtig für die Darmbeweglichkeit; zu wenig oder zu viel kann zu Verstopfung oder Durchfall führen. Die Studie ergab, dass Stimmung, Ängste und Wahrnehmungsfähigkeit durch Probiotika positiv beeinflusst werden können.
- Albert Palleja, Kristian H. Mikkelsen, Sofia K. Forslund, Alireza Kashani, Kristine H. Allin, Trine Nielsen, Tue H. Hansen, Suisha Liang, Qiang Feng, Chenchen Zhang, Paul Theodor Pyl, Luis Pedro Coelho, Huanming Yang, Jian Wang, Athanasios Typas, Morten F. Nielsen, Henrik Bjorn Nielsen, Peer Bork, Jun Wang, Tina Vilsbøll, Torben Hansen, Filip K. Knop, Manimozhiyan Arumugam & Oluf Pedersen:
Recovery of gut microbiota of healthy adults following antibiotic exposure, auch hier: _1_ _2_ (10.2018)Kommentar: The composition of gut bacteria almost recovers after antibiotics
Nach Antibiotika-Gabe erholen sich fast alle Bakterien innerhalb von 6 Wochen; neun Bakterien haben sich allerdings auch nach 6 Monaten nicht wieder erholt.
- Céline Gérard, Hubert Vidal: Impact of Gut Microbiota on Host Glycemic Control (30.1.2019)
Die Darmflora beeinflusst und reguliert Stoffwechselfunktionen wie die Glukoseregulation und die Insulinresistenz, die bei Adipositas und Diabetes Typ II eine wichtige Rolle spielen. Diese Fähigkeit der Darmflora beruht auf dem Inkretin-Effekt, auf der Produktion kurzkettiger Fettsäuren, dem Gallensäurestoffwechsel und der Fettgeweberegulation. Prä- und Probiotika beeinflussen diese bakteriellen Prozesse positiv.
Inkretin-Effekt: Hormone in der Darmschleimhaut regen die Insulinproduktion als Reaktion auf Glukose (Zucker) an.
- Abigail J. Johnson, Pajau Vangay, Gabriel A. Al-Ghalith, Benjamin M. Hillmann, Tonya L. Ward, Robin R. Shields-Cutler, Austin D. Kim, Anna Konstantinovna Shmagel, Arzang N. Syed, Jens Walter, Ravi Menon, Katie Koecher, Dan Knights:
Daily Sampling Reveals Personalized Diet-Microbiome Associations in Humans, auch hier (6.2019) Kommentar: Foods with similar nutrition content affect the gut differentlyDie gleiche Nahrung wirkt sich auf das Mikrobiom der einzelnen Menschen sehr unterschiedlich aus. Das bedeutet: Nahrung, die dem einen gut tut, mag sich bei einem anderen Menschen ganz anders auswirken.
- Arnau Vich Vila, Valerie Collij, Serena Sanna, Trishla Sinha, Floris Imhann, Arno R. Bourgonje, Zlatan Mujagic, Daisy M. A. E. Jonkers, Ad A. M. Masclee, Jingyuan Fu, Alexander Kurilshikov, Cisca Wijmenga, Alexandra Zhernakova, and Rinse K. Weersma:
Impact of commonly used drugs on the composition and metabolic function of the gut microbiota (1.2020)Kommentar: Many common drugs messing with our microbiomes
Viele häufig verwendete Medikamente verschlechtern die Vielfalt unserer Mikroorganismen. Daraus folgen Nebenwirkungen: erhöhtes Risiko von Darminfektionen, Fettleibigkeit und anderen schweren Erkrankungen. Medikamente, die das Mikrobiom besonders schädigen, sind:
- Protonenpumpenhemmer (Protonenpumpeninhibitor, PPI) zur Behandlung von Magengeschwüren, H. Pylori-Eliminierung, gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD, Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre), Barrett-Ösophagus (Schädigung der unteren Speiseröhre) sowie Dyspepsie (Verdauungsstörung im Oberbauch), von denen zwischen 11% und 24% der europäischen Bevölkerung betroffen sind;
- Metformin zur Behandlung von Typ-2-Diabetes, von dem 10% der europäischen Erwachsenen betroffen sind;
- Antibiotika, die von 34% der europäischen Bevölkerung eingenommen werden;
- Statine als Cholesterinsenker;
- Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (selective serotonin reuptake inhibitors, SSRI) als Antidepressiva gegen Depressionen;
- ACE-Hemmer (Angiotensin Converting Enzyme inhibitor) bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz;
- Abführmittel.
- Spiegel:
- Wie Bakterien im Darm unsere Gesundheit beeinflussen (10.2018)
Interview mit Stephan C. Bischoff, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin an der Universität Hohenheim in Stuttgart.
- Wie die westliche Lebensweise unsere wichtigsten Bakterien zerstört (23.2.2022)
Darmbakterien halten den Menschen gesund, aber ihr Artenreichtum geht verloren. Jetzt wollen Forscher die kostbaren Mikroben in einer Biobank bewahren ‒ und daraus Medikamente gegen Zivilisationskrankheiten entwickeln.Die Forscher verirren sich im Business-Dschungel. Statt den Artenreichtum im Darm durch gesunde Ernährung zu erhalten, macht man daraus ein Geschäftsmodell. Dann soll sich jeder, das Wissen und die finanziellen Mittel vorausgesetzt, bei Interesse die gewünschte Artenvielfalt, die zuvor in einer Biobank gespeichert wurde, kaufen können. Aber das wird nicht funktionieren. Wer steuert die Wissenschaft?
- Wie Bakterien im Darm unsere Gesundheit beeinflussen (10.2018)
3.1 Die gesunde Darmflora
Eine geschädigte Darmflora kann die Entstehung einer Vielzahl von chronischen Krankheiten fördern. Allergien, z.B. Asthma bronchiale, und Autoimmunkrankheiten, z.B. Multiple Sklerose und die Rheumatoide Arthritis, hängen stark von der Zusammensetzung und Vielfalt des Mikrobioms ab. Bakterielle Liganden und Metabolite, die die Differenzierung und Proliferation von T-Helferzellen und regulatorischen T-Zellen beeinflussen, stimulieren Zelltypen des angeborenen und adaptiven Immunsystems. (entnommen aus Das Mikrobiom
von André Gessner)
Im Menschen haben die Bakterien und andere Mikroben ungefähr 3,3 Millionen Gene. In der gesamten Population des Menschen gibt es knapp 10 Millionen verschiedene mikrobielle Gene; nicht jeder Mensch hat alle Gene. Außerdem hat der Mensch 22.000 bis 25.000 chromosomale Gene (diese Gene wurden im Rahmen des Humangenomprojekts analysiert), was bedeutet, dass Sie nur etwa 2.000 chromosomale Gene mehr haben als ein Regenwurm. Die mikrobiellen Gene machen also mehr als 99% der Gene des Menschen aus.
Es lohnt sich, den Darm und seine Darmflora zu pflegen und gut zu behandeln. Hilfreich sind eine basische und entzündungshemmende Ernährung, fermentierte Lebensmittel, Ballaststoffe und Probiotika. Ein geschädigter Darm verursacht kaum Schmerzen, allenfalls gelegentlich Durchfall oder Verstopfung. Leider wird der Darm deshalb von vielen Menschen zu Unrecht vernachlässigt.
- Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die bei ausreichender Verabreichung einen gesundheitlichen Nutzen für den Menschen haben. Sie bestehen hauptsächlich aus Bakterien, aber auch aus Hefen, sind in einigen fermentierten Lebensmitteln (z.B. Joghurt) enthalten, werden bestimmten Lebensmitteln zugesetzt und sind als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich.
- Präbiotika bestehen typischerweise aus komplexen Kohlenhydraten (wie Inulin und anderen Fructooligosacchariden), die von Mikroorganismen im Magen-Darm-Trakt als Stoffwechselbrennstoff genutzt werden.
Zum Begriff Darmflora
:
Mit Darmflora
sind die Mikroorganismen, also Bakterien, gemeint, die den Darm besiedeln. Eigentlich ist Flora
falsch, denn es handelt sich um Mikroorganismen, nicht um Pflanzen. Mit Mikrobiom
(oder Mikrobiota) ist die Gesamtheit aller Mikroorganismen gemeint, die den gesunden Menschen (oder ein anderes vielzelliges Lebewesen) natürlicherweise besiedeln.
- Alfons Meyer: Die oftmals vergessene Darmflora (18.6.2009)
Im Darm werden alle lebenswichtigen Stoffe in den Organismus aufgenommen und zum Teil vorher gebildet wie die Vitamine B1, B2, B6, B12 und K. Allerdings bietet die riesige Oberfläche des Magen-Darm-Traktes auch den Hauptangriffspunkt für zahllose Krankheitserreger und Schadstoffe.
- Marja I. Roslund, Riikka Puhakka, Mira Grönroos, Noora Nurminen, Sami Oikarinen, Ahmad M. Gazali, Ondřej Cinek, Lenka Kramná, Nathan Siter, Heli K. Vari, Laura Soininen, Anirudra Parajuli, Juho Rajaniemi, Tuure Kinnunen, Olli H. Laitinen, Heikki Hyöty, Aki Sinkkonen and ADELE research group:
Biodiversity intervention enhances immune regulation and health-associated commensal microbiota among daycare children (14.10.2020)Marja I. Roslund, Riikka Puhakka, Noora Nurminen, Sami Oikarinen, Nathan Siter, Mira Gronroos, Ondřej Cinek, Lenka Kramná, Ari Jumpponen, Olli H. Laitinen, Juho Rajaniemi, Heikki Hyöty, Aki Sinkkonen, the ADELE research group:
Long-term biodiversity intervention shapes health-associated commensal microbiota among urban day-care children, als pdf (14.8.2021)Organic Consumers:
Finnische Kindertagesstätten tauschten Asphalt gegen Schlamm und Erde. Einen Monat später verblüfften die Bluttests die Wissenschaftler. (2.6.2026)Adam Albright-Hanna, upworthy:
Finnish daycares ditched pavement for mud and dirt. A month later, the blood tests stunned scientists (2.6.2026)Die finnischen Forscher wollen klären, welchen Einfluss die Vielfalt der Bakterien, von denen Kinder umgeben sind, auf ihr Immunsystem und damit auf ihre Gesundheit hat. Die Ergebnisse sind verblüffend: Laborparameter des Immunsystems, gemessen auf der Haut und im Darm, ändern sich zum Positiven, wenn die Kinder von reichlich vielen Bakterien, die in der Natur vorkommen, umgeben sind. Könnte bei mehr Bakterien-Vielfalt das Risiko für Erkrankungen des Immunsystems (Allergien, Autoimmunkrankheiten) sinken?
Abstract (übersetzt)
Angesichts der rasch zunehmenden Häufigkeit immunvermittelter Erkrankungen in entwickelten Gesellschaften besteht ein ungedeckter Bedarf an neuartigen prophylaktischen Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Leiden. Bei der vorliegenden Studie handelt es sich um die erste Interventionsstudie am Menschen, in der die städtische Umweltbiodiversität gezielt verändert wurde, um deren Auswirkungen auf das kommensale Mikrobiom und die Immunregulation bei Kindern zu untersuchen. Wir analysierten Veränderungen der Haut- und Darmmikrobiota sowie immunologischer Marker im Blut von Kindern im Verlauf einer 28-tägigen Biodiversitätsintervention. Zum Vergleich wurden Kinder aus herkömmlichen städtischen sowie aus naturnahen Kindertagesstätten herangezogen. Die Intervention führte zu einer größeren Vielfalt der Gammaproteobakterien-Gemeinschaften sowohl in der Umwelt als auch auf der Haut; diese Veränderungen gingen mit einem Anstieg der TGF-ß1-Plasmaspiegel sowie des Anteils regulatorischer T-Zellen einher. Zudem erhöhte sich bei den an der Intervention teilnehmenden Kindern im Studienverlauf das IL-10:IL-17A-Verhältnis im Plasma. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Biodiversitätsintervention immunregulatorische Signalwege stärkt, und liefern einen Ansatzpunkt für künftige prophylaktische Strategien zur Verringerung des Risikos immunvermittelter Erkrankungen in städtischen Gesellschaften.
- Fermentierte Lebensmittel
Fermentierung ist die mikrobielle oder enzymatische Umwandlung organischer Stoffe in Säure, Gase oder Alkohol, u.a. zur Haltbarmachung von Lebensmitteln. Fermentierte Lebensmittel sind probiotisch, denn sie enthalten Bakterien, die für den Darm nützlich sind.
- Zentrum der Gesundheit: Fermentierte Lebensmittel – haltbar, schmackhaft und gesund
Die Fermentation ist eine Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen. Mikroorganismen – probiotische Bakterien und Pilze – besiedeln die Lebensmittel und wandeln den darin enthaltenen Zucker und die Stärke in Säure um. Fermentierte Lebensmittel schmecken nicht nur anders, sie sind auch sehr gesund. Die probiotischen Bakterien, die sich im fermentierten Lebensmittel ansiedeln, sind nämlich auch Bestandteil unserer eigenen Darmflora. Zudem brechen die probiotischen Bakterien während des Fermentierens die Zellstrukturen der entsprechenden Lebensmittel auf – sie werden sozusagen vorverdaut. Dadurch werden sie in unserem Körper leichter verdaulich.
- Hannah C. Wastyk, Gabriela K. Fragiadakis, Dalia Perelman, Dylan Dahan, Bryan D. Merrill, Feiqiao B. Yu, Madeline Topf, Carlos G. Gonzalez, William Van Treuren, Shuo Han, Jennifer L. Robinson, Joshua E. Elias, Erica D. Sonnenburg, Christopher D. Gardner, Justin L. Sonnenburg:
Gut-microbiota-targeted diets modulate human immune status, auch hier (12.7.2021)In dieser Studie wird ermittelt, wie zwei Ernährungsvarianten, pflanzliche Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel, das Mikrobiom (die Darmflora) und das Immunsystem gesunder Erwachsener beeinflussen. Folgende fermentierte Lebensmittel werden in dieser Studie verwendet: Kombucha, Joghurt, Kefir, Buttermilch, Kwas (Getränk, das durch Gärung aus Brot hergestellt wird), Kimchi (Gemüse fermentiert durch Milchsäuregärung), Sauerkraut, anderes fermentiertes Gemüse, Gemüse-Salzlake-Getränk. Ergebnis:
- Eine ballaststoffreiche Ernährung verändert das Mikrobiom und löst individuelle Immunreaktionen aus.
- Eine Ernährung mit fermentierten Lebensmitteln erhöht die Vielfalt des Mikrobioms und verringert Entzündungen.
- Ramya Balasubramanian, Elizabeth Schneider, Eoin Gunnigle, Paul D. Cotter, John F. Cryan:
Fermented foods: Harnessing their potential to modulate the microbiota-gut-brain axis for mental health (24.1.2024)Fermentierte Lebensmittel können die Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse beeinflussen und die psychische Gesundheit verbessern, denn sie bestehen aus Mikroben und Molekülen mit neuroaktivem Potenzial.
Die Mikrobiota-Darm-Hirn-Achse ermöglicht eine ständige bidirektionale Informationsweiterleitung vom Darm über das enterische Nervensystem und vom Darmmilieu, das aus mikrobiellen Gemeinschaften, mikrobiellen Metaboliten, darmassoziiertem lymphatischem Gewebe, peripheren Immunzellen und Zytokinen besteht, zum Gehirn und umgekehrt über das sympathische/parasympathische Nervensystem, Neurotransmitter und das Kreislaufimmunsystem.
- Matthew Solan: How – and why – to fit more fiber and fermented food into your meals (26.4.2024)
Ballaststoffe und fermentierte Lebensmittel unterstützen das Darmmikrobiom und tragen so zu besserer Gesundheit und Stimmung bei.
- Stanford Medicine: Fermenting the Facts: A Science-Based Guide to Fermented Foods
Einige Beiträge zur Fermentierung: die wissenschaftlichen Gründe, Zubereitung, Unterschied zu ähnlichen Lebensmitteln.
- Zentrum der Gesundheit: Fermentierte Lebensmittel – haltbar, schmackhaft und gesund
3.2 Die geschädigte Darmflora
Die Schädigung des Darm-Mikrobioms (Darmflora) kann eine Vielzahl von Erkrankungen verursachen, z.B. Depressionen, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Virus-Infektionen und Krebs.
- Jing Li, Fangqing Zhao, Yidan Wang, Junru Chen, Jie Tao, Gang Tian, Shouling Wu, Wenbin Liu, Qinghua Cui, Bin Geng, Weili Zhang, Ryan Weldon, Kelda Auguste, Lei Yang, Xiaoyan Liu, Li Chen, Xinchun Yang, Baoli Zhu & Jun Cai:
Gut microbiota dysbiosis contributes to the development of hypertension, auch hier (2.2017)Eine geschädigte Darmflora trägt zur Entwicklung von Bluthochdruck bei. Schon in einem Frühstadium von Bluthochdruck zeigen sich signifikante Schäden: Menge und Vielfalt nützlicher Mikroben sind drastisch reduziert, schädliche Bakterien wie Prevotella und Klebsiella wachsen zu stark.
- Larissa B. Thackray, Scott A. Handley, Matthew J. Gorman, Subhajit Poddar, Prachi Bagadia, Carlos G. Briseño, Derek J. Theisen, Qing Tan, Barry L. Hykes Jr., Hueylie Lin, Tiffany M. Lucas, Chandni Desai, Jeffrey I. Gordon, Kenneth M. Murphy, Herbert W. Virgin, Michael S. Diamond:
Oral Antibiotic Treatment of Mice Exacerbates the Disease Severity of Multiple Flavivirus Infections (3.2018)
Kommentar: Here's another reason to stop taking antibioticsFlaviviren können virales hämorrhagisches Fieber oder eine Infektion des Zentralnervensystems (Enzephalitis) verursachen, auch Gelbfieber, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die Japanische Enzephalitis, das Dengue-Fieber und das West-Nil-Fieber. In dieser Studie wird beobachtet, dass Mäuse nach Behandlung mit oralen Antibiotika, die die Darmmikrobiota dezimieren, eine erhöhte Anfälligkeit für schwere Infektionen mit Flaviviren aufweisen: mit dem West-Nil-Virus, dem Dengue- und dem Zika-Virus. Das Antibiotikum beeinträchtigt die Entwicklung optimaler T-Zell-Antworten.
- Mireia Valles-Colomer, Gwen Falony, Youssef Darzi, Ettje F. Tigchelaar, Jun Wang, Raul Y. Tito, Carmen Schiweck, Alexander Kurilshikov, Marie Joossens, Cisca Wijmenga, Stephan Claes, Lukas Van Oudenhove, Alexandra Zhernakova, Sara Vieira-Silva & Jeroen Raes:
The neuroactive potential of the human gut microbiota in quality of life and depression (2.2019)Nach Überprüfung von über 500 Bakterien, die im menschlichen Darm wohnen, stellte sich heraus, dass Menschen mit Depressionen Mangel an 2 Bakterien haben: Dialister und Coprococcus ‒ auch die Patienten, die Antidepressiva nehmen
- Andrew Maltez Thomas, Paolo Manghi, Francesco Asnicar, Edoardo Pasolli, Federica Armanini, Moreno Zolfo, Francesco Beghini, Serena Manara, Nicolai Karcher, Chiara Pozzi, Sara Gandini, Davide Serrano, Sonia Tarallo, Antonio Francavilla, Gaetano Gallo, Mario Trompetto, Giulio Ferrero, Sayaka Mizutani, Hirotsugu Shiroma, Satoshi Shiba, Tatsuhiro Shibata, Shinichi Yachida, Takuji Yamada, Jakob Wirbel, Petra Schrotz-King, Cornelia M. Ulrich, Hermann Brenner, Manimozhiyan Arumugam, Peer Bork, Georg Zeller, Francesca Cordero, Emmanuel Dias-Neto, João Carlos Setubal, Adrian Tett, Barbara Pardini, Maria Rescigno, Levi Waldron, Alessio Naccarati & Nicola Segata:
Metagenomic analysis of colorectal cancer datasets identifies cross-cohort microbial diagnostic signatures and a link with choline degradation, auch hier (4.2019)Kommentare:
- Ruediger Meyer (Ärzteblatt):
Darmkrebs: Patienten haben vermehrt Bakterien, die Karzinogene produzieren - Daily Mail: Nearly 30 types of gut bacteria are linked to colorectal cancer, new studies find
Die geschädigte Darmflora verursacht Darmkrebs. Man fand im Darm von Krebs-Patienten 30 schädliche Bakterien; eines davon ist das Fusobacterium nucleatum, ein Bakterium, das in der Mundhöhle vorkommt und Parodontitis verursacht.
- Ruediger Meyer (Ärzteblatt):
- Bruce R. Stevens auf dem Kongress der US-amerikanischen Herz-Spezialisten (9.2019):
- New research suggests gut bacteria may be linked to high blood pressure and depression
- Gut microbiome may be linked to high blood pressure and depression, UF Health researchers find
- Bruce R. Stevens, Luiz Roesch, Priscila Thiago, Jordan T. Russell, Carl J. Pepine, Richard C. Holbert, Mohan K. Raizada & Eric W. Triplett:
Depression phenotype identified by using single nucleotide exact amplicon sequence variants of the human gut microbiome (1.2020)Bei Patienten mit/ohne Bluthochdruck und mit/ohne Depressionen stellte sich nach Analyse der Darm-Bakterien-DNA heraus: jede der 4 Patienten-Gruppen hatte eine ganz spezifische Bakterien-Population. Die Forscher definierten daraufhin 4 verschiedene Krankheiten: Bluthochdruck mit Depressionen, Bluthochdruck ohne Depressionen usw.
- Jiafeng Geng, Qingqiang Ni, Wei Sun, Liangge Li, Xiujing Feng:
The links between gut microbiota and obesity and obesity related diseases (3.2022)Die Darmflora spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Fettleibigkeit. In den letzten zehn Jahren wurde die Darmflora als entscheidender Faktor für die Entstehung und das Fortschreiten von Fettleibigkeit und damit verbundenen Krankheiten identifiziert. Die Darmflora des Säuglings entwickelt sich allmählich und erreicht erst im Alter von 3 Jahren die Komplexität der Darmflora von Erwachsenen. Die nützliche Wirkung von Präbiotika und Probiotika wird beschrieben.
- Joanne A. O'Donnell, Tenghao Zheng, Guillaume Meric & Francine Z. Marques:
The gut microbiome and hypertension (11.1.2023)Das Darmmikrobiom kann den Blutdruck durch verschiedene Mechanismen regulieren. Vom Mikrobiom stammende Stoffwechselprodukte sind entweder nützlich (z. B. kurzkettige Fettsäuren und Indol-3-Milchsäure) oder schädlich (z. B. Trimethylamin-N-oxid). Der Zusammenbruch der Epithelbarriere des Darms (Leaky Gut), verursacht durch eine Fehlbesiedlung des Darms, kann systemische Entzündungen hervorrufen. Dadurch werden Mechanismen aktiviert, die man mit der Blutdruckregulierung in Verbindung bringt.
3.3 Antibiotika
Antibiotika werden gegen schädliche Bakterien eingesetzt. Aber Antibiotika nützen nicht nur, sie schaden auch: sie töten auch die nützlichen Bakterien, schädigen dadurch für lange Zeit die Darmflora und können so ein breites Spektrum von chronischen Krankheiten verursachen, deren Ursache dann im Einzelfall unbekannt bleibt, u.a. Nierensteine, Schäden an Nervensystem und Psyche. Der übermäßige Einsatz der Antibiotika in Medizin und Massentierhaltung verursacht die Entstehung von Keimen, die gegen alle existierenden Antibiotika resistent sind. Besonders gefährlich sind Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone.
Antibiotika werden häufig auch dann verordnet, wenn der Arzt die Krankheitsursache nicht so genau kennt, also möglicherweise auch bei Virus- oder Pilzinfektionen. Die Kenntnis des jeweiligen Bakteriums, das bekämpft werden soll, ist schon deshalb nützlich, weil bestimmte Antibiotika gegen bestimmte Bakterien wirkungslos sind.
Antibiotika können Reizdarm (inflammatory bowel disease, IBD) verursachen.
Es gibt auch pflanzliche Antibiotika, die die Darmflora unterstützen und dennoch schädliche Keime bekämpfen.
- Yin Cao, Kana Wu, Raaj Mehta, David A. Drew, Mingyang Song, Paul Lochhead, Long H. Nguyen, Jacques Izard, Charles S. Fuchs, Wendy S. Garrett, Curtis Huttenhower, Shuji Ogino, Edward L. Giovannucci, and Andrew T. Chan:
Long-term use of antibiotics and risk of colorectal adenoma (4.2018)Die langfristige Einnahme von Antibiotika im frühen bis mittleren Erwachsenenalter erhöht das Risiko für einen Tumor im Darm, woraus häufig Darmkrebs entsteht.
- Katie J. Suda, Gregory S. Calip, Jifang Zhou, Susan Rowan, Alan E. Gross, Ronald C. Hershow, Rose I. Perez, Jessina C. McGregor, Charlesnika T. Evans:
Assessment of the Appropriateness of Antibiotic Prescriptions for Infection Prophylaxis Before Dental Procedures, 2011 to 2015, auch hier (5.2019)Kommentar: Most preventive antibiotics prescribed by dentists are unnecessary
Die meisten Antibiotika-Anwendungen vor der Zahnarztbehandlung (81%) zur Prophylaxe gegen Infektionen sind überflüssig und im Widerspruch zu den Leitlinien, die Antibiotika nur für Herz-Patienten vorsehen. Am häufigsten wird das Antibiotikum Clindamycin angewandt, das die Entwicklung des Bakteriums Clostridioides difficile begünstigt; dieses schädigt den Darm, verursacht Durchfall und erfordert den Einsatz weiterer Antibiotika.
- Megan Cully: Antibiotics alter the gut microbiome and host health (6.2019)
Das Darmmikrobiom, die
Darmflora
, und folglich die Gesundheit des Menschen kann auch durch eine kurzfristige oder niedrig dosierte Antibiotika-Behandlung dauerhaft geschädigt werden. Ergebnis: chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED), Diabetes Typ 1, Psoriasis, Asthma. Antibiotika sollten deshalb gar nicht oder möglichst zurückhaltend eingesetzt werden, insbesondere bei Kleinkindern und Schwangeren. - Zaira Aversa, Elizabeth J Atkinson, Marissa J Schafer, Regan N Theiler, Walter A Rocca, Martin J Blaser, Nathan K LeBrasseur:
Association of Infant Antibiotic Exposure With Childhood Health Outcomes, als pdf (16.11.2020)Kinder, die vor dem zweiten Lebensjahr Antibiotika erhalten, erkranken im späteren Leben deutlich häufiger an Asthma, Fettleibigkeit und entweder Neurodermitis oder ADHS. Antibiotika können in der Entwicklungsphase des Säuglings das Mikrobiom schädigen und langfristig gesundheitliche Schäden verursachen.
- S. Perrott, R. McDowell, P. Murchie, C. Cardwell, L. Samuel:
SO-25 Global rise in early-onset colorectal cancer: An association with antibiotic consumption? (1.7.2021)Kommentare:
Antibiotika erhöhen das Risiko von Dickdarmtumoren, insbesondere im Bereich des Blinddarms. Das gilt in allen Altersgruppen, insbesondere bei den unter 50-Jährigen. Die Verschreibung von Antibiotika sollte reduziert werden, zumal sie häufig unnötig ist. - Gabriel Baldanzi, Anna Larsson, Sergi Sayols-Baixeras, Koen F Dekkers, Ulf Hammar, Diem Nguyen, Tíscar Graells, Shafqat Ahmad, Camila Gazolla Volpiano, Guillaume Meric, Josef D Järhult, Thomas Tängdén, Jonas F Ludvigsson, Lars Lind, Johan Sundström, Karl Michaëlsson, Johan Ärnlöv, Beatrice Kennedy, Marju Orho-Melander, Tove Fall:
Antibiotic use and gut microbiome composition links from individual-level prescription data of 14,979 individuals (11.3.2026)Kommentar im Spiegel Online:
Antibiotika können das Mikrobiom im Darm schädigen – für acht Jahre (16.3.2026)Antibiotika haben langfristige Auswirkungen auf das Darmmikrobiom. Schon eine einzige Therapie mit Antibiotika verändert die Darmflora nachhaltig. Deutliche Nachwirkungen verursacht Tetracyclin, das häufig etwa bei Atemwegsinfekten eingenommen wird. Am stärksten schädigen Clindamycin, Fluorchinolone und Flucloxacillin den Darm.
- Neurologische Schäden
- Tuomas H. Mertsalmi, Eero Pekkonen, Filip Scheperjans:
Antibiotic Exposure and Risk of Parkinson's Disease in Finland: A Nationwide Case-Control Study (18.11.2019)Aus dieser finnischen Studie ergibt sich ein erhöhtes Risiko für Parkinson durch Antibiotika, vor allem durch Makrolide und Lincosamide. Das Parkinson-Risiko wird auch durch Antianaerobika, Tetracycline, Sulfonamide, Trimethoprim, Antimykotika und Breitspektrum-Antibiotika erhöht. Ursache des erhöhten Risikos ist die Schädigung der Darmflora.
- Katherine Dinan, Timothy Dinan:
Antibiotics and mental health: The good, the bad and the ugly (22.7.2022)Einige Antibiotika verringern die mikrobielle Vielfalt im Darm, was als Risikofaktor für Depressionen gilt. Weitere Antibiotika-Wirkungen sind eine verschlechterte Darmbarriere, die Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, die Reduktion des brain-derived neurotrophic factor (BDNF) oder des Oxytocinspiegels sowie eine Veränderung des Vagustonus.
Abstract (übersetzt)
Antibiotika sind dafür bekannt, gelegentlich psychiatrische Nebenwirkungen, insbesondere Depressionen und Angstzustände, hervorzurufen. Neben ihrer antimikrobiellen Wirkung haben Antibiotika zahlreiche unerwünschte Effekte. Die Darm-Hirn-Mikrobiota-Achse weist mehrere Angriffspunkte für diese unerwünschten Aktivitäten auf, die sowohl positive als auch negative Auswirkungen von Antibiotika haben können. In diesem Artikel untersuchen wir, wie Antibiotika die psychische Gesundheit über die Darm-Hirn-Mikrobiota-Achse beeinflussen. Darmbakterien beeinflussen die Gehirnfunktion, indem sie über den Vagusnerv wirken oder die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren oder der Aminosäure Tryptophan, dem Baustein von Serotonin, verändern. Nicht alle antimikrobiellen Wirkungen von Antibiotika sind negativ. Das erste entdeckte Antidepressivum war tatsächlich ein Antibiotikum: Isoniazid ist ein antibakterielles Medikament, das zur Behandlung von Tuberkulose entwickelt wurde. Minocyclin, das ins Gehirn gelangt und seine Wirkung über Mikroglia vermittelt, zeigt antidepressive Aktivität. Einige Antibiotika führen zu einer signifikanten Verringerung der mikrobiellen Vielfalt im Darm, was als Risikofaktor für Depressionen gilt. Weitere Risikofaktoren, die durch Antibiotika hervorgerufen werden, umfassen eine veränderte Darmbarrierefunktion, die Aktivierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse, die Reduktion des brain-derived neurotrophic factor (BDNF) oder des Oxytocinspiegels sowie eine Veränderung des Vagustonus. Obwohl die meisten Patienten, die Antibiotika einnehmen, keine iatrogene psychiatrische Störung entwickeln, kann dies bei einigen Patienten vorkommen. Als Ärzte müssen wir dies berücksichtigen. Die Entwicklung neuer Antibiotika konzentriert sich primär auf die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen, es sollten jedoch auch Anstrengungen unternommen werden, um unerwünschte Nebenwirkungen auf das Gehirn-Darm-System und die Darmflora, die zu psychischen Problemen führen können, zu reduzieren.
- Lenka Dohnalová, Patrick Lundgren, Jamie R. E. Carty, Nitsan Goldstein, Sebastian L. Wenski, Pakjira Nanudorn, Sirinthra Thiengmag, Kuei-Pin Huang, Lev Litichevskiy, Hélène C. Descamps, Karthikeyani Chellappa, Ana Glassman, Susanne Kessler, Jihee Kim, Timothy O. Cox, Oxana Dmitrieva-Posocco, Andrea C. Wong, Erik L. Allman, Soumita Ghosh, Nitika Sharma, Kasturi Sengupta, Belinda Cornes, Nitai Dean, Gary A. Churchill, Tejvir S. Khurana, Mark A. Sellmyer, Garret A. FitzGerald, Andrew D. Patterson, Joseph A. Baur, Amber L. Alhadeff, Eric J. N. Helfrich, Maayan Levy, J. Nicholas Betley & Christoph A. Thaiss:
A microbiome-dependent gut-brain pathway regulates motivation for exercise (14.12.2022)Kommentar von Denny Watkins, Medscape:
Science Reveals Link Between Gut Health and Exercise MotivationAntibiotika schädigen die Darm-Bakterien, was über die Darm-Hirn-Ache Auswirkungen auf das Gehirn hat. Dort wird daraufhin weniger Dopamin produziert, was sich negativ auf die Lust an körperlicher Bewegung auswirkt. Bewegungsarmut und Fettleibigkeit könnte also durch eine geschädigte Darmflora (mit-)verursacht werden. (Tierversuch mit Mäusen)
- Ke Xu, Yi Ren, Shuang Zhao, Zhe Ren, Jiaolin Wang, Dianji Tu, Fei He, Jinzhou Feng, Wentao Wu, Qi Zhong, Jianjun Chen & Peng Xie:
Consistent decline of acetylcholine in microbiota-gut-brain axis mediates antibiotic-induced anxiety via regulating hippocampus microglial activation (23.12.2025)Ingrid Fadelli, Medical Xpress:
The aggressive use of antibiotics could fuel mood disorders and anxiety (14.1.2026)Durch Antibiotika wird Acetylcholin in der Darm-Hirn-Achse abgebaut. Dadurch entstehen Angstzustände. Bei den mit Antibiotika behandelten Patienten werden deutliche Angstsymptome, eine veränderte Darmmikrobiota (Darmflora), reduzierte Konzentration kurzkettiger Fettsäuren und ein gestörter Lipidstoffwechsel in Stuhl und Serum beobachtet. (Tierversuch, Mäuse + Untersuchungen an Menschen)
Der Neurotransmitter Acetylcholin wird am synaptischen Spalt benötigt, um das Nervensignal, das den Erregungszustand signalisiert und innerhalb der Nervenzelle elektrisch übertragen wird, von einer Nervenzelle zur anderen zu übertragen.Abstract (übersetzt)
Antibiotika werden in der Medizin häufig missbräuchlich eingesetzt und können ein Risikofaktor für psychische Erkrankungen sein. Um ihre Auswirkungen besser zu verstehen, untersuchten wir Symptome psychischer Störungen bei mit Antibiotika behandelten Mäusen und Patienten und erforschten mögliche Mechanismen. Bei den mit Antibiotika behandelten Mäusen fanden wir deutliche Angstsymptome, eine veränderte Darmmikrobiota (hauptsächlich Firmicutes und Bacteroidota), reduzierte Konzentrationen kurzkettiger Fettsäuren (SCFA) und einen gestörten Lipidstoffwechsel zwischen Darm und Gehirn. Der Acetylcholinspiegel war in Kot, Darmwand, Serum und Hippocampus der mit Antibiotika behandelten Mäuse verringert, und diese Reduktion korrelierte signifikant mit den Angstsymptomen. Darüber hinaus beobachteten wir bei mit Antibiotika behandelten Patienten (n = 55), antibiotikanaiven Patienten (n = 60) und gesunden Kontrollpersonen (n = 60) ebenfalls deutliche Angstsymptome bei den mit Antibiotika behandelten Patienten, eine veränderte Darmmikrobiota (hauptsächlich Firmicutes), reduzierte SCFA-Konzentrationen und einen gestörten Lipidstoffwechsel in Kot und Serum. Bei mit AB behandelten Patienten wurden durchgehend niedrigere Serum- und Stuhl-Acetylcholinwerte festgestellt, die stark mit Angstsymptomen korrelierten. Sowohl bei mit AB behandelten Mäusen als auch bei Patienten deutete die Ko-Okkurrenzanalyse darauf hin, dass das
Bacteroides-Acetylcholin
– Paar eine wichtige Rolle bei AB-induzierter Angst spielen könnte. Auf Speziesebene waren Bacteroides_caecimuris bei mit AB behandelten Mäusen und Bacteroides_plebeius bei mit AB behandelten Patienten jeweils reduziert und korrelierten signifikant mit Acetylcholin. Darüber hinaus linderte die exogene Gabe von Methacholin (einem Acetylcholin-Derivat) effektiv angstähnliche Verhaltensweisen und unterdrückte die Aktivierung von Mikroglia im Hippocampus von mit AB behandelten Mäusen. Zusammenfassend verdeutlichen unsere Ergebnisse die schädlichen Auswirkungen einer aggressiven AB-Behandlung auf die Stimmung und zeigen das Potenzial von Acetylcholin oder seines Derivats, diesen Effekt umzukehren.
- Tuomas H. Mertsalmi, Eero Pekkonen, Filip Scheperjans:
- Jose Agudelo, Xing Chen, Sromona D. Mukherjee, Jane K. Nguyen, Leslie A. Bruggeman & Aaron W. Miller:
Cefazolin shifts the kidney microbiota to promote a lithogenic environment (11.12.2024)Ein Ungleichgewicht der Bakterien in den Nieren durch Antibiotika erhöht das Risiko für Nierensteine. Die Forscher untersuchen – an Menschen und Labormäusen – die Entstehung von Calciumoxalat, einem häufigen Bestandteil von Nierensteinen. Sie stellen fest, dass Lactobacillus crispatus, ein nützliches Bakterium, die Bildung von Nierensteinen behindert. Im Gegensatz dazu fördern pathogene E. coli-Bakterien die Calciumoxalat-Kristallisation. Antibiotika wie Cefazolin stören das natürliche Bakteriengleichgewicht in den Nieren, reduzieren die nützlichen und fördern die schädlichen Bakterien.
- Aminoglykoside
Die Aminoglykoside sind von besonderer Bedeutung und hohem Risiko in der Anwendung. Sie haben nur eine geringe therapeutische Breite, d.h. die Nische zwischen Nutzen und Schaden dieser Medikamente ist sehr gering, und sie müssen deshalb sorgfältig dosiert werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass in der Schulmedizin schädliche Nebenwirkungen von pharmazeutischen Produkten manchmal ignoriert werden. Aminoglykoside reichern sich besonders in Niere (Nephrotoxizität) und Innenohr (Ototoxizität) an und wirken dort stark giftig. Besonders Neomycin, das auch in Impfstoffen eingesetzt wird, ist stark ototoxisch, also Gift fürs Ohr mit der möglichen Folge von dauerhaftem Hörverlust, Taubheit und Tinnitus.
- Wikipedia: Aminoglykoside, Neomycin
- Lawrence R. Lustig: Arzneimittelinduzierte Ototoxizität
Aminoglykoside können das Gehör beeinflussen. Neomycin gehört zu den Aminoglykosiden und wirkt von allen Antibiotika am stärksten toxisch auf die Cochlea. Die Cochlea ist ein Teil des Innenohrs und der Sitz der eigentlichen Schallempfindung.
- Fluorchinolone
Die Fluorchinolone sind eine Gruppe besonders wirksamer Antibiotika, haben aber auch besonders starke Nebenwirkungen. Sie können schwere, zum Teil irreversible Schäden am Gehirn (Neurotransmitter, Selbstmord-Neigung, Fatigue), Nervensystem (Neuropathie), am Bewegungsapparat (Sehnen, Kollagen) und an den Blutgefäßen (Aortenaneurysma) hervorrufen, bei manchen Patienten schon nach einer Tablette. Trotz offizieller Anwendungsbeschränkung werden sie viel zu oft verschrieben.
- Wikipedia: Fluorchinolone
- Les Dethlefsen, Sue Huse, Mitchell L Sogin and David A Relman:
The Pervasive Effects of an Antibiotic on the Human Gut Microbiota, as Revealed by Deep 16S rRNA Sequencing (11.2008)Antibiotika schädigen die Darmflora nachhaltig. Am Beispiel des Fluorchinolon-Antibiotikums Ciprofloxacin wird gezeigt, dass für die Mehrzahl der geschädigten Bakterien der frühere Zustand innerhalb von 4 Wochen nach Ende des Antibiotika-Einsatzes wieder hergestellt wurde. Einige Bakterienstämme hatten sich jedoch auch nach 6 Monaten nicht erholt.
- DocCheck: Fluorchinolone: Ihre Zeit läuft ab (21.11.2018)
- Buch von Stefan Pieper:
Fluoroquinolone-Associated Disability FQAD: Pathogenese, Diagnostik, Therapie und Diagnosekriterien: Nebenwirkungen von Fluorchinolonen (Link von Amazon, 29.5.2020) - BfArM, Rote-Hand-Brief:
Systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone: Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen (26.10.2018) - BfArM: Rote-Hand-Brief zu Fluorchinolon-Antibiotika: Schwerwiegende und anhaltende, die Lebensqualität beeinträchtigende und möglicherweise irreversible Nebenwirkungen, als pdf (8.4.2019)
- Rote-Hand-Brief zu systemisch und inhalativ angewendeten fluorchinolonhaltigen Antibiotika: Erinnerung an die Anwendungsbeschränkungen, als pdf (7.6.2023)
Wirkstoff: Ciprofloxacin, Delafloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin, OfloxacinDocCheck: Rote-Hand-Brief: Fluorchinolone
Gelbe Liste: Rote-Hand-Brief zu systemisch und inhalativ angewendeten Chinolon-und Fluorchinolon-Antibiotika
Das BfArM warnt, dass die besonders gefährlichen Fluorchinolone viel zu oft verschrieben werden, auch in den Fällen, wo es verboten ist.
- Ärzteblatt: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft:
UAW-News International
‒ Anwendungsbeschränkung von Fluorchinolonen Literatur, als pdf (2023)Die Antibiotika Fluorchinolone Ciprofloxacin, Delafloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin sind in Deutschland zugelassen. Untersucht wurden folgende Nebenwirkungen: muskuloskelettale und neuropsychiatrische Reaktionen wie Tendinitis, Sehnenruptur, Arthralgie, Gangstörung, Neuropathie, Depression, Fatigue, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen sowie Beeinträchtigungen von Hören, Sehen, Riechen und Schmecken. Diese Antibiotika sollten nicht mehr so oft verschrieben werden.
- Eva Bahn, DocCheck: Fluorchinolone: Wenn der Patient plötzlich manisch wird (5.12.2024)
Zu Levofloxacin, einem Fluorchinolon, werden neue Nebenwirkungen berichtet: kardiovaskuläre und gastrointestinale Risiken, Photosensitivität, Knochenmarksversagen, Myoklonie (unwillkürliche Muskelzuckungen oder -kontraktionen), Manie (Euphorie, emotionale Instabilität), Hyperpigmentierung (Veränderungen der Hautfarbe).
3.3.1 pflanzliche Antibiotika
Pflanzliche Antibiotika wirken gegen Viren, Bakterien, Pilze und andere Parasiten. Manche wirken auch entzündungshemmend und antioxidativ.
Vorzug aller pflanzlich-natürlichen ‒ im Gegensatz zu den pharmazeutisch-synthetischen ‒ Antibiotika ist, dass sie nur die schädlichen, nicht die nützlichen Bakterien angreifen.
- Oregano-Öl ist wirksam gegen Bakterien wie Streptococcus mutans, die Karies verursachen, sowie gegen 11 verschiedene multiresistente Bakterien, einschließlich MRSA, und deren Biofilme. Es ist eines der wirkungsvollsten natürlichen Antibiotika und fungizid, wirkt also gut gegen Pilz-Infektionen aller Art.
Ulrike Fischer, livefresh:
Oregano Öl: Dein natürlicher Alleskönner für Gesundheit und Wohlbefinden (28.10.2024)Umfassende Info über die antimikrobielle, antioxidative und entzündungshemmende Wirkung und über die Anwendung von Oregano Öl.
- Teebaumöl ist eines der wertvollsten Pflanzenöle in der Natur. Seine antibakterielle und antiseptische Wirkung ist äußerst effektiv und gleichzeitig schonend. Es hilft bei Hauerkrankungen, auch Haut- und Nagelpilz, bei Infektionen und in der Kosmetik.
Umfassende Info auf teebaumöl.net
- Olivenblattextrakt: der etwas bitter schmeckende Wirkstoff Oleuropein hat antioxidative, antimikrobielle und anti-entzündliche Eigenschaften.
- Ingwer wirkt gegen die Bakterien Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Streptococcus mutans, Candida albicans und Enterococcus faecalis. Mehr als ein Dutzend anderer Bakterien sind ebenfalls anfällig für die Ingwer-Wirkungen, ebenso wie eine Reihe von Biofilmen. Ingwer ist für Kinder unter 2 Jahren nicht geeignet. Erwachsene sollten nicht mehr als 4 Gramm Ingwer pro Tag zu sich nehmen. Schwangeren wird empfohlen, ihre Aufnahme auf 1 Gramm pro Tag zu begrenzen.
- Honig ist eine vielseitige, gesundheitsfördernde Zutat und seit Jahrtausenden nicht nur für seine natürliche Süße bekannt, sondern er wird auch wegen seiner antioxidativen, antiseptischen, antibiotischen, antientzündlichen und immunstärkenden Eigenschaften geschätzt. Das macht ihn zu einem großartigen Mittel gegen Halsschmerzen und Husten. Hinzu kommen seine energiesteigernden Eigenschaften.
- Apotheken-Wissen: Honig als Antibiotikum – Unterstützung bei der Wundheilung?
- Somadina Emineke, Alan J Cooper, Sarah Fouch, Brian R Birch, Bashir A Lwaleed:
Diluted honey inhibits biofilm formation: potential application in urinary catheter management?, auch hier als pdf (26.9.2016)Pathogene Bakterienkolonien, bekannt als Biofilm, sind auf Kathetern und anderen medizinischen Geräten unerwünscht, denn sie sind ein Reservoir für Krankheitserreger und können Entzündungen verursachen. In dieser Studie wird berichtet, dass mit der antibakteriellen Wirkung von Manuka-Honig – sogar in sehr geringer Konzentration – Bakterienkulturen wie z.B. Escherichia coli (E. coli) deutlich begrenzt werden.
Wikipedia: Manuka-Honig stammt aus Neuseeland und Australien. Er wird wegen seiner außergewöhnlichen antibakteriellen Fähigkeiten in der Medizin zur Wundheilung eingesetzt.
- Knoblauch wird seit Jahrhunderten gegen bakterielle und parasitäre Infektionen eingesetzt, weil es entzündungshemmend ist, gesundheitsschädliche Bakterien hemmt und die nützlichen Bakterien in Ruhe lässt. Der Wirkstoff Allicin hat sich als wirksam gegen eine Vielzahl grampositiver, gramnegativer und säurefester Bakterien erwiesen, darunter Salmonellen, E. coli, Klebsiella, Clostridien und Vancomycin-resistente Enterokokken. Koblauch hilft gegen resistente Bakterien und bei chronischer Außen- und Mittelohrentzündung.
- Echinacea wirkt antibakteriell und stärkt das Immunsystem. Es kann zur Behandlung von Harnwegsinfektionen, vaginalen Hefepilzinfektionen (Candida), Mittelohrentzündung, Fußpilz, Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), Heuschnupfen sowie bei langsam heilenden Wunden verwendet werden. Allgemeine Empfehlung bei Infektionen: dreimal täglich für maximal 10 Tage einnehmen.
- Apfelessig wirkt antiseptisch und antimikrobiell, außerdem blutstillend und entzündungshemmend;
- Kurkuma (Gelbwurzel) mit dem Wirkstoff Curcumin, bekannt aus der ayurvedischen und traditionellen chinesischen Medizin, wird gegen Entzündungen und bakterielle Infektionen und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt;
- Cayenne-Pfeffer mit den Wirkstoffen Capsaicin and Dihydrocapsaicin stimuliert die Blutzirkulation, stoppt das Bakterien- und Pilzwachstum und wirkt auch gegen Virus-Infektionen;
- natives Kokosöl wirkt gegen mikrobielle Infektionen, stärkt das Immunsystem und stabilisiert den Blutzuckerspiegel.
- Gelbwurzel: ihr Hauptbestandteil ist Berberin, das für seine starken antibakteriellen Eigenschaften bekannt ist. Berberin tötet hauptsächlich grampositive Bakterien, auch MRSA. Es wird nicht für schwangere oder stillende Frauen empfohlen. Personen mit hohem Blutdruck, Leber- oder Herzerkrankungen sollten die Verwendung mit ihrem Arzt besprechen, da die Gelbwurzel diejenigen Medikamente, die für diese Erkrankungen verschrieben werden, beeinträchtigen kann. Mögliche Nebenwirkungen sind Reizungen der Haut, des Mundes, des Rachens und der Vagina sowie eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht.
3.3.2 Antibiotika-Resistenz
Die Infektion mit antibiotika-resistenten Keimen gehört zu den häufigsten Todesursachen. Ein verbreiteter und gefährlicher Keim ist der Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus
(MRSA, siehe DocCheck). Bis zum Jahr 2050 könnten weltweit mehr als 39 Millionen Menschen an den resistenten Keimen sterben. Bei weiteren 169 Millionen Todesfällen könnten solche Erreger zumindest eine Rolle spielen. Forscher warnen ob der Prognose für die kommenden Jahre vor einer übersehenen Pandemie
.
Jeder Einsatz eines Antibiotikums trägt per Evolution zur Entstehung von Mikroben bei, die gegen das Antibiotikum resistent sind. Ähnliches gilt für den Pestizid-Einsatz in der industrialisierten Landwirtschaft. Der übermäßige Antibiotika-Einsatz in der Humanmedizin und in der Massentierhaltung hat dieses Problem verschärft und bedroht inzwischen Gesundheit und Leben der Menschen, vor allem, wenn sie das Krankenhaus aufsuchen müssen und dort als immungeschwächte Patienten von einem Krankenhauskeim infiziert werden. Die Medizin ist in einer Sackgasse und findet nicht heraus. Die Entwicklung immer weiterer Antibiotika ist keine Lösung.
Leider werden daraus nicht die richtigen Konsequenzen gezogen: die wichtigste Gegenmaßnahme wäre die Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes auf ein absolut notwendiges Minimum. Vor allem sollte der Antibiotika-Einsatz in der Massentierhaltung verhindert oder wenigstens drastisch reduziert werden. Dazu gibt es leider keinen Plan. Stattdessen soll das Problem dadurch gelöst werden, dass der falsche Weg noch intensiver beschritten wird und immer mehr und bessere (?) Antibiotika entwickelt werden.
Die Antibiotika-Resistenz hängt auch mit dem MDR1-Gen zusammen, das die Wirksamkeit von Medikamenten beeinflusst.
- Mikroben können auch Resistenz gegen Desinfektionsmittel und Pestizide entwickeln.
- Interview mit Dr. Herman Focke, Tierarzt und ehemaliger Leiter des Veterinärsamts im Landkreis Cloppenburg:
Antibiotika in der Tiermast:Viertel nach zwölf
(1.2012)Die Risiken des übermäßigen Einsatzes von Antibiotika in der Tiermast sind in Politik und Wissenschaft bekannt. Aber es wird nicht gehandelt.
- Laura J Shallcross: Antibiotic overuse: a key driver of antimicrobial resistance (12.2014)
Der breite Einsatz von Antibiotika führte in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Zunahme der Lebenserwartung um rund 20 Jahre; sie ermöglichten bis dahin unmögliche medizinische Techniken und Therapien. Aber nach jeder Einführung eines Antibiotikums folgte die Resistenz der Bakterien dagegen. Die Anzahl der Pharma-Unternehmen, die Antibiotika entwickeln, fiel in den letzten 20 Jahren von 18 auf nur noch vier. Krankenhäuser sind die bedeutendsten Brutstätten resistenter Bakterien. In der Intensiv-Tierhaltung werden Antibiotika als Ersatz für fehlende Hygiene eingesetzt.
- Film: Resistance (2015)
Infektionen mit resistenten Bakterien töten jedes Jahr Hunderttausende von Menschen auf der ganzen Welt, und es gibt inzwischen Dutzende so genannter Superbugs, die alle ihre eigenen Probleme mit sich bringen. Wie konnte das passieren? Anhand von mikroskopischen Aufnahmen, erschütternden persönlichen Geschichten und Erkenntnissen von Experten klärt der Film über das Problem der Antibiotikaresistenz auf, wie es dazu kam und was wir tun können, um das Ruder herumzureißen.
- The Review on Antimicrobial Resistance, Chaired by Jim O'Neill:
Tackling Drug-Resistant Infections Globally: Final Report and Recommendations (5.2016)Untersuchung des Problems der Antibiotika-Resistenz unter gesundheitlichen und wirtschaftlichen Aspekten. Das Problembewusstsein ist zu gering, deshalb werden sie zu häufig eingesetzt, in der Medizin und vor allem in der Landwirtschaft. WHO und andere internationale Organisationen schauen tatenlos zu, obwohl Lösungen nur durch internationale Kooperation möglich sind. Zur Zeit sterben jährlich ca. 700.000 Menschen wegen der Resistenz, und diese Zahl wird bis 2050 auf 10 Millionen steigen.
- Christian Werner und Matthias Pöls, MDR Investigativ:
Jedes dritte Hähnchen in konventionellen Betrieben belastet (25.3.2024)Durch multiresistente Keime sterben laut WHO jährlich etwa 1,3 Millionen Menschen. Sie stuft diese Keime als eine der zehn größten Bedrohungen für die Weltgesundheit ein. Jede dritte Probe von Hähnchenfleisch aus konventioneller Haltung ist mit antibiotika-resistenten Erregern behaftet.
Im europäischen Vergleich werden in Schweden die wenigsten Antibiotika (11,8 mg pro kg Fleisch) eingesetzt. In Großbritannien sind es 32,5 mg und in Deutschland 89 mg Antibiotika pro kg Fleisch.
- GBD 2021 Antimicrobial Resistance Collaborators:
Global burden of bacterial antimicrobial resistance 1990-2021: a systematic analysis with forecasts to 2050, auch hier und hier (28.9.2024)Kommentare:
- Spiegel Online:
Bis 2050 könnten fast 40 Millionen Menschen an Antibiotikaresistenzen sterben (17.9.2024) - DocCheck: Fast 5 Millionen Tote durch Antibiotika-Resistenzen
- Alexis Baden-Mayer:
Supererreger werden mehr Menschen töten als Krebs, wenn die Agrarindustrie nicht auf Antibiotika und Pestizide verzichtet (1.4.2026)
Die Infektion mit antibiotikaresistenten Keimen gehört bereits heute zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Die Zahl der Todesfälle konnte im Altersbereich unter 5 Jahren zwar reduziert werden, aber bei den über 70-Jährigen hat sich die Lage verschlimmert: die Todesfälle nahmen um 80 Prozent zu. Die wichtigste Gegenmaßnahme ‒ Reduzierung des Antibiotika-Einsatzes ‒ gilt leider nur als eine Maßnahme unter mehreren, die zudem geschäftsschädigend für die Pharmaindustrie ist.
- Spiegel Online:
- Joshua Hadi, Earth.org:
Der übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Lebensmittelproduktion verschärft eine globale Gesundheitskrise (26.9.2025)
Antibiotic Overuse in Food Production Is Fueling a Global Health Crisis (26.9.2025)Menschen ab 70 Jahre sind – mit steigender Tendenz – von Todesfällen durch Antibiotika-Resistenzen besonders betroffen. Der unsachgemäße und übermäßige Einsatz von Antibiotika in der Lebensmittelproduktion ist ein treibender Faktor für die Entwicklung bakterieller Antibiotika-Resistenzen. Forscher schätzen, dass in den 2010er Jahren rund 70 % des weltweiten Antibiotika-Einsatzes auf die Haltung von Nutztieren, vor allem auf Rinder, Hühner und Schweine, entfielen.
- Weitere pharmazeutische Produkte, die Resistenz fördern
- Hanbiao Chen, Sylvia A Sapula, John Turnidge, Henrietta Venter:
The effect of commonly used non-antibiotic medications on antimicrobial resistance development in Escherichia coli, auch hier (25.8.2025)Michael van den Heuvel, DocCheck: Paracetamol: Nährboden für resistente Keime? (11.12.2025)
Nicht nur Antibiotika, sondern auch klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol fördern die Mutation von Bakterien (hier: E. coli), vor allem in Kombination mit einem Antibiotikum wie Ciprofloxacin (ein Antibiotikum aus der Gruppe der Fluorchinolone). Ältere Patienten sind besonders gefährdet.
- Triclosan fördert die Antibiotika-Resistenz.
- Hanbiao Chen, Sylvia A Sapula, John Turnidge, Henrietta Venter:
- WHO
Die WHO erklärt die Antibiotika-Resistenz als eine der größten Bedrohungen für die Gesundheit des Menschen. Denn momentan sterben dadurch jährlich mindestens 700.000 Personen; 2050 könnten es 10 Millionen Todesfälle pro Jahr sein. Die WHO drängt alle Staaten, aktiv zu werden. Was sollen sie tun?
- Ten threats to global health in 2019: Antimicrobial resistance
Die Antibiotika-Resistenz gehört zu den 10 größten Gesundheitsgefahren dieser Erde, neben Grippe, Ebola, Dengue-Fieber und der Impfkritik.
- Report EB144/19: Antimicrobial resistance (30.11.2018)
- Report EB144.R11: Antimicrobial resistance (1.2.2019)
- New report calls for urgent action to avert antimicrobial resistance crisis (29.4.2019)
- World leaders join forces to fight the accelerating crisis of antimicrobial resistance (20.11.2020)
- Ten threats to global health in 2019: Antimicrobial resistance
- CDC (USA)
- AR Threats Report
Durch antibiotika-resistente Bakterien werden in USA jährlich über 3 Millionen Infektionen und 48.000 Todesfälle verursacht.
- Combating antimicrobial resistance, a global threat
Die CDC könnten den Antibiotika-Markt regulieren. Aber sie wollen lediglich durch Empfehlungen den Antibiotika-Gebrauch und die Verbreitung der Antibiotika-Resistenz eindämmen. Man verzichtet auf weitergehende Einschränkungen, weil der ungebremste Antibiotika-Einsatz wirtschaftliche Vorteile für die Hersteller bietet.
- Pseudomonas aeruginosa
Spiegel:
Drei Menschen in den USA nach Gebrauch von Augentropfen gestorben, mehrere erblindet (24.3.2023)Infos zu dem gefährlichen Bakterium Pseudomonas aeruginosa, das nach einer Operation Infektionen im Blut, in der Lunge (Lungenentzündung) oder in anderen Körperteilen verursachen kann. Im Jahr 2017 wurden in USA 32.600 Infektionen und 2.700 Todesfälle allein durch dieses Bakterium verursacht.
- AR Threats Report
- Spiegel: 35.000 US-Bürger sterben jährlich durch
Superkeime
(14.11.2019)Die Menschen sterben an Antibiotika-resistenten Keimen (
Superbugs
). Das BakteriumClostridioides difficile
ist besonders gefährlich und für 12.800 Todesopfer verantwortlich. - Victoria Ballén, Yaiza Gabasa, Carlos Ratia, Raquel Ortega, Marc Tejero and Sara Soto:
Antibiotic Resistance and Virulence Profiles of Klebsiella pneumoniae Strains Isolated From Different Clinical Sources (1.9.2021)21,05 % bis 64,91 % der Klebsiella-pneumoniae-Infektionen sind gegen mehrere Antibiotika resistent. Das macht die Behandlung dieser Infektionen äußerst schwierig.
- Antimicrobial Resistance Collaborators:
Global burden of bacterial antimicrobial resistance in 2019: a systematic analysis (19.1.2022)Kommentar von Sharin Santhiraraja-Abresch, DocCheck: MRE: Der ignorierte Killer (17.2.2022)
2019 werden weltweit fast 5 Millionen Todesfälle durch Antibiotika-Resistenz verursacht, davon 1,5 Millionen durch Infektionen der unteren Atemwege. Die wichtigsten Erreger sind Escherichia coli, Staphylococcus aureus, Klebsiella pneumoniae, Streptococcus pneumoniae, Acinetobacter baumannii und Pseudomonas aeruginosa.
- Weltwirtschaftsforum:
Antibiotika haben sich zu einem problematischen Produkt entwickelt. Die Ärzte sehen die Gefahr, dass für lebensbedrohliche Keime bald kein wirksames Gegenmittel mehr zur Verfügung steht. Und die Pharma-Konzerne sehen die Gefahr, dass künftig weniger Antibiotika verkauft werden, der Antibiotika-Markt schrumpft und es sich kaum noch lohnen könnte, weitere patentgeschützte Antibiotika-Produkte zu entwickeln. Was tun? Auf dem Weltwirtschaftsforum werden neue Ideen präsentiert.
- The looming health catastrophe that could be more deadly than COVID-19 (20.11.2020)
- The Davos Agenda 2021:
Optimism despite COVID-19 impact on antimicrobial resistance (25.1.2021) - This is how to fight antibiotic-resistant superbugs with a simple subscription payment model (11.2.2022)
Einerseits steigert der übermäßige Einsatz der existierenden Antibiotika die Antibiotika-Resistenz, und andererseits lohnt sich die Entwicklung neuer Antibiotika kaum noch. Denn der Markt für Antibiotika funktioniert nicht wie gewünscht: neue Antibiotika werden mit hohem Aufwand entwickelt und teuer verkauft, aber sie finden keinen breiten Einsatz, sondern nur im Notfall, so dass das Umsatzziel nicht erreicht wird.
Der
Wellcome Trust
, dieNovo Nordisk Foundation
und dieBoston Consulting Group
haben daraus eine Geschäftsidee entwickelt, ein Abonnement-Modell: die Staaten sollen in den Markt eingreifen und den Pharma-Konzernen jährlich eine bestimmte Summe als Anreiz für den Entwicklungsaufwand zahlen, unabhängig vom Geschäftserfolg, von der Menge der verkauften und eingesetzten Antibiotika.Dass die Staaten während der Corona-Pandemie riesige Summen aus Steuermitteln der Pharma-Industrie gegeben haben, macht Mut: so könnte es bei der Antibiotika-Resistenz auch funktionieren. In den USA wurden bereits entsprechende rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen; Schweden, Großbritannien und die EU arbeiten daran.
3.4 Wie entsteht eine gesunde Darmflora?
Es gibt inzwischen kaum eine chronische Krankheit ‒ Allergien und Autoimmunerkrankungen eingeschlossen ‒, die man nicht mit einer kranken Darmflora in Verbindung bringen würde. Selbst psychische Beschwerden entwickeln sich offenbar besonders stark, wenn die Darmflora gestört ist. Der Aufbau der Darmflora ist in der Naturheilkunde eine wichtige Komponente einer jeden Therapie und gehört überdies zu den effektivsten präventiven Maßnahmen. Besonders nach der Einnahme von Antibiotika sollte umgehend die Darmflora wieder aufgebaut werden.
Behandeln Sie Ihren Darm gut und pfleglich. Fördern Sie das Wachstum nützlicher Bakterien durch Ernährung mit
- Vollwertkost, die reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen ist, z.B. Vollkornprodukte, Obst mit Schalen, Gemüse, Bohnen und Hülsenfrüchte,
- probiotischen und fermentierten Lebensmitteln, z.B. Joghurt, Sauerkraut. Diese Lebensmittel enthalten lebende Bakterien-Kulturen.
- pflanzlichen Antibiotika: sie können Bestandteil der täglichen Nahrung sein, wirken antibiotisch, aber sie schädigen die Darmflora nicht.
Weitere Informationen:
- Zentrum der Gesundheit:
- Das natürliche Antibiotikum
Do it yourself: stellen Sie ein natürliches Antibiotikum auf pflanzlicher Basis selbst her. Es dient vorrangig der Vorbeugung, nicht der Therapie eines lebensbedrohlichen Zustands.
- Aufbau der Darmflora: Anleitung und Tipps
Die Darmflora wird mit Probiotika wieder aufgebaut. Dazu werden Medikamente und ein Einnahmeschama empfohlen. Bentonit (oder Zeolith oder Mumijo) und Flohsamenschalen oder Akazienfaser werden erwähnt. Nebenwirkungen und Empfehlungen zur richtigen Ernährung werden angesprochen.
- Oregano ‒ Natürliches Antibiotikum
Oregano zählt zu den kraftvollsten Kräutern und den wirkungsvollsten natürlichen Antibiotika, die jemals untersucht wurden. Oregano ist darüber hinaus ein stark fungizides Mittel. Daher wirkt er gut bei Pilz-Infektionen aller Art.
- Wie Sie nach Antibiotika Ihre Darmflora wieder aufbauen
Viele Antibiotika greifen nicht nur die Krankheitserreger an, sondern auch die nützlichen Bakterien der körpereigenen Flora, etwa die Darm- und Scheidenbakterien. Diese Bakterien sind jedoch sehr wichtig für ein leistungsstarkes Immunsystem, für einen gesunden Darm, eine gute Nährstoffverwertung und vieles mehr.
- Sarah Neidler, Zentrum der Gesundheit: Darm-Hirn-Achse beeinflusst die Gesundheit, auch hier
Das Gehirn und der Darm stehen in ständiger, enger Kommunikation und haben einen großen Einfluss aufeinander. Der Darm, insbesondere die Darmflora, hat einen großen Einfluss auf das Gehirn und die psychische Gesundheit. Psychische und neurologische Erkrankungen gehen oft mit einer Darmdysbiose einher.
Es gibt verschiedene Nervensysteme
- Das zentrale Nervensystem besteht aus Gehirn und Rückenmark.
- Das autonome Nervensystem verbindet das Gehirn mit vielen anderen Organen und Körperteilen. Es entzieht sich weitgehend der bewussten Kontrolle. Es reguliert den Herzschlag, die Atmung, die Verdauung und den Stoffwechsel.
- Das enterische Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk von Nervenzellen, das den Verdauungstrakt durchzieht.
- Das sympathische Nervensystem, der Sympathikus, ist bei Aktivität und erhöhter Leistungsbereitschaft aktiv; Darmaktivitäten werden gleichzeitig gehemmt. Es überträgt Informationen und Schmerzen zwischen Gehirn und Darm in beide Richtungen.
- Das parasympathische Nervensystem, der Parasympathikus, ist in Ruhephasen aktiv und fördert Regeneration und Verdauung. Sein Hauptnerv ist der Vagusnerv. Auch er überträgt Informationen zwischen Gehirn und Darm in beide Richtungen, z.B. Signale vom Darm ans Gehirn, die den Appetit und Emotionen regulieren.
Zur Kommunikation mit dem Gehirn gibt es
- hormonelle Botenstoffe: Sättigungshormone wie Ghrelin, Leptin und GLP-1 übermitteln Informationen über den Energie- und Nährstoffstatus, was die Nahrungsaufnahme beeinflusst.
- die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HHN-Achse) zur Kommunikations zwischen dem Gehirn und der Nebennierenrinde. Sie sorgt dafür, dass die Nebennierenrinde bei Stress Cortisol ausschüttet. Cortisol wiederum wirkt auf verschiedene Zielorgane, auch auf den Darm.
- Neurotransmitter sind Botenstoffe (biochemische Substanzen), die an Synapsen die Erregung von einer Nervenzelle auf andere Zellen übertragen. (Synapse ist die Lücke oder der Spalt zwischen zwei Zellen.) Neurotransmitter sind für unsere psychische Gesundheit wichtig; Beispiele: Glutamat, Serotonin, Dopamin, Acetylcholin, Noradrenalin, Glycin und GABA. Neurotransmitter werden im Gehirn gebildet, wirken auch auf den Darm und können Darmbewegungen, Blutfluss und Immunreaktionen beeinflussen. Auch Darmbakterien produzieren Neurotransmitter. Beschreibung auf Wikipedia.
Weitere Themen: das Immunsystem, das Reizdarmsyndrom, neurologische und neurodegenerative Erkrankungen, psychische Störungen, die Wirkung von Antidepressiva.
- Das natürliche Antibiotikum
- Kathrin Burger, Schrot & Korn: Gesundes Essen für den Darm: Worauf ihr achten solltet (10.2021)
Darmbakterien sind wichtig für unsere Gesundheit. Wie Freundschaften muss man die Bakterien pflegen, etwa mit gesundem Essen.
3.5 Darmreinigung
Eine Darmreinigung kann von Vorteil sein, um nicht nur schwer lösliche Kotsteine (verhärteter Stuhl), sondern auch Umweltgifte, nutzlose Stoffwechselprodukte, schädliche Viren, Bakterien und Fremdproteine aus dem Körper zu entfernen, die sich im Darm und an anderen Stellen ansammeln. Darmreinigung ist angezeigt bei Entzündung der Darmschleimhaut, bei gestörter Darmflora und beim Leaky Gut Syndrom.
Mit der Darmreinigung wird die Autophagie (oder: Autophagozytose) unterstützt. Das ist ein natürlicher, selbstheilender, intrazellulärer Prozess, mit dem der Körper nicht mehr benötigte Zellbestandteile abbaut oder ggf. umbaut. Unnützes und schädliches Zellmaterial, fehlerhafte Proteine, krankhafte oder schädliche Strukturen, eingedrungene Viren und Bakterien werden aus dem Körper entfernt. Dieser Prozess findet in allen Organen statt und wird durch Nährstoffmangel (Fasten) und z.B. Kaffee stimuliert. Er nimmt im Alter ab, was die Entstehung chronischer Krankheiten (Tumore, Krebs, neurodegenerative Erkrankungen) begünstigt.
- Zentrum der Gesundheit
- Falschmeldungen über Darmreinigungen
Gründliche Beschreibung des Nutzens einer Darmreinigung und der sinnvollen Methoden. Was sind
Schlacken
in der Alternativmedizin ‒ jedenfalls nicht das, was Schulmediziner vermuten. Sie lehnen die Darmreinigung ab, weil es für ihren Nutzen keine evidenzbasierten Nachweise gibt. - Autophagie – Die zelleigene Entschlackung
Autophagozytose oder Entschlackung ist ein notwendiger körperlicher Vorgang, dessen Aktivität in höherem Alter nachlässt und dann die Entstehung chronischer Krankheiten begünstigt.
- Darmreinigung - Die kostenlose Anleitung
Ziel der Darmreinigung sind (u.a.) die Regeneration der Darmschleimhaut, der Abbau von Entzündungsprozessen im Darm, die Regulierung der Darmflora, die Eliminierung von schädlichen Darmbakterien und Darmpilzen, die Ausleitung von Stoffwechselabfallprodukten und Kotsteinen, die Aktivierung oder Beruhigung der Peristaltik und die Entlastung von Leber, Nieren und Lymphsystem.
- Darmreinigungen: Wie man gute Qualität erkennt
Auf dem Markt werden auch unnütze Produkte verkauft.
- Das sagen Wissenschaftler zur Darmreinigung
Darmreinigung spielt in der Schulmedizin keine Rolle, aber in der Wissenschaft und in der Naturheilkunde.
- Hausmittel zur Darmreinigung
Geeignet sind Leinsamen, Mineralerden, Wasser, Apfelsaft und Apfelessig, Zitronensaft, Bitterstoffe, Sauerkraut, Trockenpflaumen und -feigen, Ingwer, Senfköner, einige Heilkräuter, Glaubersalz, Kaffee-Einlauf, Bauchmassage.
- Falschmeldungen über Darmreinigungen
- DocCheck Flexikon: Autophagie
Die Autophagie ist ein körpereigener, intrazellulärer Prozess, bei dem Zell-Material wie fehlgefaltete Proteine oder beschädigte Zellbestandteile abgebaut und entsorgt werden.
- Federico Pietrocola, Shoaib Ahmad Malik, Guillermo Mariño, Erika Vacchelli, Laura Senovilla, Kariman Chaba, Mireia Niso-Santano, Maria Chiara Maiuri, Frank Madeo, Guido Kroemer:
Coffee induces autophagy in vivo (25.4.2014)Im Tierversuch (Maus) wird gezeigt, dass Kaffee (mit oder ohne Koffein) in allen Organen die Autophagie stimuliert.
- Fasten mit Prof. Andreas Michalsen & Dr. Gros
Erläuterung des Salufast-Programms und Verkauf von Produkten, die das Fasten unterstützen.
4. Was sonst schadet der Gesundheit?
- Freie Radikale und oxidativer Stress sowie die endotheliale Dysfunktion (Schäden an den Blutgefäßen, Bluthochdruck) sind eine besondere Gefahr für die Gesundheit.
- Verletzungen, etwa durch Unfälle, und Narben, z.B. nach einer Operation;
- Chronische Entzündungen.
4.1 Wunden, Verletzungen
Wundheilung findet in mehreren Phasen statt.
Wundheilung kann im Alter langwieriger sein als in jüngeren Jahren. Das hängt mit Veränderungen auf der zellulären Ebene zusammen, insbesondere mit den seneszenten Zellen (gealterte Zellen): sie haben aufgehört, sich zu teilen, gehen also quasi in den Ruhestand. Neue Forschungsergebnisse zeigen jedoch eine komplexere Geschichte: einige seneszente Zellen sind tatsächlich förderlich für die Wundheilung, während andere sie behindern.
Durch chirurgische Eingriffe und Operationen entstehen Wunden und Narben, die möglicherweise schlecht verheilen.
- Roxane Lorenz, draco: Wundheilungsphasen
Die Wundheilung erfolgt in drei Phasen:
- Exsudationsphase (Tag 1-4): Entzündungsphase, inflammatorische Phase oder Reinigungsphase; Bakterien und Zelltrümmer werden aus der Wunde herausgeschwemmt;
- Granulationsphase (Tag 2-14): es bildet sich neues Granulationsgewebe, das die Wunde auffüllt und die Wundränder zusammenzieht;
- Epithelisierungsphase (Tag 3-12): das Granulationsgewebe, das als provisorisches Ersatzgewebe angelegt wird, wird zum endgültigen Ersatzgewebe umgebaut. Die Wunde schließt sich.
- Nathan S. Gasek, Pengyi Yan, Junyu Zhu, K-Raman Purushothaman, Taewan Kim, Lichao Wang, Binsheng Wang, William F. Flynn, Mingda Sun, Chun Guo, Billy Huggins, Roshanak Sharafieh, Yueying Zhou, Vojtech Parizek, Tamar Tchkonia, James L. Kirkland, Saranya P. Wyles & Ming Xu:
Clearance of p21 highly expressing senescent cells accelerates cutaneous wound healing (13.11.2024)Es gibt bestimmte seneszente (gealterte) Zellen, die eine positive Funktion bei der Wundheilung haben, und Zellen, die besonders entzündungsfördernd sind. Dann kann die Wundheilung sich in die Länge ziehen.
- A Midwestern Doctor: Regenerative Medicine and The Cell Danger Response (9.2.2026)
Es geht um regenerative Therapien, die den Körper wiederaufbauen und nicht-funktionales Gewebe wiederherstellen, wie Prolotherapie, sowie in Vergessenheit geratene biophysikalische Ansätze, die mit gezielten Lichtimpulsen den Heilungsprozess im gesamten Körper anregen. Die Neuraltherapie (gezielte Injektionen von Lokalanästhetika) ist eine der wirksamsten Methoden, um die Gesundheit und Funktion des Nervensystems schnell wiederherzustellen.
4.2 Parasiten (Pilze, Würmer, Blutsauger)
Parasiten lassen sich in einzelnen Organen nieder und erzeugen (neuro-)toxische Stoffwechselprodukte. Ein geschwächtes Immunsystem kann sich nur schlecht gegen die Parasiten wehren. Manchmal sind sogar Antibiotika nicht in der Lage, die Parasiten zu vertreiben, und schaden mehr als sie nützen. Auch Darmpilze zählen zu den Parasiten; sie können z.B. durch Schwermetallbelastung entstehen bzw. gefördert werden.
- WHO: WHO fungal priority pathogens list to guide research, development and public health action (25.10.2022)
Kommentar von DocCheck: Das sind die fiesesten Pilze der Welt (11.11.2022)
Die WHO veröffentlicht eine Liste der gefährlichsten Pilze. Häufigster Pilz ist der Hefepilz Candida albicans. Gefährdet sind vor allem Menschen mit Vorerkrankungen und geschwächtem Immunsystem.
Blutsaugende Parasiten
Blutsaugende Parasiten leben vom Blut ihrer Wirte. Sie sind lästig.
- Bettwanzen
Bettwanzen sind kleine parasitäre, nachtaktive Insekten, die sich ausschließlich von Blut ernähren, vorzugsweise von Menschenblut. Sie sind darauf spezialisiert, in den Schlafplätzen von warmblütigen Lebewesen zu leben. Eine erwachsene Bettwanze ist etwa so groß wie ein Apfelkern und hat einen flachen, braunen Körper. Nachdem sie sich jedoch an Ihrem Blut gütlich getan hat, schwillt ihr Körper an und nimmt eine rötliche Farbe an.
Obwohl diese winzigen Insekten lästig sind und sich schnell vermehren, ist es wenig wahrscheinlich, dass sie – außer Hautsymptomen – weitere Krankheiten verbreiten. Das Krankheitsbild, das durch den Stich von Bettwanzen hervorgerufen wird, bezeichnet man als Cimikose. Wenn sie stechen, injizieren sie zunächst eine anästhetisierende Chemikalie, bevor sie das Blut des Wirts saugen. Deshalb bemerkt man das Blutsaugen nicht sofort. Die Chemikalie kann eine Allergie verursachen.
Bettwanzen lieben die Wärme, unsaubere Kleidung und unsaubere Bettwäsche. Sie orientieren sich an Körpergerüchen und der Ausatemluft (viel CO2) von Menschen. Das bietet Möglichkeiten, sie abzuwehren. Bettwanzen müssen nicht mit Pestiziden bekämpft werden, denn diese können Gesundheitsschäden verursachen. Bettwanzen können mit tiefen (unter -18 °C) oder hohen (über 50-60 °C) Temperaturen abgetötet werden.
- Ärzteblatt: Cimikose: Bettwanzen – Weltweit auf dem Vormarsch (2015)
- WebMD: Bedbugs
- CDC Health Alert Network: Health Concerns about Misuse of Pesticides for Bed Bug Control (27.11.2012)
Vor dem Missbrauch von Pestiziden zur Behandlung von Bettwanzen- und anderem Insektenbefall in Innenräumen wird gewarnt. Einige Pestizide werden in Innenräumen angewendet, obwohl sie nur für den Außenbereich zugelassen sind. Auch für den Innenbereich zugelassene Pestizide können gesundheitlichen Schaden anrichten.
- Darmparasiten, Würmer
- Steffi Müller, Zentrum der Gesundheit: Darmparasiten loswerden: Natürliche Mittel
Was sind Darmparasiten?, Diagnose von Darmparasiten, Natürliche Maßnahmen gegen Darmparasiten, Parasiten-Ausleitung, Knoblauch, Bio-Kokosöl, Schwarzwalnuss-Schale, Wermut, Olivenblatt-Extrakt, Kürbiskerne.
- Steffi Müller, Zentrum der Gesundheit: Darmparasiten loswerden: Natürliche Mittel
4.3 Zecken, Borreliose
ZeckeZecken, etwa der Gemeine Holzbock, warten im Gras auf einen vorbeikommenden Warmblüter, z.B. einen Menschen, und krallen sich an ihm fest. Sie verankern ihre Mundwerkzeuge (Cheliceren) in der menschlichen Haut und können dort tagelang festsitzen, während sie unbemerkt Blut saugen und gleichzeitig den Schmerz und die Abwehr des Immunsystems unterdrücken. Dadurch entstehen ideale Bedingungen für von Zecken übertragene Krankheiten wie die Lyme-Borreliose.
Zeckenspeichel programmiert Hautimmunzellen, insbesondere Langerhans-Zellen, um und versetzt sie in einen toleranten Zustand, der Entzündungen abschwächt, die Aktivierung von T-Zellen verlangsamt und die Erkennung von Krankheitserregern verzögert. Zeckenspeichel unterdrückt die Schmerzsignale, die Blutgerinnung und die Verengung von Blutgefäßen und schafft so eine ruhige, stabile Saugzone, die ein längeres Anhaften ermöglicht und das Überleben und die Übertragung von Krankheitserregern begünstigt.
Die Zusammensetzung des Speichels verändert sich während der Nahrungsaufnahme. Frühe Moleküle fördern die Anhaftung und die Unterdrückung des Immunsystems, während spätere Komponenten die anhaltende Nahrungsaufnahme unterstützen und sogar von Krankheitserregern modifiziert werden, um die Übertragungseffizienz zu steigern.
Zecken übertragen die Borreliose, eine von Borrelien verursachte Infektionskrankheit. Borrelien (Borrelia burgdorferi) sind Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten. Äußeres Zeichen einer Infektion ist in 70-80% der Fälle eine ringförmige Rötung oder Wanderröte (Erythema migrans). Infizierte können außerdem unspezifische Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gelenkschmerzen entwickeln.
Zecken können mit Zitroneneukalyptusöl, Neemöl, Zedernöl oder Kokosöl abgewehrt werden. Verzichten Sie auf Produkte mit DEET.
Wird das Bakterium nicht schnell erkannt und behandelt, kann es sich auf verschiedene Organe ausbreiten. Beispielsweise kann es die Gesichtsnerven infizieren und zu einer Gesichtslähmung führen, die ein Herabhängen des Mundwinkels oder des Augenlids sowie Schwierigkeiten beim Schließen des Auges auf der betroffenen Seite (Bell-Lähmung) verursacht. Das Bakterium kann auch das Herz infizieren und einen gefährlich verlangsamten Herzschlag hervorrufen sowie die Gelenke befallen und Arthritis in den Knien oder, seltener, in Schulter, Sprunggelenk, Handgelenk und Ellbogen verursachen.
Die Krankheit kann alle Organe, aber insbesondere das zentrale und periphere Nervensystem, die Muskeln und Gelenke sowie das Herz befallen. Eine große Herausforderung besteht darin, dass ihre Symptome viele andere Erkrankungen imitiert, darunter Multiple Sklerose (MS), rheumatoide Arthritis, Lupus, chronisches Müdigkeitssyndrom, Fibromyalgie und sogar Demenz und Alzheimer, was eine korrekte Identifizierung, d.h. Diagnose, schwierig und zeitaufwändig macht.
Die Diagnose einer Borrelien-Infektion ist schwierig und manchmal nicht eindeutig. Sie erfolgt normalerweise durch einen Antikörpernachweis. Man kann grundsätzlich zwei Typen von Antikörpern nachweisen: Antikörper vom IgM-Typ werden ab 8 Wochen nach der Borrelien-Infektion gebildet, während Antikörper vom IgG-Typ erst später gebildet werden, meistens lebenslang. Zur Behandlung der Borreliose wird üblicherweise ein Breitband-Antibiotikum wie Doxycyclin eingesetzt, eventuell in Verbindung mit Hyperthermie, leider mit geringem Erfolg ‒ je später, desto geringer.
Hinweis: Zecken können außer Borreliose noch weitere Krankheiten auf Tier und Mensch übertragen ‒ Anaplasmose, Babesiose, Erkrankungen durch das Bourbon-Virus, das Heartland-Virus oder das Powassan-Virus, Rocky-Mountain-Fleckfieber, südstaatliche Rinderzecken-Krankheit, Zeckenrückfallfieber, Tularämie, Rickettsia 364D.
- Wikipedia: Lyme-Borreliose, Neuroborreliose
- NetDoktor: Borreliose, Neuroborreliose
- Borreliose-Nachrichten mit Ärzteliste
- Borreliose und FSME Bund Deutschland
- Zentrum der Gesundheit:
- Borreliose - Anzeichen und Prävention
Über die Verhinderung eines Zecken-Angriffs, den Ursprung der Borrelien, ihre Wirkung im Körper des Menschen, über Diagnose und Therapie der Borreliose, Verlauf einer Behandlung, naturheilkundliche Maßnahmen und Vorbeugung.
- Natürliche Mittel gegen Zecken
- Borreliose - Anzeichen und Prävention
- IMD Labor Berlin: Borreliose - Klinik und Diagnostik, als pdf
Umfassende Information über Symptome, Diagnostik und Therapie der Borreliose, auch der Neuroborreliose, mit Literaturverzeichnis.
- GanzImmun Diagnostics, Mainz
- Stephan Sudowe: Borreliose - Möglichkeiten der Labordiagnostik (11.2020)
Symptome, Diagnostik und Verlauf einer Borrelien-Infektion.
- Labordiagnostik der Borreliose
- Stephan Sudowe: Borreliose - Möglichkeiten der Labordiagnostik (11.2020)
- Die Klinik St. Georg in Bad Aibling bietet eine spezielle Borreliose-Therapie an:
Erfolgreiche Therapie der chronischen Borreliose mit Antibiotika-Augmentierter-ThermoeradikationAntibiotika werden in Verbindung mit starker Erhitzung (Hyperthermie) des Körpers des Patienten angewandt.
- Dr. Walter Berghoff, 53359 Rheinbach,
- Autor des Lehrbuchs
Lyme-Borreliose
- Mitarbeit an Borreliose-Leitlinien
- Wissenschaftliche Texte zur Lyme-Borreliose
- Autor des Lehrbuchs
- Dr. Petra Hopf-Seidel, 91522 Ansbach, informiert über Borreliose
- Borreliose – vom Zeckenstich bis zur chronischen Borreliose (Vortrag, 1.2.2020)
- Alfredo Dumitrescu:
Ursächliche Therapie der chronischen Borreliose mit Patienten-, Diagnose- und Therapiebeispielen. - Lyme Disease Educational Resources
Bücher u.a. über Borreliose.
- lymedisease.org
- A. Goc, A. Niedzwiecki and M. Rath:
In vitro evaluation of antibacterial activity of phytochemicals and micronutrients against Borrelia burgdorferi and Borrelia garinii (22.11.2015) - Dr. Rath Research Institute:
- Dr. Anna Goc, Dr. Aleksandra Niedzwiecki, Dr. Matthias Rath: Borreliose (2016)
- Neue Wege in der Bekämpfung der Borreliose (2017)
- Neue Erkenntnisse der Zellular Medizin bei Borreliose
- Dietrich Klinghardt: Biological treatment of Lyme disease
Klinghardt beschreibt unkonventionelle Methoden der Borreliose-Therapie.
- AWMF: S3-Leitlinie Neuroborreliose (30.4.2024)
Christian Weymayr, DocCheck: Zeckenalarm: Wenn Bakterien auf die Nerven gehen
- DocCheck: Causa obscura: Jung, komplett blockiert (1.4.2025)
Bei einem Patienten mit verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie) und Herzrhythmusstörungen stellt sich nach längerer Suche heraus, dass eine Borreliose-Infektion vorliegt.
- Geschichte der Borreliose
- Paul D. Thacker:
Long Before Suspicions Arose About A Lab Leak, Government Scientists Were Fiddling With Bugs to Make Them More Deadly (28.2.2023)Der Filmemacher und Buchautor Kris Newby befasst sich mit der geheimen Forschung, die möglicherweise dazu geführt hat, dass Borreliose in den USA ein solches Problem darstellt.
Woher kam der Borreliose-Erreger? Hängt das mit der Entwicklung von biologischen Waffen in USA zusammen? Stammt der Erreger aus einem Labor?
- Paul D. Thacker:
Weitere Informationen zu Krankheitsursachen:
- auf dieser Homepage
- Krankheitsursache Vergiftung, Schäden am Hormonsystem und am Nervensystem, Strahlung, auch Mobilfunk, Impfstoffe, chronische Entzündung
- Welche Krankheiten entstehen durch chronische Giftbelastung?
arte-Dokumentation: Alte Freunde - neue Feinde Was unsere Kinder chronisch krank macht
Was kommt auf unsere Gesellschaft zu, wenn eine Generation ins Berufsleben eintritt, die in einem Ausmaß chronisch krank ist, wie es das nie zuvor in der Geschichte gegeben hat?
Gezeigt werden Schäden am Immunsystem (Allergien, Autoimmunkrankheiten) und am Nervensystem (neurologisch, psychiatrisch). Als Krankheitsursache werden u.a. der übermäßige Antibiotika-Einsatz durch den Kinderarzt und ungesundes Schulessen genannt. Spielen Impfungen eine Rolle? Man weiß es nicht. Der Impfkritiker Klaus Hartmann und Eltern eines geschädigten Kindes sprechen über Impfschäden und über Aluminiumsalze in Impfstoffen.
- Europäische Gesellschaft für Klinische Umweltmedizin e.V. (EGKU)
bbfu.de