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Blei

Blei kommt aus alten Wasserleitungen, steckt in Malerfarben, Flugzeugtreibstoff, Radiatoren, Batterien, billigem Schmuck (Anhänger von Ketten und Armbändern) vorzugsweise für Kinder, Innereien von Schlachttieren und in Wildgerichten, die Bleikugeln von der Jagd enthalten. Auch (Sport-)Schützen, die Bleimunition verwenden, sind gefährdet.

Die Wirkung von Blei beruht darauf, dass Calcium durch Blei verdrängt wird. Folgende Symptome [1] wurden beobachtet:

  • im Nervensystem, besonders im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark):
    neuropsychologische Veränderungen, die sich als irreversible Intelligenzdefizite, Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen und psychomotorische Störungen äußern, Panikattacken, verkürzte Aufmerksamkeitsspanne, Hyperaktivität, Unfähigkeit zu sozialen Bindungen; erhöhte Bereitschaft zu Gewalttätigkeit und Kriminalität.
  • Blutbildungssystem:
    Beeinträchtigung der Hämoglobinsynthese auf mehreren Stufen, was eine Anämie verursachen kann;
  • Erhöhung des Blutdrucks;
  • Nieren: Nierenfunktionsstörungen;
  • Hormonsystem:
    • Reduzierung der Sexualhormone;
    • Schädigung der Hormon-Signalisierung innerhalb des Stress-Systems, die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (engl. HPA-Axis).
      Folge: Der Körper kann Stress schlechter bewältigen, und es kommt zu Bluthochdruck, Diabetes, Angst und Depressionen.

Besonders gefährdet sind Kinder, da sich bei ihnen das Gehirn im Wachstums- und Entwicklungsprozess befindet.

Grenzwert
Es gibt keinen sichereren Expositions-Schwellenwert, unter dem Schäden des zentralen Nervensystems durch Blei ausgeschlossen sind. Es gibt in der EU keinen Grenzwert für den Bleigehalt in Kinderschmuck.

Aufnahme und Ausscheidung von Blei

  • Die Aufnahme von Blei in den Körper, die Absorption, wird reduziert durch Vitamin C, Calcium, Eisen und, in geringerem Maß, Zink und Phosphor. Calcium wird durch Blei ersetzt; deshalb empfiehlt sich eine gute Ca-Versorgung.
  • Die Ausscheidung von Blei wird durch die Vitamine C, E, B1, B9 (Folsäure) zusammen mit B12, vermutlich auch durch B6 gesteigert. Als Chelatbildner ist DMSA geeignet.

[1] Aus einem Bericht der UNEP vom 9.2.2017:
Jährlich wird mit weltweit 600.000 neuen Fällen geistiger Behinderung von Kindern durch Bleivergiftung gerechnet, die meisten in den Entwicklungsländern. Darunter versteht man den Verlust an Intelligenz, die Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne und Verhaltens­störungen. Es gibt keine Behandlung für diese Symptome. Bei Erwachsenen wurden Bluthochdruck, Nierenkomplikationen, Schmerzen an Gelenken und Muskeln, Verschlechterung der mentalen Leistungs­fähigkeit, Gedächtnisverlust und affektive Gemütsstörungen beobachtet. Es gibt auch Schäden an den Fortpflanzungsfunktionen: bei Männern verringert sich die Spermienanzahl und die Spermien werden abnorm verändert, bei schwangeren Frauen kommt es zu Fehl- und Frühgeburten.

Ziel von UNEP und WHO ist es, ein weltweites Verbot von Blei in Malerfarben bis 2020 durchzusetzen.

Weitere Quellen:

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