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Blei

Vorkommen
Blei kommt aus alten Wasserleitungen (vor 1973), steckte und steckt in Malerfarben (Bleiweiß, Blei-Mennige), Flugzeugtreibstoff, Radiatoren, Batterien und Akkumulatoren, billigem Schmuck (Anhänger von Ketten und Armbändern) vorzugsweise für Kinder, Lippenstift [4], Innereien von Schlacht­tieren und in Wildgerichten, die Bleikugeln von der Jagd enthalten. Auch (Sport-)Schützen, die Bleimunition verwenden, sind gefährdet.

Die Wirkung von Blei beruht darauf, dass Calcium durch Blei verdrängt wird. Folgende Symptome [1] wurden beobachtet:

  • im Nervensystem, besonders im zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark):
    neuropsychologische Veränderungen, die sich als irreversible Intelligenzdefizite, Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen und psychomotorische Störungen äußern, Panikattacken, verkürzte Aufmerksamkeits­spanne, Hyperaktivität, Unfähigkeit zu sozialen Bindungen; erhöhte Bereitschaft zu Gewalttätigkeit und Kriminalität [2].

    Blei ist besonders gefährlich für das sich entwickelnde Nervensystem im Kind. Es ist aber nicht leicht, die sich ergebenden Verhaltensstörungen auf Blei als Ursache zurückzuführen.

  • Blutbildungssystem:
    Beeinträchtigung der Hämoglobinsynthese auf mehreren Stufen: die Produktion der roten Blutzellen wird gestört, und eine Anämie kann verursacht werden;
  • Durchdringung der Blut-/ Hirn-Schranke und der Plazenta-Schranke.
  • Erhöhung des Blutdrucks;
  • Schäden am Gehör und an den Nieren;
  • Knochen: die Calcium-Aufnahme in die Knochen und damit das Knochenwachstum wird gestört.
  • Hormonsystem:
    • Reduzierung der Sexualhormone;
    • Schädigung der Hormon-Signalisierung innerhalb des Stress-Systems, die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (engl. HPA-Axis).
      Folge: Der Körper kann Stress schlechter bewältigen, und es kommt zu Bluthochdruck, Diabetes, Angst und Depressionen.

Besonders gefährdet sind Kinder, da sich bei ihnen das Gehirn und die Knochen im Wachstums- und Entwicklungsprozess befinden.

Werte und Grenzwert [3]
Es gibt keinen sichereren Expositions-Schwellenwert, unter dem Schäden des zentralen Nervensystems durch Blei ausgeschlossen sind.

  • Bleihaltiger Schmuck: max. 0,05 Gewichts-Prozent;
  • Trinkwasser: 10 µg/l.
  • Auch bei Blutkonzentrationen von unter 250 µg Blei je Liter Blut besteht das Risiko für reduzierte kognitive Funktionen bei Kindern. In den USA wurde der Grenzwert auf 150 µg/l gesetzt.

Aufnahme und Ausscheidung von Blei

  • Blei kann eingeatmet (Bleistaub) oder über die Haut aufgenommen werden. Das meiste Blei endet in den Knochen.
  • Die Aufnahme von Blei in den Körper, die Absorption, wird reduziert durch Vitamin C, Calcium (Ca), Eisen und, in geringerem Maß, durch Zink und Phosphor. Da Ca durch Blei ersetzt wird, empfiehlt sich eine gute Ca-Versorgung.
  • Die Ausscheidung von Blei wird durch die Vitamine C, E, B1, B9 (Folsäure) zusammen mit Vitamin B12, vermutlich auch durch Vitamin B6 gesteigert. Als Chelatbildner ist DMSA geeignet.

[1] Aus einem Bericht der UNEP vom 9.2.2017:
Jährlich wird mit weltweit 600.000 neuen Fällen geistiger Behinderung von Kindern durch Bleivergiftung gerechnet, die meisten in den Entwicklungsländern. Darunter versteht man den Verlust an Intelligenz, die Verkürzung der Aufmerksamkeitsspanne und Verhaltens­störungen. Es gibt keine Behandlung für diese Symptome. Bei Erwachsenen wurden Bluthochdruck, Nierenkomplikationen, Schmerzen an Gelenken und Muskeln, Verschlechterung der mentalen Leistungsfähigkeit, Gedächtnisverlust und affektive Gemüts­störungen beobachtet. Es gibt auch Schäden an den Fortpflanzungsfunktionen: bei Männern verringert sich die Spermienanzahl und die Spermien werden abnorm verändert, bei schwangeren Frauen kommt es zu Fehl- und Frühgeburten.

UNEP und WHO wollen bis 2020 ein weltweites Verbot von Blei in Malerfarben durchsetzen.

[2] Studien zum Zusammenhang zwischen Bleibelastung und Neigung zu asozialem Verhalten bzw. Gewalttätigkeit

[3] Zu den Grenzwerten

[4] Blei in Lippenstift

  • Gefährliches Gift im Lippenstift
    Eine amerikanische Studie der Universität von Kalifornien, Berkeley (UCB) ergab, dass Lippenstifte gesundheitsgefährdende Mengen an Metallen wie Aluminium, Cadmium, Blei, Titan sowie anderen Toxinen enthalten.
  • Fit for Fun: Lauert die Gefahr im Lippenstift?
    Dass in manchem Pflegeprodukt Blei enthalten sein kann, wissen wir seit einer groß angelegten Untersuchung der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) im Jahr 2011. [...] Gefunden wurden Cadmium, Kobalt, Aluminium, Titan, Mangan, Chrom, Kupfer und Nickel.

 

Weitere Quellen:

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