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Nachrichten

Mai 2017 - Die Politik versagt in der Umweltmedizin

Die Europäische Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene (EGGBI) stellt das Versagen der Politik auf dem Gebiet der Umweltmedizin fest. Sie fordert

  • Anamnese, Diagnose und Therapie von Umwelterkrankungen gemäß dem Stand der Wissenschaft,
  • Beendigung der Psychiatrisierung von Umwelterkrankten,
  • Kostenübernahme für umweltmedizinische Maßnahmen im Krankheitsfall,
  • Berücksichtigung von Umwelterkrankungen bei der Behindertengesetzgebung,
  • Umweltmedizin als Pflichtfach in den Hauptseminaren des Medizinstudiums,
  • Bereitstellung schadstoffarmer, MCS gerechter Räume in Ambulanzen, Kliniken,
  • Verzicht auf phthalathaltige medizinische Geräte, Schläuche und Beutel,
  • Bau medizinischer Abteilungen zur stationären Versorgung von Patienten mit Umwelterkrankungen.

Lesen Sie die Forderungen der EGGBI: Umwelterkrankungen, Gesundheitspolitik und Umweltmedizin.

April 2017 - Mehr Umweltgifte und nichts darüber wissen wollen

Es sind 2 Nachrichten, die zufällig zu gleicher Zeit bekannt werden:

  • Der Spiegel berichtet in Ausgabe 17/2017 vom 22.4.2017
    Landwirt spritzt Pestizide
    CSU gegen Pestizidverbot

    Die CSU versucht, ein von der Europäischen Union geplantes Pestizidverbot auf bestimmten Flächen zu verhindern - und setzt dabei ausgerechnet auf die Hilfe britischer EU-Gegner. Die derzei­tige Rechtslage sieht vor, dass Europas Landwirte fünf Prozent ihrer Äcker als ökologische Vorrangflächen ausweisen müssen, andernfalls bekommen sie geringere Direktzahlungen aus dem EU-Haushalt. Was das genau bedeutet, wird in den Mitgliedstaa­ten flexibel gehandhabt. Jetzt soll auf den Spezialflächen der Einsatz von Pestiziden europaweit verboten werden, um die Vielfalt von Pflanzen und Tieren nicht zu gefährden. Im Ministerrat wurde der Vorschlag angenommen, aber im EU-Parlament hakt es. Dort versucht der CSU-Abgeordnete Albert Deß, Mitglied im Agrarausschuss, gemeinsam mit seinem britischen Kollegen John Stuart Agnew von der rechtspopulistischen Ukip, die Rechtsgrundlage der Reform zu kippen. Pikant: Auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt hofft auf einen Erfolg seines Parteifreundes Deß, Umweltverbände sind dagegen entsetzt.

    Kommentar: Es kommt auf den Schutz von Pflanzen und Tieren an. Was ist mit der Gesundheit der Menschen? Wer kümmert sich darum, wer untersucht das?
    Die Welt berichtet: Pestizide können IQ bei Kindern senken

  • Der NABU Schleswig-Holstein berichtet (April 2017)
    Foto: Phosphorkanister
    Aus des Instituts für Toxikologie der Uni Kiel?

    Bewertung von Umweltrisiken nur noch durch Konzerne

    Die Kieler Universität will das Institut für Toxikologie als selbstän­dige Einrichtung auflösen. Mit dieser Entscheidung findet umwelt­bezogene Toxikologie in Schleswig-Holstein nicht mehr statt. Der NABU fordert, die unabhängige Expertise organisatorisch zu erhalten. Weiter lesen ...

    Kommentar: Das Institut hatte 1995 unter Prof. Otmar Wasser­mann das Kieler Amalgam-Gutachten erstellt. Patienten, die von Umweltgiften betroffen sind, sind darauf angewiesen, dass die Giftwirkungen untersucht und bekannt werden. Nur dann können Politik und Wähler richtige Entscheidungen zum Schutz der Gesundheit treffen und nur dann kann sich der Einzelne schützen und gegen Vergiftung wehren.

Juli 2016 - Umweltgifte schädigen Gehirn und Nervensystem

Kinder sind heute einem nicht mehr akzeptablen Risiko ausgesetzt, Schäden an Gehirn und Nervensystem zu entwickeln. Das sind: Autismus, Aufmerksamkeitsstörungen (ADHD), geistige und intellektuelle Behinderung sowie Lern- und Verhaltens-Störungen. Die Häufigkeit solcher umwelt(gift-)bedingten Entwicklungsstörungen hat inzwischen ein unübersehbares Ausmaß angenommen. Die Methode, wie die entsprechenden wissenschaftlichen Ergebnisse bewertet werden und wie daraus Konsequenzen für die Gesundheit gezogen werden, sind völlig ungeeignet. Es müssen neue Wege gefunden werden, wie Chemikalien bewertet werden, die die Gehirnentwicklung schädigen, und wie ihr Einsatz reduziert werden kann.

Unter dem Projektnamen TENDR - Targeting Environmental Neuro-Developmental Risks - haben sich in den USA Wissenschaftler zusammengefunden, um Gesellschaft, Wissenschaft und Politik wachzurütteln.

Links:

Logo der EuropAEM

18.11.2015 - Umweltmediziner schlagen Alarm

Der Deutsche Berufsverband der Umweltmediziner (dbu) und die European Academy for Environmental Medicine (EUROPAEM) fordern die Deutsche Rentenversicherung Bund in einem Offenen Brief (auch hier) auf, ihre Verweigerungshaltung aufzugeben und Umweltbelastungen als Krankheitsursache endlich zur Kenntnis zu nehmen. Weitere Punkte:

  • Die Zahl der Arbeitsunfähigkeiten auf Grund psychischer Krankheiten ist von 1994 bis 2011 um über 200% gestiegen. Das lässt am bisher gewählten Konzept der Reha-Maßnahmen zweifeln.
  • Mit der bisher angebotenen Art der Rehabilitation erfahren Erkrankte mit umweltassoziierten chronischen Multisystem­erkrankungen keine nachhaltige Linderung. Der Rentenversicherungsträger ist bei den Reha-Verfahren nur auf Psychosomatik fixiert, hat aber eine Evaluation bisher offensichtlich unterlassen.
  • Die Hänninen-Studie, 2011 im Auftrag der EU erstellt, kam zum Ergebnis, dass 7% aller Krankheiten durch nur neun (!) Umweltstressoren ausgelöst werden. (Hinweis: es gibt eine Folgestudie von 2014.)
    Die 9 Stressoren: Benzol, Dioxine, Passivrauchen, Formaldehyd, Blei, Verkehrslärm, Ozon, Feinstaub und Radon.
  • Vorwurf: Die Deutsche Rentenversicherung verschwendet Steuergelder, betreibt Effekthascherei und fördert ärztliche Kunstfehler.

21.10.2015 - Die gefährlichsten Umweltgifte

Green Cross Schweiz beschreibt in seinem Umweltgiftreport 2015 die Umweltgifte und beziffert die Gesundheitsschäden durch Angabe der "verlorenen Lebensjahre".

Die sechs gefährlichsten Umweltgifte bedrohen weltweit 95 Millionen Menschen:

  1. Blei sind 26 Mio. Menschen ausgesetzt: 9 Mio. verlorene Lebensjahre
  2. Quecksilber sind 19 Mio. Menschen ausgesetzt: 1,5 Mio. verlorene Lebensjahre
  3. Sechswertigem Chrom sind 16 Mio. Menschen ausgesetzt: 3 Mio. verlorene Lebensjahre
  4. Radionukliden sind 22 Mio. Menschen ausgesetzt
  5. Pestiziden sind 7 Mio. Menschen ausgesetzt: 1 Mio. verlorene Lebensjahre
  6. Cadmium sind 5 Mio. Menschen ausgesetzt: 250.000 verlorene Lebensjahre

Aus dem Report (Seite 16, übersetzt):
"Elementares Quecksilber wird in einer Reihe von industriellen Prozessen wie Gewinnung von Gold in Goldminen angewandt und findet sich auch in Produkten wie Thermometern und Zahnfüllungen. Die Belastung durch elementares Quecksilber kann Schäden an Gehirn, Nieren und dem Immunsystem verursachen und auch die Entwicklung des Fötus beeinträchtigen."

Umweltgiftreport 2016

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