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(Schwer-)Metalle

Einige Schwermetalle und ihre Verbindungen sind für Mensch, Tier und Pflanze sehr giftig:

  • Blei
  • Cadmium
  • Quecksilber und Amalgam
  • Gold [5]
    Die Schwermetalle Quecksilber oder Gold können eine Störung des Immunsystems und Autoimmunkrankheiten auslösen. Da Gold ein sehr edles Metall ist, werden sich z.B. aus einem Inlay im Mund nur wenige Atome herauslösen, sofern sich kein edleres Metall im Mund befindet.
  • Silber
  • Zinn
    Organische Zinnverbindungen wie Tributylzinn (TBT) sind hormonstörend.
  • Palladium
    wird/wurde als Legierungsbestandteil in Goldlegierungen für Zahnfüllungen und in Abgas-Katalysatoren für Benzin-Fahrzeuge verwendet.
  • Nickel
    ist krebserzeugend (Gruppe 1) und kann chronische Bronchitis und Lungenkrebs verursachen. In Tierstudien wurde gezeigt, dass eingeatmetes Nickel (Staub) in das Lymphsystem eindringt und Schäden an Lymphknoten und Immunsystem verursacht.
  • Arsen [3]
    • Allgemeines
      Arsen findet sich bei der Verhüttung von Erzen, in Holzschutzmitteln, Pestiziden, in Anti-Algenmitteln und Herbiziden für Telefonmasten sowie als Baumwoll-Trocknungsmittel.
    • Giftbelastung
      Die Belastung mit Arsen wird verursacht durch
      • Trinkwasser wegen der intensiven Nutzung des Gifts in Industrie und Landwirtschaft,
      • Rückstände in vielen Lebensmitteln ‒ Fisch, Fleisch, Geflügel, Getreide, Reis,
      • Zigarettenrauch, der Aktiv- und Passivraucher schädigt,
      • Medikamente in der Chemotherapie.
    • Wirkung, Symptome
      Arsen und seine Verbindungen
      • schädigen das periphere Nervensystem,
      • schädigen die geistige Entwicklung, Intelligenz und Gedächtnis, besonders bei Kindern,
      • sind hormonstörend,
      • blockieren die Glutathion-Produktion und dadurch die körpereigene Entgiftung; oxidativer Stress wird verstärkt und die Belastung mit anderen Giften gesteigert;
      • schädigen Nieren und Bauchspeicheldrüse,
      • verursachen Herz-Kreislauf-Krankheiten, Diabetes und Krebs.
    • Therapie
      Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS), Ernährung reich an Flavonoiden (sekundäre Pflanzenstoffe).
  • Aluminium ist ein giftiges Leichtmetall. Weitere Informationen.
  • Titan [1]
    wird gerne für Implantate eingesetzt, also dauerhaft in den Körper eingebaut. Es ist dafür leider nicht ausreichend stabil und kann Entzündungsreaktionen hervorrufen.
  • Kobalt [4]
    Kobalt wird ebenfalls in Implantaten verwendet, sollte aber keinesfalls ‒ z.B. durch Abrieb ‒ in den Körper gelangen.

    Hinweis: Kobalt ist das zentrale Atom von Vitamin B12 und gilt deshalb als essenziell.

  • Chrom: giftig ist das 6-wertige Chrom Cr(VI) [2]

    Verwendung
    Das 6-wertige Chrom [Cr(VI)] wird bei der Verchromung von Gegenständen und bei der Herstellung von Plastik und Farbstoffen eingesetzt.

    Vorkommen
    Außer im beruflichen Umfeld kommt es durch Kontamination des Trinkwassers zu Belastung mit Cr(VI).

    Wirkung
    Cr(VI) wirkt als starkes Oxidationsmittel ätzend auf Haut und Schleimhäute und ruft am lebenden Organismus schlecht heilende Geschwüre hervor. Selbst kleinste Verletzungen, wie Rhagaden auf der Hautoberfläche, entarten geschwürartig, wenn auch nur geringe Mengen Chromat hineingelangen. Es kommt zu einer Sensibilisierung gegenüber Chrom(VI)-Verbindungen und einer Kontaktdermatitis, die besonders häufig bei Zementarbeitern zu beobachten ist. Die Chromat-Allergie ist eine der am häufigsten auftretenden Allergien. (aus der Deutschen Apotheker-Zeitung)

    Cr(VI) wird mit Schäden an Lungen, Leber und Nieren, mit Emphysemen sowie mit Krebs, u.a. Leukämie, Lungen- und Magenkrebs, in Verbindung gebracht.

  • Schutz vor den Wirkungen von Cr(VI), Therapie
    Vitamin C und besonders grüner Tee schützen wegen ihrer antioxidativen Eigenschaften vor den Wirkungen des Giftes.

  • Ebenfalls giftig und wegen ihrer Radioaktivität besonders gesundheitsschädlich sind Uran und Plutonium sowie radioaktives Caesium und Jod.

Giftwirkung [7]

  • Die Giftwirkung der Schwermetalle beruht vor allem darauf, dass sie im Körper (Organe, Knochen) gespeichert und nicht ausgeschieden werden. Deshalb kann die Gift-Konzentration im Körper nicht durch Messung in Stuhl, Blut, Urin oder Haaren ermittelt werden. Ein solcher Messwert spiegelt allenfalls die aktuelle Exposition der letzten Tage und Wochen wieder.

    Manche Umweltmediziner vertrauen besonders der Haarmineralanalyse. Sie mag einige Hinweise geben, kann aber - als einzige Diagnostik angewandt - zu Fehlschlüssen führen. Beispiel: Eine Behandlung mit Kupferpräparaten oder kupferhaltigen Nahrungsergänzungsmitteln aufgrund eines niedrigen Kupferwertes im Haar ist z. B. bei Patienten, die an der Kupferspeicherkrankheit Morbus Wilson leiden, kontraindiziert.

  • Schwermetallle reichern sich bevorzugt im zentralen Nervensystem (ZNS), in den Knochen, in der Schilddrüse und der Bauchspeicheldrüse, in den Nieren und der Leber an, z.B. Blei und Cadmium im Knochengewebe, Quecksilber in der Hypophyse sowie Kupfer in der Leber. Schwermetalle reichern sich oft an bestimmten Bindungsstellen im Körper an, etwa Blei (als Pb2+) durch Verdrängung von Calcium (als Ca2+) im Knochen.
  • Schwermetalle und Schwangerschaft [6]
    • Schwermetalle überwinden die Plazenta-Schranke und gelangen deshalb während der Schwangerschaft vom mütterlichen Blutkreislauf in den Kreislauf des ungeborenen Kindes.
    • Während der Schwangerschaft werden Mineralien an den Orten (z.B. Knochen), wo sie gespeichert waren, freigesetzt, weil der sich entwickelnde Fötus einen besonderen Mineralienbedarf hat. Auch schädliche Metalle wie Blei und Aluminium werden freigesetzt.
  • Schwermetalle binden sich an Disulfid- und Sulfhydrilgruppen der Proteine und beeinträchtigen dadurch deren Enzymfunktion. Wichtige Stoffwechselprozesse werden blockiert, z.B. der Energiestoffwechsel; Folge: chronische Müdigkeit und Erschöpfung. Die Strukturveränderung begünstigt darüber hinaus die Entstehung von Autoimmunreaktionen.
  • Schwermetalle greifen Zellstrukturen an, vor allem Zellen des Nerven- und des Immunsystems.
  • Schwermetalle blockieren das körpereigene Entgiftungssystem, z.B. durch Blockade der Glutathion-Produktion. Dadurch entstehen freie Radikale, also oxidativer Stress, mit der Folge von beschleunigten Alterungsprozessen, Veränderungen in den Zellfunktionen bis hin zu Mutationen in den Zellen und Bildung von Krebszellen.
  • Die Aufnahme von essenziellen Mikronährstoffen wie Calcium, Eisen, Zink und Selen wird blockiert und es entstehen Stoffwechselstörungen und Mangelversorgung.
  • Die Giftwirkung ist nicht bei jedem Menschen gleich, sondern sie hängt u.a. von Alter, Gesundheits­zustand, Ernährung und vor allem von den genetisch bedingten, körpereigenen Entgiftungsfähigkeiten ab. Wer die Gifte gut ausscheiden kann, könnte gesund bleiben; wer die Gifte nicht gut ausscheiden kann, wird krank.

Therapie [8]

Durch die Therapie muss es gelingen, die schädlichen Metalle aus dem Körper zu entfernen, also auszu­scheiden. Wenn das nicht möglich ist, kann es hilfreich sein, die Gifte im Körper biochemisch so zu binden, dass sie biologisch nicht mehr aktiv sind.

Essenzielle Metalle

Essenzielle, also biologisch notwendige Metalle sind Chrom(III), Eisen, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Nickel, Vanadium und Zink. Auch diese können - wie alle Stoffe - bei zu hoher Konzentration gesundheitsschädlich sein.

Weitere essenzielle Elemente: Bor, Calcium, Kalium, Natrium, Phosphor, Schwefel, Selen, Silizium.


[1] Weitere Informationen zu Titan

[2] Weitere Studien und Informationen zu Chrom (VI)

[3] Weitere Informationen zu Arsen

[4] Weitere Informationen zu Kobalt

[5] Weitere Informationen zu Gold

[6] Weitere Informationen zu Schwermetallbelastung während der Schwangerschaft

  • Claudia Gundacker, Markus Hengstschläger:
    The role of the placenta in fetal exposure to heavy metals, auch hier (5.2012)

    Die Plazentaschranke verhindert in der Schwangerschaft, dass Stoffe (z.B. Gifte), die dem Kind schaden, nicht von der Mutter über die Gebärmutter auf das Kind übergehen können. Leider können die Schwermetalle Quecksilber, Blei und Cadmium die Plazentaschranke dennoch durchdringen und reichern sich im Körper des Fötus an. In diesem Beitrag werden die Schädigung von Mutter und Kind näher beschrieben.

[7] Weitere Informationen zur Giftwirkung

[8] Weitere Informationen zur Therapie von Metallvergiftungen

Allgemeine Informationen zu Metall-Giften:

  • IMD Labor, Berlin: Videos und pdf-Dokumente
    • zur Metalltoxikologie
    • darin u.a.:
      Katrin Huesker: Akkumulation von Metallen im Gehirn? Pathomechanismen und klinische Bedeutung

      Themen:
      Toxische Wirkung von Metallen im Gehirn: Störung der Neurotransmission, oxidativer Stress, verminderte Versorgung mit Schilddrüsenhormonen, Zerstörung des Zytoskeletts und Fehlfaltung von Proteinen. Spezielle Informationen dazu, wie Quecksilberverbindungen ins Gehirn gelangen und dort ihre Toxizität entfalten, zur Blut-Hirn-Schranke, zur Blut-Liquor-Schranke und zu den Wirkungen von Cadmium, Arsen, Blei und Gadolinium.

  • Peter Jennrich:
  • Hans-Ulrich Hill: Schwermetalle

    Informationen zu Epidemiologie, Wirkungsmechanismen, Krankheitssymptomen, Diagnostik und Therapie. Behandelt werden die Metalle Quecksilber/Amalgam, Blei, Cadmium, Eisen, Gadolinium, Gold, Kupfer, Mangan, Nickel, Palladium, Platin, Thallium, Titan und Zinn.

  • Paul B Tchounwou, Clement G Yedjou, Anita K Patlolla, and Dwayne J Sutton:
    Heavy Metals Toxicity and the Environment (8.2014)
    Studie mit umfassender Info zu einigen Schwermetallen: Arsen, Cadmium, Chrom, Blei und Quecksilber.
  • Pan Chen, Mahfuzur Rahman Miah and Michael Aschner: Metals and Neurodegeneration (3.2016)

    Es werden die essenziellen Metalle Kupfer, Eisen, Mangan und Zink, die nichtessenziellen Metalle Aluminium, Arsen, Cadmium, Blei, Methylquecksilber und Thallium, die Wirkung von kombinierten Metallwirkungen und therapeutische Möglichkeiten behandelt.

    Metalle verursachen Neurodegeneration im Nervensystem, also oxidativen Stress, Schädigung der Mito­chondrien und der Aktivität zahlreicher Enzyme. Daraus können sich Krankheiten wie ALS, Autismus, Guillain-Barré-Syndrom, Golfkriegs-Syndrom, Chorea Huntington, Multiple Sklerose, Parkinson und Morbus Wilson ergeben.

  • Catherine Ann Hess, Pablo Olmedo, Ana Navas-Acien, Walter Goessler, Joanna E. Cohen, and Ana Maria Rule:
    E-Cigarettes as a Source of Toxic and Potentially Carcinogenic Metals (10.2016)
    Kommentar: Toxic metals found in e-cigarette liquids

    E-Zigaretten enthalten erhebliche Mengen an Schwermetallen: Blei, Cadmium, Chrom, Nickel und Mangan. Die Nickel- und Chrom-Belastung stammt wohl von den Heizelementen. Die Metall-Konzentrationen unterschieden sich stark in den untersuchten Produkten. E-Zigaretten enthalten auch Nikotin und Propylenglykol.

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